Grünen-Konzept: Nur noch 20 Prozent Autoverkehr in Hamburg

Nur noch 20 Prozent Autos in der Innenstadt - das reicht vermutlich gerade für die Dienstfahrten des Politpersonals und dafür, dass sie als SUV-Eltern ihre Kinder vor die Schule fahren dürfen.

In Hamburg soll es nur noch 20 Prozent Autoverkehr geben. Das stellen sich die Grünen als Verkehr der Zukunft vor: Autos raus – Räder rein! Die grüne Bürgerschaftsfraktion Hamburgs hatte ihre Visionen Ende vergangener Woche auf einer Mobilitätskonferenz präsentiert: »Grüner durch Hamburg«. Das grüne Rezept ist einfach: 80 Prozent des bisherigen Verkehrs raus aus der Stadt, nur noch 20 Prozent Autos in der Innenstadt. 20 Prozent – das reicht vermutlich gerade für die Dienstfahrten des grünen Politpersonals und dafür, dass die grünen SUV-Eltern ihre Kinder vor die Schule fahren dürfen.

Als Ziel setzen sie das Jahr 2030 an. Bis dahin soll 80 Prozent des Verkehrs von Bus und Bahn, Fahrrad und – Fußgängern getragen werden. Jetzt seien es 64 Prozent.
Zur Begründung dient das übliche Wortgeklingel: »Vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch eine wachsende Stadt und durch Umwelt-, Klima- und Lärmschutz schlagen die Grünen maßgeschneiderte Verkehrskonzepte für die innere und äußere Stadt sowie für das Umland vor.« »In der äußeren Stadt und im Umland«, sagt Anjes Tjarks, Vorsitzender der grünen Bürgerschaftsfraktion, »wollen wir eine Gleichberechtigung von Umweltverbund und Auto – und den Umstieg so leicht wie möglich machen.«

Doch sagen sie nicht, wie sie die gravierenden Mängel wettmachen wollen: Bus und Bahn sind teuer, sehr teuer sogar, in den Hauptverkehrszeiten voll und unpünktlich, und Fahrten dauern häufig deutlich länger als mit dem Auto. In vielen Gegenden fahren die letzten Busse bereits gegen 20, 21 Uhr in das Umland und kommen damit als vollwertiger Ersatz für den Autoverkehr kaum noch in Frage.

Die CDU jedoch mag angesichts der Forderungen nicht hintanstehen und fordert auch was: Für jeden Autokäufer soll es zum neuen Auto ein Jahresticket für den Hamburger Verkehrsverbund geben. Auch sie will einen Ausbau von Bus und Bahn, der ÖPNV müsse auch preislich deutlich attraktiver werden. Sie hat dazu bereits einen eigenen Antrag in der Bürgerschaft gestellt, Tickets und Zeitkarten billiger zu machen.

Die CDU ist übrigens besorgt aufgrund des Anstieges von Unfällen im Straßenverkehr. »Hamburgs Straßen bleiben ein gefährliches Pflaster«, bilanziert sie und bemerkt besonders einen starken Anstieg von verunglückten Fahrradfahrern.
Die Grünen wollen den Fahrradverkehr auf 25 Prozent steigern und deswegen das Radwegenetz deutlich ausbauen. Radschnellstrecken sollen mehr gebaut werden und sogar Städte miteinander verbinden. Doch der Blick auf die bisherige Realität ernüchtert: Der Radwege-Ausbau klappt so gut wie der Ausbau des Berliner Flughafens: gar nicht. Auch nicht dort, wo rot-grün schon länger das Sagen hat. Der Ausbau der Radwege ist fast überall eine Katastrophe. Allein das Problem »Fahrradklau« ist nicht gelöst und wirft damit ein Hindernis auf.

Der grüne verkehrspolitische Sprecher Martin Bill verweist auf intensive politische Diskussionen und langen Abwägungsprozesse, wenn sie begründen sollen, warum auch in Hamburg bisher nur ein Bruchteil der geplanten Radwege gebaut wurde. Bei dem typischen Hamburger Nieselwetter fällt das allerdings nicht weiter auf: Dann sitzen die meisten Radfahrer wieder in ihren Autos oder Bus oder Bahn. Die Radwege sind leer und benötigen dennoch kostbaren Raum.

Und Holland macht es auch vor: Dort soll es schon die ersten Radstaus geben. Radfahrer stehen im Stau, weil es mittlerweile zu viele gibt.


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Kommentare ( 32 )

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Würde das angedachte Konzept auch mit dem Willen einhergehen, die Innenstadt wieder wohn- und lebbar für die Bürger zu machen, wäre dies zu unterstützen.
Solange jedoch die Innenstadt in der Stadtentwicklung immer noch klar getrennt bleibt zwischen Wohnen und Arbeiten, sind die Verdrängung/Unterbindung der durch PKW erzeugte Pendelverkehre suboptimal, insofern kein gleichwertiges Angebot im Nah- u. Fernverkehr dagegensteht, zzgl. Park & Ride.
Ideologische Idalvorstellungen und Verbote durch eine politische Minderheit, helfen da nicht weiter.
Nicht jede Stadt kann so wie Kopenhagen sein.

Es muss ein Umdenkem einsetzen! So wie es derzeit in den Städten zugeht kann es nicht bleiben und nicht weitergehen. Dem Auto wird wertvoller und lebenswerter Raum geopfert. Parkende Autos links und rechts am Strassenrand, volle Parkhäuser in den Innenstädten, von den Abgasen gar nicht zu reden. Und immer noch werden Strassen in die Städte hinein verbreitert und zusätzlich gebaut. Es muss und es wird sich etwas ändern. Autonomes fahren kann dazu führen, dass Autos das tun wofür sie gedacht sind nämlich fahren und nicht stehen/parken. Damit kann es möglich sein die Anzahl der Autos drastisch zu reduzieren. Derzeit stehen… Mehr
laut einer australischen Studie wird durch car-sharing (egal ob autonom oder nicht) nicht nur die Kilometerleistung der Fahrzeuge sondern auch der Benutzer gesteigert. Braucht man sich keinen Parkplatz zu suchen und kommt das Auto vor den eigenen Zehen durch einen Tipp am Handy zum stehen, werden nur noch mehr Wege mit individuellen Fahrzeugen zurückgelegt. Ihr autonomer PKW ändert genau nichts – das Ding gibts schon heute und nennt sich Taxi. Wie toll die Reduktion von Privatfahrzeugen die Bürger motiviert hat, dürfen sie in der Geschichte der DDR und der Sowjetunion begutachten. Wollen sie unbedingt das Schicksal Robespierres teilen? Auch Savonarola… Mehr

Man kann die Grünen nur mit einem vernichtend schlagen, man muss ihre Ideen sofort ohne wenn und aber umsetzen. Kein zaudern kein zögern die volle Macht der Realität! Solange man sie vor sich hin labern läßt hat alles keine Konsequenzen.

An der Alster längst der Fall, der tägliche Fahrradstau. Oder eher, schlimmer noch: dichter Verkehr. Im Stau wird halt gestanden, da passiert nicht viel. Im dichten Verkehr reichen die gefühlten 25% aller Radler, die strampeln wie d‘gesengte Sau, um das alles saugefährlich zu machen. In den üblichen Pendlerstunden ist die Gegend zwischen dem hbf und der Kennedybrücke was für Lebensmüde. Nur im Auto ist man sicher. Was 2030 angeht, na denn, da werde ich nicht mehr nach Hamburg fahren müssen, da bin ich nämlich schon in Rente und kann mir die berufsbedingten Fahrten in diese komische Stadt, die auf einzigartige… Mehr

Dies entspricht auch meinen Erfahrungen als eiserner Fahrradfahrer in Hamburg. An der Alster das Gefühl als wenn man auf der Autobahn wäre. Eingeklemmt in einen Fahrradpulk und rechts und links rammen andere Fahrradfahrer in einem Höllentempo mit geringem Abstand an einem vorbei.

Auf dem aufgemalten Fahrradstreifen auf der Autofahrbahn ereilen einen regelmäßig irgendwelche Nahtoderfahrungen wenn Lastwagen und ihre Fallwinde einen fast vom Fahrrad fegen.

Ist doch prima. Dort sitzzen jede Menge Grünen – Wähler, die ihre SUVs jetzt abschaffen können. Willkommen in der Realität.

„Nur noch 20 Prozent Autoverkehr in Hamburg“
Und wie viele Grün-Wähler gibt es in Hamburg?
Siehe dazu so grüne Wasserprediger wie Cem Özdemir und Katharina Schulze mit ihren Flugreisen….

Super! Bitte macht das. Und 20 Prozent sind nur der Anfang. Je mehr solche weltfremden Ideen, umso eher kommt der Zusammenbruch des Öko-Sozialismus. Die Menschen begreifen es erst, wenn es sie selbst betrifft.

Hahaha…. und ALDI wird zukünftig dann per Fahrrad beliefert :-))

Der Mensch muss täglich mindestens dreimal lachen. Deshalb kam mir diese Woche noch ein anderer Einfall:

Liebe Greta, kommst Du diese Woche wieder nach Berlin, um am Freitag zu demonstrieren? Das wäre schön, aber halte Dich an den Begriff. Ach kennst Du nicht. Dieser Friday ist doch nicht nur einfach so ein freier Tag. Übersetze doch mal Car-Freitag. Da kommt raus Auto-Freitag … also mehr Freiheit für Autos.

Vor vielen Jahren wollten die Grünen in Berlin noch mehr Radwege bauen. Ein CDU-Politiker hat damals gesagt, dass das nur rausgeschmissenes Geld ist. Die meisten Radfahrer sind Politiker. Die Zahl weiß ich nicht mehr. Der hat damas auch gesagt, wie man den Autoverkehr verbessern kann. In Großstädten werden 30% des Autoverkehrs durch die Suche nach Parkplätzen verursacht. In Berlin wurden in den vergangenen 19 Jahren viele Parkplätze abgeschafft. Warum werden nicht mal wieder Parkplätze geschaffen?

K.Sander: das ist doch eine rhetorische Frage, oder? Gerade „Platz“ und „Raum“ werden in den kommenden Jahren der neue Feinstaub und das neue CO2 sein. Das ist doch 1:1 die alte These Stalins über die Verschärfung des Klassenkampfes im Laufe der fortschreitenden Revolution. Da hilft kein technisches (mithin böse wie alle Technik) Mittel, da helfen nur Verbote, Restriktionen, Reglement und Enteignung. Natürlich nur für die Gleichen; die gleicheren 20% freuen sich heute schon auf die freien Straßen für freie deutsche Jugend jedweden Alters. Greta hail!