Auf „Gen-Z“-Demo: „Ganz Hamburg hasst die Polizei“

Eskalation der Gewalt auch bei den Demonstration in Hamburg: Absperrungen brannten und Polizisten wurden angegriffen. Die Demonstranten riefen: „Ganz Hamburg hasst die Polizei!“

Bilder wie in Frankfurt: Vermummte Gewalttäter in Hamburg. picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Bilder wie in Frankfurt: Vermummte Gewalttäter in Hamburg.

Vermummte Teilnehmer errichteten Barrikaden, setzten Baustellenmaterial in Brand und bewarfen die Einsatzkräfte der Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Die Polizei beendete die Versammlung und setzte unter anderem Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Besonders auffällig waren in Hamburg die aggressiven Parolen gegen die Sicherheitskräfte.

Während des Protestmarsches war unter anderem der Ruf „Ganz Hamburg hasst die Polizei!“ zu hören. Auch „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ skandierten die Demonstranten. Die politischen Botschaften bewiesen auch die Teilnahme von Antifa-Gruppen und anderer Linksextremer, sogar eine Fahne der Sowjetunion war bei der Demo zu sehen.

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Der Protest stand eigentlich unter dem Motto „Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!“ und führte vom Jungfernstieg über die Mönckebergstraße in Richtung Lohmühlenpark. Die Polizei hatte zunächst mit einem weitgehend störungsfreien Verlauf gerechnet. Mehrere Hundertschaften und Drohnen waren dennoch vorsorglich im Einsatz. Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatten Sicherheitsbehörden vor einer möglichen Unterwanderung durch gewaltbereite Extremisten gewarnt.

Dann die Eskalation am Steindamm in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs: Dort rissen Personen Baustellenabsperrungen aus ihrer Verankerung, warfen Gegenstände auf die Polizei und zündeten Barrikaden an. Auch Mülltonnen wurden in Brand gesetzt. Die Beamten reagierten mit Pfefferspray und Wasserwerfern. Mit dem Wasserwerfer wurden nicht nur Menschen zurückgedrängt, sondern auch die brennenden Hindernisse gelöscht.

Die Dimension des Polizeieinsatzes: Insgesamt waren nach Angaben der Hamburger Polizei 1300 Beamte im Stadtgebiet eingesetzt. Gegen 22 Uhr versammelten sich im Bereich Steintorweg und Bremer Reihe erneut zahlreiche Personen. 120 Personen konnten angehalten und kontrolliert werden. Alle wurden vorläufig festgenommen. Bei ihnen fanden die Beamten verschiedene pyrotechnische Gegenstände. Die Polizei kündigte strafrechtliche Ermittlungen an.

Auch ein Kind und eine Polizistin wurden durch Pyrotechnik verletzt. Laut einem Bericht von t-online und dpa war nach dem offiziellen Ende der Kundgebung eine Feuerwerksbatterie unsachgemäß gezündet worden und umgefallen. Die Rettungskräfte versorgten beide Verletzten vor Ort. Das Kind erlitt nur einen Schock, musste aber nicht ins Krankenhaus. Über die Schwere der Verletzung der Polizistin lagen zunächst keine näheren Angaben vor.

Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz warnte bereits am Freitag vor einer möglichen Einflussnahme linksextremistischer Gruppen. Genannt wurden unter anderem das Offene Antifaschistische Treffen Hamburg, der Rote Aufbau und die Interventionistische Linke. Auch die Gruppe Thawra Hamburg mit Auslandsbezügen wurde in diesem Zusammenhang erwähnt. Nach Einschätzung der Behörde mobilisierten solche Gruppierungen in sozialen Netzwerken zur Teilnahme.

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