Italienische Fernsehjournalisten: Schlepper und NGO stehen in Kontakt miteinander

Die Vorwürfe an Sea-Watch und andere NGOs, mit kriminellen Schleppern in Libyen zu kooperieren, werden durch eine Recherche italienischer Journalisten erhärtet. Im Auswärtigen Amt will man davon offenbar lieber nichts wissen.

Screenprint: Youtube/Quarta Repubblica

Das Auswärtige Amt behauptet, es sei „nachweislich nicht die Aussicht auf Rettung im Mittelmeer, die Menschen veranlaßt, sich auf den Weg nach Europa zu machen, sondern Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern.“ Beides muss sich allerdings nicht ausschließen. Wie eine Recherche italienischer Fernsehjournalisten zeigt, spielt die Aussicht, von einem Schiff einer NGO im Mittelmeer „gerettet” und vor allem nach Europa gebracht zu werden, wohl doch eine zentrale Rolle für diejenigen, die sich in Libyen in seeuntüchtige Schlauchboote setzen.

Schon vor einigen Tagen, kurz nach der aufsehenerregenden Festnahme der Sea-Watch-Skipperin Carola Rackete, hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini in der Talkshow „Quarta Repubblica“ des Senders Rete bekannt gegeben, er wisse, dass libysche Schlepper mit den Rettungsschiffen von Nichtregierungsorganisationen (NGO) telefonierten. In der neusten Ausgabe vom 15. Juli zeigte dieselbe Sendung nun einen ausführlichen Beitrag über diese Kontakte, der auf YouTube zu sehen ist:

In dem Beitrag sind Migranten auf einem Schlepperboot zu sehen, die in bester Stimmung die Reise mit Musik beginnen und Freunden oder Verwandten über ihre Mobiltelefone berichten, dass sie auf dem Weg nach Europa sind.

Ein libyscher Migrant in Italien erzählt den Journalisten, wie er selbst vor wenigen Wochen mithilfe eines Mannes namens Lokman Zwari die Überfahrt schaffte. Dieser organisiert sein Geschäft per Facebook. Auf die Frage, ob die Überfahrt sicher sei, sagte jener Lokman laut Aussage des Migranten, er wisse, wo die Schiffe der Seenotretter seien und habe deren Telefonnummern – unter anderem die von Sea-Watch.

Internationale Presse
"Beweise" für Zusammenarbeit zwischen NGOs und Schleppern?
Ein verdecktes Telefonat eines Lockvogels der italienischen Journalisten mit jenem Schlepper bestätigt dann diese Darstellung. Die Überfahrt, so sagt er am Telefon, koste 1.600 Euro und auf die besorgte Nachfrage, ob die nicht sehr gefährlich sei, versichert Lokman, er sei in Kontakt mit den Rettern. In dem Filmbeitrag sind auch Screenshots zu sehen, mit denen der Schlepper Kontakte zur spanischen NGO Open Arms belegen will.

Der komplette Nachweis gelingt zwar nicht: Auf eine verdeckte Nachfrage bei Open Arms, heißt es dort, man kenne keinen Lokman. Doch das naheliegende Ergebnis der Undercover-Recherche ist ziemlich unbestreitbar: Es gibt ganz offenbar Kontakte zwischen kriminellen Menschenschleppern aus Nordafrika und NGO wie Sea-Watch und Open Arms, die eine wesentliche Rolle für die Migration übers Mittelmeer spielen. Dass das deutsche Auswärtige Amt und die meisten deutschen Journalisten davon offenbar nichts wissen wollen, steht auf einem anderen Blatt.

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Kommentare ( 104 )

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„Pressefreiheit bedeutet, dass die reichsten Menschen der Gesellschaft ihre Meinung in der Zeitung lesen können.“
Dass mit TE nun ausgerechnet ein liberal-konservatives Blatt dieses Dogma durchbricht ist ein Wohltat für die Seele.
Schön, dass es euch gibt!

Warum können hier nicht mal Herr Mascolo, Anja Reschke oder der Haltungsjournalist Restle über diese Machenschaften berichten? Das wäre mal investigativer Journalismus. Ich danke TE für den Blick über den Tellerrand.

Aber was ist so direkt Neues an dieser Erkenntnis. Alles doch schon seit geraumer Zeit bekannt. Mein Umfeld glaubt es aber nicht. Die meisten würden eher glauben, wenn man ihnen sagt, die Erde ist doch eine Scheibe.

Die Welt hat zugelassen, das auf deutsche Menschen, die nur aus einem Teil Deutschlands in den Westen Deutschlands wollten, über Jahrzehnte geschossen und auch andere Tötung Elemente eingesetzt wurden. Nur die Vernunft der geschundenen Menschen im Osten verhinderte, das es nicht hunderttausende Mauertote gab. Die Konsequenz war, statt Freiheit lieber Rot, als tot. Warum aber sollen diese Menschen mit ihren leidvollen Erfahrungen, heute Mitleid mit den jungen kräftigen Männern haben, die sich der Gefahr bewusst, dabei heute sogar in Freiheit lebend, in so ein Abenteuer stürzen wollen und auch können? Die selben linken Kräfte, die das Erschießen in Deutschlands Innengrenze… Mehr

Warum wohl wird der Springer-Verlag von der Börse genommen?
An zei Dingen können große Verlage demnächst hunderte Millionen verdienen, Springer sogar Milliarden:
1. Der solidarisch, demokratische Rundfunkbeitrag soll deutlich steigen und regierungsfreundliche Medien sollen Geld davon erhalten
2. Es steht die Auszahlung der Gelder von Google für Nutzung der Printinhalte an, dazu braucht man eine Regierung, die sich für die Printmedien einsetzt.

Welcher deutsche Verlag wird da so blöd sein und zu kritische Fragen stellen?

Wer einigermaßen klar denken kann, dem ist bewusst, dass die SeaWatch und andere diese „Schiffbrüchigen“ nicht zufällig entdeckt. Dazu ist das Gebiet zu groß und zum anderen müsste man da schon in einem hohen Ausguck sitzen um diese Nussschalen zu finden. Wenn man das objektiv betrachtet, dann läuft das mit Sicherheit darauf hinaus, dass Schlepper und NGO zusammen arbeiten.

Ich habe mehrere ausführliche Berichte über den U Boot Krieg im Atlantik gelesen. Dort wurden die U Boote durch sogenannte Milchkühe versorgt. Das waren U Boote die andere U Boote mit Treibstoff, Torpedos und Proviant versorgt haben. Trotz dass alles in Planquadrate, Positionen und Uhrzeiten abgesprochen war, hatten die U Boote doch häufig die Probleme sich zu finden. Und das waren keine Freizeitskipper. Wer noch daran glaubt, dass diese Seenotretter in einem riesen Gebiet immer ganz zufällig auf die zu Rettenden trifft, kann auch an den Weihnachtsmann glauben. Seenotrettung wird nur vorgetäuscht, dass wird mutwillig herbeigeführt. Weil es jedes mal… Mehr

Daran sieht man, was für einen nutzlosen Geheimdienst wir haben. Die beobachten lieber friedliche Rechte, anstatt diesen Dingen nachzugehen. Es wäre ein leichtes für sie, allen Schleppern und ihren Seenotrettungshelfern das Handwerk zu legen.

Lebe ich in Nord Deutschland oder Nord Korea? !? Das Auswertige Amt verbreitet Schlepper & Co Propaganda die vom Zwangsgebühren TV (Rotfunk – Aktuelle Kamera 2.0) verbreitet wird??! Soll das nicht eine Behörde der Diplomatie sein anstatt eine anti Salvini Agitation & Propaganda Behörde? ? Schrei. ..!

Es gibt ein schönes FRONTEX-Video auf youtube:
Ein Fischkutter zieht ein leeres Holzboot (mit Aussenborder) aufs Meer hinaus, hält an und lässt die Schutzsuchenden (40 oder 50) das Holzboot besteigen. Dann wird die Leine gelöst, der Kutter zieht von dannen, und die Schutzsuchenden warten auf die Rettung aus Seenot.
https://www.youtube.com/watch?v=8hm-jMK4CCU

Da gibt es eine Seite die nennt sich Volksverpetzer,müßt ihr mal lesen,da bekam ich eine Wut,die seines gleichen sucht.
Alles AFD Lügen und die Mittelmeer Rettungen, sein alle korrekt und christlich.
Ansonsten wird permanent behauptet,dass in der AFD nur Nazis sein und die Fakenews nur von denen kommen..
So lange solch eine Seite im Internet aktiv ,wundert mich hier gar nichts mehr.