Rezession und Inflation: Der CO2-Gott fordert seinen Tribut

In Europa zieht im Zuge der Iran-Krise die Inflation wieder an, während die industrielle Basis wie Eis in der Sonne schmilzt. Gleichzeitig erhöht Donald Trump die Zölle auf Automobile aus der EU. Dem Kontinent drohen trübe Zeiten.

picture alliance/dpa | Markus Lenhardt

Vertraut man den demoskopischen Oberflächenbohrungen, so ist Verteidigungsminister Boris Pistorius derzeit angeblich der beliebteste deutsche Politiker. Dem Sozialdemokraten fliegen nicht nur Sympathien beim Wahlvolk zu, er wird zudem mit einem Wehretat in stratosphärischen Höhen von 108 Milliarden Euro beschenkt.

Erklärt sich darin möglicherweise der verklärte Blick der Deutschen auf ihren Verteidigungsminister? Ein Politiker, der in einer Zeit, in der tausende Betriebe der Privatwirtschaft jeden Monat in die Pleite gehen, aus dem Vollen schöpfen kann und unterm Strich dennoch rein gar nichts bewerkstelligt, außer dem Rüstungssektor eine Sonderkonjunktur zu bescheren?

Pistorius kann problemlos als Symbolfigur des deutschen Abstiegs gelten. Es wird mit Kredit regelrecht um sich geworfen; dabei scheut man auch vor Bilanzbetrug (Sondervermögen) nicht mehr zurück. Die Prinzipien des vorsichtigen Kaufmanns besitzen keine Geltung mehr. Das gilt für ein Land, das ökonomisch verfällt und dessen politische Klasse sich ausschließlich auf die reibungslose Mechanik der beiden großen Umverteilungsmaschinen – Klimasozialismus und Rüstungsindustrie – fokussiert hat.

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Es hat ein wenig Zeit in Anspruch genommen, dieses Extraktionsmodell rechtlich abzusichern und so tief in der europäischen Ökonomie zu verankern, dass die Prozesse nun quasi im Autopilot funktionieren. Ganz gleich, worum es sich im Konkreten handelt – ob um die immer weiter steigenden CO2-Abgaben, diskriminierende Sondersteuern auf fossile Brennstoffe oder die Subvention von Überkapazitäten bei den erneuerbaren Energien – jedes einzelne Schräubchen hat seinen festen Platz, um den Ressourcenstrom in die Taschen der Profiteure zu steuern. Der Mechanismus zerstört die Privatwirtschaft; es wird weniger produziert, während die Geldmenge über den Kreditmechanismus weiter steigt, was die Inflation befeuert.

Kaufkraftverlust trifft auf Produktionsverfall – eine brandgefährliche gesellschaftliche Sprengladung. Sie drängt immer mehr Menschen in staatliche Abhängigkeit; sei es in der Rolle der Subventionsempfänger oder als Sozialhilfeempfänger: immer weniger entgehen dem staatlichen Kraken.

Dies ist keine Stagflation, es ist gezielte Inflationierung bei simultaner Zerstörung der Privatwirtschaft. Branchen wie die Chemie operieren mit einer Kapazitätsauslastung von nur noch 71 Prozent, was nicht genügt, um am Heimatstandort Gewinne zu erzielen.

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Die Inflation nun der Irankrise zuschreiben zu wollen, greift zu kurz. Europa importiert etwa 60 Prozent seines Energiebedarfs aus dem Ausland. Dass die Amerikaner nun mit einem erneuten Zollschlag gegen die europäische Automobilindustrie die Lage verschärfen und sich zunehmend als dominanter Akteur auf den Energiemärkten durchsetzen, wird den Druck weiter erhöhen. Es schmerzt mitzuerleben, dass sich die EU gegen die Förderung eigener fossiler Brennstoffe sträubt, während sie gleichzeitig nicht bereit ist, ihr Verhältnis zu Russland, dem wichtigsten Energielieferanten, zu klären.

Der makroökonomischen Falle aus fortschreitender Deindustrialisierung und Inflation könnte Deutschland nur durch eine Investitionsrevolution im privaten Sektor entkommen. Auch hier liegt eines der großen ökonomischen Missverständnisse, immer wieder von der Politik vorgetragen und von staatsaffinen Medien stetig wiederholt: Der Staat müsse nun investieren, um eine ökonomische Wende herbeizuführen.

Es macht Sinn, in die Infrastruktur zu investieren. Doch nichts spricht gegen öffentlich-private Partnerschaften, um Kapital zu bewegen, die enorme Investitionslücke wenigstens teilweise zu schließen, die über die Jahre aufgerissen ist. Es ist unvermeidlich: Deutschland wird sich durch ein ökonomisches Nadelöhr aus schrumpfender Industrie und weiter steigenden Preisen durchschieben müssen. Dies gilt auch für den Fall einer unmittelbaren politischen Wende hin zur Marktwirtschaft.

Der Schaden, den das grüne Umverteilungskartell angerichtet hat, ist nur schwer messbar, dürfte aber spielend die Billionen-Euro-Höhe erreichen: Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland über 321 Milliarden Euro oder 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an Subventionen und Beihilfen durch den Staat verteilt – Ressourcen, die dem freien Markt entzogen werden, den Unternehmenskredit verteuern und Hunderttausende in unproduktiven Tätigkeiten beschäftigen.

Eine Katastrophe, die eindringlich in Erinnerung ruft, dass Wohlstand nur in einem System freier Märkte mit einem nicht manipulierten Preismechanismus entstehen kann. Allerdings hat sich mit dem Green Deal ein monströser Zerstörungsmechanismus in die Gesellschaft verpflanzt, der metastasiert und Ressourcen der Privatwirtschaft in seine unproduktiven Kanäle umsteuert.

Noch zur Jahrtausendwende lag die Rate der Nettoanlageinvestitionen – eine der entscheidenden Kapitalkennziffern überhaupt – bei drei Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Damals war es möglich, beinahe unbehelligt von manischer Klimaregulierung Kapital aufzubauen und so die Industrieproduktion wettbewerbsfähig für den globalen Markt zu gestalten.

Die Rate von seinerzeit drei Prozent ist im vergangenen Jahr in den negativen Bereich auf minus 0,23 Prozent abgerutscht. Die deutsche Ökonomie fährt auf Verschleiß. Kalkuliert man diese Differenz auf der Basis des gegenwärtigen deutschen BIP, so hat sich die Investitionstätigkeit der Privatwirtschaft um etwa 145 Milliarden Euro pro Jahr verschlechtert. Kein Wunder, dass Hunderttausende in der Industrie ihre Jobs verlieren.

Gleichermaßen aufschlussreich ist auch die Kapitalbewegung im Bereich der Direktinvestitionen. Deutschland hat bis zum vergangenen Jahr über einen Zeitraum von weit mehr als zehn Jahren jährlich hohe zweistellige Milliardenbeträge an Direktinvestitionen ins Ausland verloren, zuletzt verstärkt an die USA. Diese Bewegung scheint sich im vergangenen Jahr abgeschwächt zu haben, da die Bundesregierung mit schuldenfinanzierter Rüstungsnachfrage ausländische Investitionen in die Heimat lockte. Doch dies ist beileibe kein Grund zur Entwarnung. Rüstungsinvestitionen schaffen keinen Wohlstand. Dazu hätte auch der alte Wehretat genügen müssen, die Außengrenzen adäquat zu schützen, wenn dies jemals das Ziel gewesen wäre.

Nein, in der Rüstungsindustrie und der grünen Kunstwirtschaft werden jene Ressourcen verbrannt, die in der Zukunft den Wiederaufbau Deutschlands hätten tragen sollen. Die Bundesregierung betreibt hier eine Politik der verbrannten Erde: Sie soll es kommenden Generationen erschweren, sich von den Schäden des Ökosozialismus und der manischen Ukraine-Politik zu befreien und eine bürgerliche Gegenrevolution ökonomisch abzusichern.

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Kommentare ( 9 )

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VK
32 Minuten her

Gelegentlich und mit abnehmender Frequenz frage ich Bekannte, die immer noch klassisch wählen, nach dem warum. Ich schaue dann häufig in starre oder gequälte Gesichter und höre sowas wie „Weil es richtig ist“. So sortiert sich der Freundeskreis seit 10 Jahren neu.

Gert Lange
46 Minuten her

Jährlich werden rund 100 Milliarden an Steuer-, Abgaben- und Subventionsgeld umverteilt von den Vielen zu den Wenigen in die Regenerativen, nur um Energie teuer und ein ganzes Volk arm zu machen, das Geld zu verschlechtern, Eigenheime zu verhindern und die Krankenkassenleistungen zu kürzen et al., oder?

Juergen P. Schneider
54 Minuten her

Es gibt ausweislich der jüngsten Wahlergebnisse eine große Mehrheit für diese ruinöse Politik. Die Untertanen sind mehrheitlich zufrieden mit der ungebremsten Talfahrt, sie wollen nur auf dem Laufenden gehalten werden, wie tief man schon gesunken ist. Dieser naiven Duckmäusermehrheit werden erst die Augen aufgehen, wenn sie das herannahende ökonomische Fiasko erreicht hat.

Ohanse
1 Stunde her

Spoiler: Die Bundeswehr ist derart kaputt, die erholt sich nicht wieder, solange sie als sogenannte „Parlamentsarmee“ dahinsiechen muss. Wenn man der Bundeswehr nachsagt, seit 1955 keine ernstzunehmende Truppe gewesen zu sein, dann ist genau das der grundlegende Konstruktionsfehler, der behoben werden muss. Ansonsten ist jeder weitere Euro, der in diese Fehlplanung fließt, ebenso verschwendet, wie all das Geld davor.

Bernd Bueter
1 Stunde her

…..selbst beim Visitenkarten-Kanzler hören nicht mal CDU-Wähler mehr hin.

Das ganze Land wartet nur noch auf den großen, überfälligen, politischen Implosionsknall des kriminellen Blocks „UnsereDemokratie“ in Berlin.

Die täglichen Schlagzeilen im Volk lauten:

„Wie lange noch?“ „Die müssen weg“ „Alice Weidel kann ich mir vorstellen“ „Die sind doch völlig bescheuert“ „Das versteht kein Mensch mehr“ „Nur noch Lügen“ „Die rauben uns aus“ „Nie mehr CDU“
…usw.

Logiker
1 Stunde her

„Grünen-Chef Felix Banaszak hat den Gesetzentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche scharf kritisiert und warnt vor steigenden Kosten. „Dieses Gesetz, was Katherina Reiche da jetzt auf den Weg gebracht hat – mit Unterstützung der SPD, muss man sagen – zeigt sich vollkommen unbeeindruckt von der Realität, in der wir leben. Die Menschen merken doch gerade, die fossilen Energieträger sind eine Kostenfalle„, sagte Banaszak im RTL/ntv Frühstart.“ (Quelle: ntv.de) Leute – glaubt diesen Lügen nicht. Ein schönes beispiel, wie Manipulation funktioniert (funktionieren soll). Warum: Alles, was fossible Brenn- und Treibstoffe teuer macht, ist keine höhere gewalt, sondern… Mehr

Alf
1 Stunde her

Wer demoskopischen Bohrungen vertraut, egal in welcher Tiefe, sitzt mit dem Regenschirm im Bett und warte, daß es durch das Fenster regnet.
Das Volk genießt es, sich medial verblöden zu lassen.
Wenige haben verstanden, daß es mit den etablierten Sprücheklopfern keine Zukunft geben kann.
Der Sumpf „unserer“ Demokratie zieht alles nach unten.
Merz nennt Umfragewerte der CDU „völlig inakzeptabel“.
Nur, die Umfragewerte sind nicht repräsentativ, die Realität liegt wesentlich tiefer.

Haba Orwell
1 Stunde her

> Gleichzeitig erhöht Donald Trump die Zölle auf Automobile aus der EU.

Wer Alternativen hat, kann umschichten. Es ist unvorstellbar idiotisch, gegen China und Russland zu hetzen, welche Länder Alternativen bieten könnten. Auch so müsste man allerdings CO2-Dingsbums aufgeben, womit sich die Chinesen nicht belasten.

Und auch wenn Nordwesteuropa spinnt: >>>In Dänemark sollen Senioren fürs Klima weniger Fleisch bekommen – 80 Gramm Rindfleisch pro Woche – uncut-news.ch<<< Die „Begründung“ dortiger Grün:innen – als Alte haben sie am meisten gegen Klima-Gottheiten gesündigt.

twsan
1 Stunde her

Es ist halt mega-fatal, wenn die Politik der einzige Berufs- bzw. Tätigkeitsbereich ist, wo man ohne irgendwelches Wissen – dafür mit großer Klappe und noch mehr Selbstbewusstsein – das dicke Geld machen kann.
Von Befriedigung der Eitelkeit gar nicht zu reden.

Zumal es Organisationen gibt, die solche Kandidaten dank hervorragender Vernetzung gezielt und erfolgreich in die Politik bringen.

Ein Schuft – wer Schlechtes dabei denkt – und gar Verschwörungstheorien in die Welt setzt!!!!

Last edited 1 Stunde her by twsan