Fluchtgewinnler und Migrations-Industrie

Fluchthelfer Kit Quelle: http://www.fluchthelfer.in
Fluchthelfer Kit Quelle: http://www.fluchthelfer.in

Kriegsgewinnler werden Personen, Unternehmen und Organisationen genannt, die Notsituationen schamlos ausnutzen, um überproportional hohe Gewinne zu erwirtschaften. Die Verhaltensweisen der Kriegsgewinnler sind oft nichts anderes als Erpressung und Wucher. Mit Fluchtgewinnlern ist es nicht anders. Dieses Geschäft mit Migranten, die aus welchen Gründen auch immer keine legalen Wege in andere Länder finden, ist ein besonders mieses. Dass staatliche Bürokratie und ihr Versagen solch fiese Geschäfte begünstigen, ist eine traurige Tatsache. Fluchtgewinnler sind die Profiteure der Unfähigkeit der nationalen Regierungen und der EU, eine nachhaltige Migrations-Strategie zu finden und einzusetzen.

2014 wurden 202.834 Asylanträge gestellt und 128.911 Asylverfahren abgeschlossen: 1,8 Prozent erhielten politisches Asyl nach Artikel 16 des Grundgesetzes, 31,4 Prozent der Antragsteller ein befristetes Aufenthaltsrecht. Asylverfahren dauern in Deutschland sieben Monate (Niederlande: eine Woche). Je länger die Verfahren dauern, desto besser für die Fluchtgewinnler. Denn so lange Asylverfahren nicht entschieden sind und Zuwanderer daher nicht arbeiten dürfen, klingelt die Kasse der Migrations-Industrie.

Renditen wie bei Menschenhandel und Drogenschmuggel

„European Homecare“ nennt sich selbst „ein mittelständisches Familienunternehmen, das sich auf soziale Dienstleistungen spezialisiert hat.“ Negative Schlagzeilen machte der Marktführer im Flüchtlings-Unterbringungsgeschäft letztes Jahr mit Fotos von Wachmännern, die Flüchtlinge misshandeln. Die Firma betreibt 50 Flüchtlingsheime, ihr Umsatz soll bald 50 Millionen Euro erreichen und eine Eigenkapitalrendite von 66%. Das ist eine Marge, die sonst nur bei Menschenhandel und Drogenschmuggel möglich ist. Für den „Flüchtlingsplatz“ kassiert die Firma 4.081 Euro, er kostet die Firma 1.400 Euro Personalkosten.

186.000 Euro Maklerprovisionen zahlte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales für die Beschaffung von drei Flüchtlings-Unterkünften in Charlottenburg und Pankow, meldet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB): „Allein für ein Flüchtlingsheim in der Charlottenburger Soorstraße flossen 96.000 Euro an Provision an die Maklerfirma.“ Auf eine Anfrage der Linken-Fraktion musste das Amt zugeben, nicht geprüft zu haben, „ob Maklerfirma sowie Eigentümer und Betreiber der Immobilien miteinander verflochten waren … Auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Makler-Provisionen sei nicht vorgenommen worden.“ Berliner Hostellbetreiber sollen sich hemmungslos bereichern, ihre Unterbringungsbedingungen obendrein miserabel sein. Der bisher krasseste Fall ist die Monatsmiete von 10.000 Euro für eine Flüchtlingswohnung in Lichtenberg.

In Elmshorn zahlt das Sozialamt 23,90 Euro täglich für die Unterbringung eines Flüchtlings. Damit nimmt der Vermieter für eine Drei-Zimmer-Wohnung monatlich 2.100 Euro ein, die vorher 600 Euro kostete. In Kassel bringt eine 105-Quadratmeter-Wohnung für sonst 700 Euro Monatsmiete nun von 2.400 bis 3.800 für acht Flüchtlinge.  In Bayern werden die Schrottimmobilien unrentabler Hotels und Gasthöfe in Flüchtlingsheime umgemodelt und in Cash-Maschinen verwandelt. Aus dem „Sporthotel Heidelberg“ in Oberbayern wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine Notunterkunft für 100 Flüchtlinge – erwarteter Monatsumsatz für Unterkunft und Verpflegung 100.000 Euro. Aber auch alte und ausgediente Kasernen, Bürogebäude, Altenheime, Kliniken, Turnhallen und Container-Gruppen von abgeschlossenen Baustellen werden unter geringem Aufwand in Unterkünfte umgewandelt: ein Einfallstor für Geschäftemacher und ihre willigen Helfer in Behörden – Fluchtgewinnler allesamt.

Schleuser & Schlepper

Aber die Fluchtgewinnler schlagen an der ganzen „Lieferkette“ der Migrations-Industrie zu. Im Herkunftsland blüht das Visa-Geschäft. Wer einen Termin in der deutschen Botschaft in Beirut braucht, zahlt an örtliche Makler zwischen 100 und 900 Euro für die Terminbuchung. Die Kontakte der Agenturen in diesem Schwarzmarkt reichen in die Botschaft, berichte die Huffington Post, das Online-Termin-Buchungs-System hilft nicht weiter: „Über Monate sind dort keine freien Termine verfügbar, bei Stichproben ist bis ins Jahr 2022 kein freier Termin zu finden. In Deutschland anerkannte Syrer, die ihre Familien von in Deutschland anerkannten Syrern nachholen wollen, müssen Termine jedoch innerhalb von drei Monaten buchen. Hier kommen die illegalen Terminhändler ins Spiel.“

Anfang der Woche befanden sich 515 Personen in Bayern in Untersuchungshaft, die Asylbewerber und Flüchtlinge ohne Papiere über die Grenze geschleust haben sollen, meldet DIE WELT. Einen Schleuser mit 28 Flüchtlingen in einem Kleintransporter konnte die Polizei erst nach einer Verfolgungsjagd stoppen. Auch in dieser Woche nahm die Polizei zwei Schleuser fest, die auf der A 17 mit zwei polnischen Kleintransportern 59 Flüchtlinge aus Pakistan, Iran, Afghanistan, Syrien, Eritrea, Kongo und Elfenbeinküste über die Grenze brachten. Die Bundespolizei Pirna hat im Juli 20 Schleuser festgenommen.

Menschenhändler oder Fluchthelfer … ?

In Libyen machen die Schleusergeschäfte inzwischen 10% des Bruttoinlandsprodukts aus, so Italiens Außenminister, berichtet DIE ZEIT: „Zudem mehren sich Hinweise, dass Schmuggler mit radikal-islamischen Terroristen kooperieren.“ Was sich in Libyen abspielt, hat längst die Grenze von Fluchthilfe zum Sklavenhandel überschritten. Für Flüchtlinge sind Schleuser Helden, sagt Giampolo Musumeci, der zwei Jahre für sein Buch im Schleuser-Milieu recherchierte („Bekenntnisse eines Menschenhändlers“). Auf 500 Millionen Euro Jahresumsatz schätzt er die kriminellen Schleuser im Mittelmeerraum.

Wer bei der Fluchthilfe hehre Ziele verfolgt und wer kriminelle, ist schwer auseinanderzuhalten. Der „Bundesverband Schleppen&Schleusen“ bezeichnet sich als „Lobby-Organisation für Wirtschafts-Unternehmen, die sich auf den undokumentierten, grenzüberchreitenden Personenverkehr spezialisiert haben.“ Ziel sei „die Verbesserung des Images von ‘SchlepperInnen und SchleuserInnen’, die Richtigstellung der staatlichen Öffentlichkeitsarbeit und ‘politisch’ letztlich die Abschaffung des Verbandes, indem durch Anpassung der Gesetze an die Realität, jegliche Personenbeförderung legal wird.“ Hier wird ganz offen gesagt, dass Schlepper und Schleuser Geld verdienen.

Auf die Tradition der Fluchthilfe in der DDR beruft sich das Berliner Peng Collective bei ihrer Kampagne „Werde jetzt Fluchthelfer.In“ – als sogenannte Kettenhilfe könnte sie rechtlich strafbar sein. Von Tipps zur Täuschung der Grenzer bis zum Starterkit finden sich professionelle Hinweise. Ob ihre Angaben zur Finanzierung über Spenden und die Kostenaufstellung alles enthalten, ist schwer zu beurteilen. Dass sich Fluchtgewinnler auch hier einschleichen oder das Modell kopieren, ist unvermeidlich.

Von systematischer Einschleusung islamistischer Terroristen über die Flüchtlingsrouten in die EU berichtete Alfred Hackensberger neulich in DIE WELT.  Führt das zu einem Anschlag, ändert sich die Migrantendebatte über Nacht.

Unterstützung
oder

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ihre Argumente, Gedanken oder Informationen zum kommentierten Beitrag bringen wir ganz oder gekürzt mit Ihrem Nutzernamen und ohne Ihre E-Adresse, wenn wir Ihren echten Vor- und Nachnamen erfahren.

Kommentare {22}

  1. Wie kommen wir aus dieser Falle heraus?
    Eine Lebendfalle in der ein ganzes Volk sitzt, wie in Geiselhaft.
    Entweder wir ergeben uns und machen gute Mine zum bösen Spiel
    oder wir erheben uns um den Preis als unmenschlich und egoistisch zu gelten.
    Humanistisch, christlich und altruistisch – funktioniert das angesichts der Menge von Flüchtlingen und Migranten, die schon da sind, und der viel größeren Menge, die im Familiennachzug zu erwarten sind?
    Und sind das Tugenden, die über die persönliche Tugendhaftigkeit des Einzelnen hinaus einem Staat abzuverlangen sind?
    Kann und soll ein Staat tugendhaft sein oder ist er nicht vielmehr dazu da, die Freiheit und Rechte des Volkes zu schützen und für Unabhängigkeit und Sicherheit zu sorgen.?
    Sind wir der Staat oder haben wir einen Staat?
    Sind wir Staatsangehörige oder Bürger unseres Staates?
    Bürger kann man durch Einbürgerung werden.
    Bayerische Politiker würden wohl keine Probleme haben, das Flüchtlings- und Migrantenproblem anzugehen und auch zu lösen.
    Es wäre von Nöten, die CSU als wählbare Partei in der gesamten Republik zuzulassen, weil es in CDU und SPD keinen bürgerlichen Mitte-Rechts Flügel mehr gibt, der die Interessen des Volkes wahrnimmt.

  2. @ SW “Ohne die, von der USA (haupstächlich), angezettelten Kriege (inkl. “dreckige Kriege”) würden schon mal Kriege als Fluchtgrund ausfallen.” Na ja, das muss man schon leicht differenzierter sehen.

    Aber mal im Ernst: Dass man die Fluchtursachen in den Ursprungsländern bekämpfen muss, klingt auf den ersten Blick ja ganz gut. Selbst dort aber, wo wir tatsächlich massive Einflussmöglichkeiten haben (z. B. Griechenland), ist es gar nicht einfach (vorsichtig formuliert), souveräne Staaten wirksam zu beeinflussen. (Kurzfristig schon mal gar nicht, außer man geht da militärisch rein; z. B. würde eine Flugverbotszone in Syrien Assad davon abbringen, seine Bevölkerung mit Fassbomben zu bombardieren).

    Was zu tun ist? Menschen, die zu Recht bei uns aufgenommen werden (Asyl, Bürgerkriegsflüchtlinge), fürchten um ihr Leben. Wirtschaftsflüchtlingen dagegen geht es um mehr Kohle. Wir müssen Deutschland für Letztere unattraktiver machen, (da kreisen ja Listen von Ländern, die die besten Angeboten machen). Also z. B. Lebensmittelgutscheine statt Geld. Und wer als Wirtschaftsflüchtling aus Afrika Tausende von Dollars für die Schlepper gesammelt hat und bei der Flucht sein Leben riskiert hat, der sollte gleichwohl dann auch wieder dorthin abgeschoben werden. Das wäre immerhin ein klares Signal, welches sich in diesen Ländern auch rumsprechen würde. Dazu gehört natürlich auch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

    Letzter Aspekt: Sichere Herkunftsländer sind natürlich die Balkanländer, auch dass Flüchtlinge aus dem Urlaubsland Tunesien kommen, ist schwer vermittelbar. Das wäre im BT wohl kein Problem, und würde die Verfahren deutlich abkürzen und billiger machen. Die Länderkammer ist das Problem, und hier insbesondere die Länder, bei denen die Grünen in der Regierung sind. Ich finde Grokos oder absolute Mehrheiten auch nicht schön. Aber immer noch besser als Rot/Grün oder Schwarz/Grün. Denn eins muss jedem klar sein: Wer weiter so rumorgelt, wird eines Tages selbst die NPD wieder zum Leben erwecken. Denn in der Wahlkabine ist jeder mit sich allein.

  3. zitat
    … Unfähigkeit der nationalen Regierungen und der EU, eine nachhaltige Migrations-Strategie zu finden und einzusetzen.

    Nein, leider falsch. Unfähigkeit oder vielmehr UNWILLEN eine andere Außen- Sicherheits- und Wirtschaftspolitik zu gestalten. Ohne die, von der USA (haupstächlich), angezettelten Kriege (inkl. “dreckige Kriege”) würden schon mal Kriege als Fluchtgrund ausfallen. Weiter – die westliche Wirtschaftspolitik welche in der “3.Welt” NUR Rohstoffbasen sieht und in dieser Funktion über Regimes-Changes, IWF und Weltbank hält gäbe es auch sehr viel weniger Wirtschaftsflüchtlinge.
    Wir müssen die POLITIK unserer (der westl.) Länder ändern dann müssen wir uns über fluchtgewinnler sowie Kriegsgewinnler keinerlei Gedanken mehr machen. Übrigens auch sehr viel weniger über Menschen- ,Sklaven, Frauen- und Kinderhändler.

  4. Aber aber, Sie wollen doch nicht der Migrations-Industrie ernsthaften Schaden zufügen.
    Was meinen Sie, wie die “Mehrheit” reagiert, wenn sie JETZT für die Wirtschaftsflüchtlinge zahlen müssten.
    Das ist doch wie bei der GR-Hilfe. Da hieß es doch auch immer, es kostet NICHTS und wir profitieren sogar davon.

  5. In Umfragen die uns fast täglich Präsentiert werden, ist die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für die Flüchtlingshilfe in unserem Lande wie sie zur Zeit stattfindet, deshalb sollte entweder eine Solidaritäts- Steuer für diesen Zweck eingeführt werden oder die Mehrwertsteuer erhöht werden.
    Es kann doch sein das wir fordern alle Bedürftigen dieser Welt kommt zu uns aber die Kosten dafür sollen wieder die nachfolgenden Generation übernehmen.
    Es ist jetzt Aufgabe der Politik das schnellst möglich umzusetzen.

    1. Aber aber, Sie wollen doch nicht der Migrations-Industrie ernsthaften Schaden zufügen.
      Was meinen Sie, wie die “Mehrheit” reagiert, wenn sie JETZT für die Wirtschaftsflüchtlinge zahlen müssten.
      Das ist doch wie bei der GR-Hilfe. Da hieß es doch auch immer, es kostet NICHTS und wir profitieren sogar davon.

    2. Man wird wohl bis nach den Wahlen warten mit der Einführung dieser Abgaben / Steuern / Beiträge etc…