Passend zu den Skandalen, die ARD, ZDF und Deutschland-Radio seit Monaten in immer höherer Frequenz erschüttern, haben sich zwei Insider den jährlich mit fast neun Milliarden Euro zwangsfinanzierten und politisch einseitigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) Deutschlands zur Brust genommen. Es ist daraus eine 200 Seiten starke Abrechnung mit dem ÖRR geworden.
Peter Welchering trägt zum vorliegenden Band sieben Kapitel bei. Vor allem ist es Skandal-Kasuistik, die er als Betroffener oder als Beobachter einbringt. Welchering ist Technik- und Wissenschaftsjournalist. Er schreibt und produziert seit 1983 für private und öffentlich-rechtliche Medien. An der Universität Göttingen hat er einen Lehrauftrag für journalistische Praxis, zudem unterrichtet er an Journalistenschulen und Medienakademien. Am 20. Dezember 2024 hat Welchering dem Intendanten des ZDF, Norbert Himmler, schriftlich mitgeteilt, dass er nicht mehr für das ZDF arbeiten werde, weil dort die Missachtung journalistischer Standards über die Jahre hinweg um sich gegriffen habe. TE-Leser kennen Welchering aus einem Interview, das Maximilian Tichy am 25. Februar 2026 mit ihm geführt hatte.
Welchering lebt in Ostfriesland.
Roland Schatz bringt drei Kapitel in das Buch ein. Er tut das vor allem aus der Perspektive des Inhalts- und Meinungsforschers in Sachen ÖRR. Schatz ist in fünfter Generation Journalist. 1993 gründete er das Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International AG, das er bis heute leitet. Die Schweizer Forscher untersuchen weltweit Medien mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse. Seine Längsschnittanalysen können helfen, dem Anspruch des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Oktober 2025 gerecht zu werden, nämlich dass gerichtliche Klagen gegen das Zwangssystem zugelassen werden können, falls die Kläger über einen längeren Zeitraum hinweg die Einseitigkeit der ÖRR belegen. Roland Schatz lebt in der Schweiz.
Die Edition Sandwirt („Sandwirt“ ist das Geburtshaus des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, 1767-1810) kündigt Welchering/Schatz wie folgt an: „Erfundene Nachrichten, falsche Tatsachenbehauptungen, politisch einseitige Berichte bis hin zur Lobhudelei – in den Nachrichtenformaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks grassieren seit einigen Jahren zunehmend Fake News … Aber der ÖRR insgesamt kann so seinen gesetzlichen Programmauftrag gar nicht mehr wahrnehmen.“
ÖRR: Freiwillige Delegitimierung und Demontage
Kapitel für Kapitel belegen die beiden Autoren die freiwillige Delegitimierung und die freiwillige Demontage des ÖRR sowie dessen mangelnde Binnenpluralität und tendenziöse Recherchepraxis. 16 Seiten an Literaturbelegen und Quellen tragen die Autoren zur Vertiefung bei. Es geht in Welcherings Kapiteln unter anderem um Gehalts- und Gagenexzesse, um regierungsfreundlichen Klima- und Corona-Journalismus, um das volkspädagogische Sendungsbewusstsein des ÖRR, um die ungeprüfte 1:1-Übernahme von links-aktivistischen Narrativen, um eine gesinnungsjournalistische Vermischung von Fakten und (eigenen) Meinungen. Welchering belegt dies anhand „prominenter“ ÖRR-Skandale: zum Beispiel der ÖRR-Fake-„Berichte“ von Anfang 2024 zum sog. Potsdam-Treffen vom 25. November 2023 und der Verleumdungskampagne der ZDF-Krawallschachtel Böhmermnn vom 7. Oktober 2022 gegen den schließlich von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) strafversetzen Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit und der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm. Beides übrigens Verzerrungen des ÖRR, wofür der ÖRR gewaltige Klatschen vor Gericht kassierte. Und der Gebührenzahler die erheblichen für den ÖRR anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten zu blechen hatte. Ausführlicher siehe dazu jeweils auf TE:
Faktenfreiheit à la ÖRR
Mitautor Roland Schatz bestätigt das. Er schreibt von einer „Faktenfreiheit“, die im ÖRR vorherrsche, aber für Rundfunkfreiheit gehalten werde. Schatz belegt die Vertrauenskrise gegenüber dem ÖRR anhand empirischer Rezeptions- und Meinungsforschung. Zum Beispiel belegt er: In puncto Glaubwürdigkeitslücke wird der ÖRR unter allen acht Medien (inkl. Zeitung, Youtube usw.) nur noch von den Privaten TV-Sendern übertroffen. Oder: Die mit Abstand wirtschaftsfeindlichsten Medien sind ZDF und ARD. Das ZDF sogar noch weit vor der ARD. Beide weit vor RTL und WeltTV.
Beispiele: Es wird mehr über Entlassungen als über Einstellungen berichtet. Und es wird mehr über Insolvenzen als über Gründungen berichtet. Gewerkschaften kommen im ÖRR dabei viermal häufiger zu Wort als Arbeitgeber. Interessant laut Schatz ist auf erschreckend niedrigem Niveau ein West-/Ost-Gefälle: In den „alten“ Ländern der Republik finden 31 Prozent ihre Meinung im ÖRR wieder, in den neuen Ländern nur 13 Prozent. Folge der Abgehobenheit des ÖRR von der Lebenswirklichkeit der (Zwangs-)Gebührenzahler ist eine abgrundtiefe Vertrauenskrise. Man könnte fast sagen: In der DDR dürften es ähnliche Werte gewesen sein, so sie denn erfasst worden wären. Lässt die Erinnerung an Karl-Eduard-von-Schnitzler („Sudel-Ede“) grüßen?
Ist ein Neustart möglich?
Die Autoren Welchering und Schatz halten den ÖRR eigentlich für reformunfähig. Gleichwohl machen sie sich Gedanken, wie noch etwas zu retten sei. Etwa dergestalt: „Wir brauchen informierte Medienpolitiker und Rundfunkräte. Beaufsichtigt werden soll das Ganze durch ein Aufsichtsgremium, das per Wahl oder Losverfahren bestimmt werden kann. Redaktionsstatute stellen sicher, dass sich interne Zensur nicht ereignen kann. Die Intendanten haben deshalb nicht mehr das letzte Wort. Interne Mitbestimmung der festen und freien Mitarbeiter muss stark verankert sein.“
Mit Blick auf die Parlamentswahlen des Jahres 2026 in fünf deutschen Ländern (BaWü.; Rh-Pf.; Sa-Anhalt; Berlin; Meck-Pomm) schreiben die beiden Autoren: Diese Wahlen seien entscheidende Wegmarken. Die Frage sei: Können die Medienpolitiker von CDU und SPD ihre Angststarre in Sachen ÖRR-Kritik lösen? Oder müssen/sollen sie auf die Hilfe der vor allem bei den 2026er Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wohl erstarkten AfD hoffen.
Ausblick
Der Ärger um den ÖRR währt seit Jahren – mit wachsender Intensität und höherer Frequenz. Zuletzt hat er sich vehement zugespitzt. Vieles ist derzeit im Fluss, auch durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Oktober 2025 und durch die allerjüngsten Skandale im ZDF-heute-journal vom 15. Februar 2026 mit unsäglich manipulativem KI-Videomaterial zur US-Einwanderungsbehörde ICE und das lächerliche Theater um den Auftritt des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Daniel Günther (CDU) bei ZDF-Markus-Lanz am 7. Januar 2026. Günther will dort als Privatmann aufgetreten sein und nur im Interesse Minderjähriger Zensurmaßnahmen für alternative Medien ins Gespräch gebracht haben.
Dem Vernehmen nach sind noch im Spätsommer 2026 weitere Bücher zum maroden ÖRR-System in Arbeit. Dort oder auch in einer Fortschreibung des Welchering/Schatz-Bandes wird es dann gehen müssen um weitere notwendige Sparprogramme innerhalb der mehr als siebzig ÖRR-Programme. Ferner um die Untätigkeit und die Staatsnähe der Rundfunk-/Fernsehräte – also um rund 500 „Räte“, die ihrer Kontrollfunktion nicht nachkommen. Um die Repräsentanz der Beitragszahler in Aufsichtsgremien. Um schlagkräftige empirische Nachweise mangelnder ÖRR-Ausgewogenheit als Voraussetzung für aussichtsreiche Klagen vor Gericht. TE bleibt hier Woche für Woche am Ball und leistet damit wichtige Vorarbeit.
Peter Welchering, Roland Schatz: Geschlossene Anstalt. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich selbst demontiert. Edition Sandwirt, Moos, 23. Februar 2026, 200 Seiten, 28.00 €




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Am meisten demaskiert sich nicht der Journalismus, weil er als ÖRR sein Kerngeschäft verrät – wirklich JEDER weiß, dass das gar keine Journalisten, sondern Agitatoren sind. Der Unterschied ist nur, dass die einen das begrüßen und die anderen nicht. Wer sich tatsächlich demaskiert, ist die Justiz, die allen Ernstes behauptet, der Kaiser sei nicht nackt, obwohl er keinerlei Kleider anhat. Ich frage an solchen Stellen gern zu den berüchtigten 12 Jahren: das Militär hatte seinen Stauffenberg, der ein Ende herbeizwingen wollte – das Unternehmertum Oskar Schindler, der das abartige System sabotierte – wen hatten die Juristen, auf den sie nachträglich… Mehr
Sehr geehrter Herr Kraus sind sie wirklich der Meinung, dass das vorgelegte Buch der Sammlung von Tatsachen entspricht die benötigt wird um zukünftige Verfahren unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts aus 2025 klar und deutlich zum Erfolg zu führen? Es ist ja wirklich allerhöchste Zeit dass diesem System der Geldhahn zugedreht wird und es wäre sehr zu wünschen, dass man hier mit guten Aussichten ins Verfahren gehen kann.
Demontage bezeichnet einen Prozess des Abbaus. Das ist beim ÖR nicht der Fall.
In Deutschland gibt es mittlerweile so viele, überaus wirklich ernst zu nehmende „Baustellen“, dass man gar nicht mehr weiß, wo man zuerst anfangen müsste. Man denke nur daran, dass sich die Abgeordneten erst kürzlich per Selbstbedienung eine Gehaltserhöhung von monatlich 500,- € je Person zugeschanzt (geraubt) haben, während dieses Land eigentlich schon bankrott ist. Dieses Land ist völlig kaputt und marode. Der grünsozialistische Selbstgefälligkeitsblock hat so gut wie alles zerstört, was mal in Deutschland für Freiheit und Wohlstand gesorgt hat, während eine einzige ehemalige, heute vermeintlich konservative Partei sich unterworfen hat. Und der Wegbereiter und -beschleuniger zu diesen fürchterlichen Verhältnissen… Mehr
Sorry erstmak weg MIT DAS GANZE!!!!!!! Die Leute muesse lernen sich ihre Informationen – die immer alle subjektiv sind – selbst zu erlesen. Bildung statt Indoktrination ist das Zauberwort.Immer erst schauen WER was sagt und WARUM das ist viel wichtiger denn je. Weg mit fetter Alimentation und Rundfunkraeten. Dort wird der Filz weitergehen und sich nichts aendern.
Frage an den Sender Jerewan:
Gibt es einen Unterschied zwischen der DDR von damals und der BRD von heute?
Antwort des Senders Jerewan:
Im Prinzip nein, aber in der DDR gab es Westfernsehen.
Ich wiederhole : Der ÖRR ist reformunfähig, jedenfalls dann, wenn man über kosmetische Massnahmen hinausgeht. Dieses und andere Systeme sind und bleiben nicht nur sich selbsterhaltend, sondern kolludieren mit anderen wie in diesem Fall dem “ Parteiensystem“ und mit dem Dritten , der parteiengesteuerten Justiz. Die Reformresilienz ist naturgemäss auchbdeshalb enorm, weil es beim gesamten Personal um ( fast) Alles geht, um eine feudale Existenz ohne Qualifikation und jede Leistung . Die Systemlinge wissen, was bei „echten“ Reformen auf sie persönlich zukäme. Entsprechen ausgeprägt ist der Widerstand. Nur ansatzweise das, was man aus den USA erfährt, was hier aufgrund Strukturen,… Mehr
Man benötigt wahrlich kein Buch, um zu wissen, wofür der sogenannte „ÖRR“ besteht: Für die sogenannte „Re-Education“, sprich Umerziehung, des Deutschen Volkes (https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-re-education-alliierte-zweiter-weltkrieg-100.html), der man mit Weigerung der Zahlung des sogenannten „Rundfunkbeitrages“ beikommen kann, das allerdings am mangelnden Rückgrat der Deutschen scheitert, die sich zwar über den sogenannten „ÖRR“ verstärkt echauffieren, das sie allerdings keineswegs davon abhält, weiterhin den sogenannten „Rundfunkbeitrag“ zu überweisen (ich selbst, wenngleich einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeiterwerbsarbeit nachgehend, zahle seit mehreren Jahren keinen sogenannten „Rundfunkbeitrag“: Der sogenannte „ÖRR“ droht zwar unregelmäßig mit Zwangsmaßnahmen, die allerdings bis dato unterblieben sind, das bedeutet, dass dieser seine Existenz in jetziger Form… Mehr
Es reißt nicht ab – neulich erst wieder bei der Wahlsendung des SWR: Laufend werden „Parteisoldaten“ und NGO Aktivisten als gewöhnliche Zuschauer präsentiert. Es ist schon dreist, den gleichen Trick immer zu wiederholen!
Ungeachtet aller politischen Einseitigkeit ist der deutsche ÖRR grotesk überdimensioniert, schon allein das muss zurückgeschnitten werden. Sollte man mehrheitlich weiterhin einen Staatsfunk wollen, so reicht ein nationaler Sender und vier regionale Anstalten mit dann auch klar regionaler Berichterstattung – und frei von jedweden Unterhaltungsformaten. Entweder müsste Werbung ausgeschlossen sein oder Gebührenfinanzierung.
Am Ende ist der ÖRR jedoch auch ein weiterer Anbieter von Bullshitjobs für die Bürgertöchter der Frauenemanzipation, die hier unterkommen und Geld verdienen, ohne etwas zu können. Das genau hält ihn in dieser Form am Leben.