CSU im Sinkflug – Söder verwechselt Wunsch und Wirklichkeit

Markus Söder erklärt Bayern und die CSU für „stark und stabil“. Tatsächlich fällt seine Partei auf den schwächsten Umfragewert seit drei Jahren, die AfD erreicht einen Höchststand. Doch Bayerns Ministerpräsident feiert sich weiter selbst.

picture alliance/dpa | Christoph Reichwein

Genauer kann man es nicht gegenüberstellen: Markus Söder twittert:

„Bayern und die CSU sind stark und stabil. Drei Umfragen in den vergangenen Tagen zeigen: Die Bayern sind zufrieden mit unserer Arbeit. Vielen Dank für das Vertrauen! Wir setzten unseren Kurs entschieden fort: 18 der 20 stärksten Regionen Deutschlands liegen im Freistaat. In Bayern lebt es sich besser als anderswo. Das soll auch so bleiben!“

Die WELT titelt ein paar Stunden später: „CSU fällt in Bayern auf schwächsten Wert seit drei Jahren – AfD erreicht Rekordhoch.“

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen. Laut Infratest dimap kommt die CSU auf 36 Prozent. Das klingt gut, doch das ist der schwächste Wert für die CSU, den Infratest dimap seit September 2023 gemessen hatte. Im Januar lag Söders Anti-AfD-Verein noch bei 39 Prozent, im Januar 2024 bei 40 Prozent. Die AfD wächst auch in Bayern, konnte 2 Prozentpunkte zulegen und ist mit 21 Prozent zweitstärkste Partei. Daran hat Markus Söder einen großen Anteil, denn statt zu helfen,

den Niedergang Deutschlands zu stoppen, vertrödelt Söder

seine Zeit damit, über die AfD zu schimpfen und den weißblauen Himmel mit schmuddeligen Verschwörungstheorien einzutrüben. Die Grünen erreichen 15 Prozent, die Freien Wähler nur noch 9 Prozent, die SPD noch 8 Prozent. Die Umfrage von GMS zeigt ein ähnliches Bild.

Ein Gaudi gab es in Söders Bayern dann doch noch, als die beiden 160 Meter hohen Kühltürme des AKW Gundremmingen am 25. Oktober 2025 gesprengt wurden.

Markus Söder glaubt allen Ernstes, dass die Bayern mit seiner Arbeit zufrieden sind. Tatsächlich sind laut Bayerntrend aber 49 Prozent der Bayern mit Söders Arbeit unzufrieden und nur noch 48 Prozent zufrieden. Heißt also, Markus Söder ist mit sich zufrieden – und nur darauf kommt es ja bekanntlich an.

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Was die CSU noch einstweilen vor dem Absturz bewahrt, ist ihre tiefe Verwurzelung in Bayern. Aber die Wurzeln verdorren, weil Söder keine Politik für Bayern macht und sogar beginnt, Manuela Schwesig zu loben. Sein Profil hat sich in der Koalition endgültig abgeschabt. Man nimmt Söder im Bund eigentlich nur noch als den Vetter aus Dingsda wahr, und wie in der Operette ist aus dem geliebten Roderich aus Batavia ein „Lebemann“ geworden: Der Lack ist ab.

Man ist – auch immer stärker in Bayern – Söders überdrüssig. Er hat seine besten Zeiten hinter sich. Nicht mehr Söder hält die Partei, sondern die Partei hält ihn. Und die einzige Folklore, die ihm noch gelingt, ist die Anti-AfD-Folklore, aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wäre nicht der Dialekt, würde man auch Merz, Klingbeil, Miersch, Banaszak oder Elif Eralp, die ja auch aus Bayern kommt, am Mikrophon vermuten.

In der Tat: Für die CSU geht es stabil, stabil nach unten und für Markus Söder auch. Man könnte es ja mal mit Politik für die deutschen Bürger versuchen, mit Schwarzrotgold statt mit einer Corona-Maske in Regenbogenfarben wie im Fußballspiel gegen Ungarn am 23. Juni 2021.

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Kommentare ( 3 )

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U.S.
12 Minuten her

Bayern braucht dringendst Asylanten, Migranten aus allen Armutsregionen unseres hoffnungslos überbevölkerten Planeten insbesondere Afrika und IS lamischen Staat.

Wenn Söder den Armutsmigranten sofortige Einbürgerungen verspricht, werden sie vielleicht CSU wählen ( oder doch die Linken?)

drnikon
38 Minuten her

wenn man weder ahnung noch kompetenz hat, dann ist man gezwungen über den Wettbewerber zu schimpfen und zu hetzen. So lenkt man von seiner eigenen eingeschränkten Begabung ab und es funktioniert auch recht lange. Wie lange noch?