Wieder eine gerichtliche Ohrfeige für eine Kampagne von ÖRR, NGO und „Spiegel“

Das OLG Hamburg untersagte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Passagen, in denen Ex-Mann Christian Ulmen die Herstellung und Verbreitung von Deepfakes-Videos unterstellt wurde. Beweise dazu würden fehlen. Damals wurde über die konzertierte Aktion von Hubig und HateAid im ÖRR prominent berichtet – über das neue Urteil eher weniger.

IMAGO / Christian Ender

Es ist wie immer: Der Öffentlich-Rechtlich Rundfunk (ÖRR) springt auf einen inszenierten Skandal auf und heizt ihn kräftig mit an. Kommen aber Gerichte zum Urteil, dass der Skandal keiner war, verschweigen ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren Aktionismus und ihre Verirrung.

So geschehen beim „Potsdam-Treffen“ alias „Wannseekonferenz 2.0“ vom 25. November 2023. Das „Medienunternehmen“ CORRECTIV hatte in die Welt gesetzt, dass bei diesem (privaten) Treffen die „Remigration“ von deutschen Staatsbürgern geplant worden sei. ARD, ZDF und DRadio schraubten kräftig mit an der Geschichte und brachten Hundertausende an „Unsere-Demokratie-Rettern“ auf die Straße. Als CORRECTIV durch Gerichte in Hamburg und Berlin einiger Erfindungen überführt wurde: Großes Schweigen im ÖRR.

Nicht anders jetzt: Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg untersagte dem „Spiegel“ am 22. Juni zwei Passagen aus seiner Aufmacherstory vom 20. März 2026 mit dem Titel „Du hast mich virtuell vergewaltigt“. So der darbende „Spiegel“. Siehe unten! Nicht gemeint waren Hunderte, ja Tausende von realen (Massen-)Vergewaltigungen – oft verübt von Zugewanderten. Gemeint war der Fall „Collien Fernandes“. Es ging um die angebliche Verbreitung von pornografischen Inhalten („deepfakes“) unter Beteiligung ihres Ex-Ehemanns Christian Ulmen, in denen Fernandes‘ Gesicht in manipulierte Videos eingefügt worden sein soll.

Ab dem 22. März brach eine orchestrierte Kampagne aus: In mehreren deutschen Städten gab es Solidaritätsdemonstrationen mit mehr als zehntausend Teilnehmern – in Berlin, Hamburg, Hannover, Kassel; Lübeck, Köln, Frankfurt, München und Oldenburg. Parallel dazu wurden politische Forderungen nach einer Verschärfung der Gesetze formuliert. Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD) kollaborierte quasi im vorauseilenden Gehorsam: Sie hatte bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf in der Schublade.

Öffentlich-rechtlicher Kampagnen-„Journalismus“

Da konnte der ÖRR bis hinein in die Quasselrunden noch so viel Schützenhilfe leisten: Beweise fehlten, die Staatsanwaltschaften wussten nicht, ob sie nun ermitteln sollten, könnten, müssten. Spanien stellte die Ermittlungen ein. Die konzertierte „Spiegel“-Fernandes-Rosenkrieg-HateAid-Hubig-Story kollabierte.

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg hat nun im Rechtsstreit um Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen entschieden. Das Gericht untersagte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Passagen, in denen Ex-Mann Christian Ulmen die Verbreitung von Deepfakes-Videos unterstellt wurde. Dafür würden die Beweise fehlen. Über den Kernvorwurf der sexualisierten digitalen Gewalt (im Artikel als „virtuelle Vergewaltigung“ bezeichnet) und weitere Gewaltvorwürfe darf der „Spiegel“ jedoch weiterhin berichten.

Rückblende: Kaum war die „Spiegel“-Story in der Welt, hechelten ARD, ZDF, DRadio, NGOs, taz und Co. hinterher. Nein, eine konzertierte Aktion war das doch nie, nie, nie. Auch wenn die Bundesjustizministerin – zufällig – schon vorausgedacht hatte.

Vor allem der ÖRR nudelte den „Skandal“ dann rauf und runter. Eine kleine – unvollständige – Auswahl:

  • Das ZDF weiß bereits am 20. März, also am Tag der Veröffentlichung der „Spiegel“-Story: „Gesetz gegen Deepfake-Pornos geplant“
  • Am 21. März gibt Fernandes der „tagesschau“ ein Interview. Überschrieben mit: „Deutschland ist ein absolutes Täterparadies“
  • Am 27. März berichtet das ZDF über „Fernandes bei Demo für mehr Opferschutz“
  • Am 28. März präsentiert der WDR eine Collien-Fernandes-Chronologie https://www1.wdr.de/nachrichten/collien-fernandes-demos-chronik-der-ereignisse100.html
  • Am 29. März tritt Fernandes in der ARD-Miosga-Talkshow auf. Am Tisch nimmt ebenfalls Platz: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD).
  • Anfang Mai produzieren der unvermeidliche Eckart von Hirschhausen und Fernandes „Deepfakes im Fokus: zwei ARD-Dokus“. „F*CK DEEPFAKES!“ mit Collien Fernandes zeigt, wie manipulierte Inhalte entstehen, wirken – und wem sie schaden.

Und jetzt, nach dem OLG-Urteil von Hamburg: Schweigen des ÖRR im Walde. Die genannten Sendungen sind nach wie vor in den Mediatheken. So wie beim “Potsdam-Treffen“: ARD, ZDF und DRadio haben damals die Kampagne gegen „rechts“ kräftig mitangeheizt. Dass mehrere Gerichte die CORRECTIV-Story in die Schranken verwiesen, will man im ÖRR bis heute nicht so recht wahrhaben. Sondersendungen über Sondersendungen – wie Anfang 2024 – gab es dazu jedenfalls keine. Jetzt auch in der Causa „Fernandes/Spiegel“ nicht.

Ergo: Lügen haben doch lange Beine.

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Kommentare ( 3 )

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yeager
32 Minuten her

Die ganze Story wurde dazu instrumentalisiert mehr Kontrolle über das Internet und die Herstellung und Verbreitung digitaler Inhalte zu fordern, vor allem in Bereichen die der Fall gar nicht berührte, wie z.B. KI-Fakes die überhaupt nicht in dem Fall benutzt wurden.
Angeblich geht es um „virtuelle Vergewaltigung“, aber am Ende haben wir dann Gesetze mit denen z.B. ein Politiker rechtlich gegen eine KI-erstellte Karikatur vorgehen kann in der er Geld zum Fenster hinauswirft.

mapla54
44 Minuten her

“ Ab 22. Mai…
Sehen Sie sich die Aufzählung der hier folgenden Städte an ( Berlin setze ich gleich mit West – Berlin , obwohl im Grunde heute nebensächlich ) und Sie erkennen die Herkunft der “ Demonstranten für den Erhalt unserer Demokratie “ unproblematisch ! Hätte mir jemand das oder ähnliches als den Preis der Wiedervereinigung mit den in meinem Falle nicht vorhandenen Schwestern und Brüdern links der Elbe benannt – mein Wohnsitz läge wohl heute noch im einstigen DDR – Bezirk Erfurt…

Haba Orwell
58 Minuten her

> Das OLG Hamburg untersagte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ Passagen, in denen Ex-Mann Christian Ulmen die Herstellung und Verbreitung von Deepfakes-Videos unterstellt wurde.

Aha. Ich versuche mir vorzustellen, wie gerade das mein Leben tangieren soll? Typisch michelig – am Rande des ereiferten Weltkriegs wird primär an Firlefanz gedacht.