Jahrzehntelang wurden Sicherheit und Ordnung als selbstverständlich betrachtet. Nun kollabieren sie immer schneller. Die Massenmigration ist, anders als reflexhaft behauptet, nicht Ursache, sondern Symptom dieser Entwicklung.
picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
Wieder einmal rollt eine Gewaltwelle durch Deutschland, und wieder einmal bleibt den Beobachtern nichts als Fassungslosigkeit:
Am 29. Januar wird in Hamburg die 18-jährige Fatemeh von einem Südsudanesen in den Tod gerissen, der sie packt und mit ihr vor einen einfahrenden Zug springt. Einen Tag zuvor wird in Dormagen die Leiche des 14-jährigen Yousef gefunden. Tatverdächtig: Ein 12-jähriger Junge, der die Tat geplant haben soll.
Am 31. Januar wird Fabrice in Köln totgeschlagen – er hatte eine Fahrt mit Uber bestellt, aber das falsche Fahrzeug angehalten. Der Mann der Fahrerin schlägt den 20-Jährigen zu Boden, der nur einen Tag später im Krankenhaus seinen Verletzungen erliegt. Der mutmaßliche Täter ist auf freiem Fuß. Gegen ihn wird lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.
An dem Tag, an dem Fabrice stirbt, wird in Rheinland-Pfalz der Schaffner Serkan C. attackiert: Während einer Ticketkontrolle rastet ein Fahrgast aus und verletzt den alleinerziehenden zweifachen Vater so schwer, dass er an einer Hirnblutung verstirbt. Die beiden Söhne Serkan C.s müssen nun ohne Vater aufwachsen, der Vater des Getöteten erlitt einen Herzinfarkt und musste operiert werden. Als Tatverdächtiger wird ein Mann mit Wohnsitz in Luxemburg festgenommen, der über einen griechischen Pass verfügt.
Am 3. Februar trifft es wieder Hamburg: Am Bahnhof Dammtor prügelt ein Mann auf einen Bahnmitarbeiter ein. Dieses Mal geht es für das Opfer glimpflicher aus: Es bleibt „nur“ bei Verletzungen an Kopf und Oberkörper.
Die Welt zitiert zu diesem Fall einen Kriminologen, der sich die Brutalität nicht erklären kann: Es handle sich um eine „völlig unübliche Eskalation“, die von außen betrachtet nicht nachvollziehbar sei.
Erst zuschlagen, dann fragen: Das Recht des Stärkeren
Nun – so unüblich ist diese Eskalation eben nicht. In vielen Teilen der Welt ist sie sogar an der Tagesordnung. Es gibt Gründe dafür, warum es in Deutschland nicht zugeht wie in Somalia, Syrien oder Mexiko. Aber hierzulande will man nicht begreifen, dass Sicherheit und Friede keine Naturgesetze sind.
Ob es Kassandra mit Genugtuung erfüllt hat, als sie ihre Heimatstadt Troja in Trümmern liegen sah, obwohl sie ihre Landsleute verzweifelt gewarnt hatte? Wohl kaum.
Ebenso wenig löst der Zustand Europas Triumphgefühle bei denjenigen aus, die ganz ohne prophetische Gaben vor der Aufgabe der zivilisatorischen Grundlagen, die Sicherheit und Freiheit gewährleisten, warnten.
Denn die Entwicklungen, die zu benennen mit einem Tabu belegt war, schlagen nicht nur immer häufiger auf den Alltag der Menschen durch, sondern auch immer heftiger.
Die klischeehafte Beschwerde über die Zunahme von unhöflichem und rücksichtslosem Verhalten weicht zunehmend dem Wegsehen. Zivilcourage kann tödlich sein, wo nicht einmal mehr Messer nötig sind, weil Menschen mit bloßen Händen totgeschlagen werden.
Greift niemand mehr ein, beschleunigt sich der Abstieg und Rückschritt zu einer Gesellschaftsordnung, in der wohl oder übel das Recht des Stärkeren gilt. Und damit wiederum steigt der Drang, im Zweifel lieber zuerst zuzuschlagen als nachzufragen.
Die Gewaltspirale ist in Gang gesetzt; der Staat, der sein Gewaltmonopol nicht gegen Verbrecher, sondern gegen missliebige Internetpostings in Stellung bringt, verspielt sein Ansehen und seine Legitimität.
Vielfach ist er auch gar nicht mehr in der Lage dazu, Sicherheit zu garantieren, weil weder Rechtssystem noch Exekutive über Willen und Handhabe verfügen, um der völlig aus dem Ruder gelaufenen Verrohung etwas entgegenzusetzen.
Massenmigration: Symptom, nicht Ursache
Gern wird an dieser Stelle auf den massenhaften Zuzug von Menschen aus gewaltaffinen, tribalistischen Kulturen verwiesen. Massenmigration ist aber nicht Ursache, sondern ebenfalls Symptom eines tieferliegenden innereuropäischen Problems.
Denn auch die europäische Kultur ist nicht einfach inhärent friedfertig. Beispiele entgrenzter Gewalt lassen sich auch auf europäischem Boden problemlos nachweisen – und dazu muss man nicht reflexhaft auf den Zweiten Weltkrieg rekurrieren. Auch die Menschenjagden und Vergewaltigungsorgien der Balkankriege liegen noch nicht lang zurück. Sie scheinen uns jedoch kaum dafür sensibilisiert zu haben, wie schnell unsere Ordnung auch durch eigenes Verschulden zerbricht.
Andersherum gibt es sehr wohl einigermaßen geschlossene und doch unproblematische Parallelkulturen. Stört es etwa, dass sich viele Zuwanderer aus dem ostasiatischen Raum in Deutschland nur moderat integriert haben? Eine Gefahr für das Zusammenleben stellen sie jedenfalls nicht dar.
Nur ein Anpassungsproblem?
Die Behauptung, Menschen könnten sich nun einmal nicht anpassen, ist eine Lüge, die sowohl von rechts als auch von links kultiviert wird. Die Geschichte der Menschheit beweist im Gegenteil die überragende Anpassungsfähigkeit des Menschen und den intensiven ideellen und kulturellen Austausch zwischen den Völkern. Menschen können sich auch Konzepte aneignen, die ihnen zuvor fremd waren. Die Ausbreitung des christlichen Glaubens, der unterschiedlichste Kulturen ergriffen und gewandelt hat, ohne sie zu zerstören, ist eindrücklicher Beleg dafür.
Die Frage ist jedoch, woran es sich anzupassen gilt.
Westeuropa hat bereits lange vor Beginn der Masseneinwanderung selbst die Axt an das Wertegerüst gelegt, das nun notwendig wäre, um die Lage in den Griff zu bekommen.
Selbstzerstörung und Selbstbetrug
Eine Gesellschaft, die sich purem Materialismus hingibt und sämtliche Brücken zur Transzendenz abgerissen hat, verbraucht notwendigerweise das „Kapital“ an moralischen Übereinkünften, die man für selbstverständlich hielt.
Der Irrglaube, dass dem Menschen Werte nicht vermittelt werden müssten, sondern dass sich Menschenwürde, Gewaltlosigkeit oder Gerechtigkeit aus sich selbst heraus ergeben und sich von selbst durchsetzen, hat sich als fatal erwiesen.
Der Westen aber verachtet die Denk- und Bildungstraditionen, die das europäische Wertesystem implementiert, gepflegt und verfeinert haben. Ein an der Wirklichkeit orientiertes Menschenbild wurde durch ideologische Fantasiegebilde ersetzt: der Mensch, von Natur aus demokratisch und gewaltlos, von Natur aus gleich.
Werden diese Fehlvorstellungen mit der brutalen Realität konfrontiert, bleibt nur Hilflosigkeit. Dann wirkt die eskalierende Gewalt tatsächlich „nicht rational erklärbar“.
Verrohung von innen
Zudem tritt zur importierten Verrohung jene, die aus dem Innern Europas selbst kommt. Hier mag es unmerklicher zugehen und besser verschleiert. Um die Situation in ihrer Gesamtheit richtig einschätzen zu können, ist jedoch unumgänglich, sich dieser unangenehmen Tatsache zu stellen:
Menschen aus gewaltaffinen Kulturen lassen sich befrieden. Aber sicherlich nicht von einer Kultur, die, um nur ein Beispiel zu nennen, die eigenen Kinder ohne viel Aufhebens bereits im Mutterleib umbringen lässt. Die heimische Gewalt ist anders, aber sie ist nicht weniger grausam.
Eine Gesellschaft, die sich vom Naturrecht verabschiedet hat, kennt keine tragfähige ethische Basis, sondern nur noch Vereinbarungen – die letztlich der Stärkere vorgeben wird.
Zugleich werden die Europäer geschwächt: nicht durch Krieg, tribalistische Strukturen oder grausame Religionen, sondern durch Ideologien, die die Grundlagen des Menschseins attackieren. Immer mehr Menschen wachsen nun auf, ohne je die Geborgenheit einer Familie zu erleben, ohne Liebe zu erfahren, ohne vermittelt zu bekommen, was Wahrheit, was böse oder gut ist.
Was das mit Verrohung zu tun haben soll? Nun, daraus ergibt sich ganz konkret, dass diese Menschen nicht lernen, was Tugenden sind, wie man kommuniziert, mit anderen zusammenlebt, sich zu verhalten hat. Aber weil diese unmerkliche Erosion der Menschlichkeit nicht empirisch fassbar ist, findet sie im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht statt, und so werden die unsichtbaren Säulen, die unsere Gesellschaft tragen, munter zertrümmert, während es im Gebälk bereits kracht.
Die ersten Warnzeichen werden verworfen: Vielleicht wird zunächst bloß mehr gerempelt, mehr gepöbelt und weniger um Entschuldigung gebeten. Es mündet darin, dass ein Mensch stirbt, weil er nach einer Fahrkarte oder fälschlich nach einer Mitfahrgelegenheit gefragt hat, in sadistischen Gewalttaten, die schon strafunmündige Kinder begehen.
Marxismus im Feldversuch
Endlich dürfen Ideologen beobachten, wie sich die mittelfristige Implementierung marxistischer, materialistischer und atheistischer Prämissen auswirkt. Wenig überraschend entsprechen die Beobachtungen dem, was warnende Stimmen schon seit langem prognostiziert haben.
Rücksichtslosigkeit, Aggression, Grausamkeit, oft einhergehend mit Schuldunfähigkeit. Das ist kein Zufall: Menschen, deren Geist und Gewissen nie gebildet wurden, können auch keine Verantwortung übernehmen für das, was sie tun. Sie wissen es ja schließlich nicht besser.
Es wäre also Selbstbetrug, zu glauben, hier würde eine ethisch hochentwickelte Kultur unter dem Zustrom rückständiger Fremder kollabieren – ein Zustrom überdies, den eine gesunde, funktionale Kultur niemals zugelassen hätte.
Wer selbst eine Kultur der Barbarei pflegt, wird fremde Barbarei nicht in Zivilisation umwandeln. Beides trifft nun lediglich aufeinander und verstärkt sich in dieser Konfrontation.
Die Gewalt in Deutschland wird also weiter zunehmen. Sie wird nur einzudämmen sein, wenn sich Deutsche eingestehen, dass Recht und Freiheit keine Naturgesetze sind, sondern verteidigt und geschützt werden müssen – sowohl vor der fremden als auch vor der eigenen Zerstörungswut.






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein