Massiver Anstieg bei E‑Auto‑Zulassungen wirft Fragen auf

Auch im März stieg die Zahl der zugelassenen E‑Autos in Deutschland und Europa an. Emissionsvorschriften und Flottenzulassungen verzerren nach wie vor die Statistik. Von einem Boom im Privatkundensegment kann trotz der neuen Kaufprämie keine Rede sein.

IMAGO / Action Pictures

Endlich eine gute Nachricht für die Verfechter der grünen Transformation. Die Kfz‑Neuzulassungen, die das Kraftfahrt‑Bundesamt veröffentlichte, wiesen im März einen Anstieg bei den Elektromobilen um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Von den 294.000 zugelassenen Kfz waren 70.663 rein elektrisch angetrieben – ein Marktanteil von 24 Prozent. Das entspricht einem Wert, den wir seit einiger Zeit regelmäßig beobachten können.

Hybridantriebe dominierten mit einem Anteil von 40 Prozent. Klassische Verbrennungsmotoren – Benziner und Diesel zusammengenommen – kamen noch auf 36 Prozent der Neuzulassungen. Insgesamt registrierte das KBA einen Anstieg der Zulassungen um 16 Prozent gegenüber 2025.

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Ein ähnliches Bild zeigt sich im März für den gesamten europäischen Automobilmarkt. Der Europäische Autoverband (ACEA) registrierte 1,7 Millionen Neuzulassungen, ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – bei einer ähnlichen Verteilung der Antriebstechnologien.

Die Freude ob des unerwarteten, scheinbaren Erfolgs für die E‑Auto‑Branche sorgte bei Politik und Medien für vorsichtige Euphorie. Auch im Spiegel, einer der Speerspitzen der grün‑sozialistischen Wendepolitik, frohlockte man über den deutlichen Anstieg der Neuzulassungen im E‑Auto‑Segment.

Obsiegt am Ende möglicherweise doch die Logik der Zentralplaner? Genügt es am Ende tatsächlich, politische Preise zu verhängen, den Markt durch einseitige Regulierung der klassischen Verbrennertechnologie zu manipulieren und Kaufprämien zu verteilen, um die Struktur des Automobilmarktes auf den Kopf zu stellen? Ist es tatsächlich so, wie der Spiegel es beschreibt, dass eine regelrechte E‑Auto‑Euphorie den gesamten Automobilmarkt anschiebt?

Ein Blick hinter die Euphorie in Deutschlands Medienlandschaft über die Märzzahlen ist verräterisch. Denn noch immer dominiert im E‑Auto‑Bereich das gewerbliche Segment, angeschoben durch restriktive Emissionsmaximalwerte im Bereich der Kfz‑Flotten. Etwa 70 Prozent der neu zugelassenen E‑Autos entfallen auf diesen Bereich, seien es nun Gewerbebetriebe oder große Autohändler, die mit der Zulassung von E‑Autos ihre CO₂‑Bilanzen aufpolieren, um die immer strikteren regulatorischen Anforderungen zu erfüllen.

Die klimaregulatorischen Anforderungen erzeugen eine fundamentale Dynamik innerhalb dieses Marktsegments, das vor allem über Leasingmodelle und Eigenzulassungen vorangeschoben wird.

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Kfz‑Hersteller und Händler sind gezwungen, aus regulatorischen Gründen eine nicht unerhebliche Zahl dieser Fahrzeuge zunächst selbst zuzulassen, um sie in der Folge entweder als Vorführwagen oder junge Gebrauchte, nicht selten mit erheblichem Preisnachlass, in den Markt zu bringen. Parallel werden E‑Autos über subventionierte Leasingraten gezielt in gewerbliche Flotten integriert, um auf diese Weise die CO₂‑Bilanz der Anbieter kalkulatorisch zu verbessern. Es ist unklar, wie groß der Anteil der auf diese Weise zugelassenen Fahrzeuge am Gesamtvolumen war. Doch generell werden Zulassungszahlen auf diese Weise deutlich höher ausgewiesen, und es entsteht der Eindruck einer Markteuphorie, die beileibe nicht existiert. Das private E‑Segment wächst zwar, möglicherweise etwas schneller als der Gesamtmarkt, aber diese Statistik bietet keinerlei Anlass zur regelrechten Wende‑Euphorie, wie wir sie bei Politik und Medien beobachten konnten.

Unterm Strich werden erfahrungsgemäß etwa 30 Prozent der rein elektrisch angetriebenen Kfz auf Privatpersonen zugelassen. Im März wären dies knapp 23.000 gewesen – bei einem Anteil von lediglich 4,1 Prozent an der gesamten deutschen Kfz‑Flotte. Noch einmal: Von einem E‑Auto‑Boom ist Deutschland meilenweit entfernt, ganz gleich, wie sehr auch chinesische Anbieter parallel mit Dumpingpreisen auf den deutschen Markt drängen – an unterschiedlichen Modelltypen und am Preiswettbewerb herrscht wahrlich kein Mangel.

Dennoch machen derzeit Hybridantriebe das Rennen. Setzt sich der Trend fort, werden sie den Markt für Neuwagen auf absehbare Zeit dominieren. Und das Votum der Privatkunden wird für sie gewinnen.

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Trotz dieser sichtbaren Entwicklung gehört die politische Aufmerksamkeit, zu der auch milliardenschwere Subventionen wie die neue Kaufprämie zählen, beinahe exklusiv dem E‑Mobil. Dessen indirekte fiskalische Förderung ist enorm. Kfz‑Halter spüren es in diesen Tagen an der Tankstelle: Angesichts der Mineralölsteuer, die beim Benzin etwa 65 Cent pro Liter ausmacht, der CO₂‑Abgabe, die mit rund 18 Cent pro Liter zu Buche schlägt, sowie der Mehrwertsteuer von derzeit etwa 36 Cent wird deutlich, mit welchen unsauberen Tricks die Politik versucht, das Verbrenneraus gleich doppelt abzusichern: zum einen mit der Gesetzeskeule des offiziellen Verbrennerverbots, zum anderen über kontinuierlich steigenden Preisdruck bei klassischen Verbrennungsmotoren.

Da spielt es keine Rolle, dass die Öko‑Bilanz eines E‑Autos – das hierzulande mit einem Mix aus Kohlestrom, importierter französischer Kernkraft und gasbasierter Stromerzeugung geladen wird – aus Ressourcensicht problematisch bleibt. Das E‑Auto ist und bleibt ein politisches Kampfsymbol.

Im Jahresverlauf wird sich zeigen, ob es der Bundesregierung im Zusammenspiel mit dem Brüsseler Regulierungsregiment gelingt, den Kfz‑Markt auf eine Weise zu manipulieren, dass der E‑Automarkt sein Momentum bekommt und sein moderates Wachstum fortsetzen kann. Allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands diese Hoffnung im Keim ersticken wird. Nicht nur die deutsche Automobilindustrie geht in den Wellen der Deindustrialisierung des Landes in die Knie. Steigende Arbeitslosigkeit, steigende Preise, dazu die fehlende Bereitschaft der Politik, den Pfad des ökosozialistischen Umbaus der Ökonomie zu verlassen, werden allen hochtrabenden wirtschaftlichen Plänen im Lande den Garaus machen. Dann helfen auch die wiederkehrenden Krisengipfel nicht mehr, die Realität der Wirtschaft zu überdecken. In diesem Moment zählen nur noch reale Werte, ganz gleich, wie sehr die Politik in den Preismechanismus eingreift.

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Kommentare ( 23 )

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Rasio Brelugi
20 Minuten her

„… Pfad des ökosozialistischen Umbaus der Ökonomie …“

Dass dieser sozialistische, d.h. planwirtschaftliche Pfad dieses Mal ohne Revolution (also Mord und Totschlag) eingeführt wurde, hat mit der sadistischen Charakterstruktur der Protagonisten dieser Planwirtschaft zu tun (die nicht zwingend eine Revolution braucht). „Planwirtschaft“ bedeutet, dass man andere Menschen zu bestimmten Handlungen und zu bestimmtem Konsum zwingt. Und genau da geht den Sadisten das Herz auf: Herrschaft über andere Menschen. Das ist deren Lebenselixier.
PS: Dieses allgemeine Verständnis von „Sadismus“ führt u.a. Erich Fromm in seinem Buch „Furcht vor der Freiheit“ aus.

Last edited 17 Minuten her by Rasio Brelugi
Haedenkamp
33 Minuten her

#Im Jahresverlauf wird sich zeigen, ob es der Bundesregierung im Zusammenspiel mit dem Brüsseler Regulierungsregiment gelingt, den Kfz‑Markt auf eine Weise zu manipulieren, dass der E‑Automarkt sein Momentum bekommt und sein moderates Wachstum fortsetzen kann.# Kapitalismus + Planwirtschaft = Staatskapitalismus. Der schlimmste Hybrid, durch und durch zerstörerisch.

Laurenz
42 Minuten her

Hybridantriebe sind natürlich Schwachsinn, alleine wegen des Gewichts 2er Antriebe. Auch E-Autos werden im Verbrauch durch das Gewicht einer ökologischen Erzählung nicht gerecht. Wer E-Autos kauft, gehört meist zur „privilegierten“ Schicht der Eigenheimbesitzer. Wer sich eine Solaranlage mit Speichermedium leisten kann, tankt sein Auto mit eigener Solar-Energie. Aber auch das macht nur für Pendler Sinn. Dieser Markt ist schnell gesättigt. Aber wie soll man in der Groß- oder Kleinstadt nachts das eigene Auto laden?

Nibelung
1 Stunde her

Viel Spaß dabei, bei weit höheren Ausgaben, die den Benzinpreis nicht annähernd wett machen, denn der geht vorrüber und man hat eine Problemkarre im Haus, bei problematischen Tanken angefangen, hin zur Streckenleistung, höherer Brandgefahr, den Folgekosten für eine neue Batterie und den Minimal-Wiederverkaufswert der in diesem vermeintlichen Sparmodell steckt und vermutlich schreckliche Einbußen beim Verkauf erwarten läßt und eine neue Batterie das mindeste wäre um überhaupt noch was dafür zu bekommen. Das ist allenfalls ein Zweitwagen für kürzere Strecken und für solche, die auf Geld nicht achten müssen und wer mit solchen Kisten schon unterwegs war um dann nicht rechtzeitig… Mehr

Paul Brusselmans
1 Stunde her

Die klassische Autoindustrie, die noch Verbrenner herstellt, kann gar nicht anders, als zunehmend e-Autos in den Markt fast zu egal welchem Preis zu drücken. Der Flottenwert an Co2-Abgabe wird jährlich verschärft, für jeden Verbrenner werden so wachsende Strafzahlungen fällig. Es ist Irrsinn mit System, dem schnell ein Ende bereitet werden könnte, wenn man a) die Co2-Neutralität der e-Autos infrage stellen würde (Braunkohleantrieb) und b) auch die Co2-Emmission und Umweltschäden bei der Herstellung von Autos (seltene Erden, Kupfer,…) einbeziehen würde, wenn man denn schon diesen Wahnsinn nicht ganz abschafft. Der Green Deal ist wie diese schweizerische Selbstmordmaschine, drückt man auf den… Mehr

mediainfo
1 Stunde her

Dennoch machen derzeit Hybridantriebe das Rennen. …… Und das Votum der Privatkunden wird für sie gewinnen. Ist aus meiner Sicht auch das einzige was Sinn macht für jemanden, der sich das Elektroauto nicht als virtue signal und Drittwagen auf die breite Auffahrt stellt. Sondern ein universell einsetzbares Auto braucht. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist nach wie vor beklagenswert, diese Tatsache wird ja allgemein propagandistisch als „Reichweitenangst“ etikettiert, als sei das ein Problem des Nutzers. Und nachdem auch für die europäischen Hersteller anscheinend die Lieferverträge für die ollen NMC-Akkus, die niemand haben will der das Auto nicht nach drei Jahren zurückgibt, so… Mehr

Bernd Simonis
1 Stunde her

E – Autos mit vernünftiger Reichweite und Platz für die Familie sind weiterhin praktisch unbezahlbar. Dazu kommt das Ladeproblem, wenn man in einem Mehrfamilien-Hochhaus lebt. In wenigen Jahren werden viele, die jetzt noch ihr Fahrzeug abnutzen, ohne individuelle Mobilität auskommen müssen. Auf dem Land wird das dramatische Folgen haben. Bei uns fahren stündlich ein Bus, aber nicht am Wochenende und auch nur zum nächsten regionalen Bahnhof, 3 faches Umsteigen ist manchmal erforderlich. Es ist praktisch unmöglich, damit Jobs anzunehmen, die um 6 Uhr starten. Oder nach Vereinsabenden nach 20 Uhr noch nach Hause zu kommen. Mir fehlt die Fantasie, was… Mehr

Wilhelm Roepke
1 Stunde her

Hybridautos sind alleine schon versorgungstechnisch das Beste: man kann fossil tanken, muss aber nicht. In Zeiten, in den vom Strom über Diesel bis Benzin alles teurer wird und zwischen Stromausfällen und französischen Tankstellenschließungen alle Varianten möglich sind, fährt man am besten zweigleisig.

Jack
1 Stunde her

Wenn es so weiter geht wie es zu befürchten ist, mit einem Verlust von Erwerbstätigkeit, einer Abnahme der Einzahler und einem gleichzeitigen Anstieg der Empfänger, einer daraus resultierenden erhöhten Abgaben- und Steuerquote, wird der Konsum weiter eingeschränkt. Dieser Verlust der Kaufkraft wird sich auch auf den globalen Automarkt auswirken, unabhängig vom Antrieb. Dazu kommt eine allgemeine Teuerung aufgrund von Nachfrage und einer (künstlichen??) Verknappung von Rohstoffen. Ergänzend in der Sache, würden beide Antriebe unter gleichen Wettbewerbsbedinungen am Markt angeboten, müsste man wahrscheinlich kaum über die E-Mobilität nachdenken. Trotz aller Hebel welche in Bewegung gesetzt werden, bleibt die E-Mobiltät hinter den… Mehr

Last edited 1 Stunde her by Jack
humerd
1 Stunde her

Kaufprämie „, „Förderung“ und ähnliches sind nur andere Worte für Subventionen und Subventionen sind Steuergelder die abfließen und Steuergelder müssen von der gesamten Bevölkerung erwirtschaftet werden. Selbst die Ärmsten zahlen mit jedem Einkauf MWSt.