Phoenix – Unter den Linden – In der Zinsfalle – Deutschlands Mittelschicht…
ARD – Maischberger – Danke, Uli Hoeneß! – Wird die Steuermoral jetzt…
ARD – Hart aber fair – Das Große-Koalitions-Zittern – ob’s den Genossen…
Phoenix – Unter den Linden – Große Koalition der Wohltaten – Wer…
Phoenix – Unter den Linden – Deutschland hat gewählt – 23.09.2013 (Moderation:…
ZDF – maybrit illner – Kampf ums Kanzleramt – Überrascht Deutschland…
Presseclub – Deutschland, einig Einwandererland – Sind wir bereit für mehr…
Phoenix – Internationaler Frühschoppen – Kontinent ohne Zukunft? Europa in der…
ZDF – maybrit illner – Albtraum Energiewende – Böses Erwachen für…
Phoenix – Unter den Linden – Die neue Geschlechterdebatte – 04.02.2013 (Moderation:…
Phoenix – Unter den Linden – Überschuldet in die Rezession, Wohlstand adé?…
Presseclub – 22.04.2012 – Erst Griechenland, jetzt Spanien. Neue Gefahr für…
Wenn schon Wirtschaft, dann bitte nur reguliert, gezähmt, sozial und ökologisch; gerne auch feministisch. Wie weich geht Wirtschaft?
Deutschland erlebt ein Sommermärchen – und das geht so: Weltmeister im Fußball, im Export, Europameister in Beschäftigung und Wachstum. Aus dem perfekten Teamspiel der ebenso freundlichen wie effizienten Fußballmannschaft schließen weltweit Kommentatoren auf „Made in Germany“ und das deutsche Modell: Endlich sind wir Vorbild. Innenpolitisch fehlen Zank und Zwist: Wenn die Kanzlerin im Public Viewing auf den Riesenfernsehwänden erscheint, klatschen die Menschen Applaus. SPD und CDU bilden eine Wohlfühl-Union, die in den ersten Monaten mehr Sozialleistungen verfügt hat als seit den Siebzigerjahren; selbst das bisschen Opposition ist manierlich und fordert allenfalls mehr von demselben.
Mit Jean-Claude Juncker kriegen wir nun doch die Sparausgabe eines Europapräsidenten. Wann kommt ein Euro-Fußballteam?
Geht es nach den Regeln, die für das Direktorium der Europäischen Zentralbank gelten, dann würden alle Länder Spieler in die Nationalmannschaft entsenden, auch Fußballzwerge wie Zypern und Malta. Damit die Euro-Mannschaft nicht zu groß wird und der Länderproporz erhalten bleibt, müssten alle Nationalmannschaften, auch die Torschützen aus Deutschland, alle fünf Monate pausieren. Über die Aufstellung würden die Staats- und Regierungschefs entscheiden; vermutlich nach einer Nachtsitzung käme als Kompromiss für den holländischen Tormann der Kapitän aus Luxemburg – oder doch ein Pole?
Deutschland geht es so gut wie nie zuvor. Das ist der ideale Zeitpunkt für echte Reformen. Leider fehlen Führung und Reformwille.
Auch ohne den letzten Fußballerfolg: Deutschland erlebt ein Sommermärchen. Die Arbeitslosigkeit auf Tiefststand, die Beschäftigung spiegelbildlich ganz oben. Auch wenn es SPD und Gewerkschaften bestreiten: Die Zahl der prekären Beschäftigungen schrumpft, es sind neue Normalarbeitsverhältnisse, die entstehen. Löhne und Gehälter steigen. Selbst der gefürchtete Blackout durch die Energiewende ist bisher ausgeblieben. Die Deutschen treten gerne kosmopolitisch auf, lieben Europa, die Demokratie, ihr Land und ihr Wohlergehen.
Die Bundeswehr ist kein normaler Konzern. Solches Gerede der Verteidigungsministerin beweist nur, dass sie eine Fehlbesetzung ist.
Man braucht nie in einem Leopard-Panzer eingesperrt gewesen zu sein, in Afghanistan unter Feuer gelegen zu haben oder im Kampfjet die Grenze physischer Belastbarkeit austesten, um zu wissen: Die Bundeswehr ist gerade kein „weltweit agierender Konzern mit eigener Logistik, Reederei, Airline und Klinikverbund“, wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen seit Wochen landauf, landab repetiert. Denn Konzerne schaffen Werte oder vernichten sie gelegentlich auch. Aber Konzerne töten nicht. Konzernchefs schicken ihre Mitarbeiter nicht ins Gefecht, wo sie fallen können.
Ein Gespenst geht um in Deutschland – grummelnder Antikapitalismus und die Furcht, alle Lebensbereiche würden ökonomisiert.
Von dem zu früh verstorbenen Feuilletonisten Frank Schirrmacher stammt die Formel vom „Primat des Ökonomischen“, das Deutschland beherrsche. Seither ist ein gepflegter Antikapitalismus en vogue; gewarnt wird vor dem „Durchmarsch der Marktradikalen“ und ihrem „Versuch, wirklich alle Lebensbereiche ökonomisch zu verwerten“. Es ist die bekannte Melodie, seit Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest schrieben, dass dieser Kapitalismus „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übrig lasse als das nackte Interesse, als die gefühllose ,bare Zahlung‘“.
