Leserkommentare zu „Sozialsprengsatz-Attentäter Gabriel“

Selten waren die Kommentare so bitter wie nach dem Artikel von Alexander Wallasch, in dem er die Fährnisse von Stefan, einem Aufstocker, beschrieb. Von Sozialsprengstoff und einer Kontroverse. Wir haben die erste, sehr lange Version auf vielfachen Wunsch durch eine kürzere ersetzt.

Stefan, der nach dem Outsourcing seiner Abteilung auf eine halbe Stelle gesetzt wurde, stellte schnell fest, dass das Gehalt nun nicht mehr reichte, seine Familie als Alleinernährer über die Runden zu bringen. Nachdem er sich – mit Hilfe von Verwandten und Verkäufen des „Tafelsilbers“ – zunächst durchschlug, trat den Weg zur ARGE an, um (vorübergehend) Aufstocker zu werden. Brav reichte er die lange Liste an Unterlagen ein, die die Dame vom Amt verlangte. Doch als seine Frau vorgeladen und zur Arbeit aufgefordert wurde, samt Drohung, dass es bei Verweigerung einen eskalierenden Kürzungskatalog geben würde, bekam die Arglosigkeit, mit der Stefan zum Amt gegangen war, erste Dämpfer. Und nachdem ihm mitgeteilt wurde, dass auch seine beiden jugendlichen Mädchen ebenfalls etwas beitragen, sprich mindestens drei Stunden die Woche arbeiten sollten, schwand das Vertrauen vollends.

Dass Stefan davon ausgegangen war, sein bisheriges Modell nebst klassischer Hausfrauenehe weiterleben zu können, sorgte für eine kleine bis mittlere Kontroverse unter den Kommentatoren.

Carsten Sonntag verstand nicht, warum die Frau denn nicht ihr Hausfraudasein aufgeben will. Hat diese denn keinen Beruf erlernt? Die beschriebene Sichtweise kommt mir nun doch sehr dickköpfig und realitätsentfernt vor.

Auch Denkende fand nicht, dass die Solidargemeinschaft die Einverdiener-Ehe zu subventionieren hat, weder bei Deutschen, noch bei Familien mit Migrationshintergrund. Es kann hier nicht Wahlfreiheit zu Lasten des Steuerzahlers geben, wieso auch? Wenn man es sich leisten kann bzw. will (z.B. indem man einen niedrigeren Lebensstandard in Kauf nimmt). Und außerdem: Ich bin Hausaufgabenhilfe, Gärtnerin, Köchin und berufstätig. Mein Mann ist vollzeitbeschäftigt und ist dennoch äußerst aktiv in Haushalt und Kindererziehung. Warum teilen sich die beiden nicht sowohl Erwerbstätigkeit als auch Hausarbeit, wenn beide in Teilzeit arbeiten?

Gunnar Holler sah grassierenden Sozialwahnsinn am Werk, der seiner Meinung nach den Sozialimmigrationswahnsinn verursacht. Jemand mit Buchhalter-Gehalt, Ehe-Hausfrau inkl. Steuer-Splitting-Förderung, mit 3 Kinderfreibeträgen hat schon lange keine Steuern mehr bezahlt, nicht mal nennenswert MWSt., da diese auf Miete 0%, auf Grundbedarf nur 7% MWSt. beträgt! Dafür gibt es Kindergeld, Elterngeld, Kranken-Mitversicherung für 4 Leute geschenkt, Kinderzuschlag, Kinderfreibetrag, Schule fast gratis, etc. Und komme keiner damit, er hätte seine Kinder für den Staat gemacht, als zukünftige Zahler.

Rainer Schmidt vermutete, es sei seine Ost-Sozialisation, die ihn das Problem nicht verstehe ließ. Natürlich kann er [Stefan] mit einer Halbtagsstelle keine fünfköpfige Familie ernähren und natürlich muss da erwartet werden, dass die restliche Familie mitarbeitet, erst recht, wenn die Kinder schon im Teenager-Alter sind. … Ich kann das Jobcenter an dieser Stelle komplett verstehen. Dass man die gleiche Leistung von anerkannten Asylbewerbern und Flüchtlingen erwarten kann und diese mit Nachdruck einfordern müsste – erst Recht wenn sich mit besonders großer Kinderschar versucht wird da rauszuwinden – versteht sich von selbst.

Andere hingegen waren empört. Maike fand, der Mann hat gearbeitet, seine Sozialversicherung und Steuern bezahlt und den Sozialstaat mit finanziert. Und wird nun härter behandelt als viele, die jahre- oder jahrzehntelang (auch von ihm mit) alimentiert werden – daran ist alles ungerecht. Was mich aber bestürzt, sind die Diskussionsbeiträge, die diesem Mann und seiner Familie nicht einmal die notwendige Unterstützungsleistung zugestehen wollen. Wem wohl ist damit gedient, wenn sich die Zivilgesellschaft so weit entsolidarisiert?

Auch Jurko war stellenweise schockiert, dass manche Kommentatoren anscheinend jegliches Mitgefühl und Solidarität mit den eigenen Landsleuten vermissen lassen, während die Regierung Milliarden ohne Probleme in der Welt verteilt. Wenn wir nicht bald wieder Zusammenhalt untereinander lernen, wird unser Volk bald Geschichte sein und durch Gruppen ersetzt, die diesen inneren Zusammenhang instinktiv erfaßt haben. Sozialstaat und offene Grenzen sind ein Ding der Unmöglichkeit (M. Friedman).

Auch Autor Alexander Wallasch griff noch einmal ein, um darauf hinzuweisen, dass das „DDR-Modell“ dafür gesorgt habe, dass nur ein Einkommen – bisweilen reichen zwei nicht einmal – Familien in die Aufstockung also zu Hartz4 zwingt. Er nannte es bigott, Frauen arbeiten zu lassen, um dann Kita und Kindergartenplätze auf Staatskosten (2000 Euro/Monat) als selbstverständlich hinzunehmen, ebenso wie die Doppelbelastung für beide Partner (Haushalt/Beruf). Natürlich freut sich die Wirtschaft, wenn beide arbeiten und dann noch die Erzieherinnen beschäftigt werden müssen, die Lehrer an den Ganztagsschulen usw.

Doch egal auf welcher Seite der Kontroverse man sich wiederfand, die Bitterkeit angesichts der Vermutung, es würde bei Ost und West, bei „schon länger hier Lebenden “ und Migranten nicht mit dem selben Maß gemessen, überwog bei allen Kommentaren.

Bitternis, die 1.

Anna Märsch hieß die Leser in der deutschen Realität willkommen. Andere Menschen kennen diese Art Situationen schon lange. Besonders im Osten. Darum sind die dort auch so wütend und wollen es so gar nicht verstehen, tolerieren und unterstützen, dass den Neubürgern das Geld hinterher geworfen wird und deren Frauen auch in der 3. Generation oft nicht am Erwerbsleben teilnehmen.

Volker Richter fand, das Traurige daran ist, solche Lebensgeschichten gibt es ohne Ende. Auch von Selbständigen. Interessiert in Deutschland niemanden, da jemand der es nicht “schafft”, schlicht als Versager gilt. Gerne werden heutzutage Menschen auch als die “Abgehängten” angesehen, wenn diese die derzeitige Politik kritisieren. So als ob ihnen jegliches Recht der politischen Teilhabe entzogen ist, wenn sie schlicht ihre Arbeit verloren haben. Man darf nicht vergessen, dass auch Gratispraktika die Norm sind, Eltern ihren Kindern alles ermöglichen, selbst wenn die Eltern nicht sonderlich viel verdienen, und in vielen Fällen großen Konzernen auf diese Weise noch einen Arbeitsplatz dazu finanzieren. Als ehemaliger Gewerkschafter kann und will ich nicht nachvollziehen, dass man die Politik der SPD, CDU und CSU, oder der FDP und den Grünen als Links bezeichnet. Das ist sie definitiv nicht. Unser Sozialsystem wurde heruntergefahren, mit der Begründung wettbewerbsfähiger gegenüber ausländischen Konzernen zu sein. Die Realität ist, wir befinden uns im Mittelstand und den Kleinunternehmen längst im Niedriglohnland und viele Unternehmer verdienen weniger, als ihre Mitarbeiter, bei höherer Arbeitszeit und größerem Risiko. Auch das wird bewusst verschwiegen, denn die Mitarbeiter kosten nun mal mehr, als diese ausgezahlt bekommen.

Auch Andreas Ludwig ist aus Unternehmersicht davon überzeugt, dass die verantwortungsvollen Unternehmer aussterben. Aussterben müssen. Weil sie sonst den Wettbewerb einfach nicht mehr überstehen. Wer sich dagegen stemmt , geht Pleite. Punkt. Gerade Unternehmen zwischen 50 und 300 Mitarbeiter. Eine gefährliche Grösse. Wer hat dazu beigetragen? Unsere Regierungen. Wer hat es erfunden? Schröder. Wer sorgt für unsere deutsche Bevölkerung? Keine Sau.

joerg boese und FrankWittler steuerten ebenfalls eigene Erfahrungen bei: Nachdem er 31 Jahre bei einer Firma gearbeitet hatte, mit einem Aufhebungsvertrag ausschied, und nach einer Pause ohne Leistungsbezug bei der ARGE vorsprach, waren alle Ansprüche an die Arbeitslosenversicherung erloschen. 31 Jahre Beiträge – puff und weg, berichtete der eine. Und von einer Karriere inmitten von Merger, Pleiten, “Umstrukturierungen“, die am Ende zur ungewünschten Frühverrentung mit 40% Abschlägen führte, erzählte der andere. Mein Sohn konnte seinen Bachelor noch fertig machen und jobbt jetzt in einem Beruf, den jeder Depp machen kann. Er ist umgeben von ehemals gutsituierten, gut ausgebildeten und gutverdienenden Kollegen, die vom Zug gefallen sind und nicht daran glauben, jemals wieder aufspringen zu können, beschrieb er die Aussichten der jüngeren Generation.

Bitternis, die 2.

Wie und ob der Sozialstaat gleiches Recht für alle durchsetzt, wenn gerade viele Migranten ein sehr traditionelles Familienbild leben, fragten sich die meisten Kommentatoren. Werden die gleichen Nachweispflichten eingefordert? Werden Leistungen gekürzt, wenn in einer womöglich äußerst konservativ eingestellten Migrantenfamilie die Ehefrau nicht erwerbstätig wird? Oder wird von den einen etwas verlangt, und den anderen – um des lieben Friedens willen im Behördenflur – nur gegeben?

F.Peter macht den Vorschlag, Stefan hätte der Dame vom Amt aus religiösen Gründen den Handschlag verweigern sollen, sich nur radebrechend mit ihr bis zum Abwinken unterhalten und seine Frau die bekannte Kleidung religiöser Menschen inklusive Kopftuch tragen sollen. Es wäre wohl viel leichter und schneller gegangen mit der Unterstützung!

Philoktet vermutet, dass Stefan das Geld nicht bekommt, weil es für unsere neuen Mitbürger gebraucht wird, und auch für die Zweit- und Drittfrauen schon länger hier lebender Migranten, die sich als alleinerziehend ausgeben. Stefan und seine Frau, ja sogar seine Kinder, haben demnach gefälligst zu arbeiten und Steuern zu zahlen, was erdreisten die sich denn, Geld vom Amt zu wollen? Auch wenn es nur temporär wäre. Stefan hätte nie gedacht, dass man einen fleißigen, Steuern zahlenden, unbescholtenen Menschen und seine Familie dermaßen im Stich lassen würde, wenn auch sie einmal Hilfe brauchen, stelle ich mir vor. In Deutschland ist das alte Modell, einer geht einer Erwerbstätigkeit nach und ernährt die Familie, der andere arbeitet zu Hause und wäscht, kocht, putzt, hält sonst alles in Ordnung, führt die Kinder durch die Schulzeit, etc. etc., nicht erwünscht. Wie wird das wohl aussehen, wenn viele Migranten ihre Familie nachholen werden? Wie wird die Nurhausfrauentätigkeit dieser Frauen dann gesehen werden?

Auch puppet master findet, man solle sich bitte die arabische Familie beim Amt vorstellen, Frau soll arbeiten, Kinder auch. Ich fürchte, das ist nicht vereinbar mit der Kultur der Einreisenden, wie ich nun schon des öfteren gehört hatte. Naja mit den Deutschen kann man’s machen.

Angelina Clooney wundert sich, dass die strenge Vermögensüberprüfung bei Arbeitslosengeld II-Beziehern (Hartz4) wohl bei den Zugewanderten wegfällt. Wer will wie überprüfen, ob der eingewanderte Syrer nicht doch noch Vermögen im Ursprungsland hat? Bei hier lebenden und steuerzahlenden Bürgern kann man bis auf dem letzten Pfennig alles nachprüfen. Aber bei den Migranten?

Das soziale Ungleichgewicht fasst Renate Simon so zusammen: Während bei Asylbewerbern nicht einmal ohne konkreten Anlass die Schränke in den Unterkünften durchsucht werden dürfen, nimmt sich die ARGE das Recht, einem HartzIV-Empfänger auf die Bude zu rücken, ohne Pardon. Es wird nicht gefördert, es gibt idiotische Kurse: wie bewerbe ich mich, wie schreibe ich einen Lebenslauf, in dem dann 17jährige Nasenbohrer zusammen mit Leuten sitzen, die 30 und mehr Jahre hinter sich haben. Es geht nicht darum, warum Stefans Frau nicht arbeitet, oder seine Kinder vielleicht. zu hohe Ansprüche haben, es geht darum, dass von ihm verlangt wird, seine Frau und Kinder arbeiten zu schicken, etwas, was von keinem Asylbewerber verlangt würde.

Handlung, Haltung und Behandlung

Die Frage, ob die Ungleichbehandlung nicht nur einen bürokratischen, sondern auch einen kulturellen Hintergrund hat, der in einer Ungleichhandlung resultiert, stellten sich manche Kommentatoren. Und gaben interessante Antworten.

Deti war der Ansicht: der Staat sanktioniert Zahlungsausfall der Mittelschicht sofort. Bei der Unterschicht ist nichts zu holen, die werden also ruhig gestellt, aber Zahlungsverweigerung der Mittelschicht ist ein No Go – die Steuern sind schließlich eingeplant. Natürlich ist dem Staat klar, dass sich die “Stefans” dieses Landes aus Scham weder organisieren, noch öffentlichen artikulieren – alles so gewollt. Bei Landwirten ist das auch anders und deshalb werden die auch wiederum ohne Gegenleistung alimentiert.

UlliBaba glaubte nicht, dass wir hier eine gesetzliche Diskriminierung erleben: Die organisatorische Niedertracht entsteht in den Handlungsweisen der Institutionen. Die wesentlichen Sanktionen des Staates bestehen im Ausspielen des Schamgefühls der Bürger sowie der Androhung der sozialen Hinrichtung (Ich weiss, wovon ich spreche!). Nutzer der sozialen Transfersysteme, die in einer Parallelgesellschaft mit anderem Regelsystem verankert sind, sei es Familie, Großfamilie oder Clan, und deren Vermögen aus einer Vielzahl von Gründen nicht sichtbar zu machen ist, sind dann naturgemäß besser aufgestellt.

Und Stefanie stellte fest: Sozialsysteme sind eine Allmende, die nur bei ausreichender sozialer Kontrolle der Beteiligten funktioniert – eben das ist Stefans Schamgefühl, dass ihn dazu bringt, nur im äußersten Notfall zum Amt zu gehen. Ein ständig wachsender Teil der Sozialhilfebezieher besitzt dieses Schamgefühl nicht mehr, weiß nur noch, was ihm alles zusteht, kennt aber die Pflichten nicht mehr. Oder hat es schließlich abgestreift, weil es aussichtslos wurde, diese Pflicht erfüllen zu wollen, weil es eben nur noch dieses Versagensgefühl hervorruft, ohne Aussicht aus sich selbst heraus etwas ändern zu können.

Bürokratische Monstrosität

Die „lange Liste an Unterlagen“, die Stefan der ARGE überreichen sollte, lässt bestenfalls erahnen, zu welcher bürokratischen Monstrosität der Anspruch – ein Rechtsanspruch – an den Sozialstaat geworden ist (einen Eindruck gewinnen Sie hier und hier). Jedenfalls für die, die schon länger hier leben. Denn wenn es dem der deutschen Sprache mächtigen Facharbeiter schon kaum möglich ist, den amtlichen Wust zu durchblicken, wie mögen es wohl anderssprachige Migranten machen, fragen sich die Kommentatoren.

Manuela Bartusch jedenfalls fand, dass Stefan nun laut diesem hohlraumversiegelten Nahles-Trüppchen ganz unten angekommen ist. Wenn er erst einmal die gesamte Bandbreite des “Fordern und Fördern” mitgemacht hat, wird er ganz sicher keine CDU mehr wählen. Hoffentlich hat ihm schon jemand gesagt, dass sich das mit der Arbeit als Aufstocker nicht mehr lohnt, da er bis auf einen Freibetrag von 100,- € sein Einkommen bis 1.000,- € zu 80% ans Jobcenter abtreten darf. Dafür darf er aber mangels einer wirklichen Förderung die Werbungskosten in der Regel selbst bestreiten, wodurch es tatsächlich passieren kann, dass er bzw. seine Familienmitglieder dank eines Mini-Jobs weniger Geld zur Verfügung haben als vorher. Auf Spenden wie Fahrräder, extra Kleiderkammern, freie Mitgliedschaften in Sportvereinen und Ausflüge etc. wird er sicherlich, wie in meiner Gegend, verzichten müssen, da dies nur Migranten vorbehalten ist.

Andrea Ci’Meier war der Meinung, dass man schon einige Hürden im Hartz4-Parcour-Park genommen haben muss, um annähernd erfassen zu können, wozu die Fallmanger so angehalten werden. Angeblich verschwundene Briefe und nicht zu beschaffende Phantasie-Unterlagen, immer noch mehr geforderte Papiere und Belege, um Vorgänge zu verzögern oder zu verschleppen, und als letzte Waffe der berühmt-berüchtigte Verweis auf einen Amtsarzt-Temin, wenn man nicht spurt, sind Alltag in den Jobcentern. Hier geht es nicht um die gern und oft zitierten renitenten Arbeitsverweigerer oder Querulanten, wie vielleicht der ein oder andere voreilig und hämisch mutmaßen mag, sondern dies ist die gängige Praxis im Umgang mit sogenannten “Kunden”, die oft Jahrzehnte ins System eingezahlt haben, bis sie der wie auch immer geartete Schicksalsschlag traf und sie aus der gewohnten Lebensbahn katapultierte. Meist hilft da nur ein Anwalt, so man denn einen findet, der Zeit und Lust hat, sich für mickriges Geld für die Belange eines ALG2-Beziehers einzusetzen, und ich rede hier nicht von gebratenen Tauben, die dem Antragsteller in den Mund fliegen sollen, sondern von der simplen Einhaltung und Umsetzung der Gesetze seitens der Jobcenter.

Auch Marcel Börger war der Ansicht, es sei eine Sauerei ohne gleichen, dass jemand wie er zum Bettler reduziert wird, seine Frau oder minderjährigen Kinder arbeiten geschickt werden sollen, obwohl dieses Familienbild zu 100% der Tradition entspricht, von CDU oder CSU unterstützt wird. Stefan wollte keine Tipps zu einem geänderten Familienkonzept, einer arbeitenden Frau, plus arbeitende Kinder!, was sowieso schon total lächerlich ist, wenn sich alle immer über Kinderarbeit in Asien mokieren. Unsere Hartzprofis könnten über Stefan nur lachen. Die echten Parasiten der Sozialsysteme beherrschen das Spiel aus dem Effeff, weil sie es schon in der dynastisch xten Generation spielen. Die wissen genau, wann und was man der Amtstante auftischt, damit die einen Scheck für neue Möbel raustut, für die Hundesteuer, die neue Waschmaschine, den 25sten sinnlosen Lehrgang, bei dem man prima den Tag totschlagen kann. Glaubt irgendeiner im Ernst, dass unsere Antifaaktivisten beim Amt strammstehen? Oder Profihartzis? Oder Zuzügler? Quatsch, die kennen das Spiel und haben oft noch Sozialarbeiter und Betreuer an der Seite, die auf dem kleinen Dienstweg alle Klippen beim Capo wegbügeln, damit die Kohle, also Staatsknete stressfrei fließt. Oft sind diese Betreuer die besten Berater, wem was alles noch zusteht, quasi wie EU-Fördertöpfe und wie man am besten da rankommt, was man schreiben muss, wenn sie es nicht gleich selbst schreiben, weil die Schützlinge oft nicht so literarisch Hochbegabte sind. Das ist leider die Realität. Nettigkeit wird von Bürokratie höchst selten belohnt, von der Sozialbürokratie fast nie. Wer sich treudoof in Ausnahmeepisoden seines Lebens zum Amt begibt, wird fast immer den kürzeren ziehen, gegängelt, gedemütigt.

Von Jobwundern und was sonst noch wundert

Kommentator Steinbrenner war der Ansicht, dass es tausende Stefans in Deutschland gibt. Wenn er einen neuen Arbeitsplatz bekommt, dann nur mit Abstrichen beim Gehalt. Mit Ende 40 ist man vielen Unternehmen bereits zu alt, und außerdem muss man einem erfahrenen Angestellten ein höheres Gehalt zahlen. Wenn er Glück hat, findet er etwas in der Zeitarbeit. Einmal in der Arbeitslosenindustrie angekommen, gibt es für die Meisten nur noch den Weg nach unten. Ich habe in meinem Freundeskreis mitbekommen wie lückenlose Erwerbsbiografien von 20 Jahren und mehr in kürzester Zeit entwertet wurden. Die Demütigungen und Schikanen dieses repressiven Systems kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen. Die wohl größte Lüge der Merkel-Regierung (übrigens auch die der SPD und der Grünen) ist das Märchen vom deutschen Jobwunder und dem angeblichen Fachkräftemangel. Das sogenannte Jobwunder ist nichts anderes als eine Verschiebung von Vollzeit zu Teilzeit, meist eher unfreiwillig. Ob Stefan damit seine Familie ernähren kann, interessiert die Statistik-Trickser dabei nicht. Mit 15 Stunden in der Woche gilt er nicht als arbeitslos und die Aufstockung gibt es erst wenn alle privaten Reserven aufgezehrt sind.

Und Feingeist resümiert in einer Mischung aus Wut und Verzweiflung: Nicht nur das ich bereits die Aussage, die Ehefrau möge sich eine Putzstelle suchen reif für eine Veröffentlichung in der BLÖD-Zeitung halte, nein die Aussage, die Kinder hätten sich zu beteiligen, schlägt dem Fass den Boden aus. Was soll man dem Mann raten? Dass er sich einen syrischen Pass klauen soll um die ihm zustehende Solidarität unserer Gesellschaft zu erhalten? Nein, das kann es nicht sein. Das Problem mit den (illegalen) Wirtschaftsflüchtlingen und wirklichen Flüchtlingen ist ja nicht, dass wir diesen Menschen helfen, oder das die hierhin kommen, um dieses Geld zu erhalten. Das Problem ist das dieser Staat mittlerweile mit zweierlei Maaß misst. Dass er nicht nur wirkliche Flüchtlinge unterstützt, sondern leider auch solche Menschen, die nur des Geldes der anderen herkommen. Da sind allerdings auch nicht diese Menschen schuld, das täte jeder in deren Situation. Die Grünen sind doch jahrelang durch die Welt gereist und haben alle eingeladen. Wer erinnert sich nicht an die bedrückenden Bilder hochkarätiger Grün*Innen in rumänischen Roma-Siedlungen, wie sie die Menschen dort aufklären, was ihnen doch eigentlich alles in Deutschland zustünde. Schuld sind diese vollgefressenen, Pack schreienden und Stinkefinger zeigenden Gabriels (kann man eigentlich ein noch asozialeres Benehmen haben), die ganzen rechtsdrehenden Grünkulturen sowie die hemmungslosen Ex-Mauer-Unterstützer Merkel & Co. Diese Herrschaften, und ein stetig wachsender Haufen geldgieriger NGOs nebst Kirchen, und alle sonstigen sozialen Unternehmer, die sich auf Kosten anderer Menschen den ehemaligen deutsch Vorzeige-Sozialstaat zur Beute gemacht haben. Die Politik will der Welt – mit dem Geld der arbeitenden Bevölkerung – zeigen wie großzügig die Politik Deutschlands ist. Wenn man das Schicksal von dieser Familie liest, wer sollte da noch verwundert sein das in diesem Land keiner mehr diesen Links/Grün/Rot/Schwarz/Gelben Einheitsbrei wählen möchte. Wie hirnlos müsste man sein um die wieder zu wählen. “Räääächts” ist man ja zwischenzeitlich bereits dann, wenn man den Mund aufmacht und den Untergang dieses ehemals vorbildlichen Sozialstaats voraussagt. Diese Politik hat nicht einmal mehr das Recht, zu beklagen oder sich auch nur zu wundern, dass die Menschen sich andere Gruppierungen suchen. Gruppierungen die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.

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