Preisschub erwartet: Strom bereits 20 Prozent teurer – Gaspreise ziehen nach

Die Energiepreise für Verbraucher steigen weiter. Strom kostet Neukunden bereits 20 Prozent mehr als Anfang März. Verivox erwartet nun auch für Bestandskunden höhere Preise. Beim Gas drohen Aufschläge von bis zu 20 Prozent.

picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Die Energie-Krise erreicht die deutschen Haushalte über die Strom- und Gasrechnung. Das Vergleichsportal Verivox rechnet bei beiden Energieträgern mit einem deutlichen Preisschub. Beim Strom ist er für Neukunden bereits sichtbar: Bundesweit zahlen sie derzeit knapp 31 Cent je Kilowattstunde – 20 Prozent mehr als noch Anfang März.

„Auch beim Strom erwarten wir steigende Preise. Wir sehen das bereits bei Neukunden“, sagte Verivox-Chef Daniel Puschmann der „Rheinischen Post“. Wegen der anhaltend hohen Gaspreise müssten sich in den kommenden Wochen und Monaten auch Bestandskunden auf deutliche Preiserhöhungen einstellen.

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Der Grund liege im Mechanismus der Strompreisbildung: „Der Strompreis wird durch das teuerste Kraftwerk bestimmt, und das ist oft das Gaskraftwerk“, erklärte Puschmann. Steigt der Gaspreis, verteuert sich damit nicht nur das Heizen. Auch die Stromkunden werden zur Kasse gebeten.

Eine vierköpfige Familie zahlt nach Berechnungen von Verivox in der Grundversorgung derzeit im Durchschnitt 1.594 Euro im Jahr für Strom. Durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne sie rund 360 Euro sparen. Ein Tarif mit Preisgarantie könne zudem vor den erwarteten weiteren Preissteigerungen schützen.

Auch beim Gas sieht Puschmann die Preise steigen. Die Speicher seien für einen September historisch schwach gefüllt. Eine neue Mangellage erwartet der Verivox-Chef zwar nicht: „Wir werden nicht frieren, aber es wird teurer werden.“

Bislang hätten bundesweit erst wenige Versorger höhere Gaspreise angekündigt. Verivox rechnet jedoch damit, dass weitere Anbieter spätestens zum Jahreswechsel nachziehen. Wegen der hohen Einkaufspreise seien Erhöhungen von bis zu 20 Prozent zu erwarten.

Für eine Familie im Einfamilienhaus würde das eine durchschnittliche Gasrechnung von etwa 2.400 Euro im Jahr bedeuten. Das wären rund 400 Euro mehr als vor dem Iran-Krieg. Je nach Tarif könnten die Aufschläge laut Puschmann noch drastischer ausfallen. Die Mangellage bleibt den Verbrauchern möglicherweise erspart – die Rechnung dafür nicht.

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