Nach dem Anschlag: 45.000 Berliner überstehen erste Nacht in der Finsternis

Kein Herd, keine Heizung, keine Alarmanlage - aber dafür viel Zorn auf die Verursacher: Nach der ersten Nacht ohne Strom müssen die 45.000 betroffenen Bewohner noch weitere fünf Tage bei eisigen Temperaturen ausharren. Von den linksextremen Attentätern hat die Polizei ein Bekennerschreiben.

IMAGO/ snapshot
Stromausfall Berlin: In der ersten Nacht ohne Strom schneit es in Berlin. Am Samstag fielen mehrere Zentimeter Neuschnee.

Nach einem gezielten Brandanschlag auf zentrale Stromleitungen am Samstagmorgen hat der Südwesten Berlins eine erste lange Nacht ohne Elektrizität überstanden: 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Betriebe waren plötzlich von der Versorgung abgeschnitten. Während draußen Schnee lag und die Temperaturen in der Nacht auf minus vier Grad sanken, saßen viele Menschen in dunklen Wohnungen, in denen Heizungen und Licht ausgefallen sind, und auch das Aufladen der Mobiltelefone nicht mehr möglich ist. Die Behebung der Schäden am Stromnetz könnte nach Angaben der Verantwortlichen noch bis zu fünf Tage – also noch bis Donnerstag – dauern.

Dass eine Reparatur nicht früher möglich ist, sorgt für tausende kritische Postings auf X. So schreibt etwa auch Hans-Georg Maaßen: „Ich bin fassungslos. Wieder ein Stromausfall in ganzen Stadtvierteln von Berlin auf Grund eines möglichen Anschlags der Antifa oder anderer linker Terrorhorden. Über 50.000 Haushalte könnten bis nächsten Donnerstag ohne Strom dastehen – mitten im tiefen Winter.“

Kritik an Polizeiführung

Und der ehemalige Chef des Bundesverfassungschutzes kritisiert auch die Polizeiführung und ihr bisheriges Vorgehen gegen die möglichen Täter: „Die Vulkan-Gruppe ist ein besonders aggressiver Teil der Antifa-Bewegung, die seit vielen Jahren Brandanschläge auf Bahnanlagen und andere Teile der kritischen Infrastruktur durchführt. Mir ist nicht bekannt, dass die Polizei jemals Anschläge dieser Terrorbande aufgeklärt hätte. Die Polizei wird heute gegen Regierungskritiker, Delegitimierer und Volksverhetzer eingesetzt und ist unfähig die Bevölkerung zu schützen.“

Ausgelöst wurde der großflächige Stromausfall durch ein Feuer an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, die wichtige Leitungen zum Kraftwerk Lichterfelde führt. Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Der Staatsschutz prüft ein Bekennerschreiben, das auf einen linksextremistischen Hintergrund hindeutet. Die betroffenen Hochspannungskabel sind derart massiv, dass sie kaum zufällig oder durch einen technischen Defekt zerstört werden konnten.

Betroffen sind mehrere Stadtteile im Südwesten der Hauptstadt, darunter Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Viele Bewohner suchten noch am Abend Zuflucht bei Freunden oder Verwandten in anderen Bezirken. Andere harrten aus – teils aus Mangel an Alternativen, teils in der Hoffnung, der Strom könne schneller zurückkehren als befürchtet. Wie viele Menschen letztlich die Nacht in ihren unbeheizten Wohnungen verbrachten, war zunächst unklar.

Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin erklärte, die Schäden seien außergewöhnlich schwerwiegend. Die Reparatur sei technisch komplex, da mehrere dicke Hochspannungskabel neu verbunden oder ersetzt werden müssten. Unter normalen Umständen würde eine solche Maßnahme mehrere Wochen dauern. Nun arbeite man mit Hochdruck an einem Provisorium, um die Versorgung schrittweise wiederherzustellen. Dennoch rechne man frühestens in fünf Tagen mit einer vollständigen Rückkehr des Stroms in alle betroffenen Haushalte.

Die Situation stellte die Stadt vor große organisatorische Herausforderungen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete kurzfristig Notunterkünfte ein. Gemeindezentren, darunter kirchliche Einrichtungen, öffneten ihre Türen für Menschen, die sich aufwärmen, ihr Handy laden oder eine warme Mahlzeit bekommen wollten. Auch das Rathaus Zehlendorf stellte sein Foyer zur Verfügung. Nach Einschätzung des Bezirksamts dürfte der Bedarf an Schlafplätzen in den kommenden Tagen steigen, da sich die Wohnungen bei anhaltenden Minusgraden zunehmend abkühlen.
Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz berichteten von einer zunächst geringen Auslastung der Notunterkünfte. Viele Betroffene kamen nur kurz vorbei, um sich aufzuwärmen, heißes Wasser in Thermoskannen zu füllen oder ihre Mobiltelefone zu laden. Insgesamt stehen mehrere Hundert Betten bereit. Neben Schlafplätzen gibt es warme Mahlzeiten und Duschmöglichkeiten.

Auch Alarmanlagen und Ampelsteuerungen ausgefallen

Die Polizei zeigte zeigt nun Präsenz in den betroffenen Straßenzügen: Hunderte Beamte patrouillierten in den dunklen, verschneiten Straßen, errichteten mobile Lichtmasten und versuchten so, das Sicherheitsgefühl etwas zu erhöhen. Besonders problematisch: Mit dem Stromausfall fielen nicht nur Straßenlaternen aus, sondern auch Alarmanlagen und teilweise die Ampelsteuerung. Geschäfte, Supermärkte und viele Betriebe mussten bereits tagsüber schließen, Pflegeheime verlegten Bewohner, Krankenhäuser schalteten auf Notstrom um.

Über Lautsprecherwagen und soziale Netzwerke rief die Polizei zur Vorsicht und gegenseitigen Hilfe auf. Man solle ältere oder hilfsbedürftige Menschen nicht vergessen, Mobiltelefone sparsam nutzen und Taschenlampen bereithalten – in noch weiteren vier kalten und dunklen Nächten.

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Kommentare ( 122 )

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andreas
12 Stunden her

Man muss nur ein wenig rechnen können um zu kapieren, dass diese Terroristen den Tod von zwischen zehn bis zweihundert Menschen verursachen werden. Nicht jeder Hilfsbedürftige wird auch Hilfe erhalten. Bei ca. 100.000 Leuten ist dies nicht hoch gegriffen. Die Unfähigkeit und Unwilligkeit der Berliner Verwaltung tut ein Übriges. Schließlich ist jedes ideologische Projekt und jede Verschleierung wichtiger als Hilfe fürs eigene Volk. Mörder und Mordgehilfen.

RauerMan
16 Stunden her

Es braucht keinen heißen Krieg um dieses Land zu zerstören.

reconquistadenuevo
16 Stunden her

Berlins Bürgermeister Wegner war den ganzen Tag nach dem Anschlag abgetaucht und hatte sich nach eigenen Angaben in seinem Haus eingeschlossen, um die Einsätze der Hilfskräfte telefonisch zu organisieren……Komisch, bei LGBTQ – und Love-Paraden in Berlin ist Wegner immer mit als Erster an vorderster Front dabei.

Edwin Rosenstiel
18 Stunden her

In der WELT liest man: NACH KABELBRAND Linksextremisten legen Stromnetz in Berlin lahm – Bürgermeister Wegner nennt Tat „inakzeptabel“ Das erinnert mich an eine Bekannte (Lehrerin), die zu ihrem Fünfjährigen, der in einem Trotzanfall die Oberfläche des Naturholztisches mit einem Löffel traktierte, nur sagte „Das ist ungezogen!“ Sonst nichts, weder nahm sie ihm den Löffel weg, noch „stellte sie ihn vom Platz“, oder sagte ihm, er solle damit sofort aufhören, oder drückte deutlich(!) ihren Unmut über sein Verhalten aus. Aber das Wort „ungezogen“ brachte das eigentliche Problem zum Ausdruck: das eigene Vollversagen bei der „Erziehung“ des Knaben. Denn eine Erziehung… Mehr

Zack
19 Stunden her

Da hat sich die sogenannte Antifa eine Menge neuer Freunde gemacht.
Vielleicht kommt einmal die Zeit, wo sie nicht mehr so leicht gröhlend und randalierend durch die Städte ziehen kann ohne mal auf richtige Gegenwehr zu stoßen!
Ich wünschte, ich könnte meine horrenden Steuern einbehalten: Ich bezahle (auch) für die öffentliche Sicherheit. Die ist nicht gegeben.
Wenn der Dienstleister vollkommen versagt, wird er nomalerweise gefeuert!
Was schon lange überfällig ist!

Edwin Rosenstiel
19 Stunden her

Man sollte Maaßens Posting aufmerksam lesen: er spricht von einem möglichen Anschlag der Antifa oder anderer linker Terrorhorden.  dann sagt er jedoch Die Polizei wird heute gegen Regierungskritiker, Delegitimierer und Volksverhetzer eingesetzt und ist unfähig die Bevölkerung zu schützen.“ Wo unterscheidet er sich von den Äußerungen der Regierung, Behörden und Medien? Diese sprechen in allen Fällen von „regierungsgenehmer“ Gewaltkriminalität und Terrorrismus immer von „mutmaßlich“ er von „möglich“, und im zweiten Satz ist kein „vermeintlich“ oder „mutmaßlich“ oder auch nur der geringste Zweifel zu erkennen, hier ist die Täterschaft klar. Das hat nichts mit „diplomatischer“ Ausdrucksweise zu tun, das ist ein… Mehr

Endlich Frei
19 Stunden her

45.000 Opfer einer Regierung, die sich nicht fürr Linksterrorismus interessiert.
Im Gegenteil; Maulheld Merz ist vorne mit dabei!

humerd
19 Stunden her

dass die Alarmanlage für die Villa nicht funktioniert ist natürlich ganz besonders arg. In den betroffenen Stadtbezirken Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde wohnen mehrheitlich nicht gerade die Ärmsten Berlins.
Es sind die Geister, die sie riefen, die ihnen nun die Alarmanlagen abgedreht haben. Ein wenig Schadenfreude darf schon sein.

H.H.
21 Stunden her

Das Bekennerschreiben ist bestimmt eine Fälschung und ist in Wahrheit von Putin höchst persönlich verfaßt worden. Man muß einräumen, eine sehr gut gemachte Fälschung denn schließlich beherrscht Putin die deutsche Sprache.

teanopos
21 Stunden her

Ich verstehe die Not nicht. Die betroffenen Berliner können sich doch an der von ihnen errichteten, gehaltenen und gewählten Brandmauer wärmen. Oder was genau ist jetzt das Problem? Die Berliner wurden und werden von der eigenen, herangezogenen Links-Grünen Terroristenbrut terrorisiert äh pardon, bedacht und beschenkt, haben es also geliefert wie bestellt bekommen und finden das nicht gut? Wegner könnte aus Solidarität und zur Feier des Tages, pardon zur Feier der Tage bis mindestens Donnerstag die Regenbogen-Fahne hissen. 🏳️‍🌈 Sich also wie von der CDU und ihren links-grünen Schützlingen gewohnt, ganz auf Höhe der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Niveaus, mit… Mehr

Last edited 21 Stunden her by teanopos
Zack
19 Stunden her
Antworten an  teanopos

Diese Fahnen brauchen Diejenigen jetzt, um ein Feuer zu entfachen.
Leider werden Sie an der billigen Synthetik ersticken.