Auf dem Stuttgarter Parteitag hat die CDU beschlossen, sich für ein Verbot sozialer Netzwerke für Jugendliche einzusetzen. Das Statistische Bundesamt liefert nun Zahlen zu dem Thema: Demnach ist nur ein Viertel der Altersgenossen von Friedrich Merz auf X und Co unterwegs.
IMAGO / Fotostand
Die CDU möchte laut einem Beschluss des Parteitags den Zugang für Jugendliche zu sozialen Netzwerken verbieten. Nun hat das Statistische Bundesamt eine Studie zur Nutzung der Netzwerke vorgestellt. Allerdings spart das Amt die Jungen aus – die Studie untersucht nur das Verhalten der Menschen zwischen 16 und 74 Jahren. In dieser Gruppe hat die Nutzung stark zugenommen: Im vergangenen Jahr haben 59 Prozent der Personen dieses Alter soziale Netzwerke genutzt – vier Jahre davor waren es noch 47 Prozent.
Nutzung bedeutet für das Amt, dass ein Nutzer einen eigenen Account auf Plattformen wie X, Facebook oder Tiktok betreibt. Bedient er sich lediglich eines Messenger-Dienstes wie WhatsApp, gilt er als nicht aktiv. Wobei die Faustregel angewendet werden kann: Je jünger ein Mensch ist, desto häufiger nutzt er soziale Netzwerke. Laut Statistischem Bundesamt traf das auf 85 Prozent der Personen zwischen 16 und 24 Jahren zu, auf 81 Prozent der Personen zwischen 25 und 34 Jahre sowie auf 72 Prozent der Personen zwischen 35 und 44 Jahren.
Die Alterskohorte des Kanzlers und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz nutzt soziale Netzwerke indes kaum: Nur ein Viertel der Personen zwischen 65 und 74 Jahren klicken Instagram und Co an. Allerdings breiten sich Merz‘ Altersgenossen im Internet aus. „So nahm der Anteil der Nutzenden sozialer Medien unter den 65- bis 74-Jährigen von 15 Prozent im Jahr 2021 auf 25 Prozent im Jahr 2025 zu“, teilt das Statistische Bundesamt mit.
Deutschland nimmt laut Amt weniger an der digitalen Welt teil, als die meisten anderen Mitgliedsstaaten der EU. In deren Schnitt nutzten 67 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren die sozialen Netzwerke aktiv. Wobei in Deutschland jede einzelne Altersgruppe unter dem jeweiligen EU-Schnitt lag.
Den Wert von insgesamt 59 Prozent in Deutschland unterbietet nur noch Italien mit 56 Prozent. In Dänemark nutzen 90 Prozent aller Menschen zwischen 65 und 74 Jahren die sozialen Netzwerke. In Zypern sind es 87 Prozent und in Malta 82 Prozent. Diese Ergebnisse hat das Statistische Bundesamt von der EU-Statistikbehörde Eurostat übernommen. Die Jungen unter 16 Jahren seien in dieser Erhebung nicht berücksichtigt worden.
Der Digitalverband Bitkom erhob vor zwei Jahren eine Studie über das Verhalten der deutschen Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren im Netz. Demnach nutzten 92 Prozent der Kinder ab sechs Jahren das Netz generell. Von den Kindern ab einem Alter von zehn Jahren waren 93 Prozent in den sozialen Netzwerken unterwegs. Sie waren dort laut Bitkom im Schnitt 95 Minuten am Tag aktiv. Die Angaben beruhten auf repräsentativ erhobenen Selbstauskünften.

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vier Jahre davor waren es noch 47 Prozent…..wundert mich nicht denn die „sozialen“ netzwerke sind ja so von ätzend geworden. Ironisch ist das das junge menschen anzieht. Würde mich mal interessieren wie das bei politisch gesellschaftlichen onlinemagazinen aussieht wie hier bei Tichys Einblick. Und nur weil kinder und jugendliche in „sozialen“ netwerken sind bedeutet das ja nicht das diese sich da für politische themen interessieren. Wo ich mir das eher „sorgen“ mache ist das diese sich via facebook und co zu immer mehr konsum verleiten lassen*. Man sollte nicht vergessen das Zuckerberg, Musk und co das nicht aus nächstenliebe tun… Mehr
Jetzt wundert’s mich überhaupt nicht mehr, wenn mir Altersgenossen regelmäßig die Frage stellen: „Wo liest du bloß sowas…Etwa im Internet? Dem kann man doch nicht glauben. Ich schaue lieber ZDF u. Co. …“ Es gibt zweifellos ein gigantisches Informationsdefizit gerade bei den „ Alten“, allerdings fast immer selbstverschuldet…
Als Boomer nutze ich allenfalls gelegentlich Telegram oder Signal. Alles andere brauche ich nicht. Ich gebe sowieso schon genug Daten preis. Facebook und Co. können getrost woanders sammeln gehen…
Wissen Sie, Herr Thurnes, ich war 2017 ein Jahr auf Hatebook vom Kandishügel, wurde 5x gesperrt in diesem Jahr, weil ich historische Fakten gepostet hatte. Bin ich bescheuert, diesen BigTech-Hanswurst mich sperren zu lassen, während ich den durch meine Nutzung reich mache? Also Account gelöscht. Die einzigen Netzwerke, die ich nutze, sind YouTube & Co. Ich habe einige Alternative Medien offen, auf deren Foren ich kommentiere, wie Tichys, Achse, JF, SiN, habe auch deren YouTube-Kanäle abonniert. Natürlich habe ich auch die Heimseiten der politischen Gegner offen, wie Relotius, Telepolis, Albrecht Müller, Ökonomie wie Dirk Müller, DWN (ziemlich grün-liberal) & Zerohedge.… Mehr
Das Nutzungsverhalten liegt in der Natur der Sache. Man kann sich außerhalb der Systemmedien informieren, ohne die genannten Kanäle zu konsumieren, siehe TE. Soziale Medien sind u.a. auch extreme Zeitfresser und verführen zum wahllosen Verschlingen aller möglichen „contents“. Vermutlich nehmen die eifrigen social -media-Nutzer nur selten ein Buch zur Hand.
Ich bin fast ein Altersgenosse von Merz, habe ein (noch richtiges) Ingenieurstudium an einer Universität absolviert und habe überhaupt keine technischen Probleme mit den sozialen Medien X, Gesichtsbuch und wie sie heißen. Aber: Ich brauche sie nicht. Zeitverschwendung für mich. Die beste Ehefrau hat Threema für die Familie, da lasse ich mir manchmal ihr Handy geben, um mit den Kindern zu quatschen, Das reicht.
Was soll diese Aussage zu sozialen Netzwerken? Ich selbst bin 74 und nutze sie auch nicht. Es ist sicher ein nützliches Hilfsmittel welches ich persönlich nicht vermisse, aber viele Menschen sind zum Sklaven des elektronischen „Flachmanns“ geworden. Ich informiere mich täglich am PC bei TichysEinblick, Reitschuster, Achgut, Nachdenkseiten, Weltwoche, NIUS, Cicero, ApolloNews, Manova und andern mehr. Besser wäre eine Aussage, welche Altersgruppe oder Berufsgruppe sich wie informiert, ob einseitig nur mit ÖRR & Mainstream oder vielseitig über mehrere Anbieter hinweg. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. In Gesprächen mit verschiedenen Bürgern habe ich den Eindruck bekommen, dass vor allem… Mehr
Bin 60, nutze keine „Social Media“ (im Sinne von „digitale Plattformen (Apps/Websites) wie Instagram, TikTok, Facebook und Twitter“). Ich bin z.b. in Fach- und Hobbyforen unterwegs, benutze auch aktuelle digitale tools (KI, 3D) und Informationsquellen. Und ich kann vom Computer aufstehen und mein Smartphone weglegen.
„Deutschland nimmt laut Amt weniger an der digitalen Welt teil..“
Wer die o.g. „Social Media“ mit der „digitalen Welt“ gleichsetzt, der ist voll daneben.
Ich hab auch nicht vor, mich in solche „Social Media“ einzuklinken. Ich glaube nicht, dass es mein Leben verbessern würde, da täglich Zeit für zu verblasen.
In meinem Bekanntenkreis etwa gleichen Alters, ab 65, nutzt niemand X, sie wollen ihre Daten nicht preisgeben! So desinformiert sind sie dann auch! Das sind genau die, die noch CDU oder noch schlimmer Grüne, Rote wählen. Darauf bauen die Blockparteien und können sich auf diese Wählerklientel verlassen!
Na, bei solchen Statistiken bin ich immer sehr vorsichtig. Galten LinkedIn und XING auch als soziale Netzwerke? Da trifft man die älteren Berufstätigen eher.