Verdient der Naturschutzbund Deutschland (NABU) seinen Namen noch?

Der NABU will bei Windpark-Genehmigungen »eine Ausnahme vom Tötungsverbot« zugestehen. Das Tötungsverbot steht im Bundesnaturschutzgesetz.

imago images / BIA

Was ist noch vom Naturschutzgedanken beim NABU übrig geblieben? Nicht mehr allzu viel, wie es scheint. Der Schutz bedrohter Arten spielt offenbar keine Rolle mehr. Weg mit dem Rotmilan – her mit neuen Windrädern.

Ausgerechnet der Artenschutzreferent des NABU fegt den Artenschutz weg und erklärt jetzt in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk, dass Rotmilan & Co nicht weiter zur Blockade von neuen Windanlagen »missbraucht« werden dürfen. Rotmilane, die durch Windräder erschlagen werden, seien nicht besonders dramatisch.

Das erklärte in vollem Ernst Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland NABU. Lachmann ist Ornithologe und weiß, dass der Rotmilan fast nur in Deutschland vorkommt: »Über die Hälfte der Weltpopulation lebt in Deutschland, das heißt, wenn der Vogel in Deutschland aussterben würde, würde es schlecht um diese Art stehen. Das heißt, wir haben eine ganz große Verantwortung für den Rotmilan.«

Dennoch hat er kaum etwas dagegen, dass diesen Exemplaren immer mehr Windräder den Garaus machen, Köpfe oder Flügel abschlagen. Youtube ist voll mit entsprechenden Videos von grausam verendenden Vögeln unter Windrädern. Unter den Opfern sind besonders viele Rotmilane.

Bei seinem Gleitflug sieht dieser auf der Suche nach Beute die mit bis zu 300 km/h heran rasenden Rotoren nicht. Die hacken ihm guillotinengleich ins Genick oder in die Flügel. Jämmerlich verenden sie dann am Boden.

Doch er, Lachmann, »würde sich wünschen, dass im Artenschutz weniger auf Einzel-Individuen geschaut wird, sondern mehr auf die Gesamtpopulation.« In einem Gebiet solle nur noch eine bestimmte Anzahl von Rotmilanen leben. Er will bei Windpark-Genehmigungen »eine Ausnahme vom Tötungsverbot« zugestehen. Das Tötungsverbot steht eigentlich im Bundesnaturschutzgesetz.

Skandalöse Sätze für jemanden, der sich eigentlich um den Bestand einer bedrohten Art einsetzen sollte und zusätzlich noch im deutschen Rat für Vogelschutz sitzt. Lachmann hat sich außerdem an der Kampagne gegen »illegalen Vogelfang in Ägypten« beteiligt. Wie das mit dem Eintreten für die Vogelschredderanlagen hierzulande zusammenpasst, hier hakt der DLF nicht weiter nach.

Stattdessen, so verdreht er merkwürdig, bekomme der Artenschutz ein Imageproblem, wenn mit seiner Hilfe Windräder verhindert werden sollten. Denn das Bundesnaturschutzgesetz, heißt es im Bericht weiter, schütze »auch Partikularinteressen von Bürgerbewegungen, die gegen Windparks mobil« machten.
Klar ist auch: Der NABU verdient seinen Namen nicht mehr. Zu rücksichtlos geht der einstige Naturschutzbund mittlerweile mit der Natur um.

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Kommentare ( 106 )

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Wie wäre es mal mit einem Vorschlag und einer vernünftigen Recherche welcher Naturschutzbund den Namen stattdessen verdient? Ach, ich vergaß, wenn es alleine Diskreditierung geht, dann wären Alternativen wenig hilfreich in der Überzeugungsarbeit. Da nehmen sich beide Seiten nichts.

Der NABU wollte mich neulich zu einer Unterschrift gegen die Jägerschaft nötigen, um die Jagd auf Turteltauben zu verbieten. Ich kenne kein Länderjagdrecht ,in dem die Turteltaube bejagt werden darf. Mein Hinweis, dass diese im Maghreb bejagt werden, weil sie dort in Massen vorkommen und Ernteschäden verursachen, wurde mit einem dümmlichen Geschwurbel beantwortet. Mein Hinweis , sich als NABU gegen die Windradindustrie zu positionieren, wurde garnicht erst angesprochen. Der Verein versucht immer wieder mit dubiosen Themen , die Jägerschaft zu diskrimminieren. Ein lächerlicher Club, der im Wesentlichen aus Gesinnungskumpanen der grün durchseuchten UBA besteht.

Leute…habt ihr alle gestern nicht Terra X im ZDF gesehen…..die Michael Mann Hockey-Kurve….in 10 Jahren geht die Welt unter….und ihr regt euch um ein paar Greifvoegel auf?
Uebrigens….bester Lacher gestern…..Strahlung aus dem Weltall wird im Meer in Waerme umgewandelt…..ich hab mir auf die Schenkel geschlagen. Dazu noch das C02 Experiment im Labor…..immerhin mit dem Hinweis das es in der Atmosphaere nicht ganz so zugeht….aber fast…..meine Idee dazu….wenn C02 wirklich so dolle Waerme reflektiert….warum nicht Hauser statt in Styropor in flache C02 Tanks aus Recycle Plaste packen….die lassen keine Hauch Waerme mehr raus…..oder im Sommer rein.

Lassen Sie doch die Gefühlsduselei. War es nicht immer so, dass das Schwache dem Stärken weichen musste. Noch dazu dienen die Windräder einer guten Sache: Den Profiten des Grün – Industriellen Komplexes.

Wer der Starke und wer der Schwache ist, wird sich noch zeigen.

Wes Brot ich ess,….

Und für einen solchen Verband habe ich mal ehrenamtlich gearbeitet. Ich bin heute noch erleichtert, dass ich damals ausgetreten bin.

Der Mann sollte sich mal überlegen, wessen Interessen er vertritt. Die der bedrohten Arten oder die seiner politisch-wirtschaftlichen Freunde. Es geht nicht nur um Rotmilane, es geht um ziemlich viele Arten, nicht nur bei Vögeln, sondern auch bei Fledermäusen und Insekten. Das heißt nicht, alle Windradstandorte madig zu machen, aber mir missfällt seine Einstellung.

Der Mann braucht sich nicht zu überlegen wessen Interessen er vertritt. Er weiss ganz genau, dass er die Interessen der Pseudo-Öko-Windkraftheuschrecken vertritt und vermutlich wird er unter der Hand kräftig geschmiert! Die Windkraftindustrie und ihre Helfershelfer in der Politik sind wohl das Korrupteste, das die menschliche Gesellschaft seit dem Ablasshandel der katholischen Kirche im Mittelalter zustande gebracht hat.

Ohne Reue. Geht mir ähnlich. Damals war das noch der Deutsche Bund für Vogelschutz. Bin kurz vor dessen Ende ausgetreten. Was die da machen hat mit den Zielen Thienemanns nichts mehr zu tun, ist zwar Lobbyismus, aber der politischen linksgrünen Ideologie untergeordnet. Dabei hat Vogelschutz und Vogelforschung eigentlich nichts mit Politik zu tun.

Mir missfällt das ganze Konzept der Vogelschredderanlagen ganz außerordentlich! Wer den tausendfachen Tod von Vögeln, denken Sie auch an die Zugvögel, Kleintieren und Insekten, in Kauf nimmt, um Subventionen für eine schwankende Stromstärke abgreifen zu können, der ist meiner Meinung nach kriminell. Aber das trifft ja heute für so manche „gut gemeinte Initiative“ zu.

Von Windspargeln erzeugter Strom ist NICHT GRUNDLASTFÄHIG, und (thermische) Speicher hamma (fast) nich. Das begreifen sogar 16-Jährige. Ok, nicht alle…
Und jetzt kommt der „Witz“ dabei: 1000 übers Land oder der See verstreute Windspargel nicht nicht grundlastfähig, 10o ooo aber auch nicht… (versteht das jemand?).

Wenn kein Wind weht, dann helfen auch 1.000.000 WKAs nicht, oder habe ich Sie falsch verstanden?

Doch, alle. Völlig sinnlose Geldschröpfungsanlagen, die absolut nichts zu einer sicheren Stromversorgung beitragen. Empfehle einen Blick auf das Agorameter.

Damit ist eigentlich klar, dass es sich bei NABU um einen reinen Interessenverband handelt, aber nicht den Interessenverband von Natur und Tieren, sondern einen politischen Interessenverband, der nur das Interesse bestimmter Menschen, nämlich „grün“ verordneter NABU-Funktionäre im Auge hat. Übersetzt heißt das nicht nur einfach: „Die Partei hat immer recht“, sondern gleich „Die Bonzen müssen leben, auch wenn die Natur sterben muss“. Vielen Dank, NABU. Ich weiß künftighin wie ich diesen Appendix des grün-politisch-industriellen Komplexes zu betrachten und wie ich mit meinen Spenden umzugehen habe. Aber das kümmert die Apparatschiks ja auch nicht weiter, denn außer ihrer Agenda ist ihnen… Mehr

Ich habe schon vor einem halben Jahr gekündigt, nach fast 40 Jahren Mitgliedschaft!

Das ist genau das Problem der Alarmisten: Vor lauter Sorge um harmloses CO2 vergessen sie die echten Umweltprobleme.
Wo bleiben die „echten“ Grünen, die sich wieder um sauberes Trinkwasser, Artenschutz und Glyphosat kümmern? Scheinbar wurden alle von der CO2-Sekte ersetzt (die aber seltsamerweise wieder kein Problem mit CO2 hat, wenn es von Bombern und Panzern in die Luft geblasen wird).

Offen gesagt: Die sonstigen Umweltprobleme sind mir sekundär, wenn die Alarmisten so viel gängeln wie möglich wollen, am liebsten bis 2025 die komplette Wirtschaft abschalten – erklärtes XR-Ziel. Wenn ich dann samt Familie verelenden soll, kann ich nicht an die paar Vögel denken.

Vielen Leuten ist wohl die Schwere der Bedrohung nicht ganz klar – wenn die durchkommen sollten. Auch wenn es „nur“ bei uns in Westeuropa wäre – der Rest der Welt scheint immun zu sein.

Der NABU wird mit Fördermitteln (oder den Versprechungen darauf) auf Linie gebracht. Meine Schwester im Hohenlohischen ist/war in einer engagierten BI gegen die Aufstellung von 10 Windrädern in einem Mischwald mit tw. 100-jährigem Baumbestand (dort habe ich als Lausbub gespielt). Inzwischen stehen die Schredderanlagen. Keine Chance! Gegen eine Kamarilla aus Regierungspräsidium, lokalen Profitmicheln und „windigen“ Gutachtern hätte nichtmal Don Quixote einen Stich gemacht.
Es wurde natürlich versucht den NABU im Kampf gegen die WKA einzubeziehen. Vergessen Sie es! Dieses Land wird rücksichtslos verspargelt, und das Frühjahrsgemüse ist leider nicht gemeint!