Jugendgangs und Asylbewerber machen Stuttgart unsicher

Die Stuttgarter Innenstadt wird von gerade angekommenen Einwanderern und dubiosen Jugendgangs aus dem Umland heimgesucht. Man weiß noch nicht, wie man sie wieder loswerden soll. Bei vielen Asylbewerbern scheint die Abfolge „Einreise, Asylantrag, 49-Euro-Ticket“ zu sein.

IMAGO / 7aktuell

Kann es sein, dass ein Bahnhofsneubau eine Stadt entzwei schlägt und in der Mitte eine Wunde entstehen lässt? Liest man aktuelle Berichte aus Stuttgart, dann erkennt man die Stadt kaum noch wieder. Sicher, die „Partyszene“ machte im Sommer 2020 Schlagzeilen. Nun erfährt man Genaueres zu ihr und ihrer Beharrlichkeit. Denn diese Szene hat sich inzwischen breitgemacht und aufgefächert. In der „guten Stube“ der Landeshauptstadt haben sich seit Jahr und Tag „multiethnische Gruppierungen“ eingenistet, und nun fragt man sich, wie man sie wieder los werden kann.

Nun war OB Frank Nopper (CDU) auf Stippvisite an Schloss- und Josef-Hirn-Platz und in den Klett-Passagen. Er fand eine Landeshauptstadt mit zu viel Abfall auf den Straßen vor, dafür ohne charmante Herrenausstatter wie früher. Im Schlossgarten zelten angeblich schon weniger Roma als noch vor kurzem. Schlossplatz und Bahnhofsgegend sind zu Schmuddelecken geworden – und daran wird nicht nur die Großbaustelle Hauptbahnhof schuld sein. Solch ein Projekt müsste man in einem Erste-Welt-Land außerdem mit Sauberkeit und Ordnung veranstalten können. Es muss nicht ein Stadtzentrum in dieser Weise beeinträchtigen.

Viel entscheidender dürfte sein, wer da in der Stadt herumläuft oder neudeutsch: chillt. Die größten Probleme hat die Polizei angeblich mit „jungen, meist beschäftigungslosen männlichen Einwanderern, die sich erst seit wenigen Wochen in Deutschland aufhalten“. Sie reisen oft aus umliegenden Landkreisen nach Stuttgart, da auch von einer Residenzpflicht nicht mehr die Rede sein kann.

Aber warum eigentlich Stuttgart? Um sich vom Landleben zu „erholen“? Zum „Chillen“? Oder geht es doch direkt schon um Kriminalität? Die Polizei sollte das eigentlich wissen und danach handeln. 40 Prozent der Straftäter aus „dieser Klientel“ wohnen in Flüchtlingsunterkünften im Umland. Die etablierte Abfolge scheint so zu sein: illegal einreisen, „Asyl“ sagen, sich ein 49-Euro-Ticket ausstellen lassen und nach neuen „Freunden“ suchen. Diese Abfolge könnte die Politik daran erinnern, was sie ändern muss. Aber was will man von den regierenden Grünen (mit verschiedenem Parteibuch) in dieser Frage schon erwarten?

LKA: Kein Bandenkrieg, es geht um Anerkennung in der Gruppe

Daneben gibt es, wie gesagt, ein beharrliches Problem in der Landeshauptstadt. Das betrifft vor allem den kleinen Josef-Hirn-Platz, an dem zufälligerweise auch die chronisch überlastete Ausländerbehörde der Stadt sitzt. An diesem etwas versteckten, zwischen Hochhäusern eingeklemmten Platz haben sich Ladengeschäfte der „Multiethnischen“ breitgemacht. Gemeint sind nicht Coca-Cola oder H&M, sondern einige Clubs und Shisha-Bars, die den buntgemischten Jugendgangs als Unterschlupf dienen.

Durch die miteinander verbundenen Keller und Garagen der Ladengeschäfte können sie sich auch der Polizei entziehen und die Beamten im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre führen. Ein unterirdischer Dungeon zu Diensten der Gangs. Vielleicht läuft das sogar nach dem Motto „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“. Denn normalerweise bekriegen sich die Gangs dort gegenseitig. Geeint sind die Gruppen allerdings in ihrer Verachtung, die sie der Polizei mit Buhrufen und Aufmärschen zeigen.

Das Landeskriminalamt wollte im Juni nicht von einem Bandenkrieg in der Stuttgarter Gegend sprechen. Es handele sich um „multiethnische Gruppierungen“, in denen auch viele Deutsche mit Migrationshintergrund vertreten seien. Laut FAZ sind sogar viele „waschechte Schwaben“ darunter. Ob es auch „waschechte Deutsche“ sind, weiß man aber nicht so genau.

Die „rivalisierenden, gewaltbereiten Gruppen junger Männer“ sind außerdem „nicht unmittelbar der Organisierten Kriminalität“ zuzuordnen, so das LKA. Clans sind es schon deshalb nicht, weil es keine Familienbanden sind. Es gehe zum Teil um „politische Rivalitäten“, ansonsten kann man die Motivationen nicht wirklich klar fassen. Angeblich ist die Gewaltbereitschaft nur ein Schrei von jungen Männern mit schlechter Sozialprognose nach Anerkennung und „Ehre“ in der Peergroup, so LKA-Chef Stenger. Politische Beobachter fragen sich allerdings, woher die Jugendlichen ihre Waffen beziehen und ob das nicht doch ein Hinweis auf Bandenkriminalität sein könnte.

Gewalt ist vorerst nicht zu stoppen

Auch die „multiethnischen“ Nicht-Banden, aber vielleicht doch Jugendgangs, sind meistens nicht im Stuttgarter Zentrum ansässig. Vielmehr rekrutiert sich eine Gruppe angeblich aus Zuffenhausen und Göppingen, eine andere scheint in Esslingen, Ludwigsburg und Plochingen zu Hause. Diese Gruppen hatten sich in den letzten Monaten schon gar nicht mehr so zivile Schlachten geliefert. Irgendwann landete eine gezündete Handgranate mitten in einer Trauerfeier. Das war im Juni in Altbach bei Esslingen. Die Handgranate warf wohl ein 23-Jähriger, begraben wurde da bereits ein 20-Jähriger. Dann gab es Schüsse vor diversen Friseurläden. Dann wieder finden sich auf einmal „150 Muskelmänner“ auf einem Platz in Ludwigsburg ein. Da lassen sich Feuerwerkskörper, Schlagstöcke und Messer eventuell noch vor ihrer Verwendung sicherstellen.

Das LKA verkündete, dass die Gewaltspirale wohl vorerst nicht zu stoppen sei. Der Josef-Hirn-Platz wird nun wegen seiner Clubs und Läden als „temporär gefährlicher Ort“ angesehen, und Polizei und Politik würden dieses Etikett gerne wieder abwaschen. Nur wie? Auch an dem Platz kam es im Frühjahr zu Schüssen. In der Folge rückten 250 Beamte an und stellten eine Maschinenpistole sicher. 31 Verdächtige wurden seitdem festgenommen.

Was tut die Polizei sonst noch? Sie hat sich eine App zugelegt, mit der sie das Licht auf dem Schlossplatz auf 100 Prozent hochfahren kann, um in gefährlichen Lagen sofort einen Überblick zu haben. Messerverbotszonen und anlassunabhängige Personenkontrollen sollen angeblich eine Wirkung erzielt haben. „Wir nehmen an, dass viele Stadtbesucher durch das Verbot animiert werden, ihre Messer zu Hause lassen, es also präventiv wirkt. Wir haben weniger schwere Messerdelikte“, sagt der Stuttgarter Polizeipräsident dazu. Ein Verbot animiert also zum Friedlichbleiben. Dann wären es ja doch nur Kindereien gewesen.

Man wird das Gefühl nicht los, dass hier einige die (Un-)Sicherheitslage im Land gewaltig unterschätzen und für die breitere Bevölkerung unterbelichten. Frisierte Messertaten-Statistiken tragen zu dem Eindruck bei. Nun fordert die Polizei von der Stadt, möglichst viele Ladenlokale am Josef-Hirn-Platz aufzukaufen, um zu kontrollieren, wer darin sitzt. OB Nopper findet das Gesehene „grausig, grausig“ und glaubt, einen „ungefilterten Eindruck“ von der Realität bekommen zu haben. Aber die Straftaten im Zehn-Minuten-Rhythmus in den heißen Sommernächten hat er an diesem kühlen Tag eben nicht erlebt.

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Kommentare ( 179 )

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Klarofix
9 Monate her

BW ist ein hoffungsloser Fall geworden. Das kommt davon, wenn man sich für eine grüne Landesregierung entscheidet.
In Bayern lebt man – abgesehen vielleicht von Oberbayern – fast (noch) wie in alten Zeiten. Aber tendenziell ist die zukünftige Entwicklung leider auch hier vorgezeichnet. Deshalb nächsten Monat in Bayern bitte richtig wählen!

Wilhelm Roepke
9 Monate her
Antworten an  Klarofix

Glaube ich nicht. Die AFD wird gerade mal zweistellig werden, von sächsischen Verhältnissen ist Bayern Lichtjahre entfernt, von einer absoluten Mehrheit erst recht.

Sozia
9 Monate her

Die bunte Republik. Es war voraussehbar – jeder der jemals in den Herkunftsländern der zuströmenden Migrantenmassen war, kennt die Zustände dort. Wer seinen Verstand einigermaßen beisammen hatte, der wollte diese Menschen nicht millionenfach in Deutschland, der konnte das schlicht nicht wollen. Was eine klare Aussage darüber trifft, von wem wir regiert werden.

Contra Merkl
9 Monate her

Komisch, mir war das klar schon in 2015 was es alles für Probleme geben wird und noch darüber hinaus. Hatte man nicht auch in Stuttgart noch als gerufen : Wir haben Platz ! Und jetzt hat man dort 8 Jahre gebraucht um festzustellen was man sich ins Land geholt hat, reibt sich die Augen was man jetzt für eine Kriminalität hat und Abends gehen die normal Leute nicht mehr raus. Da sind ja richtige Schnelldenker im Einsatz. Schön auslöffeln die Suppe von Mutti, und Baerbock lässt jetzt hier sogar noch die Afghanen gleich mit 2. Frau und Kinderschar hier einfliegen.… Mehr

Brauner Bodensatz
9 Monate her

Ich habe den Eindruck, es ist schon zu spät. Jedenfalls die (Über-) Feminisierung der letzten Jahrzehnte wird offensichtlich bereits rückabgewickelt. Aber wer schon Wahlen rückgängig macht, muss sich nicht wundern.

Dellson
9 Monate her

Heribert Prantl möchte eine Corona Aufarbeitung wegen der Einschränkung von Freiheitsrechten usw. Wodurch wurde diese Erkenntnis denn ausgelöst? Was sagt er denn hierzu? Noch vor kurzem hat er sich in ähnlicher Sache geäußert, wir müssen uns viel mehr um Migranten kümmern, sie nicht alleine lassen, sie sind doch so traumatisiert, brauchen unsere Fürsorge. Also wenn diese „Party People“ Therapie in den Städten nicht ausreicht, dann sind unsere Herzen weit und unsere Herztabletten sind begrenzt! ( frei nach dem EX BP Gauck) Nach dem Beauftragtenunwesen der Medien ist doch die Welt dank Experten und Studien vollends im Lot. Also wo ist… Mehr

wackerd
9 Monate her

Tja liebe Stuttgarter, da habt ihr den Salat. Nun wisst ihr, welche Pappnasen ihr jahrelang gewählt habt. Den Altmaiosten Kretschmann mit seinen wundersamen Hygiene- und Heizungstipps und ideologischen Vorstellungen seiner Kamarilla zu Migrationsfragen. PS Hamburg hat schon 39,3% Ausländeranteil. Stuttgart erst 25,3%. Ihr holt schon noch auf, keine Sorge.

Norbert Gerth
9 Monate her
Antworten an  wackerd

tja jetzt brennt Stuttgart halt, wie die Kartoffelsuppe kochende aus Mecklenburg Vorpommern sagen würde. Und ihr anderen könnt euch auch schon darauf treuen habt ihr doch zu 95% in den letzten 35 Jahren genau das immer wieder gewählt.

Klarofix
9 Monate her
Antworten an  wackerd

Die Grünen haben Merkels Politik immer unterstützt und wurden aus Dankbarkeit 2016 zur Landtagsregierung gewählt. Danach ging es doch erst richtig los. Selbst Enteignungen von privaten Immobilien und Grundstücken wurden öffentlich in Erwägung gezogen. Dafür war noch nicht einmal Merkel zu haben.
Wenn die Grünen und ihre Einheitsbrüder nicht gestoppt werden, wird vielleicht schon in wenigen Jahren Anarchie und Chaos zunehmend Deutschland beherrschen.

Last edited 9 Monate her by Klarofix
Kassandra
9 Monate her
Antworten an  wackerd

Ja. So schleichend und hinterrücks geht Politik seit Merkel. Da versteht der hinter die Fichte geführte Souverän oftmals nicht mehr, dass die Etiketten, die irgendwo noch von vor Urzeiten kleben, gar nichts mehr mit dem Inhalte zu tun haben müssen.
Egal ob schwarzrotgrüngeld oder gar dunkelrot – alles eins – wie zu Zeiten von Einheitsparteien.
Eine winzige Chance scheint allerdings noch zu bestehen – was aber erst verifiziert werden kann, wenn solche tatsächlich Regierungsmacht bekämen. Wenn sich dann auch nichts ändert ist eh alles verloren.

Stuttgarterin
9 Monate her

Ist doch alles super in Stuttgart, man muss nur die lokalen Nachrichten von StN und StZ lesen und dann weiß man, dass es keine Probleme gibt. Denn man liest praktisch nichts darüber…

Derrick
9 Monate her

Dann ist das 49€ – Ticket ja ein voller Erfolg. Der arbeitende DummMichel (erst recht der Schwab ?) freut sich, weil er spart und der frisch zugereiste Illegale Wirtschaftsflüchtlinge (erst recht der Islamistische Terrorist) ist von der ersten Minute an mobil. Das nenn ich mal Integration ???.

what be must must be
9 Monate her

„Das LKA verkündete, dass die Gewaltspirale wohl vorerst nicht zu stoppen sei.“ Wer sowas sagt, verhöhnt den Namen LKA. Wofür haben wir Polizei, Militär, Notstandsgesetze?!

Jerry
9 Monate her
Antworten an  what be must must be

Wofür haben wir Polizei, Militär, Notstandsgesetze?!

Ach, die Antwort ist einfach. Die werden zur Unterdrückung der eigenen, andersdenkenden Bürger benötigt, schauen Sie nur zwei Jahre zurück. Beim normalen Bürger hat die Durchsetzung der Staatsgewalt ganz hervorragend funktioniert.

Waehler 21
9 Monate her
Antworten an  what be must must be

Primär zuständig ist nicht das LKA. Es ist mehr für die zentrale Auswertung und Koordinierung zuständig. Für die Kriminalitätsbekämpfung vor Ort ist das PP zuständig. Das PP wird wiederum von der Politik vor Ort gesteuert.
Es sind z.B. ordnungspolitische Maßnahmen zu ergreifen.
Daher sollte man die verantwortlichen Politiker fragen.
1. Wie konnte es dazu kommen? (War etwa die Erderwärmung schuld?)
2. Was wird unternommen um diesen Zustand zu beenden?
Ich gehe aber davon aus das unsere Politiker „abtauchen“ . Wer lässt sich schon gerne vor einer verbrannten Scheune ablichten? Zumal man an dem Brand nicht ganz unschuldig ist.

what be must must be
9 Monate her

„Es handele sich um „multiethnische Gruppierungen“, in denen auch viele Deutsche mit Migrationshintergrund vertreten seien.“ Wer so einen Schwachsinn verbreitet, sollte sich mal auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.