Merkel: „Dann macht’s halt ohne mich“ – nichts lieber als das

Einmal mehr demonstriert Angela Dorothea Merkel, sie ist nicht von dieser Welt, in der so viele mal gut und gerne lebten - und nach ihr auch wieder leben werden.

imago images / IPON
Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Kabinettssitzung am 6. Mai 2020

Merkel habe zuletzt noch durchsetzen können, noch drei Wochen lang abzuwarten, berichten der Tagesspiegel und andere. Weiter beim Tagesspiegel: „Als nach dem ersten Mai-Wochenende die Zahlen aber tatsächlich bundesweit weiter sinken, ist in den Landeshauptstädten kein Halten mehr.”

„Das muss man sich wie einen Damm vorstellen, der bricht“, zitiert die Zeitung „eine mit den Verhandlungen vertraute Person”: „Du kannst dich vor den Damm stellen – oder du trittst zur Seite, um nicht weggespült zu werden.“ Am Ende sei Merkel vor der Flutwelle zur Seite getreten: „Allerdings nicht allzu weit.” Merkel nenne „ihre zweite Deichlinie gegen die zweite Welle” einen „Notfallmechanismus“: Stiegen in Landkreisen oder kreisfreien Städten die Neuinfektionen über 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, solle es sofort wieder Beschränkungen geben. Die könnten dann vielleicht nur lokal notwendig sein.

Wie sie sicherstellen wolle, dass alle sich an den Notfallmechanismus halten, sei Merkel bei der Vorstellung der Beratungsergebnisse von einem Journalisten gefragt worden. Sie habe den Mann irritiert angeschaut. Könnte man auf Landräte, Bürgermeister, Gesundheitsämter und Ministerpräsidenten nicht mehr vertrauen, „das ist dann nicht unsere Bundesrepublik Deutschland“. Unverschwurbelt heißt das, wenn ihr nicht macht, was ich sage, dann … und erinnert an den historischen Vorläufer, der Merkel immer verfolgen wird:

Alexander Wendt schrieb gestern auf TE über „Merkel und die Pfauenfederwedler der Macht“:

»In den Corona-Wochen berichteten die meisten Medien von den „Bund-Länder-Runden“, die eine tiefgreifende Sondermaßnahme nach der anderen beschlossen, als würde es sich um ein in der Verfassung vorgesehenes Gremium handeln. Kaum jemand fragte: Aus welcher Machtbefugnis heraus handelt diese Runde eigentlich wie eine Notstandsregierung? Mit welchem Recht redet Merkel über Schulschließungen und Details des Einzelhandels, als wäre sie eine Oberaufseherin von Bundesländern, Landkreisen und Kommunen?

Die Ministerpräsidenten müssen sich selbst einen Teil der Schuld dafür zuschreiben, dass sie über Wochen so wirkten, als wären sie von Merkel eingesetzte Gouverneure. Der andere Teil liegt bei den Medien, die mit einer bemerkenswerten verfassungsrechtlichen Indolenz einfach offizielle Verlautbarungen transportieren.«

„Dann macht’s halt ohne mich“? Aber, aber Frau Merkel, nichts lieber als das.

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Kommentare ( 161 )

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Dagmar
4 Jahre her

Ach, jetzt wo die grosse Merkel mal einen ** (sorry) losgelassen hat, ist wieder alles in heller Aufregung!
Merkel wird weitermachen, sie braucht die Macht wie ein Don Vito Corleone in dem berühmten Marlon Brando Film. Wir werden uns alle noch wundern!

moorwald
4 Jahre her

Zu den Besonderheiten des Typs „Merkel“ gehört auch, daß man solche Leute eigentlich nicht widerlegen kann. „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. Das stimmt in gewissem Sinne – und auch wieder nicht. Oder: „Jetzt sind sie halt da!“ – „Globale Probleme kann man nur global lösen.“ –
Überall steckt ein Körnchen Wahrheit drin. Aber es ist einfach zuviel Müll dabei.

Übrigens: Niemals wäre ein Dissident oder Bürgerrechtler Bundeskanzler geworden. Menschen mit unbeugsamem Charakter, festen Grundsätzen, Mut kann die Berliner geschlossene Gesellschaft (aber auch andere) nicht gebrauchen. Der geschmeidige, jederzeit anspassungsfähige Opportunist allein paßt zu inneren Logik des Parteienstaates.

Silverager
4 Jahre her
Antworten an  moorwald

Ich mag diese Gleichsetzung von „Europa“ und „EU“ nicht. Wo steckt in dem Satz: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ denn das Körnchen Wahrheit?
Der Satz ist ein Beispiel völlig sinnlosen Merkel-Geschwätzes, er ist absoluter Müll. Europa ist ein Kontinent, der ja nun wirklich nicht scheitern kann.
Ja, wenn die Große Erhabene Gottkanzlerin gesagt hätte: „Scheitert der Euro, dann scheitert die EU“, dann hätte sie recht gehabt.
Meine Hoffnung ist, dass der Euro scheitert.

moorwald
4 Jahre her

Ich sehe bei Merkel Zeichen des – auch körperlichen – Verfalls. Wieso hat sie so an Gewicht zugelegt? Kann man eigentlich nur als Nebenwirkung einer Medikation (Corticoide?) deuten.
Man wünscht das keinem Menschen: aber ein Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen wird immer wahrscheinlicher.

Karina Gleiss
4 Jahre her
Antworten an  moorwald

Sie wird niemals! freiwillig gehen.

Karina Gleiss
4 Jahre her

Nachtrag zu obigem Foto: sie dreht uns und den aufsässigen Ministerpräsidenten in ihrer unnachahmlich trotzig-infantilen Art eine Nase, nach dem Motto: „Ihr werdet schon sehen!“.

Und Zack! wurde heute aus gleich drei Bundesländern die Überschreitung der willkürlich festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gemeldet. Unter Anderem in einem fleischverarbeitenden Betrieb in NRW.
Man könnte fast sagen: wie bestellt.
Ich gestehe, ich bin (mal wieder) eine Verschwörungstheoretikerin.

Mozartin
4 Jahre her

Ich vertrete ja auch eher den Standpunkt, dass sie es nicht kann oder nicht anders will, immer wahlweise, dennoch frage ich mich, wie sie es denn nun in dieser unglaublich schwierigen und aufgeheizten Situation hätte machen sollen. In der Pandemie lag doch das Handeln nicht mehr nur bei den Ministerpräsidenten und entsprechend tauchte Frau Merkel auch auf und ja, beruhigte sie auch die Bevölkerung. Wir sind in dieser Pandemie ein förderaler Staat, Merkel vertritt den Staat. Nur deshalb finde ich Äußerungen, so sie gefallen wären, sie wäre fast bereit gewesen aufzugeben, kindisch, denn das wäre gleichbedeutend mit einem Rücktritt. Es… Mehr

MajorTOm
4 Jahre her

Mein Albtraum ist ja, dass die Frau sich tatsächlich noch zu einer fünften Amtszeit „durchringt“, wenn schon ein Seehofer erneut zum ** wird und den Boden bereitet. Hat Seehofer Angst, dass sein Ziehsohn Söder ihn endgültig entsorgt, wenn er Kanzler wird? Komisch, dass immer dann, wenn sowas ins Gespräch kommt, direkt die passenden Zahlen ins Haus flattern: – 64% der Deutschen finden Merkels handeln richtig – 2/3 aller Deutschen wünschen sich eine fünfte Amtszeit Ich bin ja mittlerweile der Meinung, dass die Deutschen die Demokratie hassen. Ihnen reicht es, wenn an der Spitze eine/r sitzt, der führt. Wohin ist egal,… Mehr

Armin Reichert
4 Jahre her
Silverager
4 Jahre her
Antworten an  Armin Reichert

Mobilmachen, sofort mobilmachen.

Peter Pascht
4 Jahre her

Tja diesem Artikel gibt es nichts mehr hinzu zu fügen. Steht schon alles drin, über den „failed state“ Zustand dieses Landes. Dazu gibt es objektiv gesehen nur eine Lösung, ob man die mag oder nicht ist zweitrangig, Merkel muss zurück treten um uns noch schlimmeres zu ersparen.

Onan der Barbar
4 Jahre her

„I saw Mark Antony offer him a crown (yet ’twas not a crown neither, ’twas one of these coronets) and, as I told you, he put it by once—but, for all that, to my thinking, he would fain have had it. Then he offered it to him again, then he put it by again—but, to my thinking, he was very loath to lay his fingers off it. And then he offered it the third time. He put it the third time by. And still, as he refused it, the rabblement hooted and clapped their chapped hands and threw up their… Mehr

axel58
4 Jahre her

Alles in was diese unfähige,gruselige Frau nicht involviert ist kann nur gut für das Land sein.Alles was Merkel bis jetzt alternativlos in die Wege geleitet hat,hinterlies verbrannte Erde.

Dagmar
4 Jahre her
Antworten an  axel58

Das, was bisher war, ist ja noch harmlos im Gegensatz zu dem, was uns jetzt durch die Corona Maßnahmen blüht – alles durch Merkel eingefädelt.