Friedrich Merz hält im Bundestag eine Regierungserklärung zur Außenpolitik. Er beschwört zum x-ten Mal, wie notwendig deutsche Stärke und wirtschaftliche Erholung wären – doch seine eigenen Sätze verraten die Wahrheit dahinter.
picture alliance / Andreas Gora | Andreas Gora
Journalisten lernen schon in Praktika, dass sie Passivsätze vermeiden sollen. Talentierte Journalisten verinnerlichen das schon spätestens ab ihrem dritten Beitrag: Mit Passivsätzen drückt sich der Autor. Er nennt nicht beim Namen, wer handelt. Also kann er die Handlung gar nicht scharf und präzise beschreiben, Entscheidendes muss im Nebel bleiben. Gute Journalisten vermeiden daher Passivsätze.
Der Bundeskanzler gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Außenpolitik ab. Friedrich Merz (CDU) sagt: „Wir lassen es nicht zu, dass dieser Einsatz heute verächtlich gemacht wird und herabgewürdigt wird.“ Ein Passivsatz. Was und vor allem wen der Kanzler meint, wird nur im Kontext deutlich: Er antwortet auf den Präsidenten der USA, auf Donald Trump, der jüngst über die Bundeswehr spottete, ihre Soldaten hätten sich in Afghanistan nur im sicheren Hintergrund gehalten.
In der literarischen Welt von Harry Potter meiden die Zauberer, den Namen des Oberschurken Lord Voldemort auszusprechen. Sie behelfen sich mit „Du weißt schon, wer“ oder „Der, dessen Namen nicht genannt werden darf“. Die Autorin JK Rowling verspottet damit die Feigheit der Mehrheit und lässt ihr Alter Ego Albus Dumbledore vor den Folgen dieser Feigheit warnen: „Angst vor einem Namen steigert nur die Angst vor der Sache selbst.“
Was Merz nicht davon abhält, die Backen aufzublasen. „In dieser Welt weht ein rauer Wind“, baut der Kanzler eine Welt auf, in der er wie ein Westernheld aka John Wayne oder Clint Eastwood wirken soll. Um dann Stärke zu demonstrieren: „Wir müssen selbst die Sprache der Machtpolitik lernen.“ Das klingt hart und entschlossen. Das soll hart und entschlossen klingen. Doch Merz’ feige Passivsätze gegenüber Donald Trump entlarven ihn. Wäre der Kanzler eine Figur im Western, dann nicht die Hauptrolle – sondern die des Fuzzy Malone, des brabbelnden Alten, der als lustiger Pausenclown zwischen den Actionszenen auftritt.
Die Feigheit des Friedrich Merz gegenüber Donald Trump ist kein Mysterium. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat außerhalb des Bundestages die Zusammenhänge klar benannt: Deutschland ist abhängig von den USA. Technologisch, militärisch und geheimdienstlich. Deswegen fordert Söder, Drohgebärden gegen die USA müssten aufhören. Etwa die Forderung eines Boykotts der Weltmeisterschaft im Fußball, die im Sommer in Nordamerika stattfindet. Söder hat verstanden, dass jeder, der nur tönt, aber keine Action liefert, nur davon träumt, John Wayne zu sein – aber in Wirklichkeit Fuzzy Malone ist.
So ist Merz’ Regierungserklärung eine Mischung aus blumigen, nichts sagenden Sätzen wie: „Wir haben etwas erleben können vom Glück der Selbstachtung.“ Oder leeren und stets wiederholten Versprechen wie: „Wir müssen unsere Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen.“ Spannend ist Merz nur dann, wenn seine Sprache ihn verrät. Versehentlich. Wie eben zum Beispiel in dem Satz: „Wir müssen unsere Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen.“
Warum ist das überhaupt bemerkenswert? Medien wie TE berichten fast täglich über die fehlende Wettbewerbsfähigkeit, analysieren die Gründe und dokumentieren die entsprechenden Zahlen. Doch solche Medien benachteiligt die schwarz-rote Regierung systematisch in ihrem Wettbewerb mit regierungsfreundlichen Medien. Sie übt zusammen mit der EU gesetzlichen Druck auf Google, Facebook und Co aus, solchen Analysen keine Reichweite zu geben. Einzelne Christ- und Sozialdemokraten reden öffentlich über ein Verbot solcher Medien. Als private Staatsmänner im Staatsfernsehen.
Merz und Bas wollen nicht, dass einer kritischen Mehrheit in Deutschland bewusst wird, dass die deutsche Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig ist und sich Arbeiten hierzulande nicht lohnt. Deswegen kleiden sie die Wahrheit in blumige, nichts sagende Sätze – flüchten sich ins Passiv. Doch so sehr sie um sie herumtanzen. Merz und Bas kriegen sie nicht unter Kontrolle. Die Wahrheit bricht sich ihre Bahn. Vor allem in der Realität, aber sogar in den Sätzen des Kanzlers und seiner Arbeitsministerin.
Ebenfalls verbieten wollen Sozial- und Christdemokraten die AfD. Die größte Oppositionspartei. Sie benennt die Wahrheit im Bundestag. In Aktivsätzen. Belegbar durch Zahlen. Merz spricht (wieder einmal) davon, dass die deutsche Wirtschaft wieder stärker werden müsse. Doch die Wahrheit ist: „Ein Pleite-Tsunami fegt ungebremst über unser Land“, wie die AfD-Vorsitzende Alice Weidel in ihrer Erwiderung der Regierungserklärung sagt. Es komme zu Ketten-Insolvenzen, weil die Zahlungsfähigkeit des einen Unternehmens das andere Unternehmen um Geld bringt, was wiederum das in die Zahlungsunfähigkeit treibt, was … und so weiter.
Merz will die Sprache der Macht sprechen. Nach außen gelingt ihm das nicht. Da steht er für „Klamauk“ (Weidel) wie das Entsenden von 13 Soldaten nach Grönland, um sie nach anderthalb Tagen wieder zurückzuziehen. Da muss er deutsche Soldaten beleidigen lassen und hat dann nicht mal den Mut, in seiner Replik den Beleidigenden auch nur beim Namen zu nennen. Außerhalb Deutschlands will Merz die Sprache der Macht sprechen, aber es reicht beim Kanzler nur zum Pfeifen im Walde. Die Rolle des John Wayne überfordert ihn, die des Fuzzy Malone passt.
Die Sprache der Macht kann Merz nur in Deutschland sprechen. Wenn seine Parteifreunde kritische Medien verbieten wollen. Wenn sein Koalitionspartner Parteien verbieten will, die Wahrheiten noch in aktiven Sätzen benennen. Merz will eine Welt, in der er eine Sprache der Macht spricht, die auch als solche verstanden wird. Das wird aber eine sehr kleine Welt sein. Die sich nur rund um den Berliner Spreebogen durchsetzen lässt, im Funkhaus des NDR und auf dem Mainzer Lerchenberg.




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Er ist und bleibt der Pausenclown in der Weltpolitik und der Totalversager in der deutschen Wirtschafts-, Energie-,Sozial-,Gesundheits- und Migrationspolitik. Er kann keines seiner großmäuligen Versprechen aus dem Wahlkampf einhalten, weil er sich als politischer Dilettant in die babylonische Gefangenschaft der links-grünen Deutschlandzerstörer begeben hat. Dies tat er ohne Not, um mit den Sozis und der Schuldenorgie mindestens vier Jahre Kanzler spielen zu dürfen. Das Land und seine Bürger sind diesem unfähigen Wichtigtuer egal.
Es ist immer wieder klar zu stellen. Diese Politiker werden gewählt, von einer Mehrheit. Alle Parteien mit einer Ausnahme, hocken unter einer Decke, mit unterschiedlichen Namen. Solange das gewährleistet ist, machen diese Politiker offensichtlich alles richtig. Dann wechselt eben Mal der Kanzler der einen Partei und es wird Kanzler der anderen Partei. Ändern tut sich nichts. Selbst Wahlversprechen die dazu geführt haben das Politiker das Vertrauen der Wähler bekommen, werden unmittelbar nach den Wahlen schamlos gebrochen.Somit muss die Frage erlaubt sein, wer ist der wirklich Dumme? Politiker oder Wähler?
Er sollte lieber mal darüber nachdenken, damit wir in den nächsten Tagen keinen Energie-Kollaps erleben müssen, mit allen Folgen die damit einher gehen und kein Ruhmesblatt wäre, wenn viele Opfer zu beklagen wären und wir dann auch ohne Krieg die gleichen Zustände wie in der Ukraine hätten, was auch nicht gerade für Weitsicht spricht und er dann einpacken kann, als sichtbares Zeichen des Versagens, mitten im Frieden und ohne Not, weil Dummheit überwiegt und alles andere vergessen läßt.
„Damit haben der Kanzler und seine Arbeitsministerin fast gleichzeitig zugegeben, dass die deutsche Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig ist und sich Arbeiten in Deutschland nicht lohnt.“ …und damit auch Frau Weidel in ihrer Analyse vollständig bestätigt. Demnach gibt es zwischen der Regierung und der AfD in der grundsätzlichen Beurteilung der Situation keine Unterschiede. Das ist doch schon mal ne Grundlage!
Wer gerne im Passiv spricht, in der Leideform, sieht sich selbst anscheinend als ohnmächtiges Opfer der Zeit, der Umstände, der bösen Weltpolitik und will von der Umwelt dafür auch noch gelobt werden. Als Führungskraft taugt er nicht.
Wenn Merz die Sprache der Macht sprechen möchte, kann er ja Unterricht bei Merkel nehmen. Sie hilft ihm bestimmt gerne beim Buchstabieren.
Sagen wir mal so: die CDU/CSU-Abgeordneten, die meisten aus dem Stall von Merkel, sind ja nicht besser als der Vorsitzende. Die CDU könnte gut mit der SPD fusionieren. Keiner würde einen Unterschied merken in der Regierungslinie.
Merz hat auch gesagt „Wir sind keine Vermittler“. Damit hat er sich selbst als geschichtsvergessen bestätigt und Deutschlands Interessen delegiert an NATO, EU und USA. Diese werden einen Teufel tun und die Interessen der Mehrheit des deutschen Volkes nach Frieden und Interessenausgleich in Europa verfolgen. Wann will Deutschland endlich wieder souverän werden? Mit diesem BlackRock-Kanzler bestimmt nicht.
Die Sprache der Macht spricht einzig Herr Klingbeil aber nicht der Langnasige.
Manche Länder verstehen den Wert der Unabhängigkeit – heute im Bösen Medium: „Niederlande: Abgeordnete wollen Übernahme von Cloud-Anbieter Solvinity durch USA verhindern“ > „… Eine Mehrheit der Abgeordneten des niederländischen Parlaments fordert von der Regierung, den Verkauf des IT-Dienstleisters Solvinity an die USA zu stoppen. Solvinity ist auf staatliche Kunden spezialisiert, darunter auch das digitale Identifizierungssystem DigiD. … DigiD ist der zentrale Zugang zu staatlichen und öffentlich relevanten Diensten und soll täglich von Millionen Bürgern genutzt werden. … „Digitale Dienste sind zu einem geopolitischen Druckmittel geworden“, meinte die Abgeordnete Barbara Kathmann vom linken Wahlbündnis GroenLinks-PvdA. Sollte es zu der Übernahme… Mehr
Ukrainische Stärke war ja auch sehr notwendig /s.
Obwohl das für die Ukrainer völlig egal wäre ob sie unter einer ukrainischen oder russischen Administration leben.
Unter ihrer „internationalen“ Regierung wird die Ukraine als geopolitischer Pivotstaat allerdings schamlos benutzt um bis zum letzten Ukrainer, im Auftrag und ausschließlichen Interesse der USA, gegen Russland zu kämpfen.
Ich vermute mal dass Merz genau das mit „deutsche Stärke“ meint, im Rahmen des typischen angelsächsischen „divide & conquer“ Spiels gegen den natürlichen Verbündeten Russland gehetzt zu werden, damit der fanatische angelsächsische Erzfeind als lachender Dritter davon profitiert?