Volkswagen: McKinsey sorgt mit Worst-Case-Szenario für Schlagzeilen

Es gibt aktuell keine konkreten Schließungsbeschlüsse, aber der Druck auf massive Restrukturierung bei VW ist enorm hoch – und McKinsey sorgt mit Worst-Case-Szenario von nur noch zwei VW-Werken in Deutschland für Schlagzeilen.

picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON
Volkswagen AG in Wolfsburg

McKinsey & Company hat in einer Beratung für Volkswagen das extreme Szenario durchgerechnet: Langfristig sollen von den zehn deutschen Werken nur noch zwei übrig bleiben – Wolfsburg und Ingolstadt (Audi). Das geistert durch den Medienwald von Bild bis Business Punk.

Betroffen wären die Standorte:
• Zwickau
• Emden
• Neckarsulm
• Leipzig
• Braunschweig
• Kassel
• Salzgitter
• Chemnitz
• und das Porsche-Werk in Stuttgart-Zuffenhausen

Das Ziel: Die zuletzt stark gesunkene Rendite (unter 3 Prozent) wieder deutlich steigern, da der Konzern in einer strukturellen Krise steckt – Gewinn 2025 halbiert, hoher Kostendruck durch Elektromobilität, China-Schwäche, Software-Probleme (Cariad) und Überkapazitäten.

Das ist kein beschlossener Plan von VW, sondern ein intern diskutiertes, radikales Gedankenspiel von McKinsey. VW-Management und Betriebsrat distanzieren sich teilweise – der Betriebsrat nennt solche Ideen „haltlos“ oder „unsinnig“. Hauptberater für den aktuellen Rettungs-/Effizienzplan ist eher Boston Consulting Group (BCG).

VW kämpft mit massivem Druck – Gewinnrückgang, Jobabbau-Pläne (bis zu 50.000 Stellen bis 2030), verzögerte E-Modelle und Konkurrenz aus China. McKinsey-Ideen sorgen für Wirbel, weil sie tief in die deutsche Produktionsstruktur eingriffen.

Auf X (ehemals Twitter) wird das Thema seit Mitte März 2026 heiß diskutiert – teils mit Alarmstimmung („Aasgeier kommen“), teils mit Skepsis gegenüber McKinsey als „Kahlschlag-Berater“.

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Kommentare ( 16 )

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Budgie
30 Tage her

Als Ostdeutscher mit Erfahrungen im Erwerbsleben der Nachwendejahre kann ich nur sagen, mindestens 50% davon wird von der Firmenleitung durchgezogen, wenn nicht gar das komplette AUS der Firma beschlossen.

Peterson82
29 Tage her

Das Unternehmen hat fertig. Viel zu schwerfällig, viel zu viele Sub-Marken die alle das gleiche fertigen und anbieten mit ein paar anderen Logos drauf, zu teuer, zu wenig Marge, zu wenig Kompetenz in Sachen Softwareentwicklung, zu billiger Innenraum fürs Geld und immer wieder Skandale an den Hacken in Kombination mit einer Gewerkschaftsstruktur die wirkliche Reformen unmöglich macht. Bis heute ist mir ein Rätsel wie man nach der desaströsen Materialqualität der 90er Jahre (Opel hat es ab da dauerhaft beschädigt) im Zuge des Sparprogramms überhaupt so fleissig weiter VW kaufen konnte. Auch der Dieselgate-Skandal blieb gefühlt vom Kunden völlig unberücksichtigt. Man… Mehr

Michael M.
29 Tage her
Antworten an  Peterson82

322 Milliarden Umsatz bei 9 Millionen verkauften Fahrzeugen in 2025, fertig sieht anders aus und Tesla interessiert schon mal gar nicht 🥳‼️.

Ostfale
29 Tage her
Antworten an  Michael M.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Und zu geringer Gewinn bedeutet zu hohe Kosten. Das ist die Krux beim VW-Konzern. Angefangen bei zu hohen Bezügen des Vorstandes – beim Hauptkonkurrenten Toyota hat der gesamte Vorstand Bezüge in der Höhe derer des Vorstandsvorsitzenden bei VW – bis zu abenteuerlichen Löhnen und Gehältern der Belegschaften. Um wie drum, kommen die ganzen Knaller dazu, die *Peterson 82* völlig richtig darstellt.

Michael M.
29 Tage her
Antworten an  Ostfale

Das ist schon klar und grundsätzlich gebe ich ihnen ja Recht, aber es ging um „fertig“ und fertig ist VW noch lange nicht.
Alleine die 9 Millionen Fahrzeuge kann ja nicht von heute auf morgen ein anderer Hersteller liefern. Und insbesondere Tesla (diese Marke vergöttert der Ursprungskommentator ja regelrecht) kocht auch nur mit Wasser.
Interessant wäre auch noch zu erfahren wie sie zur Einschätzung Zitat „abenteuerliche Löhne und Gehälter der Belegschaft“ kommen, denn da gibt es Tarifverhandlungen und Abschlüsse wie in anderen Branchen/Firmen auch und ich möglicherweise schwingt da ja auch eine Portion Neid mit?!

Last edited 29 Tage her by Michael M.
Mausi
29 Tage her

Es ist schlecht bestellt um die Finanzen von Niedersachsen. Einkommensteuer fällt weg, GewerbeSt fällt weg, Körperschaftsteuer fällt weg. Kaufkraft fällt weg und muss irgendwie ersetzt werden. Zunächst durch den Verbrauch von Eigentum, dann durch Bürgergeld – oder wie immer der Name jetzt lautet.
Mehr Landesbeamte werden das BIP retten? Der Länderfinanzausgleich wird es wie lange richten? Und danach soll wer das Geld schicken? Die anderen EU Mitgliedstaaten?

Micci
30 Tage her

Bei dem „Dieselskandal“ hatten die Automanager nicht den Mumm, zu sagen:
„Grüngetriebene Politik hat Grenzwerte festgesetzt, die realistisch nicht technisch erreichbar waren, daher war unser Handeln alterativlose Notwehr gegen eine völlig irre gewordene Politik.“

Es wäre wünschenswert, wenn jetzt ein Mutiger aufstünde und sagte:

„Unser Problem sind nicht Trump oder die Chinesen. Unser Problem ist der grüne Energie-Irrsinn!“

Aber außer Boni fürs Gegen-die-Wand-fahren zu kassieren, haben sie wohl allesamt keine weiteren Fähigkeiten.
Und Mut schon mal gar nicht!

luxlimbus
30 Tage her

Vor ein paar Jahren träumte man in der VW-Chefetage noch größter Autoproduzent der Welt zu werden. (…)
Dass die Chinesen nicht immer die verlängerte, billige Werkbank westlicher Firmen spielen würden, musste zu diesem Zeitpunkt bereits jedem halbwegs logisch denkenden Menschen klar gewesen sein. Diese Herausforderung mit Ansage blieb jedoch in Wolfsburg unberücksichtigt.

ralf12
30 Tage her

Bis jetzt war ich der Meinung, um einen hoch dotierten (entscheider-) Posten in der Industrie zu bekommen, muß der Betreffende über eine hervorragende Qualifikation (beinhaltet bei DAX Konzernen neben Ausbildung / Studiumabschluß summa cum laude auch langjährige Erfahrungen in Führungspositionen). Das bedeutet, diese Leute sind klug. Als kluger Mensch erkenne ich sehr schnell, dass diese Eigenschaften bei Politikern eher Mangelware sind. Wie kann ich dann allen ernstes die leistungsfähigsten Automobilproduzenten der Welt auf e-Autos umstellen, nur weil einige US-DeepState gesteuerte Vollidioten meinen, der Klimawandel sei menschengemacht und er ließe sich durch uns stoppen. Es schreit nicht nur nach einem Coronatribunal,… Mehr

jwe
30 Tage her

Alternativlos auf dem Weg hin zur Klimaneutralität. Der Vorschlag liegt voll auf grün-linker Linie. Masse an CO2 gespart; so gut wie keine Autoproduktion mehr, Autoverkehr minimiert alles genau gewünscht. Die wegbrechenden Arbeitsplätze sind nicht tragisch, die neue Grundsicherung wartet. Wir werden im Paradies ankommen!!!

Axel Fachtan
30 Tage her

Wer braucht schon VW, wenn er BYD fahren kann? Den Automythos haben Parteien Politiker Regierungen Verbände und die Industrie selbst beerdigt. Durch die Energiewende ins Nichts seit 1998. Wer 28 Jahre lang die eigenen Kernindustrie beerdigt, der hinterlässt einen Friedhof der Klimaneutralität. Leichen, die 28 Jahre lang verwesen, sind danach klimaneutral. 1954 Fußballweltmeister „Wir sind wieder wer.“ 2022 Nordstreamsprengung „Wir sind wieder nix.“ 2025 Gundremmingen brauchen wir auch nicht mehr. So geht das, wenn man sich von Blackrock und Co beliebig ausmerzen lässt. Deutschland wird seit 1998 ausgemerzt. Jetzt ist es physisch wie psychisch klimaneutral. Sterben macht klimaneutral. Leben ist… Mehr

Bernhardino
30 Tage her

Da wird seitens VW und diesem „extrem erfolgreichen“ Herr Blume Druck aufgebaut, das bei der Schließung von dann 4 Werken ein Seufzer der Erleichterung beim Pöbel erzeugt wird – zum Glück keine 8 Werke, nochmal Glück gehabt. Die kennen die Intelligenz der Massen.

Mike76
30 Tage her

„VW-Management und Betriebsrat distanzieren sich teilweise – der Betriebsrat nennt solche Ideen „haltlos“ oder „unsinnig“.“
Wenn etwas haltlos ist ist, dann diese als „Manager“ getarnten Figuren an der Konzernspitze! Nichts sehen, nichts hören; beide Augen zu und durch. Hauptsache, es winken weiter fette Jahresgehälter und Boni für die Versager. Der Laden kann froh sein, wenn er in den nächsten Jahren nicht wegen massiver Fehltritte des Managements nicht ganz die Tore für immer schliessen muss.

Last edited 30 Tage her by Mike76
greenman
30 Tage her

Keiner hat es kommen sehen,
alle sind Mutti unter den ideologischen Rock gekrochen und haben den Grünen hinterher geschleimt.
Im Management noch schnell ein paar Milliarden an Boni verprassen und dann…nach mir die Sintflut!