Lufthansa: Ticket und CO2-Ablass all inclusive

Lufthansa hat Katharina Schulze mit ihrer Botschaft vom Eisessen in Kalifornien verstanden. Nicht verzichten, bloß blechen, heißt der grüne Ablasshandel. Gegen die Klimakatastrophe hilft die Katha-rsis der Kompensationszahlung - Amen.

© Illia Cherednychenko

„Fliegen verursacht CO2-Emissionen”, schreibt FAZ online, „für welchen Geldbetrag lässt sich ein Ausgleich finden, wie hoch muss eine Kompensationszahlung sein? Die Deutsche Lufthansa bringt nun ein Kompensationsangebot aus ihrer konzerneigenen Ideenschmiede Lufthansa Innovation Hub an die Öffentlichkeit“.

Na also, geht doch. Nicht alle müssen sich segeln lassen wie Greta, nicht alle müssen dabei sein, wenn der Klima-Notstand-Fonds „eine weltweite Mobilisierung im Ausmaß des 2. Weltkriegs (!!!), um den Klimawandel zu bekämpfen” ausruft.

Lufthansa – ich darf gar nicht daran denken, wie das früher als Abkürzung gelesen wurde neben dem harmlosen such a bloody experience never again für Sabena. Lufthansa jedenfalls ist wohl auf dem besten Wege, An- und Abreise zu den Flughäfen, Flug, CO2-Ablass und Urlaubsaufenthalt all inclusive zu liefern. Bald noch samt CO2-Ablass-Zertifikat in Silber, Gold und Platin je nach geflogenen Meilen?

Und so geht’s, erklärt FAZ: »Der Inlandsflug von München nach Hamburg lässt sich für 2,50 Euro oder 83 Euro kompensieren – oder für nahezu jeden Betrag dazwischen. Mal werden Bäume in einem Wiederaufforstungsprojekt in Nicaragua gepflanzt. Das andere Mal wird emissionsarmes Substainable Aviation Fuel (SAF), eine Art Bio-Kraftstoff, als Ersatz für herkömmliches Kerosin produziert – aus Frittierfett und Industrieabfällen. „Beide Varianten sind zunächst zielführende Lösungen, die Transport nachhaltiger darstellen. Wir freuen uns entsprechend in jedem Fall, wenn Reisende diese beanspruchen“, sagt Geschäftsführer Gleb Tritus vom Lufthansa Innovation Hub.«

Lufthansa hat Katharina Schulze mit ihrer Botschaft vom Eisessen in Kalifornien verstanden. Nicht verzichten, bloß blechen heißt der grüne Ablasshandel. Gegen die Klimakatastrophe hilft die Katha-rsis der Kompensationszahlung – Amen.

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Kommentare ( 23 )

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Ich persönlich bin kein Klimaforscher, und ich denke, viele der Leser von „Tichys Einblick“ sind es auch nicht. Da ich von den unfreiwillig finanzierten Sendeanstalten in dieser Frage (und nicht nur in dieser) nach Strich und Faden belogen werde, muss ich also schauen, welche vertrauenserweckenden Menschen mich da schlauer machen könnten. Wenn jemand Leiter der Wetterämter in Essen und in Leipzig war und Diplom-Meteorologe von Beruf ist, dann hört sich das für meine Ohren schon recht vernünftig an. Und deshalb sah ich bei YouTube diesen Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=5HaU4kYk21Q Und wenn Klaus-Eckart Puls Recht hat, dann sind Journalisten und Politiker noch einen… Mehr

Coole Sache. Nachfrage und Angebot. Solange es nicht verpflichtend für alle wird, habe ich nichts dagegen, wenn die Masche zu besseren Zahlen bei der gebeutelten Traditionsairline führt.

Vielleicht ein persönliches Cali-Eis-Budget und wenn das aufgebraucht ist werden die Katharinas einfach aufgeraucht. Logan’s Run Style.

Nun – unser Gehirn ist zu den erstaunlichsten komplexen Gedankengängen imstande. Aber gegen Blödheit einfach nicht gefeit.

Es ist nur richtig, wenn zumindest eine Grundkompensation erhoben wird. Sollte als Abgabe auf alle Tickets raufkommen.

Und ein paar Bäume in Nicaragua zu pflanzen ist ja nun wahrlich nicht schlecht. Wenn dies die AfD einsehen kann, dann sind die Grünen so überflüssig wie ein Kropf.

Dafür holzen wir dann ein paar Hektar mehr in D ab für die Windräder. Und jetzt bitte nicht als Gegenargument den Hambacher Forst bringen!