EU erwägt CO2-Abgaben auf internationale Flüge

Reisen ins Ausland könnten bald für viele zum Luxuserlebnis werden. Nicht nur die Kerosinpreise verteuern die Flugtickets. Die Europäische Union plant, ihren Klimatribut auf internationale Flugreisen auszudehnen. Eine neue Abgabe also, und das mitten in der schwersten Rezession seit Kriegsende.

picture alliance / Rupert Oberhäuser

Deutschlands führende Airline Lufthansa schließt ihre Regionaltochter CityLine, während Discount‑Flieger Ryanair sein Deutschlandprogramm zusammenstreicht. Flughafenstandorte geraten unter zunehmenden Druck, es stehen zehntausende Jobs auf dem Spiel. Und wie reagiert die Politik auf diese veritable Krise? Selbstverständlich mit weiteren Abgaben.

In diesem Falle oblag es der EU‑Kommission, mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit zu treten, den EU‑Zertifikatehandel (ETS) künftig auf aus Europa ausgehende internationale Flüge anzuwenden. Eine neue Abgabe also, wunderbar. Und das mitten in der schwersten Rezession seit Kriegsende.

Die Regelung könnte ab dem 1. Januar 2027 greifen, sollten die entsprechenden Institutionen und nationalen Gesetzgeber dies verankern. Die Motivation, diesen Prozess effizient und unbürokratisch voranzutreiben, ist durchaus vorhanden, steht doch ein Steuervolumen von mindestens 11 Milliarden, höchstwahrscheinlich aber bis zu 13 Milliarden Euro im Raum. Worüber nur ungern gesprochen wird: Ein kleiner Teil dieses zusätzlichen Steueraufkommens soll in Brüssel verbleiben – ein weiterer intransparenter Schritt der EU‑Kommission von Ursula von der Leyen auf dem Weg hin zur Steuerautonomie.

Aus Sicht der Brüsseler und Berliner Zentralplaner ergibt sich ein positiver Nebeneffekt: Neben der fiskalischen Komponente würde man sich auch seinem ideologischen Ziel weiter annähern und den europäischen Bürger Schritt für Schritt immobilisieren – ein zentraler Baustein der ökonomischen Todesagenda des Green Deal.

Als europäischer Steuerzahler ist man inzwischen hart im Nehmen. Es würde wohl niemand mehr etwas anderes aus den labyrinthischen Windungen des EU‑Apparats erwarten als neue Steuern und kleinteilig‑enervierende Regulierung. Brüssel macht kein Hehl mehr daraus, dass man dazu übergegangen ist, den zivilisationsfeindlichen Degrowth‑Fanatismus mithilfe eines beispiellosen Steuerraubzugs in die Tat umzusetzen. Dies geschieht in einer Zeit, in der allein in Deutschland Hunderttausende jedes Jahr ihre Jobs verlieren – Politiker jenseits der Brandmauer‑Doktrin laufen mit der Steuerabzocke regelrecht zur Hochform auf.

Bislang funktioniert die Mediencamouflage: Die Politik flutet den öffentlichen Äther mit einer Scheindebatte um Entlastung der Bürger, bloß um sie im Gegenzug immer stärker zur Ader zu lassen. Bestes Beispiel: der gnädige Tankrabatt, also die temporäre Senkung einer Abgabe, die mit der dauerhaften Erhöhung anderer Steuern gegenfinanziert wird, wie es immer so schön heißt. Es ist pervers: Politik behandelt unseren Steuertribut längst als Selbstverständlichkeit, als bloße Verfügungsmasse politischer Ideologie. Das riecht nach Feudalismus und hat wenig bis nichts mit dem Bild des souveränen Bürgers zu tun.

Folgerichtig gilt auch das Reisen des Bürgers in diesen Kreisen als verwerflich, als eine Art Geste angemaßter Freiheit. Der Handlungsspielraum des Bürgers muss begrenzt, seine Existenz im Öko‑Dystopia regelrecht bewirtschaftet werden. Logisch, dass Reisen nun massiv verteuert werden soll. Eine Ausweitung des CO₂‑Regimes auf internationale Flugtickets würde die Preise im ersten Jahr um bis zu 15 Prozent anheben. Eingebunden in die jährliche Verteuerung durch die Verknappung der verfügbaren CO₂‑Zertifikate würden Auslandsreisen schon bald zu einem Luxus werden.

Ryanair‑Chef Michael O’Leary ist einer der wenigen bekannten CEOs, die sich lautstark gegen die europäische Degrowth‑Politik zur Wehr setzen. Seine Firma reduzierte in den vergangenen Jahren die Präsenz am Luftfahrtstandort Deutschland um rund 40 bis 50 Prozent und strich zahlreiche Verbindungen – betroffen waren unter anderem Flughäfen wie Frankfurt‑Hahn, Weeze, Berlin und Hamburg. Zu teuer, zu überreguliert und zunehmend wirtschaftsfeindlich – O’Leary spricht aus, was eigentlich jeder Unternehmenslenker, CEO und Mittelständler, der nicht am grünen Subventionstropf hängt, tagtäglich sagen müsste.

Gerade die deutsche Politik bedient sich am innerdeutschen Luftverkehr mit einem Anteil von bis zu rund 60 Prozent am Ticketpreis. Und ganz gleich, ob es sich um Mehrwertsteuer, CO₂‑Abgaben oder Flughafengebühren handelt – der Betrieb wird zunehmend unrentabler, Passagiere werden gezielt auf die Bahn als Alternative verdrängt. Diese Politik hat Folgen: Seit dem Lockdown‑Schock vor sechs Jahren konnte sich der innerdeutsche Luftverkehr nicht mehr erholen und liegt bei den Passagierzahlen noch immer rund 50 Prozent unter dem Niveau von 2019. In diesem Zeitraum gerieten zahlreiche Flughafenstandorte unter massiven Druck, strichen tausende von Arbeitsplätzen.

Es ist schwer zu ermitteln, aber der direkte und indirekte Verlust von Arbeitsplätzen in der deutschen Luftfahrtbranche dürfte sich seit 2019 auf bis zu 50.000 Stellen kumuliert haben. Allein die Lufthansa strich seitdem über 10.000, Airbus über 5.000 Jobs am Standort.

Der Feldzug der deutschen Politik gegen erfolgreiche Airlines wie Ryanair, die systematisch ins Ausland abgedrängt werden, fügt sich in das Bild, das die Regierungskoalition bislang abgibt. Eine feindlich‑ideologisch aufgeladene Regulierungs‑ und Steuerpolitik ist eine konsequente Fortsetzung der Strategie der Ampelkoalition, lediglich verstärkt um den ökonomischen Vorschlaghammer der CO₂‑Abgabe, die nun immer häufiger zur Beseitigung unerwünschter industrieller Sektoren zum Einsatz kommt.

Wir sollten uns daher nichts vormachen: Der unerbittliche Kampf der Ökosozialisten gegen die freie Wirtschaft – und damit vor allem gegen die Industrie, die wir als das unverzichtbare, wertschöpfende Fundament unserer Gesellschaft verstehen müssen – wird nun sichtbar, da die EU mit ihrer Klimapolitik weltweit zunehmend isoliert ist.

Ausgerechnet der Weltklimarat (IPCC) hat das apokalyptische, über Jahrzehnte penetrant konstruierte Narrativ vom brennenden Planeten selbst demontiert. Damit ist die nihilistische Klimapolitik Brüssels und Berlins ad absurdum geführt – was im überhitzten Medienrauschen nahezu vollständig unterging. Im gallischen Dorf der deutschen Weltenretter herrscht weiterhin intellektuell‑ideologische Eiszeit.

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Kommentare ( 52 )

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Mikmi
1 Tag her

Wir retten bald Deutschland, raus aus dem Laden, sollen sie dann mal die Welt retten.

Juri St.
1 Tag her

Irgendwie müssen die Fluggesellschaften ja kaputt zu kriegen sein. Dann fliegen die Menschen auch nicht mehr so oft in den Urlaub. Ziel erreicht! Nur die Politikerblase lässt sich dann mit der Flugbereitschaft permanent in der ganzen Welt herumfliegen. Schließlich müssen sie sich ja vom – aus ihrer Sicht – „Pöbel“ abheben und sie kommen sich selbst wichtig vor, auch wenn im Ausland immer mehr Menschen den Kopf über die EU und die nationalen Regierungen der einzelnen Länder schütteln.

Seemann
1 Tag her

Eine neue Steuer, die für den Wideraufbau der Ukraine benötigt wird. Der Bettelpräsident reibt sich schon die Hände.

Riffelblech
1 Tag her

Wieder eine neue Steuer bzw. eine Steuererweiterung ! War doch zu erwarten . Diese Fieslinge in der Eu ,die meisten ohne abgeschlossene Ausbildung,politisch linksgrünwoke verstrahlt bis zum „ geht nicht mehr „ ,sich auf einem äußerst lukrativem Abstellgleis befindend ,können doch gar nicht anders als solchen Scheiß zu erfinden . Bürokratieabbau ! I wo ,wo kämen wir denn da hin . Entscheidungen zu Gunsten der Bürger ,Lebenserleichterungen – alles Quatsch in deren Augen Es geht da noch was ihr Eurokraten : Vorschlag : eine Luft – Latrinen – Durststeuer seit dem ersten Lebenstag . Denn wie schon euere Göttin „Marianna… Mehr

Maja Schneider
1 Tag her

Ganz egal, ob die absurde Klimapolitik nun vom IPCC zurückgenommen wurde, EU und Deutschland machen weiter, man lässt sich doch weder Macht und Kontrolle nehmen noch das Milliardengeschäft! Und der Michel macht weitgehend mit, weil wir ja die Welt retten.

Lesterkwelle
1 Tag her

Sollte hier etwa jemand ueberrascht sein? Dann hat er oder sie die letzten Jahre im Daemmerschlaf verbracht. Jeder konnte es wissen, es wurde oeffentlich als Zukunftsprogramm verkuendet. Kanzlerin Merkel sagte 2019 auf der WEF: „Die gesamte Art des Lebens, wie wir sie uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, werden wir in den nächsten 30 Jahren verlassen müssen.“ Und niemand muss 30 Jahre warten. Der Prozess hat laengst begonnen… „… bis es kein Zurueck mehr gibt.“

Haba Orwell
1 Tag her

Das Reisen soll nicht nur teurer werden, sondern zentral digital erfasst: >>>EU-Ticket mit QR-Code und europäischer Digitaler Identität: Das Ende der anonymen Reisefreiheit<<< > „… Jetzt kommt das „einheitliche Ticket für Zug und Flugzeug mit QR-Code, verknüpft mit Ihrer europäischen digitalen Identität“. … Echtzeit-Tracking wie bei einem Paket. Jede Zug- oder Flugfahrt wird zentral erfasst. Wo Sie wann hinreisen, mit wem, wie oft – alles gespeichert. Anonymes Reisen? Geschichte. Der Staat (oder die EU-Plattform) weiß immer, wo Sie sind. … Bedingte Reisefreiheit nach digitalem Score. Überschreiten Sie Ihr persönliches CO₂-Budget (Green Deal lässt grüßen)? Ticket gesperrt. Impfstatus nicht aktuell? Kein… Mehr

Biskaborn
1 Tag her

Was interessiert die EU und deutschen Klimaeiferer die Aussagen des Weltklimarates? Einst war der unser Klimagott, jetzt wird er nicht mehr gehört, seine Aussagen nicht einmal veröffentlicht! Warum , weil er das Geschäftsmodell Klima stört, soviel wunderbares, schnelles Geld, CO2 Steuer ist da nur ein Baustein , lässt sich damit verdienen. Das Thema Luftverkehr wurde gerade gestern in einem langen Beitrag von mdr Online behandelt. Fazit, der Luftverkehr zerstört das Klima weil er soviel CO2 ausstößt, heißt , er muss endlich deutlich reduziert werden. Sicher kannte der Autor die Pläne der EU schon. Erste Kommentare unter dem Artikel: wir müssen… Mehr

Stefan Frings
1 Tag her

Dass der Inlandsflugverkehr deutlich abnimmt, dürfte nicht nur an den Kosten liegen: Er lebt traditionell stark von Geschäftsreisenden und diese haben in der Corona-Zeit Videokonferenzen für sich entdeckt. Außerdem schwächelt die Wirtschaft, so dass es auch aus diesem Grund weniger Geschäftsreisen gibt. Ob diejenigen, die heute innerdeutsch nicht mehr fliegen können, da es die Strecken nicht mehr gibt, zum großen Teil mit der Bahn fahren, da wäre ich, Herr Kolbe, vorsichtig. Wer weiß das? Sie könnten auch mit dem Auto (im Einzelfall auch mit dem Fernbus) fahren. Man hört jedenfalls von Autovermietern die von der Krise des Inlandsflugverkehrs profitieren. Generell… Mehr

Haba Orwell
1 Tag her

Abzocken im Namen der Hysterie, welche längst entlarvt wurde: >>>Klima-Hysterie wissenschaftlich seziert: Dr. Bernd Fleischmann zerlegt die CO₂-Panikmache<<< > „… In einer scharfsinnigen Analyse hat Dr. Bernd Fleischmann nun das Kartenhaus der sogenannten Klimawissenschaften chirurgisch zerlegt. Fleischmanns Analyse offenbart ein erschreckendes Bild: Die deutsche Klima-Politik, inklusive der weitreichenden Urteile des Bundesverfassungsgerichts, basiert nicht auf gesicherter Wissenschaft, sondern auf einer bewussten Auswahl alarmistischer Modelle. Diese Modelle, die von Institutionen wie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geliefert werden, ignorieren konsequent die Realität der Klimageschichte. …“ Geschweige denn Aussagen wie „70 Liter Öl für Steak-Herstellung“, was die dreifache Welt-Ölproduktion alleine für Fleisch bedeuten… Mehr