Tatort: Hardcore-Porno – finanziert mit GEZ-Zwangsabgaben

„Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung.“

Screenprint: Bayrischer Rundfunk, Youtube

Der allsonntägliche ARD-Tatort gilt als Kult und Institution zugleich. Gilt? Nein: Galt! Gewiss hat es diese 1970 gestartete, von ARD, ORF 2 und SRF 1 ausgestrahlte Sendereihe mit jährlich etwa 35 Neuproduktionen auf mittlerweile mehr als eintausend Folgen gebracht und je Sendung im Schnitt zwischen 7 und 14 Millionen Zuschauer angelockt. Was aber in den jeweils pro Folge rund 1,4 Millionen teuren eineinhalb Filmstunden zum „Besten“ gegeben wird, ist mehr und mehr Volkspädagogik geworden. Die Macher konnten ihrem missionarischen Drang, gesellschaftliche Probleme aufzubereiten, nicht widerstehen. Man will dem Zuschauer den Blick in bestimmte Milieus öffnen. Ein bevorzugtes Tatort-Thema ist immer wieder das Thema „Migranten“. Es geht dabei bevorzugt um Migranten als Opfer, seltener als Täter. Zudem treten fast ausschließlich Kriminalermittler auf, die mit ihren im Film dargestellten, rechtsstaatlich fragwürdigen Ermittlungsmethoden ein Zerrbild von Kripo-Arbeit abgeben und die zugleich aufgrund ihrer – im Film – sozialen, familiären Entwurzelung alles andere als repräsentativ sind. Dass die diversen Gewerkschaften der Polizei noch nicht dagegen protestiert haben, verwundert.

Nun also kommt am 8. Oktober aus München ein neuer Milieu-Tatort in die Wohnzimmer. Es geht um kommerzielle und private Pornoproduktionen. „Hardcore“ heißt denn auch der Titel dieser Folge, für die der Bayerische Rundfunk verantwortlich zeichnet. Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sollen die Hintergründe eines Mordes im Porno-Milieu aufklären. Die junge Altenpflegerin Marie Wagner war ermordet worden; nebenberuflich hatte sie Sexfilme gedreht. Nach einer Orgie mit gut zwanzig Männern wird sie erdrosselt aufgefunden. In ihrem Magen und in einem Schwimmbecken finden sich deren Spermaspuren. Dass vor dem Mord alles gezeigt bzw. angedeutet wurde oder zur Sprache kam, was zu „Hardcore“ gehört, versteht sich von selbst: von „Bukkake“ (Männer ejakulieren auf eine Frau) bis „Creampie“ (Spermas rinnt ihr aus der Vagina). Alles vom „Feinsten“.

Und das von 20.15 bis 21.45 Uhr. Obwohl der Rundfunkstaatsvertrag vorschreibt, dass alle TV-Sendungen, die ab 20 Uhr laufen, für Kinder „ab 12 Jahren“ freigegeben sein müssen. Immerhin erst ab 12 😉 Aber die Jugendschutzbeauftragten der ARD-Anstalten schienen damit kein Problem zu haben.

Die bekanntermaßen nicht gerade prüde BILD-Zeitung forderte denn auch die Tatort-Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, Stephanie Heckner, zur Stellungnahme auf. Diese ließ sich – ganz Volkspädagogin – wie folgt vernehmen: „Wichtig war uns, dass die Kommissare Batic und Leitmayr eine Position beziehen, an der sich junge (sic!) Zuschauer orientieren können. In unserem Film erleben sie das Pornogeschäft als in jeder Hinsicht unerfreulich und nicht erstrebenswert. Gerade diese abschreckende Wirkung trägt den jugendschutzrechtlichen Kriterien Rechnung.“ Und ebenfalls zu BILD: „Wir wollten das Thema gerade nicht voyeuristisch angehen und haben sehr genau darauf geachtet, was wir szenisch und visuell ins Bild setzen.“ Als BILD dann noch die Mitwirkenden zur Stellungnahme bat, setzte das große Schweigen ein: Helen Barke (das Mordopfer) und Luise Heyer (Porno-Kollegin) reagierten nicht auf Anrufe und Mails an ihre PR-Agentur. Statt einer Antwort folgte eine Absage. Begründung: Das Thema sei zu „heikel“.

Dass das oberprogressive Feuilleton der „Qualitätspresse“ sich vorab schon darüber echauffiert, dass sich die BILD-Zeitung über die Folge „Hardcore“ echauffierte, setzt dem Ganzen die Krone auf. Denn hier werde endlich aufklärerisch und „empathisch“ Licht in das brutale Geschäft der Pornographie geworfen.

Was „lernt“ uns all das? Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung. Das hat Sigmund Freud einmal bei der Darstellung eines bestimmten klinischen Falles gesagt. Nun haben wir dasselbe im „Öffentlich-Rechtlichen“. Die echte Schweinerei freilich ist, dass dergleichen via GEZ-Abgabe zwangsfinanziert wird. Hoffentlich protestieren nicht nur wütende Eltern, sondern erzürnte Bürger zu Hunderttausenden bei der GEZ und beim BR-Intendanten Ulrich Wilhelm: am Tatort sozusagen.

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Kommentare

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  • Neuheiten aus dem ÖR Land. Soweit ist man also schon gesunken. Glückwunsch! Und dafür MUSS ich monatlich blechen. Ich war einer der letzten Lindenstrassen Zuschauer, mehr aus Tradition als aus echten Interesse. Dann wurde die ganz große Gender- und Flüchtlingskeule ausgepackt. Das war es dann. Tatort? Börne und fertig. Will und Co.? Nach 10 Minuten muss ich abschalten, sonst ist der Sonntagabend kaputt. Fazit: sofortige Auflösung der ganzen Anstalten und Reduktion auf 2 Info Programme für 3.99 € im Monat. Der Rest und vor allem die Privaten mit ihren Verdummungsprogrammen: PPV (Pay Per View (Zahle, was du siehst)). Mein Geld bekommt lieber Netflix (The Crown, House of Cards, etc.) und Amazon Prime.
    PS: das gleiche gilt für Radio! Jedesmal wenn ich HR3 oder BR3 einschalte, laufen dieselben 5 (!!!) Songs und „Lidl lohnt sich“. DAS kann auch ein Computer.

  • Martin Lederer

    Ich muss es zum Glück auch nicht ansehen. Aber ich muss dafür zahlen. Eine gnadenlose Unverschämtheit.

    Dass das geändert werden muss, ist eine der offensichtlichsten Tatsachen überhaupt. Die sollen ihre Dinge verschlüsseln. Und wer es sehen will, soll zahlen.

  • Martin Lederer

    Mich persönlich stört nur, dass ich dafür zahlen muss.
    Wenn irgendwelche Trash-Filme produziert werden und bestimmte Leute bezahlen freiwillig dafür, ist mir das egal. Aber ich nicht!

  • MISTRAL

    Können diese beiden alten Simpel Bartic und Leitmayr nicht endlich mal vom Bildschirm verschwinden?!

    Am besten sollte auch das ganze Format in Rente gehen! Ich habe früher sehr gerne Tatort gesehen. Aber seit dieser zur moralischen Erziehung der Bundesbürger umstilisiert wurde, schalte ich hektisch weg, sobald er auf dem Bildschirm erscheint.

  • Mahatma Glück

    Assi-TV im Staatsfernsehen. Gespickt und garniert mit den entsprechenden Vokabularien.

    Das F…-Wort hat sich da schon lange etabliert, und gilt damit im Staatsfernsehen als angekommen.