Die Definition einer neuen Klassengesellschaft

Die soziale Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft hat ein neues klassisches Proletariat, die dauerbedürftige, auf Unterstützung angewiesene Bevölkerungsgruppe: dass Prekariat. Können oder wollen die anderen nicht mehr finanzieren, kommt der Kollaps.

© Johannes Eisele/AFP/Getty Images)
Workers lift a statue of Karl Marx off its base in Berlin

Einer der meist verwendeten Begriffe in der politischen Diskussion ist der Begriff „sozial“. Er wird als „Sozialismus“ in Form einer politischen Doktrin (sprich: Lehrmeinung) vertreten, er definiert als Sozial-Demokratie seit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts die inhaltliche Ausrichtung einer der größten deutschen Parteien und führte in der Spezifizierung „national-sozialistisch“ ebenfalls als Beschreibung der gesellschaftlich-politischen Ausrichtung einer Partei in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu Diktatur und Massenvernichtung.

Dieser Begriff bestimmt in zahllosen Kombinationen wie „Sozialpolitik“, „soziale Gerechtigkeit“, „soziale Balance“, „unsozial“, „soziales Gewissen“, „soziale Kälte“ pp. die politische Diskussion.

In Wahlkämpfen eskaliert die Diskussion um diesen Begriff regelmäßig dahin, dass die Parteien entweder sich selbst als die eigentlichen Bewahrer einer sozialen Politik definieren oder den Konkurrenzunternehmen vorwerfen, in Ansatz oder Ziel ihrer Politik „unsozial“ zu sein – wir werden es in den kommenden Monaten einmal mehr umfänglich erleben können.

Der Inhalt einer sozialen Politik ist dabei bewusst offen angelegt. Mit anderen Worten: Wer auch immer mit diesem Begriff hantiert, mogelt sich in aller Regel gezielt an konkreten Definitionen vorbei. Vielmehr dient der Begriff in den meisten Fällen dazu, Fremdleistungsanforderungen einzelner Individuen oder Personengruppen aufzugreifen mit dem Ziel, diese Individuen oder Gruppen zur Stimmabgabe zugunsten der bestärkenden Partei zu bewegen.

Um zu wissen, wovon wir reden, wenn wir die mit dem Begriff „sozial“ verknüpften Inhalte benutzen, ist es empfehlenswert, sich der Wortherkunft zu widmen.

liberté – egalité – fraternité

In der politischen Diskussion hat sich der Begriff „sozial“ maßgeblich in Folge der Französischen Revolution etabliert. Bereits in der revolutionären Phase traten erhebliche Anschauungsunterschiede zwischen den revolutionären Zielen der Beteiligten zutage:

  • liberté / Freiheit als uneingeschränkte Selbstbestimmung des vernünftig agierenden Individuums (im Sinne Kants und des später von Bakunin definierten, libertären Ansatzes),
  • egalité / Gleichheit als ideelle Perspektive der Gleichbehandlung aller Mitglieder einer Gesellschaft vor dem Gesetz und bei der Realisierung der politischen Ziele einer Gesellschaft,
  • fraternité / Brüderlichkeit als hier bereits auf Grundlage christlicher Ideen im Kern angelegter „sozialer“ Anspruch eines nicht nur ideellen, sondern materiellen Ausgleichs zwischen den wohlhabenden und den nicht-wohlhabenden Gruppen der Gesellschaft.

Die dem französischen Bildungsbürgertum entstammenden Protagonisten der Revolution wie Danton und Robespierre hatten ihren ursprünglichen, revolutionären Schwerpunkt auf die ersten beiden Positionen gelegt: Die individuelle Freiheit als Unabhängigkeit von den Launen des Adels (und des Klerus), folglich auch im Sinne der Aufklärung das Recht, alles zu denken und zu sagen und – so insbesondere Robespierre – die Vernunft als Folge einer unterstellten Wahrheit der wissenschaftlichen Erkenntnis an die Stelle gottgegebener Dogmen zu setzen. Darauf aufbauend die Gleichheit aller Bürger als Rechtssicherheit, verbunden mit der Garantie der Vermeidung von Unrechts- und Willkürjustiz. Sodann die gleichberechtigte Mitbestimmung bei allen Angelegenheiten der Politik.

Von Hébert zu Marx

Bei den proletarischen Protagonisten der Revolution stand dagegen der Aspekt der Brüderlichkeit im Vordergrund. Mit der aus Sicht der Mittellosen nachvollziehbaren Auffassung, dass Freiheit ohne materielle Basis keinerlei Sinn macht (im Sinne des von Kris Kristofferson niedergelegten Verses „freedom is just another word for nothing left to loose“) und Gleichheit zwangsläufig bedeute, dass alle Glieder der Gesellschaft den gleichen Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand haben müssen, war bereits hier der Konflikt angelegt, der sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend verstärken sollte und im 20. Jahrhundert in globale ideologische Auseinandersetzungen führte.

Die proletarischen Revolutionsziele waren insofern von vornherein nicht identisch mit denen des aufgeklärten Bildungsbürgertums und manifestierten sich in der maßgeblich von Jacques-René Hébert, obgleich ebenfalls dem Bildungsbürgertum entstammend, geleiteten Pariser Commune.

Es ist für die hier dargelegten Überlegungen unmaßgeblich, dass insbesondere Robespierre – ob aus Größenwahn, Kalkül oder anderen Ursachen heraus – im Zuge seines Machtzugewinns seine ursprünglichen Ziele scheinbar konterkarierte. Bemerkenswert allerdings ist die weitgehende Einigkeit der bildungsbürgerlich-revolutionären Kräfte bei der Zerschlagung der Pariser Commune – ein Vorgang, der sich im Zuge der militärischen Niederlage Frankreichs im Französisch-Preußischen Krieg von 1870/71 wiederholen sollte.

Marx und die Französische Revolution

Bedeutsam ist der Einfluss der Französischen Revolution auf den Bildungsbürger Karl Marx, der in seinen Schriften die Überwindung von Feudalismus und dem, was er unter bürgerlicher Gesellschaft verstand, als naturwissenschaftlich zwingende Gesetzmäßigkeit zu beschreiben suchte und sich damit der Gedankenwelt von Hébert auf Basis der Vernunftnotwendigkeit eines Robespierre ebenso wie dem von biologischer Evolutionserkenntnis und industrieller Revolution geprägten Zeitgeist bediente.

Der von Marx propagierte Kommunismus als naturwissenschaftlich unabwendbares Endstadium der menschlichen Gesellschaft ist somit ein typisches Philosophiemodell des neunzehnten Jahrhunderts: Es unterstellt eine – evolutionswissenschaftlich nicht haltbare – Zwangsläufigkeit der menschlichen Entwicklung (und damit die Unmündigkeit des Menschen in der Bestimmung seines Handelns, vergleichbar dem von der Annahme göttlicher Vorbestimmung geprägten, religiösen Fatalismus) und idealisiert den aufklärerischen Aspekt der Unanfechtbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnis als religionsgleiches Dogma. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich diese Annahme der Zwangsläufigkeit bei kommunistisch-sozialistischen Dogmatikern bis in das einundzwanzigste Jahrhundert hinein halten konnte.

Gleichzeitig engt Marx seinen fraternistischen Ansatz sozial verantworteter Politik auf ein humanimmanentes Blickfeld ein. Mit anderen Worten: Menschliches Handeln wird ausschließlich als Interaktion zwischen Menschen, nicht als Interaktion zwischen dem Menschen und seiner Lebensumwelt begriffen – gleichfalls ein Ansatz, der der Sozialismusdiskussion bis in das einundzwanzigste Jahrhundert immanent ist und beispielsweise das Entstehen der grünen Bewegung in der Abkehr von dieser Einschränkung forcierte.

Das Kommunistische Manifest ist ohne die fehlerhaft übersetzte und damit apodiktische Formel eines „macht euch die Erde untertan“ des Alten Testaments nicht denkbar und in seiner Logik eine mögliche Konsequenz christlicher Glaubensphilosophie (was wiederum in der Befreiungstheologie seinen Niederschlag fand). Folgerichtig ist die Interpretation von sozial und die Beurteilung der Folgen sozialer Politik in der modernen Gesellschaft überaus vielschichtig und speist sich sowohl aus transzendent-religiösen Motiven wie materialistisch-politischen.

Eigentum ist Diebstahl

Auf der extremen politischen Linken ist der radikal-sozialistische Ansatz unter dem Schlagwort „Eigentum ist Diebstahl” Grundlage politischen Denkens und Handelns. Dieser beschreibt die Auffassung, dass die Verteilung des Reichtums einer Gesellschaft wie in kommunizierenden Röhren funktioniert: Ein Mehr an Wohlstand des Einen verursacht zwangsläufig ein Weniger an Wohlstand des Anderen. Logische Konsequenz: Je größer der individuelle Reichtum einiger Weniger, desto größer die Armut der breiten Masse. Eine gerechte Gesellschaft wäre folgenotwendig diejenige, in der alle Mitglieder einen identischen Anteil am gesellschaftlichen Reichtum haben – unabhängig davon, welchen aktiven Anteil sie dazu individuell beitragen.

Sozialismus ist Diebstahl

Dem diametral entgegen steht der individualistisch-marktliberale (oder: calvinistische) Ansatz unter dem Schlagwort „Sozialismus ist Diebstahl”. Hier wird die Auffassung vertreten, dass Wohlstand ausschließlich die Folge des Leistungswillens des Einzelnen ist. Reichtum wird folgenotwendig individuell durch den Einzelnen erarbeitet und ist die gerechte Entlohnung für die eingebrachte Leistung. Umgekehrt ist Armut selbst verschuldet. Die Forderung, Teile des Reichtums Einzelner zugunsten Ärmerer abzutreten, wird daher in der Konsequenz als Diebstahl begriffen (und bildet bis heute beispielsweise die Grundlage für die Widerstände breiter Bevölkerungsschichten gegen eine soziale Politik – Beispiel Krankenpflichtversicherung – in den USA).

Der Affix sozial

Wenn wir auf Begriffskombinationen mit dem Affix „sozial” treffen, haben wir den Sinngehalt des jeweiligen Begriffs innerhalb dieser Bandbreite einzuordnen. Ebenso bewegt sich die sozialpolitische Einordnung von politischen Parteien der zeitgenössischen, europäischen Demokratien innerhalb der beschriebenen Pole (hinsichtlich der in den Deutschen Bundestagen regelmäßig  vertretenen Parteien ist davon auszugehen, dass die PdL (Partei Die Linke) der radikal-sozialistischen Position relativ am nächsten steht, während auf der anderen Seite die FDP dem individualistisch-marktliberalen Ansatz am ehesten zuneigt).

Der globale Konflikt um das „richtige“ Modell

Allen sozialpolitischen Ansätzen gemein ist, dass sie systemimmanent angelegt sind. Sie bewegen sich innerhalb des von ihnen orientierten Systems und blenden aus, dass der menschliche Wohlstand maßgeblich auf der Nutzung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen basiert und in Folge dessen die dauerhafte Sicherung des Wohlstandes davon abhängt, diese Ressourcen entweder zeitlich und in der notwendigen Menge unbegrenzt zur Verfügung zu haben (Reproduktion), oder zur Neige gehende Ressourcen rechtzeitig durch andere ersetzen zu können (Substitution).

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Kommentare ( 72 )

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72 Kommentare auf "Die Definition einer neuen Klassengesellschaft"

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Zum Bild: Ich habe nie die Verehrung für Marx verstanden. Sofern man seinen Biografien glauben schenken kann, hat er nie ein Gespür für Geld entwickelt, war ständig verschuldet trotz einem für seine Zeit überdurchschnittlichen Einkommen und lebte ständig von Freunden (Engels, den er letzendlich verprellte) und seinen Eltern. Er hielt sich eine Zweitfrau (seine Haushälterin) mit der er Kinder zeugte unter sklavenähnlichen Bedingungen und konnte für seine Kinder nur erbärmliche Lebensumstände finanzieren, was letzendlich auch zum frühzeitigen Ableben einiger geführt hatte. Das Leben für seine Nächsten hat er aktiv in eine Hölle verwandelt. Man muss nicht immer das leben was… Mehr

Was Sie zu Marx schreiben wurde ausgeblendet bzw. verschwiegen.

Auch die Massenmörder Mao oder Stalin wurden von vielen („Intellektuellen“-)Linken angehimmelt.

Die Schreiber bei den Printmedien und die Gesinnungs-Journalisten im TV waren immer dabei, wenn es um linke Propaganda ging.

Heute ist es ein bisschen anders: Jeder hat die Möglichkeit sich im Internet an Öffentlichkeit zu wenden.

Solange es sich, wie in der Vergangenheit um Bedürftige handelte die dem eigenen Kulturkreis entsprangen, hat man als „sozialer Mensch“ ( was immer es sein mag) die Unterstützung Bedürftiger gutgeheißen. Man könnte ja, trotz jahrelanger Arbeit selbst mal in die Situation eines Bedürftigen kommen. Aber schon seit Jahren und ab 2015 erst recht, werden und müssen Bedürftige unterstützt werden, die nicht diesem Kulturkreis entspringen und mit Hilfe der Politik, alle zur Zeit im Bundestag vertretenen Parteien, vollalimentiert hier auf Kosten der Unbedürftigen fröhlich hier leben und nebenbei das Leben der Unbedürftigen auch noch erschweren. Entweder der Eigentumswechsel, Gewaltanwendung, Vergewaltigung oder… Mehr

„Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten.“ – Das Manifest der Kommunistischen Partei, auch Das Kommunistische Manifest genannt, wurde von Karl Marx und Friedrich Engels um die Jahreswende 1847/48 verfasst.
Das Prekariat – Leute, die absolut alles verloren haben – auch Ihre Ketten …

Wenngleich ich der Meinung bin, daß weder das Schreiben von Artikeln noch das Kommentieren in Foren die Reise noch aufhalten könnte, auf die wir uns mittels der Politik von CDUCSUFDPSPDGRÜNEDIELINKE haben schicken lassen, erlaube ich mir dennoch einige Anmerkungen zu Herrn Spahns Artikel. Er ist ja auch von einer Länge und Grundsätzliches in einer Weise berührend, daß auf alle Aspekte einzugehen, in einem Kommentar nicht möglich wäre. Herr Spahn spricht die von Sozialisten/Kollektivisten behauptete „ Zwangsläufigkeit der Implosion des Kapitalismus“ an und schreibt m.E. zu Recht, die „Finanzkrise des Jahres 2008“ sei für die These kein hinreichender Beleg, da sie… Mehr

Sie haben zwar einen nicht unwichtigen Aspekt der Probleme Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre genannt, aber er taugt sicher nicht als wichtige Erklärung zu den Ursachen des Jugoslawienkrieges.
Der hatte vor allem geopolitische Gründe und die sind inzwischen hinreichend mit historisch eindeutigen Fakten belegt.
Wenn Sie das Thema näher interessiert, kann ich Ihnen weiterhelfen.
Ansonsten hilft für den allerersten Schritt eine Spiegel-TV-Reportage „es begann mit einer Lüge“ – auf der großen Plattform zu finden 🙂

Der Grundstein für den Jugoslawienkrieg wurde nach dem ersten Weltkrieg in Paris gelegt und nach dem zweiten Weltkrieg von den Alliierten noch einmal frisch einbetoniert.

Was ich geschrieben habe ist sicher verkürzt. In dem Vielvölkerstaat gab es natürlich ethnische und religiöse (multikulturelle !) Differenzen und Probleme. Diese latenten Probleme steigen aber bei echten sozial Problemen nochmal exponentiell an. Mag sein, dass ein starker Führer (Tito) den Kriegsausbruch verhindern hätte können, das Problem wäre damit aber nicht gelöst. Unsere Politiker schwimmen aktuell (unverdient Weise) im Geld der Steuermilliarden. Sie lösen alle Probleme mit Geld. Ich stelle mir oft vor, wie jämmerlich diese Politiker aussehen würden, wenn Sie ein Land der 3. Welt oder Länder wie Libyen oder Syrien regieren müssten. Unser aktueller Reichtum ist nicht für… Mehr

Vielleicht wird sich eines Tages die Frage stellen, wie die besitzende (ob Arbeitsplatz oder Kapital) Gesellschaft mit den „Surplus-Humans“ – so nennt man jene, die für den Produktionsprozess nicht (mehr) gebraucht werden – verfahren will. Die Geschichte lehrt, dass es zuweilen zu radikalen Lösungen kommen kann, um soziale Gruppen, die die Gesellschaft nicht tolerieren will, physisch zu entfernen.
Auf jeden Fall wird dies zu einem brennenden Problem für die Politik und für die Gesellschaft, denn die Zahl der Surplus-Humans wird nicht kleiner, ganz im Gegenteil. Und das weltweit.

Wenn man es pessimistisch sehen möchte kann man nach Südafrika schauen. Insbesondere in ländlichen Regionen findet derzeit ein „kleiner“ Genozid statt.
Die weißen Farmer werden ………….um Platz für die „indigene“ Bevölkerung zu machen….denen fehlt aber die Erfahrung um Land erfolgreich zu bewirtschaften….Konsequenz ist der gallopierende wirtschaftliche Zerfall des „Ex-Vorbildlandes“ Afrikas, steigende Armut, Rückzug von Unternehmen wegen rechtlichen Konflikten mit der Regierung, Zerfall der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und letzendlich des politische Systems was zum Schluss zu einer neue Fluchtwelle (hohe Geburtenrate) in wohlhabender Regionen führt.

Dieser Satz ist durchaus in Frage zu stellen: „Der Kollaps des Systems ist insofern nicht eine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wann.“

Während die Darstellung des Autors der verschiedenen Klassen der heutigen Gesellschaft absolut plausibel ist – meine Zustimmung insbesondere der Beobachtung, dass die klassischen Klassenzuordnungen nicht mehr stimmen – ist die Aussage, dass das System notwendigerweise zusammenbricht, fraglich. Natürlich kann man diese Sorge haben (man sollte sie immer haben!), aber um das zu zeigen, bräuchte man Zahlen und Hochrechnungen. Aus den rein qualitativen Aussagen des Artikels geht dies keinesfalls hervor.

Jeder der einen Fuß auf Deutsches Hoheitsgebiet setzt, erwirbt den Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt / H4, zuzügl. weiterer Privilegien wie: Dolmetscher, Sprachkurs, anwaltlichen Beistand, schulische- und berufliche Ausbildung, Führerschein, eigenen Wohnraum in seinem Wunschort. Dazu ist es nicht nötig, dass man sich ausweist. Lügen bei Angaben zur Person sind erlaubt. Wer angibt Palästinenser oder Kurde zu sein oder aus Syrien zu kommen, der erspart sich ein Asylverfahren und wird mit „subsidären Schutz“ direkt hier angesiedelt. Wer angibt minderjährig zu sein, steigert sein Einkommen und erwirbt weitere soziale Privilegien. Mehrfache Identitäten sind kein Grund für Abschiebung und auch nicht für… Mehr
Könnten Sie rechnen, könnten Sie wissen, daß sowohl das Geld-und Finanzsystem als auch das staatliche Umverteilungssystem, welches hier unter der Überschrift „Sozialversicherung“ läuft, ohne auch nur das Geringste mit Versicherung zu tun zu haben, zusammenbrechen muß. Die Zahlen, die Sie wie „Hochrechnungen“ bräuchten, sind jedermann zugänglich, der sich um ihre Kenntnis bemüht, statt nachzuschwätzen, was vorgeschwätzt wurde. Machen Sie sich doch selbst kundig. Das Siechen der Systeme wird insbesondere mittels stetiger Rechtsbrüche daran gehindert, ins natürliche Sterben zu gleiten. Ideologen und Träumer -meistens bar jeden auch nur rudimentären ökonomischen Wissens und Verständnisses- werden das aber wahrscheinlich nicht einmal dann verstehen,… Mehr
Der sogenannte Sozialstaat schafft mittels Zwangsmaßnahmen und Lohnsubventionen (Aufstockung) ein neues Prekariat als billiges Arbeitskräftereservoir für die Wirtschaft. Staat und Wirtschaft arbeiten hier Hand in Hand seit der Agenda 2010 der sogenannten Sozialdemokraten. Der Staat unterhält dafür gleichzeitig sündhaft teure Körperschaften aus Steuermitteln. In Billigjobs gezwungene Arbeitnehmer erwarten natürlich soviel staatliche „Brüderlichkeit“, daß sie grundgesichert überleben können und in der Tat, sie haben ein Recht darauf. Im Bundeshaushalt sind die Kosten dafür in den etwa 40 Mrd. Euro/Jahr für die gesamte Arbeitslosigkeit enthalten. Die Rentenzuschüsse betragen übrigens gleichzeitig (noch „nur“) 80 Mrd. Euro/Jahr. Beispiel Frankreich: Die Staatsquote beträgt sagenhafte 55%/BIP… Mehr

Sehr gut erkannt! Und der Anteil der unproduktiven Arbeit nimmt immer mehr zu.

Personalkosten ÖD im Jahr 2016: € 245 Milliarden. Jährlich steigend. Je höher die Einnahmen durch Zwangsabgaben, um so mehr steigen die Personalkosten. Dieses Spiel können die Mindestlöhner, welche mit einer Staatsquote von 70% in lebenslange Armut verbracht sind, nicht gewinnen. Die Arbeitsbedingungen der Staatsdiener müssen neu verhandelt werden. Vorbild Schweiz. Es ist auch nicht einzusehen, dass Staatsdiener ein lebenslanges Recht auf Berufsausübung und entsprechender privilegierter Versorgung erhalten. Beispiel: Christian Wulff und der jährliche steigende „Ehrensold“ von z.Z. € 220.000,00. Zeitgleich hat sich ein ganzer Berufsstand selbst unter Immunität gestellt. Korruption, Amtsmissbrauch und Rechtsbeugung sind faktisch keine Straftaten. Kontrollinstanzen existieren keine.… Mehr
Die Beamten als Auslese staatstreuer Hoheitsträger und Rückgrat einer qualifizierten Verwaltung sind eigentlich wünschenswert. Ich meinte nun nicht eigentlich diese (hoffentlich) Funktionselite, sondern die vielen staatlich alimentierten teuren und überflüssigen bis hinderlichen „Edelbedürftigen“. Natürlich können dazu auch Beamte gehören, das spricht aber nicht gegen den ganzen Stand. Wulff ist nur ein Profiteur der Achtung für das Amt. Beamte unterliegen natürlich Kontrollen und diese können sehr scharf greifen, eine persönliche Haftung können Sie aber nicht erwarten, denn Beamte sind ja weisungsgebunden. Mehr als Disziplinarverfahren geht nicht. Wenn Vergehen nicht geahndet werden, liegt das an den Verantwortlichen, nicht am System. Das ist… Mehr
Die Staatsquote für die Mindestlöhner in Deutschland beträgt inzwischen 70%. Wer Auto fährt, zahlt noch mehr. Von jedem Steuer-€ des fließen inzwischen € 0,44 als Personalkosten direkt in die privaten Taschen der Minderheit der Staatdiener. Wenn sich die soziale und wirtschaftliche Situation eines Landes verändert, dann hat der Staat darauf zu reagieren. Die bereits mit einer Staatsquote von 70% und mehr in lebenslange Armut verbrachten Mindestlöhner sind es, welche mit ihren Zwangsabgaben die Lasten der illegalen Ansiedlung von Millionen vermeintlich „Schutzsuchende“ durch Verzicht zu tragen haben. Die Staatsdiener selbst, zahlen nicht in die Zwangskrankenkasse, die Pflicht-Krankenversicherungen und Pflegekassen ein. Zahlen… Mehr

Sie haben ein etwas schlichtes Bild vom Beamtenstand und scheinen nur eine üppige Versorgung sehen zu wollen. Die Versorgung ist gemessen an der Qualifikation und der freien Wirtschaft eher bescheiden, vergleichsweise vorteilhaft ist nur ihre Sicherheit. Beamte unterliegen zahlreichen Einschränkungen und müssen eine gehörige Portion Idealismus mitbringen, um ihre Arbeit sinnvoll zu gestalten und auch durchzuhalten. Respekt dafür. Die Musik des Lebens spielt aber sicher eher woanders. Danke deshalb.

es mag stimmen, die französische revolution warf erste fragen auf. freiheit, gleichheit? brüderlichkeit. ab mitte des 19ten jahrhunderts nahmen sich die deutschen der sache an. kommunismus, sozialismus, nationalsozialismus sind deutsche gedanken. zu papier gebracht und politisch,wie gesellschaftlich ausgelebt bis zur jeweiligen kathastrophe. real existierender sozialismus im osten.überbordender sozialstaat im westen.mit allen ideologischen borniertheiten.heute haben wir den gesammtdeutschen sozialstaatswahnsinn. seit einigen jahren laden fast alle parteien die ganze welt ein, am deutschen sozialstaat ohne gegenleistung teilzuhaben. die welt hat verstanden und alle kommen.eine kleinigkeit haben fast alle parteien und großteile der bevölkerung vergessen. täglich werden weltweit ca 240-270000prekäre unterschichtenbürger dazugeboren.in einem… Mehr

Immer klein zu schreiben, ist wirklich kompliziert zu lesen. Zumindest nach dem Punkt sollte groß angefangen werden. Es würde der Lesbarkeit des Textes gut tun.

Für Opel und die damit verbundene Kultur des Autobauens war kein Geld da. Wäre ja schön gewesen, man hätte aus Opel damals so etwas wie „Tesla“ machen können. Statt dessen wurde aus Facharbeitern, Gelegenheitsarbeiter / Mindestlöhner gemacht. Die Deutschen Mindestlöhner arbeiten einen Monat im Jahr für die Auslandsschulden. D.h., Deutschland exportiert Güter und Waren, welche sich die Mindestlöhner hier gar nicht mehr leisten können. Deutschlands „Energiewende“ ist eine Kapitalverschiebung zu Lasten der Mindestlöhner. Welcher weder durch ein Solardach, noch durch eigene Windräder und auch nicht durch Steuervorteile, in irgendeiner Weise profitieren könnten. Für die Deutschen Mindestlöhner haben sich die Energiekosten… Mehr
Eine hochinteressante Aufteilung, in der mehrfach vom Wohlstand und seiner statischen Verteilung auf verschiedene Gruppen gesprochen wird. Dieser Wohlstand oder Mehrwert ist aber nicht einfach da, er muss hergestellt werden. Ich will dabei nicht auf das klassische Sujet marxistischer politischer Ökonomie hinaus („Ausbeuter“ vs. „Ausgebeutete“, PE an PM etc.), sondern einfach nur darauf, dass gewisse Grundfähigkeiten des Individuums gepaart mit der Bereitstellung einer gesellschaftlichen Chance, selbige Fähigkeiten zu entfalten, gegeben sein müssen, um einen „Gruppenaufstieg“ bewerkstelligen zu können. Die heutige westliche Gesellschaft stellt, entgegen der sozialistischen Propaganda, jedem diese Chance. Ob sie ergriffen werden kann, hängt weitgehend vom Individuum ab… Mehr