Als wären alle Erkenntnisse der letzten Jahre vergessen: Mit den gleichen Moral-Argumenten von der "Seenotrettung" wird gefordert, Europa solle seine Tore öffnen, praktisch unbegrenzt. Die evangelische Kirche ist natürlich vorne weg.
Screenshot ARD: Hart aber Fair
Die letzte Ausgabe von „Hart aber Fair“ vor der Sommerpause steht an. Es ist EM-Spieltag, die Aufmerksamkeit vieler wird eher woanders liegen – trotzdem tut Frank Plasberg an diesem Abend einer Kollegin einen Gefallen. Das wäre zumindest eine Mutmaßung, warum an diesem Abend das Thema „Flüchtlinge“ ausgegraben wird. „Tod im Mittelmeer, Elend im Lager – ist uns das Flüchtlingsleid egal?“ titelt die WDR-Redaktion – damit ist der Ton der Debatte auch schon gesetzt.
CSU-Weber, als angeblich Konservativer in die Runde geladen, beklagt „Europas Versagen“, dem er natürlich mit aus Brüssel verordneten Zwangskontingenten für europäische Länder begegnen will. Die Partei, die die Grenzöffnung 2015 verantwortete, scheint noch immer nichts gelernt zu haben. Er beklagt „Alleingänge“ – und meint damit natürlich alle außer Deutschland. Cem Özdemir will Weber die Hand reichen, gemeinsam an Lösungen arbeiten. Wie er sich diese Lösungen vorstellt? Am besten sollte man ein Resettlement-Programm aufsetzen, sagt er – die Leute direkt aus den nahöstlichen Flüchtlingslagern nach Deutschland fliegen. Dann wird zumindest die tödliche Mittelmeerroute vermieden. „Warum gehen wir nicht her und sagen, wir nehmen 40.000 Menschen auf?“, fragt der Grünen-Politiker.
Das Mittelmeer als Massengrab – so polemisiert Petra Bosse-Huber. Die Bischöfin der evangelischen Kirche, die beim kleinsten Widerspruch ein hassschockiertes Gesicht zieht, bereichert die Runde wie kein zweiter Gast: Als Nikolaus Blome die tatsächlichen Beweggründe und politischen Faktoren hinter Migration beleuchten will, weigert sie sich schlicht, in diese Diskussion einzusteigen. Stattdessen erklärt sie, wir könnten alle aufnehmen, die auf dem Mittelmeer unterwegs seien. Europa begehe Mord, wenn Menschen im Mittelmeer ertränken.
Es ist eine Sendung wie im falschen Film – denn sie ignoriert alle Erkenntnisse und Diskussionen der letzten Jahre. Egal ob das die Pull-Faktoren sind, die nachweislich Migrationgsströme nach Europa ankurbeln und Menschen dazu bewegen, sich überhaupt erst auf den gefährlichen Weg übers Mittelmeer zu machen oder die fragwürdigen Verbindungen einiger der sogenannten Seenotretter zu Schlepperbanden. Egal, ob das die Tatsache ist, dass etliche „Seenotretter”, die Geretteten eben nicht in die nächstgelegenen Häfen in Nordafrika bringen, sondern direkt nach Europa und so illegale Einwanderung erzwingen – diese Wahrheiten sollen verschwiegen werden. TE wird für die Berichterstattung und Recherche zu diesen Fragen seit Jahren bekämpft und muss sich vor Gericht behaupten.
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