Machtfaktor Islam: Die grüne Zukunft Europas

Die kulturelle und materielle Verarmung, die in vielen islamischen Ländern Normalzustand ist, droht nun auch Europa. Islamische Gesellschaften sind meist nicht kreativ, nicht innovativ und nicht produktiv. Die Misere, die der Islam in den Ländern von Marokko bis Usbekistan angerichtet hat, erreicht nun auch Europa.

Schon als Europa noch prosperierte, pflegte es die Attitüde der Unzufriedenheit und Verdrießlichkeit. Man hatte die Idee vom edlen Wilden verinnerlicht. Alle anderen Gesellschaften waren besser als der Westen: ursprünglicher, unverfälschter, spiritueller, uneigennütziger, solidarischer. Jetzt sind die Düsternis und Unterlegenheit Europas keine Einbildung mehr. Die frühere Haltung hat sich auf eine Art der Self-fulfilling prophecy manifestiert. Europa ist tatsächlich schlecht dran.

Die kulturelle und materielle Verarmung, die in den meisten islamischen Ländern der Normalzustand ist, droht nun auch Europa. Islamische Gesellschaften sind oft nicht kreativ, nicht innovativ und nicht produktiv. Die Misere, die der Islam in Ländern von Marokko bis Usbekistan angerichtet hat, erreicht nun auch Europa. Die Migration nach Europa ist ein Novum in der Geschichte. Zum ersten Mal besteht die Herausforderung, starke nichteuropäische Minderheiten aufzunehmen.

Die Unfähigkeit des Westens, die Muslime zu integrieren, zeigt einen Macht- und Herrschaftsverlust auf. Es ist Kennzeichen einer Hegemonie, noch die gegenläufigsten Strömungen zulassen zu können, ohne Schaden zu erleiden, ja, diese sogar in ihren Dienst zu stellen. Die Klagen aller kulturellen Sub- und Protestkulturen, vom herrschenden System vereinnahmt und einverleibt zu werden, sprechen für diese Erfolgsgeschichte. Sie neigt sich ihrem Ende zu.

Der Westen in Verteidigungshaltung

Der moderne Westen mit all seiner wissenschaftlichen Überlegenheit und der humanistischen Fortschrittlichkeit seiner hochentwickelten demokratischen Institutionen befindet sich bereits in einer Verteidigungshaltung, die er bisher, vor dem Erscheinen des neuen Machtfaktors Islam, nie einnehmen musste. Noch agieren die politischen Eliten, als ob nichts wäre, aber im kulturellen Sektor ist die Veränderung offensichtlich. Die westliche Kultur befindet sich bereits unter islamischer Aufsicht.

Wenn Männer Frauen ihre Welt erklären
Lanz: Weiße, deutsche Männer kennen den Islam, die Muslima nicht, claro?
Idealtypisch bildet der Islam eine eigenständige Gemeinschaft, die die Beziehungen zu Außenstehenden unabhängig regelt und sich nicht vorschreiben lässt, wie diese auszusehen haben. Auch sind diese Regelungen nicht durch das Verhalten der Außenstehenden – weder durch besonderes Entgegenkommen oder Freundlichkeit noch durch Ablehnung – beeinflussbar. Das Prinzip der Gruppe ist „amixia“ (Jan Assmann), Absonderung und Reinhaltung, auch wenn dies in unterschiedlicher Ausprägung gelebt werden kann, und es Einzelnen gelingt, dem Gruppendruck zu widerstehen. Das Ausbrechen aus diesen Strukturen ist nicht ganz risikolos, vor allem für Frauen.

Integration bedeutet Eingliederung in einen bestehenden Corpus. Das zu Integrierende wird Teil des Ganzen. Der Islam aber strebt gemäß seinem Selbstverständnis nach Suprematie und kann deshalb nicht Teil von etwas sein. Hier liegt ein grundsätzlicher Denkfehler aller gutwilligen Integrationsbefürworter. Sie glauben, dass der Islam sich einfügen wird, wenn man ihn nur lässt. Dafür ist er aber nicht gemacht. Integration und Inklusion sind konstituierende Prinzipien des Westens. Was, wenn andere dies nicht wollen, weil sie es als assimilatorisch und unrein ablehnen? Die inklusive, assimilatorische Kultur des Westens trifft auf eine exklusive, distinktive, auf der Idee der Reinheit beruhenden religiösen Kultur.

Projekt Kontraintegration

Viele Muslime streben die Implementierung islamischen Rechts und islamischer Werte in westliche Staaten und Gesellschaften und die Umwandlung westlicher gesellschaftlicher Strukturen in islamische an. Dies ist das Projekt Kontraintegration, das von langer Hand und mit langem Atem von einigen muslimischen Organisationen durchgeführt und direkt oder indirekt, durch Unterstützung oder Gewährenlassen, auch von nichtmuslimischen Sympathisanten gefördert wird. Der große Rahmen und Denkhorizont sind hier nicht universelle Menschenrechte und demokratische Institutionen, sondern Familie und Umma als die beiden Pole des Gemeinwesens. Die Strategie solcher muslimischer Einwanderung lautet: bâqiya wa tatamaddad – bleiben und expandieren.

Auf der anderen Seite herrscht eine Haltung des Verzichts. Wichtige Rechte souveräner Staaten scheinen aufgegeben zu sein. Die Bürger spüren mehr und mehr ihre Bedeutungs- und Einflusslosigkeit. Sie müssen sich Grenzen des Denkens und Fühlens auferlegen, die Immigranten nicht zu beachten brauchen und auch nicht beachten. Diese dürfen Gedanken äußern, die bei Europäern als rassistisch, extremistisch oder völkisch gelten. Wenn der Eindruck aufkommt, dass Gesetze nicht mehr gelten oder dass mit zweierlei Maß gemessen wird, entstehen Ohnmachtsgefühle, Resignation, Apathie und Wut. Wenn der Staat mit dem Ausverkauf des demokratischen Instrumentariums vorangeht, geht den Bürgern die Kraft verloren, um die Grundsätze der Demokratie zu kämpfen.

Westliche Eliten machen einem islamischen Populismus den Hof. Muslimische Engstirnigkeit genießt höhere Wertschätzung als aufgeklärte Kritik. Man möchte kein kultureller Imperialist sein und schweigt diese Haltung bei Anderen tot. Man möchte nicht rassistisch sein und übersieht den Rassismus der Gruppe, der man nicht als Rassist erscheinen möchte. Man verurteilt Faschismus und ignoriert ein Denken, das in dessen Tradition steht und wichtige Themen – Frauendiskriminierung, Judenhass, Homosexuellenfeindschaft – mit den Rechtsradikalen teilt.

Narzisstisch statt autoritär

Schon längst ist der deutsche Nationalcharakter nicht mehr autoritär, sondern narzisstisch. Narzissmus ist endemisch bei den Grünen, der evangelischen Kirche und Teilen der Medien. Narzisstische Rede ist: „Für mich sind alle Islamkritiker Rassisten“, oder: „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“ Hochmütiges Alles-oder-Nichts und eine selbstgerechte Moral.

Weil die Aufmerksamkeit ganz dem eigenen Ich gilt, fehlt die Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Prozesse. Man will sich mit sich selbst wohlfühlen und ignoriert alles, was den Zustand der Selbstverliebtheit stören könnte. Man wähnt sich in der sicheren Position, andere gewähren lassen zu können, ohne dass es schadet – einem selbst sowieso nicht, und ob das Gemeinwohl Schaden davonträgt, ist keine Frage von Bedeutung mehr.

Man hält die Schwachen per se für gut und moralisch und setzt sich für sie ein, was dann heikel wird, wenn Schwäche dort gesehen wird, wo keine ist, sondern im Gegenteil hohe Vitalität, gegen die man selbst ein Schwächling ist. Man erträumt sich ein Land ohne Rassismus, Chauvinismus und Krieg und hat keinen Blick für die entgegengesetzten Absichten. Die Stärke des Islams wird immer noch unterschätzt.

Muslimische Aufrührer sind keine Opfer, sondern Akteure. Sie fordern westliche Gesellschaften heraus, und diese merken es in ihrem narzisstischen Idyll noch nicht einmal. Sie wollen nicht hören, was die Aufrührer sagen, sondern interpretieren deren Taten und Äußerungen nach eigenem Belieben, weil dem Narzissten nur das Eigene gilt. Aber hinter der Zerstörung von Schulen liegt nicht der Wunsch nach mehr Bildung. Hinter Gewalt gegen Frauen steckt keine Wertschätzung. Die Annahme oder gar Gewissheit, dass die Gewalt, die sich jetzt weltweit Bahn bricht, Reaktion auf Unterdrückung und Rassismus ist, ist falsch. Islamismus ist Aktivismus, und eher ist die westliche Gesellschaft genötigt, darauf zu reagieren. Die westlichen Länder glauben immer noch, das Heft des Handelns in der Hand zu halten, dabei sind sie längst die Getriebenen und nehmen es nicht wahr.

Imperialisten treffen auf Verzichtler

Die Lage ist übel, die Gefährdung immens. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Europa kann sich Selbsthass nicht mehr leisten. Er ist Luxus aus besseren Tagen. In jenen Zeiten des vermeintlich ewigen Friedens wurden nationale Kompetenzen eingerissen und auf den größeren Rahmen EU verlagert. Dieser Akteur scheitert nun angesichts der Dynamik der neuen Entwicklungen. Solange die EU leidlich funktionierte, war sie zwar dem Spott über ihre marginalen Arbeitsfelder ausgesetzt, blieb aber ansonsten geduldet. Nachdem sich herausgestellt hat, dass sie tatsächlich nur auf marginalen Arbeitsfeldern funktioniert und auf existentiell relevanten Ebenen versagt, wird sie zum unnützen Ärgernis. Eine EU, die Nationalstaaten schwächt und im Ergebnis selbst schwach ist, ist ein Koloss auf tönernen Füßen.

Hier kommt der Islam zur rechten Zeit, um seinen Auftrag in Europa zu erfüllen. Er will Europa moralisch retten. So moralisch wie Deutschland zur Zeit in Europa auftritt, geriert der Islam sich nämlich schon lange. Moral ist seine nach außen vorgetragene Kernkompetenz. Der wahre Kern ist nach wie vor die Macht. Islam gründet auf dem Prinzip Beute und dem Prinzip Knechtschaft. Europa ist das ideale Zielobjekt.

Europa wird grün, wenn auch nicht ganz in dem Sinne, wie die Grünen es ursprünglich angestrebt hatten, aber mit dem neuen Grün, der Farbe des Propheten, sind sie und ihre Verbündeten auch sehr einverstanden. Europa in Grün wird aber nicht mehr dasselbe sein.

Dem Unterwerfungsbefehl des Islams hat der Narzisst nichts entgegenzusetzen. Das hat Michel Houllebecq in seinem letzten Roman sehr schön gezeigt. Die Überzeugung, dass der Islam die Welt beherrschen muss, trifft auf die Überzeugung, dass die Vorherrschaft des weißen christlichen Mannes aufgegeben werden muss. Imperialisten treffen auf Verzichtler – wie wird dies ausgehen?

Gastautorin Barbara Köster hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert.

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