Öffentlich-rechtliche Politparodie: Defilee der politischen Untoten als EU-Gladiatoren.
Screenprint: ARD/Gipfeltreffen Europa
Nein, wirklich nicht: Es wird kaum noch einen Zuschauer überrascht haben, wenn der Einmarsch der EU-politischen Gladiatoren einmal mehr zum Defilee der Untoten geriet, wie gestern Abend bei dieser öffentlich-rechtlichen Politparodie mit dem zweifelhaften Titel: „Gipfeltreffen Europa“.
Nun stand dieses öffentlich-rechtliche Fiasko von Beginn an unter keinem gutem Stern, wenn neuerlich mit Tina Hassel der größte Zeremonienzombie dieser Commedia dell’arte vorangestellt wurde. Hier muss man sich in der Nacherzählung fast bei seinen Lesern entschuldigen, dass man so marktschreierisch beginnt, aber was da angeboten wurde, spottete jeder Beschreibung, wenn schon nach der Hälfte der Sendung der dringende Eindruck entstehen musste, dass von Christian Lindner bis Annegret Kramp-Karrenbauer jeweils nur drittklassige Schauspieler mit den Masken dieser deutschen Politiker in den Studios der ARD erschienen, aber es dann leider doch die Originale waren.
Diese wiederholte Aufführung der immergleichen Komödie geriet allerdings so plakativ, dass sich der AfD-Spitzenkandidat im unfreiwilligen Mittelpunkt dieser Sendung wohl eine neue Strategie überlegt hatte und nach seinem Kantersieg bei Anne Will fast tollkühn agierte, wenn er sich einmal nicht nur vorantreiben ließ, sondern in ungewohnter Bissigkeit Kontrapunkte setzte, zu denen die anderen dann Stellung beziehen mussten, wenn sie denn wollten oder konnten.
Die Süddeutsche titelte gestern nach Anne Will: „Weniger Meuthen wäre schön gewesen“. Das Blatt unterschlug dann allerdings, wovon man stattdessen mehr gesehen haben wollte. Bei Tina Hassel wäre Gelegenheit gewesen, aber es kam auch hier nichts weiter, als der Blick auf Meuthen wie die Maus vor der Schlange.
An drei Stellen eingespielt als eine Art Impulsgeber wurden Korrespondenten aus Ländern der EU, die von Hassel befragt wurden und ein paar Filmchen zur Lage vor Ort aus dem Hut zauberten. Als blasser Mitmoderator dieser ESC-artigen Groteske stand Christian Nitsche neben Tina Hassel. Er erschöpfte sich allerdings schon in seiner Aufgabe, die Zeitkonten der Gäste zu überwachen und also gelegentlich rüde zu unterbrechen – hier allerdings unabhängig von der Parteizugehörigkeit, wenn jeder Vorgeladene am Ende der 90-minütigen Sendung knapp sechs Minuten gesprochen hatte, nur Annegret Kramp-Karrenbauer eine Minute mehr für sich verbuchen konnte.
Tatsächlich folgte diese Politshow auch einer Dramaturgie in Akten. Den Einstieg gab eine Besprechung der aktuellen Lage in Österreich, hier sollte Jörg Meuthen sturmreif geschossen werden, aber die aufgestellten Schützen versagten sich trotz mehrfacher Aufforderung der moderierenden Chefin dieser politischen Schießbude mit dem Effekt, das der Bösewicht aus der blauen Ecke sein Glück wieder kaum fassen konnte.
Beispielsweise, als es im Verlauf der Sendung nach der Besprechung der Klimakrise zur Zuwanderungskrise überging und Meuthen seinen Giftbecher ausschüttete und sich eine „Festung Europa“ wünschte, was den neben ihm aufgebauten Christian Lindner auf den Plan rief, der so eine Festung nicht wollte, aber gesicherte Grenzen. Ähm, also das gleiche.
Steinzeit-Riexinger immerhin weiß, was er abliefern muss. Wer allerdings so oft den Begriff „sozial“ in die Arena schmeißt, der verschreckt die Anderen. Also die vor dem Fernseher, die schaffen und machen und tun und die am Ende die Musik bezahlen müssen, ohne diese große Euro-Puderdosen-Sause jemals bestellt zu haben. Nun gut, immerhin bleibt der Linke sich treu und kann auf so einen schmerzhaften Spagat verzichten, wie Lindner in hier in seinen sechs Minuten für die FDP hingelegt hatte, als wäre man auf einem wirren Turnfest.
Die Grüne im gelben Kleid sonnte sich in der Lust an der Apokalypse, wenn sie einmal mehr den Weltuntergang prophezeite. Aber so abiturientinnenhaft fröhlich es Baerbock vortrug, so schlimm wird es dann schon nicht werden, wenn die Erde in zwölf Sekunden verglüht, weil niemand gelöscht hat. Ach ne, sie sagte in zwölf Monaten … Oder waren es Jahre? Weil sich keiner zu lachen traute, prustete es dann eben wieder aus Jörg Meuthen heraus, der die Rolle des Menschen als Koch der Erderwärmung nicht einmal in Zweifel zog, sondern lediglich die Bedeutung gegen Null rechnen wollte und der Erde selbst den Wandel unterstellte. Ach, wie böse von dem alten weißen Mann.
Auch hier war dann Lindner wieder ganz anderer Meinung, auch wenn er am Ende nur eines forderte: So etwas wie technische Innovationen gegen den Klimawandel. Das könnten wir Deutschen doch. Ach, wollte man ihm zurufen: Wir haben die letzten Jahre soviel Mist gemacht in EU-Europa – also nicht wir, sondern die deutsche Regierung – dass es vielleicht mal an der Zeit ist, für den Moment die deutsche Polit-Klappe zu halten.
Höchste Eisenbahn diese Nacherzählung jetzt abzubrechen. Denn die Grenze der Zumutbarkeit, das muss man sagen, war mit dieser öffentlich-rechtlichen Politkomödie tatsächlich deutlich überschritten. Entspannung war übrigens auch bei den Tagesthemen nicht angesagt, denn da tauchte – wie das Teufelchen auf der Feder aus der Kiste – Tina Hassel wieder auf und durfte dann noch ihre eigene EU-Sendung besprechen und interpretieren, so, als wäre sie nicht dort gewesen. Aber ungeschehen machen konnte sie es ja auch nicht. Wie so vieles in der heutigen Zeit.






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Öffentlich-rechtliche Politparodie: Defilee der politischen Untoten als EU-Gladiatoren. Oder der heimliche Putsch aus Brüssel Einst als EWG „Europäische Wirtschaftsgemienschaft“ gegründet hat eine „politische Elite“ ein Phantom erfunden Namens EU. Mit Schlagworte Erfindungen wie „EU Gesetze“, „EU-Recht“, „EU-Politik“, nun auch Rufe nach „EU-Armee“ Der unser geld verprassende ÖRR meint sich da einspannen lassen zu können und zu müssen. „Es geschehe nichts böses in der Welt wenn es nicht im Namen des Guten getan würde“ – Marie von Ebner-Eschenbach Eine „politische Elite“ aus abgehalfterten Politikern in ihren Nationalstaaten. und hat sich selber das Ziel gesetzt, damit widerrechtlich die Herrschaftmacht über ganz Europa… Mehr
die nächste Europawahl ist doch erst im Frühjahr 2029
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Gestern Abend habe ich mir die Ausgabe von „Talk im Hangar 7“ vom 3. 5. 2019 angesehen. DIE Diskussion müssten wir hierzulande mal führen:
https://www.youtube.com/watch?v=dxCZhbXynJE&t=3610s
Und Bolz for president! 😉
Ich empfehle die WDR-Dokumentation (auf Anführungszeichen verzichte ich):
Die Story – Weimar und heute – Die Rückkehr der Völkischen Ideologie
https://www1.wdr.de/fernsehen/die-story/sendungen/weimar-und-heute-100.html
Das Werk erreichbar auf der mediathek view.
Ein Zeitdokument dieser – und nun werde ich mir untreu – einer „Zivilgesellschaft“ (ich mag diesen Begriff, weil er mich antreibt), deren staatlich geförderte Institute sich in weiten Teilen nicht von der Popaganda unterscheiden, welche für das Ende der Weimarer Republik miterantwortlich zeichnten.
Ergänzung zum Kommentar „Die Linke als die Blüte aus dem rechten Sumpf“ (Gerhard Schröder). Das war die Zeit als Lafontaine zur Linken wechselte, was für die SPD ja gefährlich war, und Lafontaine Migrationsprobleme ansprach. Da war sie dann wieder, die Nazi-Keule, selbst bei der Linken. Die SPD hat Gift und Galle gespuckt. Man kann die Texte nehmen, streicht Lafontaine und Linke und fügt AfD ein. Verblüffend: Copy and Paste, so einfach geht das.
Wie ich gestern erfahren habe, bekommen jetzt sogar schon Mitarbeiter der Firma „Galeria Kaufhof“ Briefe ihres Arbeitgebers mit dem mehr oder weniger dezenten Hinweis bei den anstehenden Europawahlen doch bitte die Richtigen anzukreuzen…
Aber Wahlmanipulationen gibt es ja nur in Russland…
LEUTE LASST EUCH NICHT LÄNGER VERARSCHEN!!!
Das ist eine Aktion vom Handelsverband. Die „Empfehlung“ bekommen so ziemlich alle Mitarbeiter im Handel.
Diesmal ist nicht nur eine Mauer dazwischen, diesmal muss man sehr weit schwimmen.
Lieber Herr Wallasch, wieder einmal haben Sie die Nägel auf den Kopf getroffen.
Dürfen wir erwarten, dass Sie auch noch über „Wie geht’s, Europa?“ mit dem austickenden Sven Giegold berichten? Ich freu mich drauf!