Anwalt der organisierten Kriminalität jetzt für die Linke im Parlament

„Eines Tages – und dieser Tag wird vielleicht niemals kommen – werde ich dich um einen Gefallen bitten“, ist der legendäre Spruch von Marlon Brando in „Der Pate“ von Francis Ford Coppola. In Berlin gewinnt er an Brisanz. Ein Anwalt des Remmo-Clans zieht für die LINKE ins Bezirksparlament ein. Von Rechtsanwalt Dirk Schmitz M.A.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Während Don Vito Corleone seine Geschäfte noch diskret abwickelte, drängt es die Remmo-Clankriminalität in Berlin jetzt ins politische Rampenlicht. Erst erscheint „Godfather“ Issa Remmo – stark hofiert von der Szene – auf der Berliner Wahlparty der Linkspartei. Jetzt sitzt ein früherer Verteidiger des Clans ausgerechnet für die Linke im Bezirksparlament. Eine Partei, die nach Bekanntwerden des Besuchs eilends versicherte, mit organisierter Kriminalität nichts zu tun zu haben. Remmo sei nicht eingeladen gewesen. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp: „Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir.“

Nun kommt eine zweite, zunächst Skandal-Personalie hinzu. In Lichtenberg ist am 20. September der Rechtsanwalt Konstantin Stern für „Die Linke“ in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt worden. Stern stand auf Listenplatz vier. Die amtliche Berliner Wahlseite führt ihn inzwischen unter den gewählten Bezirksverordneten der Linkspartei.

Stern ist nicht irgendein Kommunalpolitiker. Er ist Berliner Fachanwalt für Strafrecht. Und er war Verteidiger in einem der spektakulärsten Clan-Prozesse der vergangenen Jahre.

Der Tagesspiegel stellte ihn 2024 mit einem bemerkenswert knappen Satz vor: Beim Verfahren um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden habe Stern „einen der Angeklagten“ verteidigt. Angeklagt waren Angehörige der Berliner Remmo-Familie. Fünf Männer aus diesem Familienverband wurden wegen des spektakulären Einbruchs verurteilt.

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Das allein ist kein Skandal. Ein Strafverteidiger macht seinen Beruf, wenn er einen Angeklagten verteidigt. Der Rechtsstaat lebt gerade davon, dass auch der schwersten Straftat Beschuldigte professionellen anwaltlichen Beistand bekommen. Aus einem Mandat folgt weder persönliche noch politische Solidarität mit einem Mandanten.

Rechtsanwalt Stern ist inzwischen aber Politiker der Partei, die sich nach dem Erscheinen Remmos auf ihrer Wahlparty mit Nachdruck von jeder Nähe zur organisierten Kriminalität distanziert. Und Stern ist keineswegs nur ein zufällig auf die Liste geratener parteiloser „Fachmann“. Die Linke Lichtenberg bezeichnete ihn bereits 2025 in ihrer eigenen Bezirkszeitung ausdrücklich als eines „unserer Mitglieder“. Damals organisierte Stern mit Gitarre gemeinsam mit anderen ein Arbeiterliedersingen. Gesungen wurden unter anderem „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“, „Bella Ciao“ und die „Thälmannkolonne“. Im September 2026 zog er dann über Platz vier der Linken-Liste in die Bezirksverordnetenversammlung ein. Sitzt der Remmo-Clan jetzt heimlich mit im Parlament und in Vorstandssitzungen?

Auch Sterns Lebenslauf scheint bei realistischer Sichtweise verdächtig. Er studierte Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft in Potsdam sowie an der Moskauer Staatlichen Juristischen Akademie O. E. Kutafin. Seine politikwissenschaftliche Abschlussarbeit beschäftigte sich mit Bundesrichtern als politischen „Policy-Seekern“.

Während seines Referendariats arbeitete er unter anderem bei der Berliner Staatsanwaltschaft – ausgerechnet in deren Abteilung 255 für Organisierte Kriminalität. Später wechselte er die Seite des Sitzungssaals und machte Strafverteidigung zu seinem Beruf. Erst seit April 2023 ist Stern Fachanwalt für Strafrecht. Wir wissen nicht, ob er eine „Spezialkanzlei mit nur einem Mandanten“ betreibt – wie es Tom Hagen einmal erklärte.

Eine öffentlich auffindbare Äußerung Sterns zur Clankriminalität lässt sich bislang nicht feststellen. Ihm deshalb eine eigene politische Haltung zu Remmo oder Mitgliedschaft im Clan zu unterstellen, ist rechtlich nicht erlaubt.

Für seine Partei lässt sich dagegen ziemlich genau nachlesen, wie sie zu dem Thema steht: Die Berliner Linke lehnt bereits seit Jahren den Begriff „Clankriminalität“ in der Polizeiarbeit ab. In ihrem Wahlprogramm wandte sie sich gegen aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Razzien in Shishabars und Moscheen sowie gegen „stigmatisierende Begriffe wie ‚Clankriminalität‘“. Kampf gegen „Rechts“ ist aber „okay“.

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In großen Teilen der Partei fällt die Sprache über die polizeiliche Clanbekämpfung ziemlich „pro Clan“ aus. Die Neuköllner Linken-Funktionärin Jorinde Schulz präsentiert sich auf der offiziellen Internetseite ihrer Partei als Mitherausgeberin eines Buches mit dem Titel „Generalverdacht. Wie mit dem Mythos Clankriminalität Politik gemacht wird“. Sie schreibt dort außerdem von einer „rassistischen Hetzkampagne rund um die Clankriminalität“.

Und genau vor diesem Hintergrund bekommt das Bild von Issa Remmo auf einer Wahlparty der Linken Brisanz. Die Parteiführung sagt: keine Beziehungen, keine Nähe, keine Verbindung – und ganz allgemein, dass organisierte Kriminalität bekämpft werden müsse.

Gleichzeitig lehnen prominente Vertreter der Partei bereits den Begriff „Clankriminalität“ als stigmatisierend oder sogar als „Mythos“ ab. Und wenige Kilometer weiter zieht ein Parteimitglied in ein Berliner Bezirksparlament in Lichtenberg ein, das beruflich einen Angeklagten aus dem wohl bekanntesten Remmo-Strafverfahren der vergangenen Jahre verteidigt hat.

Aus solchen Mandaten lässt sich keine rechtssichere verbotene Verbindung zum Remmo-Clan ableiten. Aber Fragen an Consigliere Stern und seine Partei liegen auf der Hand:

  • Wie bewertet Stern als Strafverteidiger und Linken-Politiker die Berliner Clanbekämpfung?
  • Teilt er die Auffassung seiner Parteifreunde, der Begriff „Clankriminalität“ sei stigmatisierend oder gar ein „Mythos“?
  • Hält er Razzien, Vermögensabschöpfung und behördenübergreifende Ermittlungen gegen organisierte Familienstrukturen für richtig?
  • Und verharmlost die Linke wegen dreckiger Netzwerke Clankriminalität?

Gefährdet Remmo seine „erlaubten Geschäfte“? Die Geschichte warnt: Der New Yorker Mafiaboss Dutch Schultz musste aufgrund politischer Verstrickungen sterben. Er wurde im Jahr 1935 nicht von der Polizei, sondern von der Mafia selbst ermordet, weil er „zu laut“ war. Ein anderer größenwahnsinniger Mafioso scheint Remmo deutlich ähnlicher: Joseph „Joe“ Colombo. Er protestierte öffentlich gegen das FBI und warf der US-Regierung vor, alle Italo-Amerikaner pauschal als Mafiosi zu diskriminieren. Seine Liga wurde zu einer einflussreichen politischen Bewegung. Sie erreichte unter anderem, dass das US-Justizministerium und Filmproduktionen (wie für den Film „Der Pate“) die Begriffe „Mafia“ und „Cosa Nostra“ offiziell nicht mehr verwenden durften.

Diesen extremen öffentlichen Rummel sahen die Bosse der anderen New Yorker Mafia-Familien – insbesondere Carlo Gambino – gar nicht gern. Die Clans agierten lieber im Verborgenen. Colombos politische Kampagne lenkte zu viel Aufmerksamkeit von Behörden und Medien auf ihr organisiertes Verbrechen. Am 28. Juni 1971 wurde Colombo während einer Großkundgebung seiner Liga – ausgerechnet am Columbus Circle – in Manhattan vor den Augen von Tausenden Menschen und Kameras niedergeschossen. Colombo überlebte den Anschlag schwer verletzt, blieb dauerhaft gelähmt und lag jahrelang im Koma. Er starb schließlich am 22. Mai 1978 an den Spätfolgen und den Verletzungen des Attentats.

„Eines Tages – und dieser Tag wird vielleicht niemals kommen – werde ich dich um einen Gefallen bitten.“ („Someday – and that day may never come – I’ll call upon you to do a service for me.“ Gesprochen von Don Vito Corleone (Marlon Brando) zu Amerigo Bonasera in der Eröffnungsszene von The Godfather / Der Pate, Francis Ford Coppola, 1972.)

Wollen SPD und Grüne ein formelles Bündnis an diesem politisch-kriminellen Abgrund eingehen? Fragen, die der Kollege Rechtsanwalt Stern beantworten möchte? Wir warten und veröffentlichen.

Dirk Schmitz ist Rechtsanwalt in Iserlohn, seit 1991 mit Schwerpunkten Strafrecht, Arbeitsrecht und Medienrecht.

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Kommentare ( 69 )

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Bernd Schulze sen.
1 Tag her

Die Drähte laufen schon heiß. Radio Pinocchio ein Bezeichnung für nicht ganz ernst gemeinte Szenarien oder ist doch etwas dran, meint zum Beispiel, daß bei einer Linken Regierung ein Clan Vertreter, Innenminister oder fürs Bauwesen also dem Moscheebau, werden könnte. Weiter geht’s, daß die Gehälter für Linke NGOs, gekürzt oder gar gestrichen werden und in andere Objekte fließen. Dann muß die Linke keine Spenden für die Sklavenhändler sammeln. Achso in Sachsen-Anhalt haben die Altparteien und der Reservistenverband, Angst das die Afd, Geheimnisse an Putin verrät. Bei den Linken scheint man keine Sorgen zu haben, daß man evtl Erdogan informiert.

Thilo Braun
1 Tag her

Wollen SPD und Grüne ein Bündnis mit den Linken eingehen? Aber sicher doch. Linke Parteien halten zusammen und haben kompatible Ideale.

Endlich Frei
1 Tag her

Wenn man der Links-Antifa Partei in Berlin nun verweigert, was man der vergleichsweise sehr friedlichen AFD-Partei verweigert hat, haben wir in Berlin Bürgerkrieg. Dazu reicht es vermutlich schon, wenn sich eine andere Regierungskoalition bilden sollte. Wie dumm junge originär deutsche (ich betone originär) Wähler meiner Meinung nach sein müssen, die diese Araberclan-Partei und damit ihre eigene Abschaffung wählen: Glaubt die heimische Jugend wirklich, dass eine Partei, welche Hundertausende oder gar Millionen Muslime in die Stadt zu locken versucht, anschließend – selbst wenn nach 10 oder 15 Jahren Klagen ein Enteignungsbeschluss erginge (da ist die Partei längst aufgrund ihres kriminellen Hintergrundes… Mehr

Last edited 1 Tag her by Endlich Frei
notabene
1 Tag her

„First we take Manhattan, than we take Berlin“
https://www.youtube.com/watch?v=JTTC_fD598A

kb
1 Tag her

Natürlich ist das Ganzen eine Botschaft nach innen nach dem Motto – ihr wisst ja was wir von euch etwarten. Wenn ihr die Erwartungen nicht erfüllt “ machen wir euch ein Angebot das ihr nicht ablehnen könnt“ 🤣😝🥳

Siggi
1 Tag her

Der Anwalt ist wohl eher für die Ok, als fprcdie Linke dabei. Die wissen genau, wo sein Haus wohnt. Der Kerl hat sich mit der OK eingelassen und steckt nun drin.

doktorcharlyspechtgesicht
1 Tag her

Wenn die SED – LINKE – Vergleiche ein Körnchen Wahrheit hätten, müsste jetzt eine DDR-artige Law-and-Order-Regierung ins Rote Rathaus einziehen: die DDR-Justiz strafte viel härter als heute; schon für Geringdelikte wanderte man drei Jahre in den Bau. Dort war dann Arbeitspflicht angesagt. Die SED hätte niemals eine Parallelstruktur wie „Clans“ oder „Mafia“ akzeptiert; mit aller Macht der Staatsorgane wären diese vernichtet worden. Sozialleistungen für Arbeitsunwillige gab es in der DDR auch nicht; wer nicht arbeitete, wurde als „Gammler“ strafrechtlich verfolgt. Masseneinwanderung gab es übrigens auch nicht; die Genossen wussten schon warum. Die heutigen Genossen wissen gar nichts mehr; sie haben… Mehr

DDRforever
1 Tag her

Diese Linke ist nicht die Linke der DDR, es ist die Linke der BRD, die Linke des Islam, die Linke der Clans. Gnade Euch Gott BRD Bürger wenn die jemals an die Macht kommen!

Thomas
2 Tage her

Die Clans müssen vollständig raus aus Deutschland.
Notfalls muss ihnen dafür die BRD Staatsbürgerschaft entzogen werden.
Die meisten von dem Putschstaat vergebenen Staatsbürgerschaften sind sowieso gegenstandslos da illegal und dieser Personenkreis schädigt Deutschland immens.
Wenn wir Deutschen unser Land von den antideutschen Globalisten zurückerobert haben und wieder Herr im eigenen Haus sind werden wir uns das nicht weiter bieten lassen.

Last edited 2 Tage her by Thomas
Fawlty
1 Tag her
Antworten an  Thomas

Entziehen wird nicht gehen: viele wären dann staatenlos.

Thomas
1 Tag her
Antworten an  Fawlty

Wo ein Wille da ein Weg.

Haeretiker
1 Tag her
Antworten an  Fawlty

Und wer hat deren „Staatenlosigkeit“ verursacht? Welche Wähler dürfen dann für die Folgen haftbar gemacht werden?

frau karoline
1 Tag her
Antworten an  Thomas

Startbahnen müssen glühen, nein nicht nur glühen es müssen noch neue gebaut werden.

Jan Frisch
2 Tage her

Ziat:
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp: „Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir.“
Da muss ich an Harald Schmidt denken, der in seiner Show mal über Hans Filbinger sagte:
„Er wollte den Nationalsozialismus ja in Wahrheit bekämpfen, aber eben von oben.“

Haeretiker
2 Tage her

„Sitzt der Remmo-Clan jetzt heimlich mit im Parlament und in Vorstandssitzungen?“
Nun, heimlich kann man das ja nicht mehr bezeichnen.
Aber dieses Clangesindel muss sich da nicht bei der Linken einschleichen. Die werden durch die linken Figuren hereingetragen. Mit links-grün ist in der brd etwas einmaliges in Deutschland eingetreten – ein unverholener Druck, schwerkrimineller Kreise in die Legalität zu bringen unter dem label des Antirassimsus und ähnlichem Gedöns.
Die Linke verharmlost wegen dreckiger Netzwerke die Clankriminalität nicht, sie ist selbst ein dreckiges Netzwerk. Aber SPD und Grüne stehen ihr in nichts nach.