Julia Klöckner will Mitarbeiter der AfD entlassen

Julia Klöckner will das Abgeordnetengesetz ändern und Mitarbeiter faktisch kündigen, über die eigentlich die AfD zu entscheiden hat. Die Präsidentin des Bundestages versucht, ihrer Initiative den Anschein der Neutralität zu wahren - sie versucht es.

picture alliance / dts-Agentur

Der Deutsche Bundestag vergibt seinen Medienpreis in diesem Jahr an einen Journalisten der ARD. Jan N. Lorenzen erhält den Preis für seinen Beitrag „Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten“. Ausgesucht hat ihn eine Jury aus Mitarbeitern des WDR, des ARD-Hauptstadtstudios und des Deutschlandfunks, Aber auch private Medien wie der Stern und die FAZ waren unter den Juroren vertreten.

Mit dem Hinweis auf die neutrale Jury will Präsidentin Julia Klöckner den Eindruck verhindern, dass im Bundestag eine Allparteienkoalition sitzt, die im Namen der „Brandmauer“ ihren Einfluss und ihre Bezüge gegen die AfD verteidigt. Dieser Eindruck könnte schon entstehen, wenn der Bundestag einem Mitarbeiter des „öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ den Preis des Bundestages zuschanzt für einen Beitrag, in dem er AfD-Mitglieder als „Aussteiger“ tituliert und damit die politische Konkurrenz der Allparteienkoalition in die Nähe von Sekten und Terrorbanden rückt.

Themenwechsel: Dieser Tage ist bekannt geworden, dass Julia Klöckner als Präsidentin des Bundestages eine Gesetzesänderung anschieben will, um Mitarbeiter des Bundestages bei „denen die Zuverlässigkeit verneint“ wird, vom Bundestag nicht mehr bezahlt werden müssen. Sie regte das in einem Brief an die Fraktionen an. Datiert ist er auf den 17. Dezember 2025. Klöckner hat ihn also kurz vor den Feiertagen verschickt, während denen er dann bei den parlamentarischen Geschäftsführern eingetrudelt ist.

Zum Hintergrund muss man wissen: Den Fraktionen und Abgeordneten stehen laut Gesetz Mitarbeiter zu. Bezahlt und verwaltet werden sie vom Bundestag, doch die Fraktionen und Abgeordneten stellen sie ein und führen sie. Allein jedem der 630 Abgeordneten steht dafür ein monatlicher Etat von 26.650 Euro bereit. Die kann er auf seine Mitarbeiter nach Belieben verteilen. Wobei es sich da nur um das Arbeitnehmerbrutto handelt. Die entsprechenden Abgaben an die Sozialversicherungen zahlt der Bundestag – also der Steuerzahler – noch obendrein.

Wen die Fraktionen und Abgeordneten einstellen, war nie ein Thema. Auch nicht, als der 2022 verstorbene Hans-Christian Ströbele (Grüne) immer wieder Mitarbeiter vom Bundestag bezahlen ließ, die vom Verfassungsschutz beobachtet wurden. Sie stammten aus dem linksextremen Spektrum. Für CDU und SPD war das kein Problem, stehen sie doch auf der gleichen Seite der „Brandmauer“ wie der ehemalige RAF-Anwalt.

Nun sieht das Klöckner anders. Sie will das Abgeordnetengesetz so ändern, dass die Christdemokratin entscheiden kann, welche Mitarbeiter noch Geld vom Steuerzahler erhalten. In dieser Initiative versucht sie wieder das Thema zu objektivieren und den Eindruck zu vermeiden, es handele sich um eine Schikane der Allparteienkoalition gegen die größte Oppositionspartei.

Schon jetzt verweigert der Bundestag einzelnen Mitarbeiter den Hausausweis. Klöckner beruft sich auf entsprechende Hinweise des Verfassungsschutz. Der ist politisch neutral. Mal davon abgesehen, dass er unter der Aufsicht und Führung von Regierungen der CDU, CSU, SPD und Grünen steht. Wer schon jetzt keinen Ausweis mehr erhalte, soll nach der Gesetzesänderungen auch kein Gehalt mehr bekommen – also faktisch gekündigt werden.

TE fragt an, wie viele Mitarbeiter bisher keinen Ausweis mehr erhalten und von welchen Fraktionen sie stammen. Ein Sprecher Klöckners antwortet: Bisher gebe es sieben Fälle. Zu welchen Fraktionen sie gehören, will er nichts sagen. Der erste parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, gibt uns die Auskunft: Sieben Mitarbeiter der AfD sind betroffen, fünf arbeiten demnach direkt für die Fraktion und zwei weitere für die Abgeordnete. Das Büro Klöckner will den Eindruck vermeiden, ihre Initiative richte sich nur gegen die AfD – aber bisher tut sie genau das.

Wie groß sieht Klöckner die Chancen der Initiative, die sie so lanciert hat, dass sie in der Weihnachtspause bei den Fraktionen ankommt? Dazu will das Büro Klöckner keine Angaben machen. Das Büro Baumann schon: „Die anderen Fraktionen haben die „Anregung“ von Frau Klöckner erwartet und werden umgehend ihre längst vorbereitete Zustimmung geben.“ Mit anderen Worten: Die Allparteienkoalition gegen die Opposition steht.

Deren parlamentarische Geschäftsführer sieht eine systematische Verfolgung von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken gegen die Opposition: „Die Benachteiligung der AfD – vom Entzug von Ausschuss-Vorsitzen über die Verweigern eines Bundestagsvize bis zum Vorenthalten eines funktionstüchtigen Fraktionssaales – soll mit der von Julia Klöckner geforderten Änderung des Abgeordnetengesetzes offenbar noch gesteigert werden: Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten, denen nach Anfrage beim Verfassungsschutz die notwendige Zuverlässigkeit abgesprochen wird, sollen nicht nur keinen Hausausweis, sondern auch kein Gehalt mehr erhalten: Sie verlieren so faktisch ihre Arbeit.“

Das gelte, auch wenn Klöckner versucht, den Anschein der Neutralität zu wahren: „Der Verfassungsschutz ist keine unabhängige Behörde, sondern unterliegt auf Bundes- wie auf Landesebene den Weisungen der Innenminister – alle von CDU und SPD. Auf diesem Weg kann künftig die Bundesregierung – aus CDU und SPD – die Mitarbeiter der Opposition rausschmeißen“, sagt Baumann.

Christdemokraten, die den Verfassungsschutz beauftragen, wissen also, was sie erhalten. Ebenso wenn sie eine Jury einsetzen aus Mitarbeitern der ARD, des Sterns und des Deutschlandfunks. Am Ende steht die größte Opposition da als eine Mischung aus Sekte und Terrororganisation – während linker Terror wie in Berlin Realität ist und von Verfassungsschutz wie „neutralen Medien“ geflissentlich übersehen wird.

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Kommentare ( 99 )

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A.Heinz
1 Monat her

Ich finde die Idee Klöckners hervorragend. Es muss nur klar sein, dass ausschließlich der Souverän darüber bestimmt, wessen Zuverlässigkeit verneint wird. Dann kann Klöckner & Co. aus den Systemparteien, die seit Jahren die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit Füßen treten gleich ihre Koffer packen!

Manfred_Hbg
1 Monat her
Antworten an  A.Heinz

Ich würde Ihnen ja zustimmen. Doch genau hier liegt dann -leider auch- das Problen: „Es muss nur klar sein, dass ausschließlich der Souverän darüber bestimmt“.
– – –
Sollte die AfD tatsächlich mal in -möglichst auch alleiniger- Reg.-Verantwortung kommen, dann möchte ich nicht wissen wollen, was die AfD dann bei -den ihnen bisher versperrten- Zugang zu allen „Schubladen“ und Zimmern an vom Altparteienkartell verheimlichten Dreck und Schmutz finden wird.
Dann wird die AfD mit ziemlicher Sicherheit auf so einige Kellerleichen und Dreck stoßen.

jwe
1 Monat her
Antworten an  Manfred_Hbg

Vielleicht ist dass ja auch die große Angst der anderen!

Tesla
1 Monat her
Antworten an  Manfred_Hbg

„UnsereDemokraten“ würden vorher noch schnell diese „Schubladen“ leer räumen und die Akten vernichten – ähnlich wie es 1989 die SED und die StaSi taten.

Sabine Ehrke
1 Monat her
Antworten an  Manfred_Hbg

Das wird vorher unmöglich gemacht auf alle erdenklichen Weisen.

bfwied
1 Monat her
Antworten an  A.Heinz

Sie sehen ja, der „Souverän“ tut mehrheitlich das, was die Führerfiguren von ihm erwarten: Sie wählen sie. Wird nie anders sein.

Don Didi
1 Monat her
Antworten an  bfwied

Ja, das tut er. Aber nicht nur aus Dummheit oder Indoktrination, sondern oft aus Opportunität.
Wir haben noch knapp 30% produktiv Tätiger, die irgendetwas erwirtschaften und letztendlich alles in diesem Land bezahlen. Alle anderen (vom Bundespräsidenten bis zum Asylbetrüger) leben von deren Geld (direkt oder über Umwege).
Bedeutet letztlich, daß 70% keinerlei Interesse haben, andere zu wählen, weil nur die Wahl der „etablierten“ Parteien diesen Geldfluß weiter garantiert.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

„Unsere Demokratie“ bei der Arbeit. Primitive und dummdreiste Tricks, um der Opposition zu schaden. Nur wer keine politischen Argumente mehr hat, muss zu solchen Mitteln greifen. Eine weitere Bankrotterklärung des links-grünen Zerstörer-Kartells.

Fralarovi
1 Monat her

Konsequente Verteidigung der Menschenwürde, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ist eng mit dem konsequenten Streben nach Objektivität, Wirklichkeitssinn und Wahrheit verbunden.   Unsere Gesellschaft und auch große Teile der Kirchen haben sich praktisch dem Postfaktischen verschrieben.   Jetzt herrscht nicht mehr die Autorität der Wahrheit. Es herrscht die Autorität der Macht (z.B. der Hochfinanz).    Das war in weiten Teilen der Menschheitsgeschichte so. Aber durch die Segnungen verinnerlichter und ausgelebter christlicher Werte erfuhren viele Menschen in manchen Ländern Ansätze einer Oase der Freiheit, das Streben nach Gleichheit, nach Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, nach gegenseitigem Vertrauen und dem Wohlstand für alle.   Rechtstaatlichkeit… Mehr

Ein Mensch
1 Monat her

Mit jeder weiteren diktatorischen Entgleisung zeigt die cdu ihr wahres Gesicht. Ich finde das gut so!! So kann im Nachhinein niemand mehr behaupten, er habe das nicht gewußt. Wobei ich mir sicher bin, dass der Großteil der Wähler lieber in einer Diktatur lebt als in einer Demokratie. In einer Diktatur muss man nicht Nachdenken sondern nur Nachplappern. Mit Erstem wären die meisten total überfordert.

DDRforever
1 Monat her

Der normale Bürger sollte diesen Schranzen zeigen was er von ihnen hält, auf der Straße, im Wirtshaus, im Supermarkt, überall wo die auftauchen. Soe sollten merken das man sie verachtet.

MartinKienzle
1 Monat her

Klöckners Wirken offenbart erneut die Krankheit, woran unsere Heimat leidet: An orientierungslosen sogenannten „emanzipierten Frauen“, die nicht wissen, wer sie sind, wie sie ihr Leben gestalten sollen und die vor jenem Hintergrund diejenigen, die sich deren Selbst wie die BRD-Partei AfD bewusst sind, abwerten, das bedeutet, man muss es stets betonen, der sogenannte „Feminismus“ gänzlich Annullierung erfahren muss, um die beschriebene Krankheit heilen zu können; wird das unterbleiben, wird unsere Heimat an der Orientierungslosigkeit der sogenannten „emanzipierten Frauen“ wie Klöckner verenden!

Last edited 1 Monat her by MartinKienzle
Ernst K.
1 Monat her

Ich erwarte, daß diese Gesetzesvorlage auch noch in Landtagen adaptiert wird. Das Parteienkartell wird vor nichts zurückschrecken, um der einzigen Oppositionspartei zu schaden.

verblichene Rose
1 Monat her

Da kann man mal sehen, was für Mistkäfer sich im Bundestag aufhalten. Ist sie nicht Politikerin und vor allem Frau genug, sich demokratisch gegen die Opposition zu behaupten? Mich ekelt es vor solchen Personen.

Edward S.
1 Monat her

Diktatur!

bfwied
1 Monat her

Was ist strukturell hier anders als in der DDR oder im davor liegenden Ideologensystem? In den Strukturen ist es doch immer dasselbe: Machtanspruch, auch bis zur Vernichtung der Existenz.
Warum sehen das die Leute immer noch nicht? Warum sind sie so naiv und informieren sich nicht. Warum denken die immer noch nicht in der Mehrzahl? Offensichtlich können sie es nicht. Ein Armutszeugnis.

DDRforever
1 Monat her
Antworten an  bfwied

Falsch, ganz falsch. Gegen diese heutige BRD war die DDR ein Hort von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Sabine Ehrke
1 Monat her
Antworten an  DDRforever

Richtig, perfider, hinterhältiger, verschlagener und endgültiger. Die Mitläufer williger! Die DDR war dagegen ein Ponyhof.

BKF
1 Monat her

Warum möchte man solche Regelungen beschließen? Nehmen wir mal an, es kommt politisch mal wieder ganz anders, dann kann man damit eine eerneute ‚Machtergeifung‘ vollkommen juristisch einwandfrei abgesichert durchführen – das Problem betrifft auch immer mehr andere Gesetze und Verordnungen. Hat man nichts aus der Weimarer Zeit gelernt?

Last edited 1 Monat her by BKF