„Dienstreise“ zum Superbowl in die USA: Berliner Innensenatorin und Polizeipräsidentin in der Kritik

Eine Dienstreise zum Superbowl sorgt in Berlin für massive Kritik. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel flogen nach Kalifornien. Anlass war ein Austausch mit amerikanischen Sicherheitsbehörden – Kosten und Nutzen der Reise werden nun deutlich hinterfragt. Ein Entenpasteten-Moment für die Berliner SPD.

IMAGO

Eine Dienstreise von Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel in die USA sorgt für massive Kritik. Beide reisten im Februar für mehrere Tage nach Kalifornien. Ziel der Reise war unter anderem der Besuch des Superbowl-Finales der US-Footballliga sowie Gespräche mit Sicherheitsbehörden vor Ort.

Nach Angaben der Innenverwaltung stand der Austausch über Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen im Mittelpunkt. Sowas kann man auch nicht über Zoom-Calls machen. Während man dem dummen Untertan jede Flugreise mit einem CO2-Fußabdruck teuer und madig machen will, lassen die da oben und auch die in der Mitte kaum eine Gelegenheit aus, einen Flieger über den großen Teich zu besteigen.

Behördenrechtfertigungssprech: Gerade der Superbowl gilt als eines der größten Sportereignisse der Welt und wird von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Für Behördenvertreter aus anderen Ländern bietet er Gelegenheit, Einblicke in Einsatzplanung, Crowd-Management und Gefahrenabwehr zu gewinnen.

Neben dem Stadionbesuch standen noch weitere Termine in Kalifornien auf dem Programm. Delegationsteilnehmer trafen sich mit Polizei- und Feuerwehrbehörden in der Region San Francisco sowie mit Einrichtungen der sozialen Arbeit. Dazu gehörten unter anderem Besuche in einer Unterkunft für Obdachlose und in einem Frauenhaus. Nochmal: all das kann man nicht per Zoom-Call besprechen, man muss dann schon persönlich hinreisen? Welchem Bürger wollen sie das denn erzählen?

Insgesamt umfasste der Aufenthalt rund zweieinhalb Tage mit mehreren Gesprächsterminen vor Ort. An der Delegation nahmen neben der Innensenatorin und der Polizeipräsidentin auch zwei weitere Mitarbeiter teil.

Die Kosten der Dienstreise werden mit rund 33.500 Euro angegeben. Darin enthalten sind Flüge, Unterbringung und weitere Reisekosten für die vier Teilnehmer. Was kostet die Welt?

Nach Darstellung der Senatsverwaltung dienten die Gespräche dazu, Erfahrungen über den Umgang mit Großveranstaltungen, Sicherheitsstrategien und sozialen Problemlagen auszutauschen. Internationale Kooperation und gegenseitiges Lernen seien gerade im Bereich der Sicherheitsbehörden üblich.

Beobachter verweisen darauf, dass Anlass und Dauer der Dienstreise vergleichsweise kurz gewesen seien und der Besuch eines Sportereignisses als offizieller Programmpunkt Fragen aufwerfe.

Auch innerhalb der Verwaltung soll der ursprüngliche Anlass der Reise eher schmal gewesen sein. Deshalb wurde das Programm um weitere Termine ergänzt, etwa Besuche bei lokalen Behörden und sozialen Einrichtungen in der Region San Francisco und Oakland. Na schau.

Der Austausch zwischen Sicherheitsbehörden über internationale Erfahrungen ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Gerade bei Großveranstaltungen oder komplexen Sicherheitslagen greifen Behörden regelmäßig auf internationale Beispiele zurück.
In diesen Zeiten sind sie aber komplett unangemessen – auch solche Kreise haben ihre Ausgaben zusammenzustreichen.

Während Bürger mit Inflation, steigenden Abgaben und immer neuen Zumutungen leben sollen, pflegt sich die Berliner SPD-Spitze offenkundig lieber im Geist der politischen Feudalität: Dienstreise, USA, Superbowl. Offiziell heißt das Erkenntnisgewinn. Für viele wirkt es eher wie eine rote Lustreise auf Steuerzahlerkosten. Wer den Menschen Sparsamkeit predigt, sollte sich nicht selbst erstklassige Ausnahmen genehmigen.

Die Entenpasteten-Partei Deutschland wird sich demnächst noch öfter mit Wahlergebnissen wie jüngst in Baden-Württemberg konfrontiert sehen. Zurecht.

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Kommentare ( 3 )

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Manfred_Hbg
36 Minuten her

Zitat: „Beide reisten im Februar für mehrere Tage nach Kalifornien. Ziel der Reise war unter anderem der Besuch des Superbowl-Finales der US-Footballliga sowie Gespräche mit Sicherheitsbehörden vor Ort.“ > Na klar doch, „Besuch des Superbowl-Finales“ sowie „mehrere Tage Kalifornien“ und „Gespräche mit Sicherheitsbehörden„. – Hier muß es ja seehr viel Gesprächsbedarf gegeben haben wenn sie dann gleich für mehrere Tage in Kalifornien verweilen mußten…. . (Iro/Zynism off) ALSO, mal abgesehen von der Frage ob diese beiden Berliner Altparteiluschen dann wohl auch für ihren „Besuch des Superbowl-Finales“ selber aufgekommen sind (inkl der wohl 100’de $ teuren Karten), kann ich mir hier… Mehr

verblichene Rose
2 Stunden her

Für nur 2,5 Tage mal eben nach Amerika. Für schlappe 33.500€.
Macht pro Nase 8.375€!
So einen Streß möchte ich auch mal haben.
Die Lufthansa bietet übrigens schon günstige Tickets für 600€ an.
War dann das Hotel so teuer? Oder hat man sich im Flieger nur etwas mehr „Beinfreiheit“ gegönnt…?

PaulKehl
1 Stunde her
Antworten an  verblichene Rose

Der Reisepreis ist sehr sportlich. Aber er passt zu Funktionären aus abgewrackten Diktaturen, die im Ausland gerne auf dicke Buxe machen. Erinnert sei an die Gattinnen von diversen afrikanischen Staatschefs, z. B. Mugabe, die für 33.5k EUR gerade mal ein Kostüm und eine Handtasche in Paris ergattern können. Wundern tut mich das sh#th#le Reiseziel Kalifornien. Welche Sicherheitsmaßnahmen kann man denn ausgerechnet dort lernen? Erinnert sei an die chaotische Bekämpfung der Brandkatastrophe in Los Angeles. – Hoffentlich hatten die Damen wenigstens etwas Spaß in Los Angeles. Es sei ihnen gegönnt.