Chaos im Verteidigungsministerium: Das Maß der „Null-Bock-Ministerin“ Lambrecht ist voll

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht offenbart fast täglich ihre Nicht-Eignung fürs Amt. Nun hat offenbar auch ihre Staatssekretärin Siemtje Möller über eine angebliche Nato-Absprache zur Nichtlieferung von Panzern an die Ukraine die Öffentlichkeit belogen. Wann endlich handelt Kanzler Scholz?

IMAGO / Political-Moments
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Bundeskabinett, 25.05.2022

Es vergeht mittlerweile kein Tag, an dem Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD; 56) und implizit die Bundeswehr nicht ins Gerede kommen. „Pleiten, Pech und Pannen“ wäre eine verharmlosende Diagnose für das, was sich im Verteidigungsministerium abspielt beziehungsweise was Lambrecht verbockt.

Überhaupt geht es im Bendlerblock drunter und drüber: Nun wurde Lambrechts Vertraute, Staatssekretärin Siemtje Möller (SPD, 38), der Falschinformation überführt. Am Sonntagabend, 22. Mai, behauptete Möller in der ZDF-Sendung Berlin direkt, Deutschland könne keine „Marder“-Schützenpanzer an die Ukraine liefern. Wörtlich: „Erst mal haben wir gemeinsam im Nato-Bündnis mit allen westlichen Nationen festgehalten, die Entscheidung wird auch gemeinschaftlich getragen, dass keine Schützen- oder Kampfpanzer westlichen Modells geliefert werden.“ Falsch! Die Bild-Zeitung fragte in Brüssel bei der Nato nach. Antwort: „Die Lieferung bestimmter militärischer Güter ist eine nationale Entscheidung. Die Verbündeten leisten der Ukraine weiterhin erhebliche militärische Hilfe, einschließlich westlicher Ausrüstung.“ Das heißt: Es gibt in der Nato keine offizielle „Entscheidung“ gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine. Sollte eine Staatssekretärin eigentlich wissen. Aber das ist die Folge, wenn solche Spitzenpositionen rein nach Parteibuch besetzt werden.

Mit Pech hat das nichts mehr zu tun. Bei Lambrecht ist es offenkundig Unfähigkeit, ja es ist, wie der „Spiegel“ zu Recht schreibt, eine „Null-Bock“-Haltung, die die sogenannte Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt (IBUK) und Chefin von 183.000 Soldaten sowie Zigtausenden von Zivilangestellten praktiziert. Angeblich liest sie Vorlagen nicht, schwänzt Informationsveranstaltungen. Sie hat sich auch immer noch nicht mit allen Inspekteuren der verschiedenen Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche zu einem längeren persönlichen Gespräch getroffen. All das in einer Phase der Zeitgeschichte, die sicherheitspolitisch seit 1989 nicht mehr so brisant war wie die aktuelle inmitten des Krieges Putins gegen die Ukraine.

Wir haben hier bei TE immer wieder darüber berichtet:

Was mittlerweile freilich innerhalb weniger Tage neu aufgelaufen ist, bringt das Fass total zum Überlaufen. Kanzler Scholz (SPD) wird endlich handeln und Lambrecht vor die Tür setzen müssen. Mit dem vormaligen Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels (SPD, 61) hätte er einen Mann (eben keine Frau), der das Amt sofort und ohne Einarbeitungsprobleme, vor allem mit viel Expertise und mit Sympathie in der Truppe, übernehmen könnte. Siehe nachfolgend fünf aktuelle Lambrecht-Beispiele!

Lambrecht macht auf „Haltet den Dieb“

Zum Beispiel dringen immer mehr brisante Informationen aus dem Ministerium nach draußen. Es sind Informationen, die man der Öffentlichkeit nicht vorenthalten kann. Lambrecht indes sucht nach „undichten Stellen“ und macht auf „Haltet den Dieb!“ Sogar höchstrangige Militärs sind als „Maulwürfe“ und „Durchstecher“ offenbar ins Fadenkreuz der Ministerin geraten.

1) Laut einer von Chef-Jurist Jan Stöß im Bendlerblock erstellten Analyse erscheint der Hubschrauber(mit)flug von Lambrecht-Sohn Alexander (21) auch juristisch in anderem Licht. Danach gibt es überhaupt rechtliche Zweifel an diesem Flug. Lambrecht hätte entsprechend der Vorschriften entweder als Verteidigungsministerin oder als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt (IBUK) über die Bundeswehr eine Maschine der Flugbereitschaft buchen können. Als Ministerin wäre sie aber in der Prioritätenliste relativ weit unten gewesen. Vorteil hierbei aber: Sie hätte laut der „Richtlinien für den Einsatz von Luftfahrzeugen der Flugbereitschaft BMVg zur Beförderung von Personen des politischen und parlamentarischen Bereichs“ einen Begleiter mitnehmen können – wie ihren Sohn. Aber: Lambrecht hat die Maschine als IBUK bestellt, um in der Prioritätenliste aufzusteigen. Dann aber durfte sie – außer Kindern – keine Begleitperson mitnehmen. Sohn Alexander ist indes 21 Jahre alt. Hinzu kommt – so die Antwort des Lambrecht-Ministeriums auf eine Anfrage der CDU/CSU, dass der finanzielle Aufwand für den Truppenbesuch größer war, als die Rechnung für den Flug vermuten lässt. Denn parallel zum Hubschrauberflug fuhren zwei Fahrzeuge inklusive Personenschützer von Berlin aus leer die 470 Kilometer nach Ladelund, wo der Hubschrauber gelandet war. Mit den Fahrzeugen fuhr Lambrecht dann in den Urlaub weiter nach Sylt.

2) Laut internem Bundeswehr-Papier sind – entgegen der Aussage Lambrechts – doch „Marder“-Schützenpanzer für die Ukraine verfügbar. In dem Schriftstück heißt es, die Bundeswehr verfüge über 62 „Marder“, die nicht mehr genutzt würden. Von diesen könnten 32 Fahrzeuge relativ rasch instandgesetzt werden. Weitere 30 „Marder“ eigneten sich dabei zur „Ersatzteilgewinnung“. Die Ukraine hatte die „Marder“-Panzer übrigens Anfang März angefragt. Auch der Rüstungskonzern Rheinmetall verfügt über Bestände gebrauchter „Marder“-Panzer, die für den Einsatz binnen weniger Wochen aufbereitet werden können.

3) Nicht ohne Pikanterie ist, dass es nicht Lambrecht, sondern Generalinspekteur Zorn ist, der nun zumindest andeutet, dass die Entscheidung über die Anschaffung eines neuen Transporthubschraubers gefallen sei. Es geht um 5 Milliarden, für die man entweder mit 60 Stück ein Modell von Boeing (CH-47 „Chinook“) oder mit 40 Stück ein Modell von Sikorsky/Lockheed (CH-53K „King Stallion“) bekomme. Die Entscheidung ist wohl zugunsten von Boeing gefallen. Wenn Zorn dies durchblicken lässt, dann hat es womöglich damit zu tun, dass Lambrecht es mit Zorn nicht kann. Während der Generalinspekteur immer direkt dem Minister bzw. der Ministerin unterstellt war, hat Lambrecht General Zorn angeblich quasi degradiert, indem sie ihn Staatssekretärin Sudhof unterstellte.

Weitere Pannen und Ungeschicklichkeiten

4) Soeben hat Polens Regierungschef Duda sich beschwert, dass Deutschland bzw. die Bundeswehr seinem Land – entgegen einer angeblichen Vereinbarung – keine LEO-2-Kampfpanzer zur Verfügung stelle. Laut Vereinbarung sei ein Ringtausch vorgesehen gewesen: Polen liefert der Ukraine 240 russische Panzer aus Sowjetzeiten, Deutschland ersetze sie durch LEOs. Egal, ob dieser Deal vorgesehen war: Aus dem Verteidigungsministerium kein Wort dazu. Die Sache scheint auch reichlich verworren, zumal diese LEO-Panzer noch nicht einmal bei der Bundeswehr angekommen seien und Polen übrigens einen großen Panzer-Deal (es geht um 800 Stück des Hyundai-Panzers K2 Black Panther) mit Südkorea angezettelt hat.

5) Und dann haben wir mittlerweile – wir verkneifen uns aus Gründen der politischen Korrektheit einen Begriff, der mit Z anfängt und mit „…krieg“ endet – Zoff zwischen Verteidigungsministerin Lambrecht und Innenministerin Faeser. Lambrecht brachte in einem Interview aktuell SPD-Genossin Faeser als hessische Ministerpräsidentin ins Spiel und befeuert so die Spekulationen um eine Kabinettsumbildung. In einem Interview für T-online.de hatte Lambrecht (TE hat darüber berichtet, siehe oben) gemeint, sie setze darauf, „dass Nancy Faeser nicht nur Spitzenkandidatin wird, sondern auch die erste Ministerpräsidentin in Hessen“. Lambrecht bringt Faeser damit aber in eine Bredouille, indem sie ihr eine Entscheidung aufnötigt.

Hintergrund: Es wird gemunkelt, dass Lambrecht selbst Innenministerin werden will. Faeser rächte sich, indem sie betonte, (siehe Lambrecht-Sohn Alexander, 21), sie habe ihren siebenjährigen Sohn noch nie auf eine Dienstreise mitgenommen.

Rettet der „Diversity Tag“ vom 31. Mai Lambrecht?

Angesichts von so viel Desaster ist es fast schon putzig, dass Lambrechts Staatssekretärin Margaretha Sudhof alle Bundeswehreinheiten in einem Schreiben (das TE vorliegt) auffordert, sich am 31. Mai am „Diversity Tag“ zu beteiligen. Sudhof empfiehlt mit ihrem Schreiben, die Adressaten mögen sich Anregungen beim „Verein „Charta der Vielfalt e.V.“ holen, beispielsweise bei der Aktion „Lunch & Learn“ oder „Privilege Walk“.

Warnung aber an alle TE-Leser: Für lebensbedrohliche Lachkrämpfe beim Durchscrollen dieser Website übernehmen wir keine Haftung. Aber ernsthaft wieder: Vielleicht soll dieser Brief an die Bundeswehreinheiten diese motivieren, am 31. Mai (zum Beispiel auch in Mali???), wie von Ministerin Faeser empfohlen und vorexerziert, die Regenbogenflagge aufzuziehen.


 

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Kommentare ( 59 )

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59 Comments
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albert
1 Monat her

Der neue Reißer des frühen Bücherherbstes 2022 ist bereits da und erfüllt nachgerade die Auslagen. Von der Gerüchte umwobenen Christine L., endlich in einem Anfall ungewöhnlicher Offenheit, gemessen am obersten Rand solcher Kreise, spricht nun sie selber über ihren unaufhaltsamen Fall. Und das in erschütternder Direktheit und mit tränengesättigter Nähe zu den bedeutensten Schicksalsgroßküchen unserer noch bestehenden Bunten Republik Deutschland. “ Wir Regierungsmuttis vom Bahnhof Zoo“.von Christine L. ist ein bestrickendes Werk, das sich im Falle einer später geplanten Verfimung selbst ansiedelt zwischen Nouvelle Vague und Raimon Chandler Krimis, zwischen Feuerzangenbowle-Frohsinn und Unterm Dirndl fischelt’s-Erotik und doch den ganz großen… Mehr

H.Zoellner
1 Monat her

Man kennt doch das alte Sprichwort, der Fisch stinkt immer vom Kopf. Natürlich sind dies Ministerinnen völlig unfähig, aber es ist letztendlich der Kanzler der das Hauptproblem ist. Seine Reden von „wir liefern auch schwere Waffen an die Ukraine“ sind doch nur vorgeschützte leere Behauptungen. Er will die gar nicht liefern, er setzt auf Zeit gewinnen. Damit schädigt er die Ukraine und die Bundesrepublik auch. Scholz geht einen Schritt vor und 2 zurück.   Bei der Bundeswehr sagte man „Tarnen, täuschen, verpissen“. Obwohl Scholz nie bei der Bundeswehr war, hat er diesen Satz voll drauf, kein Wunder, er hat damit… Mehr

Klaus Weber
1 Monat her

Och, Her Kraus, das Maß ist lange schon voll, aber interessanterweise regt es keinen mehr auf! Der Gewöhnungsprozess daran ist inzwischen so manifestiert, daß die handelnden Politiker einfach jeden hanebüchenen Missstand ignorieren und damit auch durchkommen. Bananenrepublik eben!

Paul Brusselmans
1 Monat her

Also abschrecked sieht sie ja auf dem obersten Bild schon aus…

Last edited 1 Monat her by Paul Brusselmans
dibo
1 Monat her
Antworten an  Paul Brusselmans

Ein Grinsen, das ein Lächeln ersetzt, weil dies nämlich verlorenging im Laufe der Jahrzehnte, denn wenn solcherart Job und ein dementsprechend passendes Innenleben zusammentreffen, kann man das in seiner Miene nicht weiter verbergen, am Ende. Ich will mir die Gedankenwelt dieser Frau gar nicht weiter vorstellen.

Mindreloaded
1 Monat her

Liechtenstein würde uns im Handstreich einnehmen und ich würde mich nicht einmal dagegen wehren.

Last edited 1 Monat her by Mindreloaded
Kaltverformer
1 Monat her

Ohne Merkel wäre das alles nicht möglich gewesen.
Sie hat die CDU, in ihrer Funktion als konservative Partei, entkernt und eine leblose Hülle hinterlassen, die nicht mehr korrigierend eingreift.
Verschwörungs-Schwurbler behaupten ja, völlig unverständlicherweise, dass Merkel als fünfte Kolonne in Stellung gebracht wurde.

Der Grad der Unfähigkeit dieser rotgrünen Minderleister lässt einem nur mehr staunend den Kopf schütteln.

Aljoschu
1 Monat her

Warum diese unwürdige Gurkerei von Scholz und Lambrecht? Sollen sie doch endlich klipp und klar darlegen, warum es keine gute Idee ist, den ukrainischen Ultras schwere deutsche Waffen zu liefern! Wir wollen weder mit Putin noch mit den scharfen Hunden in Kiew paktieren. Weder das Eine noch das Andere liegt in unserem Interesse. Und schon gar nicht sollten wir uns von den Bandera-Verehrern Selenskyl und Melnyk moralisch erpressen lassen. Dass die Ukrainer korrupte Schurken sind, zeigt bereits, dass sie uns einfach das russische Gas abdrehen. Und denen Waffen liefern? Niemals! Es wird am ehesten Verhandlungen geben, wenn beide Seiten erkennen,… Mehr

Last edited 1 Monat her by Aljoschu
Stefferl
1 Monat her

Auszug aus dem Leitfaden für den „Privilege Walk“:
Gehen Sie einen Schritt vor, wenn Sie … +
1. ein Mann sind.
2. White oder White-passing sind.
3. immer Zugang zu Bildung hatten.
4. keine sichtbare oder unsichtbare Behinderung haben.
5. einen Hochschulabschluss erlangt haben.
6. einer Religion angehören und an Feiertagen teilnehmen können, ohne frei nehmen zu müssen.
7. aus einem Akademiker_innenhaushalt stamen.
8. heterosexuell sind.
9. Ihr Alter keine Vorurteile auslöst.
10. oder Ihre Eltern keinen Migrationshintergrund haben. 
(Rechtschreibfehler entstammen dem Original!)

Ohne Worte ……..

Th. Nehrenheim
1 Monat her

Aber diese Pleiten, Pech und Pannen gibt es doch bereits seit Jahren. Es hat bloß niemand Relevanten interessiert. Jetzt macht die Presse Druck und lässt die Niete von Ministerin nicht aus dem Blick. Und da wissen wir nun, was relevant ist. Nicht die Umstände, die Funktionalität, die Arbeitsfähigkeit, nicht der Wille der Bürger. Es sind die Medien. Weil der Bürger es so zulässt. Zu den Forderungen Polens: Ganz entspannt bleiben. Die Polen überziehen fast immer. Ich erinnere ich an die von der BRD erfüllten Forderungen Polens, damit sie der EU beitreten. Die hat der deutsche Steuerzahler bezahlt, nicht die EU!… Mehr

Rob Roy
1 Monat her

„Lambrecht hat die Maschine als IBUK bestellt, um in der Prioritätenliste aufzusteigen“

Prioritätenliste? Heißt das, die Maschinen der Flugbereitschaft permanent ausgebucht sind, weil sämtliche Minister und sonstige Chargen ständig damit unterwegs sind? Vielleicht mehr unterwegs, als uns bewusst ist.Weil nur in Ausnahmefällen darüber berichtet wird oder bei großen Auslandsbesuche?