Fukushima und die deutsche Angstkompetenz

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit ereignete sich 160 Kilometer vor der Küste der japanischen Hauptinsel Honshu das viertstärkste je gemessene Erdbeben (9,0). 50 Minuten später traf eine gigantische Tsunami-Welle die Küste. Fast 20.000 Menschen fielen dieser tragischen Naturkatastrophe zum Opfer. In der Folge wurden mehr deutsche als japanische Kernkraftwerke zerstört.

IMAGO / Kyodo News

Das Kernkraftwerk (KKW) Fukushima-Daiichi steht nur zehn Meter über dem Meeresspiegel. Die Flutschutzmauer ist für Wellen bis acht Meter ausgelegt. Ein fataler Fehler des Projekts, der sich bitter rächte. Zunächst hatte sich das KKW Fukushima-Daiichi (wie auch Fukushima-Daiini, Onagawa und Tokai-2) nach dem Beben selbst abgeschaltet und in den sicheren Zustand versetzt. Die Notstromgeneratoren liefen und die Blöcke waren weitgehend unbeschädigt.

Die sozialen Verwerfungen der Energiewende
10 Jahre nach Fukushima: Strom-Mangelwirtschaft in Deutschland
Die Tsunami-Welle flutete dann aber die Gebäude mit weitreichenden Folgeschäden an elektrischen Anlagen und der prekären Folge des Ausfalls der Notstromdiesel. Die Nachzerfallswärme in den Reaktoren der Blöcke 1 bis 3 konnte nicht mehr abgeführt werden, so dass Druck und Temperatur im ersten Kreislauf stiegen. Durch chemische Reaktionen kam es zur Bildung großer Mengen von Wasserstoff. Da die Ventile zur Druckentlastung über den Kamin nicht funktionsfähig waren, gelangte Wasserstoff in das Reaktorgebäude und bildete Knallgas. Dieses entzündete sich und verpuffte, wodurch das Dach des Gebäudes abhob. Die entsprechende Filmsequenz wurde auf deutschen Fernsehkanälen x-fach wiederholt, es gab zu diesem Ablauf keine technischen Erklärungen. Man ließ den Anti-Atom-Michel in seinem Glauben, der Reaktor sei „explodiert“ wie eine Atombombe. Dazu aber fehlte schlicht die kritische Masse, die eine ungesteuerte Kettenreaktion ermöglicht hätte. Diese Erläuterung wiederum hätte die deutsche Bevölkerung in ihrer systematisch anerzogenen Atomangst verunsichern können.

Dennoch war es natürlich der „größte anzunehmende Unfall“ (GAU), gekennzeichnet durch die Kernschmelze und den Austritt radioaktiven Materials in die Umgebung. Letztlich forderte der GAU keine Todesopfer infolge Verstrahlung. Es gab sie durch die Flutwelle und die Evakuierung von etwa 150.000 Menschen, auch aus Krankenhäusern und Altenheimen. Im Rückblick betrachtet hätten die Evakuierungen auf Grund der Strahlenbelastung nicht in diesem Umfang sein müssen. Es gab keine Strahlenopfer, aber Strahlenschutzopfer.

Weltweit fanden nach der Havarie Überprüfungen an Kernkraftwerken statt, auch an Plänen und Projekten zu Neubauten. In der EU wurden Stresstests an allen KKW durchgeführt. In Japan gab es ebensolche Prüfungen, nach und nach gingen einige Werke wieder in Betrieb. Zeitweise musste viel Kohle und Öl importiert werden, um die Stromversorgung zu sichern. Umgehend beklagten NGOs die Tatsache, dass die japanischen CO2-Emissionen stiegen.

Der deutsche Medien- und Politik-Tsunami

Eine Naturkatastrophe und die Unredlichkeit von Medien und Politik
5 Jahre Fukushima - die mediale Kompetenzschmelze
Kurz nach dem GAU waren in Deutschland die Geigerzähler ausverkauft. Eine Reaktion, wohl nur möglich in einem Land, in dem inzwischen der dritten Generation von Kindesbeinen an Atomangst eingeimpft wird. Analysen ergaben, dass in keinem anderen Land der Welt – Japan ausgenommen – mehr über das havarierte Kernkraftwerk berichtet wurde als in Deutschland. Ein medialer Tsunami ergoss sich über die Kernkraft. Die Todesopfer wurden mit dem Kraftwerks-GAU in Verbindung gebracht. Interviewpartner suchte man tendenziell in Kreisen von NGOs, Grünen und Atomkritikern. Symbolisch formuliert durfte der stellvertretende Energiebeauftragte der Grünen Jugend Hintertupfingen seine Betroffenheit ins Mikro sprechen, der Leiter eines Lehrstuhls für Kernphysik wurde nicht gefragt.

Es gibt kein Leid auf der Welt, das nicht von deutschen Politikern instrumentalisiert werden würde. Die Fachfrau für Empörungskommunikation und Mythenbildung Claudia Roth stellte sich dabei an die Spitze:

„Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen …“,

vertraute sie in gewohnter Betroffenheit ihrem Facebook-Account an. Nach einigem Widerspruch ruderte sie zurück. Ihr Parteigenosse Trittin äußerte sich ähnlich („19.000 Menschen starben bei Tsunami und Reaktorkatastrophe“). Auch öffentlich-rechtliche Medien folgten der grünen Umdeutung:

„Japan gedenkt heute der Opfer der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor zwei Jahren. Ein Erdbeben der Stärke neun hatte damals den Nordosten des Landes erschüttert und eine bis zu 20 Meter hohe Tsunamiwelle ausgelöst. In der Folge kam es zu einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen ungefähr 16.000 Menschen ums Leben … “.

Realität ist Realität
Alle instrumentalisieren
So der Originalton der ARD-„Tagesschau“ vom 11. März 2013. Eine sprachlich nachlässige Formulierung kann man hier ausschließen, es ging um die Meinungsbildung in der Bevölkerung, um die Deutung von Geschichte in eine gewünschte Richtung. Ein GEZ-Medium als verlängerter Arm der richtunggebenden Politik. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns Schulkinder erzählen werden, dass in Japan 2011 die Explosion eines Atomkraftwerks einen Tsunami verursachte.

Auch die zeitgeistkompatible und regierungstreue Kirche sprang der Propaganda bei. Kardinal Marx bezeichnete die Kernkraft als Teufelszeug. Vermutlich werden deutsche Kirchenfürsten die Windkraft bald als „Geschenk des Himmels“ feiern.

Kanzlerin Merkel erkannte, dass die veröffentlichte Meinung drehte und Machtverlust drohte. Die Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt standen vor der Tür. Wie immer änderte sie flexibel ihre Überzeugungen, verabschiedete sich von den erst 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerungen für die deutschen KKW und erklärte die Kernenergie für nicht beherrschbar. Vergessen ihre Äußerungen aus dem Bundestagswahlkampf 2005:

„Ich halte es nicht für sinnvoll, dass ausgerechnet das Land mit den sichersten
Atomkraftwerken die friedliche Nutzung der Atomenergie einstellt. Deutschland
macht sich lächerlich, wenn es sich dadurch ein gutes Gewissen machen will, dass
Atom- und Kohlekraftwerke stillgelegt werden und gleichzeitig Strom, der aus
denselben Energieträgern erzeugt worden ist, aus den Nachbarländern importiert
wird.“

Zur Legitimation des Purzelbaums wurde die „Ethikkommission Sichere Energieversorgung“ eingesetzt, dominiert von Bischöfen, Philosophen, Soziologen und anderen Geisteswissenschaftlern. Zwei Alibi-Exoten wurden auch aufgenommen. Ein Gewerkschaftsvorsitzender und ein Manager aus der chemischen Industrie durften ihre Anmerkungen machen. Am Ende erklärte die Kommission im Abschlussbericht den Kernenergieausstieg für möglich, unter anderem deshalb, weil das Projekt „Desertec“ ein wichtiger Ansatz sei, also Wüstenstrom nach Deutschland kommen würde. Heute lautet die Lösung bekanntlich: Wasserstoff aus Afrika. Beides ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

Schon Ende Juni 2011, nur reichliche drei Monate nach dem Tsunami, verabschiedete der Bundestag die Novelle des Atomgesetzes mit konkreten Abschaltterminen, ein weltweit einmaliger Vorgang. Die CSU hatte bereits im Mai 2011 auf einem Parteitag das Abschalten der bayrischen KKW bis Ende 2022 beschlossen. Der ab dann absehbare Strommangel in der Südzone sollte jedenfalls nicht zu bayrischen Vorwürfen gegenüber der Bundesregierung führen.

Hochbezahlte Minderleister

Kernenergie – Teil 1
Die Zukunft der Kernenergie liegt nicht in ihrer Gegenwart
Die hastig gestrickten Gesetze und Verordnungen erwiesen sich als handwerklich schlampig und kostenmaximierend. Schon die vor Fukushima eingeführte Brennelementesteuer hielt vor dem Verfassungsgericht nicht stand, die Einnahmen mussten verzinst zurück gezahlt werden. Auch das „Atom-Moratorium“, die angeordnete sofortige Abschaltung der sieben ältesten Kernkraftwerke nach dem Ereignis in Fukushima, war nach Spruch des Bundesverwaltungsgerichts rechtswidrig. Die Ereignisse in Japan seien kaum auf Deutschland übertragbar, meinte das Gericht. Der damalige Umweltminister Röttgen (CDU) rechtfertigte die Anordnung mit dem „Gebot äußerster Vorsorge“, das die Bundesregierung hinsichtlich infraschallgeschädigter Windkraftanwohner oder heutzutage bei der Besorgung von Corona-Impfstoff allerdings nicht erkennen lässt.

Um den Schadenersatzforderungen der Kernkraftbetreiber zu entgehen, einigte man sich darauf, diese aus der Endlager-Verantwortung zu entlassen. Dadurch kommen vermutlich 100 Milliarden Euro (oder mehr) auf die Steuerzahler zu.

Bei der Novelle des Atomgesetzes 2011, die den Ausstieg terminlich festschrieb, vergaß man, die vereinbarten Strommengen aus dem Atomgesetz 2002 sauber zu berücksichtigen. Dort waren Reststrommengen festgeschrieben worden, die zwischen den Anlagen verschoben werden konnten. Nun hat man sich geeinigt und weitere 2,4 Milliarden Euro darf der Steuerzahler für den formalen Pfusch zum Atomausstieg berappen. Auch der Streit mit Vattenfall vor dem internationalen Schiedsgericht (ICSID) ist damit beigelegt. Insgesamt lässt es sich Deutschland viele Milliarden Euro kosten, um emissionsarme Stromproduktion einzustellen, Strommangel zu verursachen und Haushalte wie Wirtschaft künftig weiter steigenden Preisen auszusetzen

Am Ende ließ sich nicht vermeiden, dass in Stuttgart ein grüner Landesfürst den Thron bestieg, aber immerhin ein Katholik, der heute die Kanzlerin in seine Gebete einschließt. Ein über Parteigrenzen hinweg relativ seltener Vorgang.

Energiewende national

Suzanne Thoma, Stimme der Energieindustrie
Europa ohne Energie - Was zählt schon Versorgungssicherheit?
Offensichtlich war der Regierung und dem Bundestag völlig gleichgültig, dass so umfangreiche Abschaltungen gesamteuropäische Auswirkungen haben würden. Nicht nur die direkten Nachbarländer sind in ihren nationalen Energiestrategien und –plänen betroffen. Während Merkel bei jedem sich zeigenden Problem nach einer „europäischen“ (sie meint natürlich die EU) Lösung ruft, ist die deutsche Energiewende ein streng nationales Projekt. Angesichts der fehlenden Rücksichtnahme auf die Nachbarländer könnte man sie auch als nationalistisch bezeichnen.

Unverdrossen behaupten die regierungsbegleitenden Medien, der Atomausstieg (wie auch der Kohleausstieg) seien weltweit im Gang. In Wahrheit setzt die Kernenergie weltweit zu einer Renaissance an. Europäische Länder verlängern Laufzeiten, bauen aus oder steigen ein, auch vor dem Hintergrund entfallender deutscher Kapazitäten: Großbritannien, Frankreich, Holland, Finnland, Gretas Schweden, Weißrussland, Russland, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Bulgarien. Darüber hinaus gibt es Investitionen in der Türkei, Ägypten, den Emiraten, Saudi-Arabien, Bangla-Desh und ohnehin in den wachstumsstarken Ländern wie Indien, China und Südkorea. In den USA sieht Präsident Biden die Kernenergie als Mittel des Klimaschutzes.

In Nairobi gründete sich 2019 die „Africa Nuclear Business Platform“. Der Kontinent benötigt sichere und saubere Energie und will die Kräfte bündeln beim Einstieg in die Kernkraft. Teilnehmer sind Algerien, Ägypten, Ghana, Kenia, Marokko, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sudan, Tansania, Tunesien und Uganda.
Dies wird in unseren Medien weitgehend verschwiegen. Wenn die genannten Länder in Wind- und Solaranlagen investieren, kommt es allerdings zu prominenter Berichterstattung. Die Verbreitung von Halbwahrheiten ist Methode, um die Realitäten in ein gewünschtes Weltbild zu kleiden. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge, heißt es.

Fukushima heute

Die drei havarierten Blöcke in Fukushima-Daiichi sind wirtschaftliche Totalschäden und ihr Abriss wird Jahrzehnte dauern. In der Region ist weitgehend Normalität eingezogen. Einwohner durften zurückkehren, so sie wollten. Deutsche Medien berichteten, sie „müssten“ zurückkehren. Als Badestrände in der Nähe wieder freigegeben wurden, ereiferten sich einige deutsche Medien ob der angeblichen Verantwortungslosigkeit. Dass die Japaner in ihrem Hochtechnologieland durchaus Geigerzähler bedienen und mit Grenzwerten umgehen können, wurde damit schlicht angezweifelt. Unter deutscher hochmütiger Moral und Atomangst lässt sich latent vorhandene Ausländerfeindlichkeit gut transportieren.

Ein Windkraft-Offshoreprojekt vor Fukushima wurde inzwischen wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.

Deutschland heute

Durch das Erdbeben vor Japan am 11. März 2011 wurden mehr deutsche als japanische Reaktoren zerstört. Spätestens ab 2023 wird es in Deutschland nicht mehr ausreichend selbst produzierten Strom an jedem Tag des Jahres geben. Die Verknappung der Ware Strom wird einen Kostentsunami zur Folge haben.

Dennoch sieht man sich dabei als Vorreiter einer vorgeblich weltweiten Entwicklung. Das ist ein Trugschluss. Niemand folgt uns, wir sind der Geisterfahrer der globalen Energiewirtschaft.


Unterstützung
oder

Kommentare ( 58 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

58 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Stephan Lindemann
4 Monate her

Allein die Tatsache, daß Fukushima ein veralteter Siedewasserreaktor war, ein Typ, den es in Deutschland zu dieser Zeit seit Jahrzehnten nicht mehr gab, straft die Aussagen von Politik und Lobbyisten Lügen. Deutschland hatte 2011 ausschließlich Druckwasserreaktoren, von der hier völlig fehlenden Tsunamigefahr einmal abgesehen.

Tom Schmidt
1 Monat her
Antworten an  Stephan Lindemann

Hallo Herr Lindemann, Sie haben nicht recht! Die 4 alten Siedewasserreaktoren Brunsbüttel, Krümmel, Philipsburg I und Isar I waren zu der Zeit in Betrieb. Nur Krümmel und ich glaube auch Brunsbüttel, waren akut zu Wartung/ Komponententausch abgefahren. Diese sind prinzipiell bauähnlich mit Daiichi 1 bis 6. (Der SWR Gundremmingen C ist heute noch am Netz, Gundr. B/C haben allerdings einen 1,4 m dicken Betoneinschluss vergleichbar mit Druckwasserreaktoren.) Das Problem ist die totale Undifferenziertheit der -nicht nur grünen- Politik und der Medien und ihre völlige fachliche Ahnungslosigkeit und Ignoranz. In der nukleophoben Medienwelt sind alle KKW gleich und unterscheiden sich von der… Mehr

Tom Schmidt
1 Monat her
Antworten an  Stephan Lindemann

P.S.: Auch Trittin’s Amtsnachfolger Sigmar Gabriel, seines Zeichen Lehrer für Geschichte, ließ die Gefahr von 2005 bis 2009 weiter bestehen. Die Besetzung von Umweltministerien mit technisch-naturwiss. Nichtschwimmern der Grünen oder SPD hat Tradition (aktuelle Bundesumweltministerin der SPD ist die Germanistin Svenja Schulze und in Hessen ist eine Kindergärtnerin namens Priska Hinz für den Rückbau der 1200 MW-Reaktoren in Biblis zuständig). Joschka Fischer oder Johannes Remmel haben z.B. ÜBERHAUPT KEINEN Berufsabschluss! Das hat aber noch nie jemand interessiert.
Erst seit Frau von der Leyen und nach ihr AKK Verteidigungsministerin wurden, wird plötzlich nach Kompetenz gefragt.

Alter weiser Mann
4 Monate her

Sehr geehrter Herr Hennig, erinnere mich an einen Bericht im Fernsehen über die Sicherheit von japanischen Atomkraftwerken. Dieser Bericht lief einige Wochen? oder Monate? (ich weiß es leider nicht mehr genau) VOR dem Tsunami in Japan, der Fukushima zerstörte. Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Bericht, da dort ein japanischer Ingenieur eines Atomkraftwerkes in einem Interview zu den Sicherheitsstandards von Atomkraftwerken in Japan sagte, daß Fukushima sehr gut und wirksam gegen Erdbeben abgesichert ist. Vor Erdbeben hätte er keine Angst. Aber das Atomkraftwerk sei nicht gegen Tsunamis geschützt und die geben es doch auch gerade in der Gegend… Mehr

Hairbert
4 Monate her

Ein leider nur allzu wahrer und angemessener Kommentar, den ich auch als passende Ergänzung zum gut recherchierten (Tichys Stärke!) Bericht „10 Jahre Fukushima: Wie die Naturkatastrophe umgedichtet wird“ von gestern sehe.
Dennoch, und allen Risiken wie Blackouts, Landschaftsverschandelung und teuerster Strom der Welt zum Trotz, könnte man angesichts des fortdauernden Krisen(miss!)managements im Fall Corona fast schon versucht sein sich glücklich zu schätzen, dass DE aus der Atomkraft aussteigt. – Nicht auszudenken, wenn wirklich mal ein Reaktorunfall von unseren Talkshowakteuren mit ebensolchen verheerenden Übertreibungen gepaart mit alles überragender Unfähigkeit gemanagt werden müsste!!

Last edited 4 Monate her by Hairbert
suprav32
4 Monate her

Sehr geehrter Herr Hennig, vor etwa 3 Jahren habe ich anlässlich einer Veranstaltung in Berlin-Adlershorst, die sich dem Thema Energiewende, Ausstieg aus der Kernenergie etc. widmete und durch hochrangige Firmenvertreter besetzt war, die die Enerhgiewende begleiteten, eine Frage gestellt, wie den sichergestellt ist das bei DUNKELFLAUTE bei uns nicht das Licht ausgeht! Es kamen Antworten, dass mir der Atmen stockte. Ich dachte ich hätte es mit Physikern. Etechnikern etc. zutun. Stattdessen stellt sich im Pausengespräch heraus, dass ein Soziologe hier Rede unbd Antwort stand. Die Sicherheit unserer Stzromversorgung hängt also an Sozialarbeitern. So viel zur Energiewende! Armes Deutschland. Ich frage… Mehr

Alter weiser Mann
4 Monate her
Antworten an  suprav32

Sie müssen folgendes einmal überdenken. Die regelmäßigen sogenannten Schulreformen hatten nur ein Ziel: möglichst viele Bürger eines Altersjahrgangs sollen Abitur machen. Da man aber die Intelligenz nicht steigern, höchstens trainieren kann, mußte also der Leistungsstandard für das Abitur immer mehr abgesenkt werden. Diese Ziel ist erreicht.Das Abitur ist zu einer Power-Point-Lachnummer verkommen. Jetzt kommen aber jede Menge Menschen (Menschen die man als durchaus nett, zuvorkommend, usw. feststellen wird und die z.B. erstklassige Handwerker wären) mit einem solchen Abitur aus der Schule. Was tun? Infolge des für ein klassisches Studium nicht hinreichenden Vorbildung wählt man ein, na sagen wir einmal, seichtes… Mehr

IJ
4 Monate her

Warum hat eigentlich niemand seinerzeit Frau Merkel erklärt, dass das Tsunami-Risiko im Bayerischen Wald und am Oberrhein vergleichsweise gering ist? Als Physikerin muss ihr das wohl (mangels gesundem Menschenverstand) erst durch eine vollständige Induktion nachgewiesen werden.

Alter weiser Mann
4 Monate her
Antworten an  IJ

Nun ja ich erinnere mich an Kommentare von vor 10 Jahren in den Medien, die in etwa so lauteten. Man sei selbst Physiker, aber was diese angebliche Physikerin zum Atomausstieg sagte sei einfach nur dilettantisch und habe mit Physik weniger zu tun.

karel
4 Monate her
Antworten an  Alter weiser Mann

Der „Wieder-Ausstieg“ aus der Atomkraft ist eher eine politische Entscheidung. Und warum sollte so etwas sinnvoll sein.
Auch ein Willy Brandt „politisierte“ einst, daß die Wiedervereinigung eine Lebenslüge der Deutschen sei. Es gibt sie nicht. Um nach der Wende anzumerken: Es wächst zusammen was zusammengehört.
Politik eben.
Das „Energie-Chaos“ begann mit der Atom-Novelle 2002 und dem EEG-Gesetz 2000, nicht mit Fr. Merkel. Alles andere ist eine „Anpassung“ der Wirklichkeit an das „gelenkte“ Denken.
Sorry.

karel
4 Monate her
Antworten an  IJ

Es war eben diese Fr. Merkel, die als Physikerin den Ausstieg aus der Atomkraft verhindern wollte mit den 3 Monaten zuvor durchgesetzten Laufzeitverlängerungen um 8 bis 14 Jahre. Das „Tsunami-Risiko“ der Medien tobte dagegen auch im Bayerischen Wald und am Oberrhein. Besonders Wackersdorf und Whyl sind da hervorzuheben. Schon da begann die Demontage des „gesunden Menschenverstandes“ und gipfelte in der Atom-Novelle 2002, dem gesetzlichen Einstieg in den Ausstieg aus der Atomkraft bis 2020, festgelegt in der „Reststrom-Mengenverordnung“ des Herrn Jürgen Trittin. Meinte dieser doch, die Energiewende koste uns doch nur eine Eiskugel mehr im Monat. Manch einer erinnert sich da… Mehr

H. Priess
4 Monate her

Ein sehr guter Kommentar, ich liebe es wenn ich etwas dazu lernen kann auch mit 60 noch. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf Tichys Einblick vom 16.01.2020 aufmerksam machen. Professor Hundertmillisievert: Shunichi Yamashita klärt in drei Teilen über Unfälle mit Kernkraft aber auch Hiroshima und Nagasaki auf, wie es sich mit der Strahlung und Folgeschäden danach verhielt.
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/professor-hundertmillisievert-shunichi-yamashita/
Da habe ich wirklich viel gelernt und viele Vorurteile und Falschbehauptungen, denen auch ich aufgesessen war, bei Seite zu lassen.

Lesterkwelle
4 Monate her

Fukushima: In der Berichterstattung greift eindeutig das vorgegebene Framing. Halbwahrheiten mit berechneten spin. Nuklearenergie = Atombombe. Wasserstoffexplosion = Atomexplosion. Gewünschtes Ergebnis: Die Energiewende war ein weiser Entschluss einer verantwortungsvollen Bundeskanzlerin, der promovierten Physikerin Dr. Angela Merkel. Deutschland dankt ihr dafür. Sie hat unser Land sicherer gemacht. Diese angeblich segensreiche Energiewende wird folgerichtig zur Verknappung des Stromangebotes und zwangsläufig zur staatlich verordneten Zuteilung von Stromkontingenten führen. Strom auf Bezugsschein – als Vorbote zu Verbrennungskraftstoffen. Lässt sich einfach realisieren über bundesweit vorgeschriebene Installation von smartmetern.

Herr Merkel
4 Monate her

Mein Gott was für ein toller Text.
Da geht einem als Physiker das „atomare Herz“ auf 🤣🤣

HPM
4 Monate her

ch warte auf den Moment, an dem bei den Grünen die Forderung nach einem Verbot der Solarenergie laut wird, da auf unserer Sonne die Energie ausschließlich mit „Atomkraft“ erzeugt wird. 

niezeit
4 Monate her

Leider muss man jener geübten Praxis der „alten“ Bundesrepublik eine große Mitschuld zuweisen, welche das Abwählen naturwissenschaftlicher Fächer am Gymnasium ermöglichte. Das Abitur war einst definiert als höchste Stufe der Allgemeinbildung. Wie soll jetzt noch die Breite das logische eigentliche Ziel der Anwendung der Kernphysik erfassen, die Kommerzialisierung der Kernfusion?