Ramelow will Ungeimpften nicht garantieren, in Thüringen behandelt zu werden

Bodo Ramelow knüpft rhetorisch an den Gedanken an, Ungeimpfte bei der Behandlung in Krankenhäusern zu benachteiligen: Thüringer Krankenhäuser könnten schon in den nächsten Tagen solche Hilfe nicht mehr leisten.

Screenshot ZDF: Morgenmagazin

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich im ZDF-Morgenmagazin zur Corona-Situation. Neben einer Forderung nach Anpassung des Bundesgesetzes äußerte er sich zur Situation in den Krankenhäusern: „Wir werden niemandem mehr garantieren können, der ungeimpft ins Krankenhaus kommt, dass er überhaupt noch in Thüringen behandelt wird.“

Man würde zwar eine grundsätzliche Behandlung garantieren. „Jeder Mensch, der Hilfe braucht, wird Hilfe bekommen. Aber er wird sie dann nicht mehr in Thüringer Krankenhäusern bekommen.“ Diese Triage-Situation prognostiziert er wohlgemerkt nicht in der Ferne, „in den nächsten Tagen“ werde man bereits an eine solche Situation kommen.

Nach Zahlen der DIVI-Intensivregisters sind 19 Prozent der Intensivpatienten in Thüringen Corona-Fälle. Nur 7 Prozent der Intensivbetten sind in Thüringen noch frei, obwohl die Zahl der Patienten nicht über der im August liegt – die Zahl der insgesamt verfügbaren Betten ist, wie in ganz Deutschland, in den letzten Monaten massiv zurückgegangen und erklärt die Knappheit der (gemeldeten) Betten.

Die Idee, Ungeimpfte bei der medizinischen Behandlung zu benachteiligen, ist nicht neu. Verhaltensforscher und Leopoldina-Forscher Armin Falk sorgte im Juli für Aufsehen, als er in der FAZ sagte: „Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir nochmal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte.“

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