Rüstung statt Golf: Volkswagen soll für „Iron Dome“ zuliefern

Das traditionsreiche Volkswagen-Werk in Osnabrück steht vor dem Aus – und vor einer neuen Perspektive für die Mitarbeiter. Der Autokonzern führt Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems, so sollen Komponenten für das Luftabwehrsystem „Iron Dome“ von VW gefertigt werden.

picture alliance / CHROMORANGE | Martin Schroeder
Volkswagenwerk in Osnabrück

Schon seit Monaten sucht Volkswagen nach tragfähigen Konzepten für das Werk, dessen aktuelle Produktion planmäßig im Jahr 2027 auslaufen soll – 2.300 Arbeitsplätze wären von der Werksschließung betroffen. Eine Kooperation mit dem israelischen Partner könnte nicht nur diese Jobs sichern, sondern möglicherweise sogar neue schaffen – im Erfolgsfall wäre sogar eine Erweiterung der Belegschaft denkbar.

Das „Iron Dome“-System gilt als eines der weltweit effektivsten Abwehrsysteme gegen Kurzstreckenraketen und wird bereits von mehreren Ländern eingesetzt oder nachgefragt. Angesichts der angespannten geopolitischen Lage und steigender Verteidigungsausgaben in Europa wächst der Bedarf an entsprechenden Technologien deutlich. Genau hier könnte Osnabrück ins Spiel kommen: Laut der Financial Times ist offenbar die Produktion von unterstützender Infrastruktur wie Transportfahrzeugen, Startvorrichtungen und Energieversorgungssystemen geplant. Die Raketen sollen jedoch nicht in Deutschland gefertigt werden.

VW-Konzern lehnt Waffenproduktion ab

Volkswagen selbst äußert sich bislang zurückhaltend: Ein Sprecher betonte, dass weiterhin verschiedene Optionen für die Zukunft des Standorts geprüft würden. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf frühere Positionen, wonach eine direkte Waffenproduktion im Konzern ausgeschlossen sei. Die nun diskutierte Zusammenarbeit bewegt sich daher in einem sensiblen Spannungsfeld zwischen industrieller Transformation und politisch-moralischen Grundsatzfragen.

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Unterstützung erhält das Vorhaben offenbar auch aus der Politik: Die Bundesregierung signalisiert Interesse an Lösungen, die industrielle Kapazitäten sichern und gleichzeitig die europäische Verteidigungsfähigkeit stärken. In Fachkreisen wird dies als Teil eines größeren Trends interpretiert: Immer mehr Unternehmen der Automobilbranche prüfen den Einstieg in den Verteidigungssektor oder bauen bestehende Aktivitäten aus.

Tatsächlich ist Volkswagen kein Neuling in diesem Bereich: Über die Nutzfahrzeugsparte MAN bestehen bereits Verbindungen zur Rüstungsindustrie, unter anderem durch Kooperationen mit etablierten deutschen Verteidigungsunternehmen. Der mögliche Einstieg in die Produktion von Komponenten für ein hochmodernes Luftabwehrsystem würde jedoch eine neue Dimension darstellen.

Auch wirtschaftlich könnte die Partnerschaft Vorteile bringen: Experten sehen in der Kombination aus deutscher Fertigungstechnologie und israelischer Verteidigungsinnovation ein großes Potenzial. Während deutsche Werke häufig unterausgelastet sind, verfügt Israel über eine hochentwickelte Rüstungsindustrie mit wachsender internationaler Nachfrage. Eine engere Zusammenarbeit könnte somit für beide Seiten von Vorteil sein.

Darüber hinaus könnte ein solcher Schritt Signalwirkung haben: Weitere Kooperationen zwischen Automobilherstellern und Rüstungsunternehmen sind bereits in Vorbereitung.

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Kommentare ( 17 )

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BKF
15 Tage her

Rüstung gehört doch zu den klassischen Kernkompetenzen des KdF-Werkes.

whgreiner
15 Tage her

Die ehemalige Antikriegspartei „Grüne“ hat via Klima-Aktionismus und E-Auto-Hype endlich erreicht, dass in Deutschland Kriegswaffen statt Autos gebaut werden. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“.

Nibelung
15 Tage her

Immer näher Richtung Resterampe und der verzweifelte Versuch zu retten was zu retten ist und ähnelt den zwanziger Jahren wo die deutsche Wirtschaft für finstere Gesellen aus pragmatischen Gründen auch zur Kriegwirtschaft umgestaltet wurde, weil die damaligen Sozis auch keine Ahnung von Wirtschaft hatten und dann ein Notnagel herhalten mußte um den den Rauch im Kamin am Dampfen zu halten und das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Das ist die neue deutsche Politik mit der Geruch aus alten Tagen, wo sogar der Führer den Spaten selbst in die Hand genommen hat, mit dem Ausspruch versehen, Männer auf an`s Werk und ähnliches… Mehr

Harry Hirsch
16 Tage her

Es wird nicht lange dauern, dann ist die eine Billion Sonderschulden verfrühstückt und statt ordentlicher Infrastruktur, sowie bildungs- und wirtschaftstechnischem Fortschritt haben wir lediglich noch mehr militärischen Müll rumstehen, noch mehr Sozialhängemattende durchzufüttern und noch mehr Leistungsträger ins Ausland verjagt. Und nebenbei wurde Dank üppiger Förderung demokratiefeindlicher NGO’s die freiheitliche Demokratie abgeschafft. Hier wird nichts mehr. Rette sich, wer kann. Finis Germania.

Rico
16 Tage her

Rüstung statt Golf: Back to the roots.
Fehlen nur noch die Sklavenarbeiter – Platz für KZs hätte es ja auf den VW-Arealen ….

ChristianeB
16 Tage her
Antworten an  Rico

Sie waren schneller als ich, aber genau das war auch mein erster Gedanke.

Johannes S. Herbst
16 Tage her

„Das „Iron Dome“-System gilt als eines der weltweit effektivsten Abwehrsysteme gegen Kurzstreckenraketen und wird bereits von mehreren Ländern eingesetzt oder nachgefragt.“ Eingesetzt wir das System unter Realbedingungen in Israel. Dort wird es gerade mit Drohnenschwärmen überflutet. Und gegen Hyperschallraketen über Mach 5 ist es Wirkungslos, genauso wie das THAAD System und die Patriots. Die Abwehrraketn sind teuer und die Produktion sehr langsam. Für die Hinterhofraketen der Hamas hat’s gereicht, aber nicht für einen Abnutztungkrieg für einen technisch hochentwickelten Gegner. Dass VW da einsteigen will, ist ein Zeichen der Hilflosigkeit. Aber zum Glück haben wir ja die Billion Sondervermögen. Was tut… Mehr

Soder
15 Tage her
Antworten an  Johannes S. Herbst

Danke Herr Herbst! ich kann Ihnen nur zustimmen. Die Qualität des „effektivsten Abwehrsystem“ zeigt sich gerade, trotz israelischer Nachrichtensperre. Iron Dome könnte schnell zum Ladenhüter werden.
VW- Werkbank des israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems? Feinste Satire.

jwe
16 Tage her

Wer braucht günstige Autos, wenn der Russe vor der Tür steht. Da muss jetzt ein Ruck durch das Land gehen. Wir sollten aber Vorreiter sein mit grünem Stahl, CO2-neutralen Antrieben und Waffen und Munition, die niemand verletzen kann. Soviel Verantwortung sollte schon sein.

Last edited 16 Tage her by jwe
Soder
16 Tage her

Geld spielt keine Rolle! Schlußendlich zahlen es die Bürger. Zustand: Westliche Kriegshysterie, fehlende Intelligenz, Null- Diplomatie und ca. 1%, deren Kassen massiv klingeln. HERRlich.

November Man
16 Tage her

Ist auch wichtiger als für die Deutschen brauchbare und günstige Autos zu bauen.

Lucius de Geer
16 Tage her
Antworten an  November Man

Das hat VW in den letzten 25 Jahren schon nicht mehr getan…

Harry Hirsch
16 Tage her
Antworten an  November Man

Da es günstig bei VW schon lange nicht mehr gibt und ich die Autos auch immer weniger brauchbar finde, bin ich schon lange auf Produkte aus Fernost umgestiegen. Da bekommt man noch etwas für sein Geld und unterstützt obendrein keine Konzernspitze, die der Regierung bei der Abwrackung Deutschlands und des eigenen Unternehmens seit Jahren Beifall klatscht.

MartinKienzle
16 Tage her

Der Vorstand der Volkswagen AG verfügt offenbar über keinen ökonomischen Verstand: Zuerst das Unternehmen mit der sogenannten „Elektromobilität“ vorsätzlich ruinieren, um sodann den Krieg, sprich Vernichtung, unterstützen, das die Volkswagen AG lediglich tiefer stürzen lässt, da tote Menschen sowie verwüstete Infrastruktur in unterentwickelten Regionen kein sogenanntes „Wirtschaftswachstum“ generieren, das allerdings für das ungedeckte Zinseszinsgeldsystem unabdingbar ist!

Last edited 16 Tage her by MartinKienzle