Bei Illner: Deutschland droht ein erheblicher Wohlstandsverlust

Das Kalkül der Regierung ist offensichtlich. Weil man aktuell plan- und hilflos ist, soll der zweimonatige Tankrabatt die Bürger erstmal etwas beruhigen. Der Sohn des Schahs sieht weiterhin den Willen der Iraner zum Widerstand gegen die Mullahs. Von Fabian Kramer

Screenprint: ZDF / Maybrit Illner

Die Blumen blühen und das Gras wächst. Bald beginnt in deutschen Freibädern die Saison. Kalendarisch und meteorologisch stehen die Zeichen auf Wärme. Im Kontrast dazu verhält es sich im politischen Berlin und in der deutschen Wirtschaft entgegengesetzt. Aufgrund der Lage im Nahen Osten ist die Stimmung in der Regierung und bei den Wirtschaftskapitänen frostig.

ANREIZ ZUM VERSAGEN
Bundesregierung halbiert Konjunkturprognose – der Finanzminister freut sich über neue Schulden
Die ohnehin spärlich ausgefallene Wachstumsprognose der Bundesregierung ist schon jetzt halbiert worden. Ein realistisches Szenario dürfte lauten, dass es gar kein Wachstum oder sogar einen Rückgang der Volkswirtschaft geben wird. Für die Koalition um Kanzler Merz bedeutet dies, dass der Koalition noch mehr Geld im Haushalt fehlen könnte als bisher angenommen. Der Druck auf die Regierung wird steigen. Reformen von Rentensystem, Krankenkassen und Bürokratie werden noch drängender. Finanzminister Klingbeil wird höhere Schulden machen.

Noch gibt sich die Koalition in der Öffentlichkeit relativ gelassen. Zu schnellen Reformen will sich noch keiner der Koalitionspartner durchringen, weil diese auch mit schmerzhaften Zumutungen für die Bürger verbunden sein werden. Aber intern brodelt es gewaltig. Am Rande des Krisengipfels der Bundesregierung soll es zu einem Wutausbruch von Friedrich Merz gegenüber Lars Klingbeil gekommen sein.

Die gestiegenen Energiepreise und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Probleme könnten der taumelnden Regierung einen Todesstoß versetzen. Bei Maybrit Illner geht es an diesem Donnerstag um die Energiekrise und die Lage im Iran. Kanzleramtsminister Thorsten Frei und Grünen-Chef Felix Banaszak sind unter anderem zu Gast. Wer von der Sendung Antworten auf die vorhandenen Probleme erwartet hat, der wird bitter enttäuscht. Es ist offensichtlich, dass sich die Politiker wenig Gedanken gemacht haben und wahrscheinlich noch immer hoffen, dass sich der Konflikt schnell lösen lässt. Der Erkenntnisgewinn des Talks tendiert nahe null.

Zwei Monate Tankrabatt und dann?

Im Mai soll angeblich eine spürbare Entlastung an der Zapfsäule kommen. Die Bundesregierung senkt für nur zwei Monate die Steuern um ein paar Cent. Kritiker bewerten die Maßnahme als symbolische Aktion, die nicht mehr ist als ein Tropfen auf den heißen Stein. Kanzleramtsminister Thorsten Frei verteidigt den Plan der Regierung. „Es ist richtig, nur temporär zu reagieren“, meint der Vertraute von Friedrich Merz.

Inszenierter Krach, reales Versagen
Theater statt Führung: Wie die Koalition das Land ruiniert
Das Kalkül der Regierung ist offensichtlich. Weil man aktuell plan- und hilflos ist, soll der zweimonatige Tankrabatt die Bürger erstmal etwas beruhigen. Es soll Zeit gewonnen werden. Der Ökonom Moritz Schularick glaubt nicht an den Lösungsweg der Bundesregierung. „Die Bundesregierung kann kein Benzin drucken“, stellt der Norddeutsche nüchtern fest. „Es wäre sinnvoller, die Stromsteuer zu senken“, findet Schularick. Für diese Lösung plädiert auch Grünen-Chef Felix Banaszak. Er befürworte eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer, wie es die Union in ihrem Wahlkampf versprochen habe, so der Bundestagsabgeordnete aus Duisburg. „Die Menschen erwarten eine Bundesregierung, die die Situation ernst nimmt“, äußert Banaszak.

Allerdings ist eine Senkung der Stromsteuer für viele Branchen keine Lösung. Die Logistikbranche beispielsweise braucht günstigen Sprit an der Zapfsäule oder sie erleidet massive Verluste. Auch für die Busunternehmer in Deutschland sind hohe Tankkosten die größte Bedrohung. Eine sinnvolle Maßnahme der Bundesregierung könnte sein, die Spritpreise für gewisse Branchen zu subventionieren, die breite Allgemeinheit aber durch die hohen Preise zum Spritsparen zu animieren.

„Es gibt eine Knappheit“, stellt die Journalistin Helene Bubrowski richtigerweise fest. In dieser Mangellage muss das knappe Gut so effizient wie möglich für die Gemeinschaft eingesetzt werden. Volkswirtschaftlich bedeutsame Branchen müssen von der Politik bevorzugt werden. Es wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen, dass Treibstoff dafür von anderen eingespart werden muss.

Die Iraner sind weiterhin zum Widerstand bereit

Die wichtigste international sichtbare Stimme der iranischen Opposition ist der Sohn des Schahs, Reza Pahlavi. Der in Kalifornien lebende Exil-Iraner ist an diesem Donnerstag in der Sendung zugeschaltet. Betont kämpferisch präsentiert sich Pahlavi. „Das Regime ist aus dem Gleichgewicht gebracht worden“, erklärt er. Aus seiner Sicht ist die Konfrontation mit dem Mullah-Regime die richtige Lösung für die Probleme der Menschen im Iran.

„Das iranische Volk will Hilfe von außen“, macht Pahlavi klar. „Die Menschen sind weiterhin fest zum Widerstand entschlossen“, berichtet er. Inwieweit der Willen zum Widerstand tatsächlich noch vorhanden ist, lässt sich aktuell schwer überprüfen. „Seit acht Wochen gibt es im Iran kein Internet mehr“, kritisiert Pahlavi. Das Mullah-Regime möchte sein eigenes Volk mundtot machen. Nicht nur die eigenen Landsleute werden vom Regime schikaniert. Durch die Blockade der Straße von Hormus terrorisiert der Iran auch die internationale Gemeinschaft.

„Die Welt wird vom Regime als Geisel genommen“, beklagt Reza Pahlavi. Den westlichen Ländern wirft er vor, dass diese die Opfer der Iraner aus dem Blick verloren hätten. „Das iranische Volk sieht sein Leiden nicht erwähnt“, kritisiert der Unterstützer von Donald Trump. Damit liegt er nicht ganz falsch. In Europa und in Deutschland wurde viel zu lange auf Appeasement gesetzt. Die Unterdrückung der Zivilbevölkerung wurde weitestgehend ignoriert, solange der Iran sich zu einem Atomdeal bereit erklärte.

Selbst der amtierende deutsche Bundespräsident konnte sich nicht verkneifen, den Machthabern in Teheran zu ihrer Islamischen Revolution zu gratulieren. Wären die Europäer früher auf Distanz zu Teheran gegangen, wäre der Konflikt möglicherweise anders verlaufen.

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Kommentare ( 66 )

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Helfen.heilen.80
22 Tage her

Es ist zu befürchten, dass dieser Tankrabatt lediglich ein „Trostpflaster“ beim Prozess der Umgewöhnung sein soll. M.E. ist damit zu rechnen, dass die Regierung weiterhin bei den Leitlinien der Green economy bleiben will, egal was das für uns als einfache Menschen zur Folge haben wird. Dabei brilliert dieses Land mal wieder in seiner Rolle des „deutschen Sonderwegs“, der seiner Bevölkerung bekanntlich erstaunliche Härten abverlangte. Dabei könnte es ganz einfach sein. Fragt man einen KI-Chatbot, warum in Deutschland die Spritpreise höher als im Resteuropa sind, kommt heraus, dass die anderen Länder einfach Obergrenzen für Sprit beschlossen haben. Überdies, dass unser Land… Mehr

Charivari
23 Tage her

Milliarden aus der 3.Welt leben von uns, mindestens 20 Millionen Afrikaner, Mohammedaner, Türken, Inder, etc.etc. wurden nach brd eingeschleust und eingeflogen.

Siggi
23 Tage her

DAs heutige Stadtbild ist ein enormer Wohlstandsverlust. Das nicht erst seit gestern, sondern seit über10 Jahren.

Zum alten Fritz
23 Tage her

Wieso heißt das Tankrabatt? Es ist lediglich eine etwas verringerte Abzocke!

Siggi
22 Tage her
Antworten an  Zum alten Fritz

Es sind genaugenommen Subventionen für die Mieralölgesellschaften.

Antaam
23 Tage her

Wenn man nicht unser gutes Geld in alle Welt verstreuen würde und wenn man nicht die Ukraine füttern würde, deren Staatshaushalt, deren Soldaten bezahlen und den Luxusimmobilien der Korrupten bezahlen würde und wenn man nicht endlich der unsäglichen Migration den Hahn zudrehen würde, bräuchten die Deutschen keine Einschnitte befürchten zu müssen. Das Geld der Deutschen wird zum Fenster rausgeschmissen. Auch die Subventionen von Unternehmen, die am Markt nicht bestehen können (Klimamist) sollten gestrichen werden. Außerdem sollte endlich mal die Bezahlung von NGOs gestrichen werden. Entweder sind sie Nichtregierungsorganisationen, dann brauchen sie keine Steuergelder, oder sie sind unberechtigter Weise Erfüllungsgehilfen von… Mehr

Punti
23 Tage her

Neoliberale Entbehrungsprosa und klassische Täter-Opfer-Umkehr. Genau so geht guter Journalismus. Glückwunsch!

Jerry
23 Tage her

Wie in etwa kann ich mir einen Wutausbruch von Friederich Merz, gegenüber seinem Chef Klingbeil, vorstellen? Ich lach mich tot….

Kassandra
23 Tage her
Antworten an  Jerry

Ja. Wir haben eine Presse, die alles veröffentlicht, was ihr zugesteckt wird. Vollkommen ohne darüber nachzudenken oder gar infrage zu stellen…

hansgunther
23 Tage her
Antworten an  Kassandra

Wenns ihr zugesteckt wurde, dann soll es ja auch veröffentlich werden. Nach dem Sinn hat ja niemand gefragt! Wird auch garnicht von den Bütteln erwartet, wer bezahlt bestellt nur das was ihm mundet. In Wirklichkeit ist der ganze Medienbereich ein armseliger Haufen Stiefelknechte, eine Hure hat mehr Stolz.

Haba Orwell
23 Tage her

> Der Druck auf die Regierung wird steigen. Reformen von Rentensystem, Krankenkassen und Bürokratie werden noch drängender. Aber bloß nicht aufhören, ungefiltert halben Planeten zu holen? Gestern gelesen – für Zahnersatz gibt es demnächst 10 Prozentpunkte weniger. Offenbar soll es „Abhilfe“ aus Bangladesch geben: >>>“EU-Abkommen mit Bangladesch: „Talent Partnerschaft“ öffnet legale Migrationswege„<<< > „… Die EU wurde den Bürgern als Projekt der inner-europäischen Freizügigkeit präsentiert – Deutsche können in Spanien arbeiten, Franzosen in Deutschland. Stattdessen wurde daraus ein System zur systematischen Ansiedlung nicht-europäischer Bevölkerungsgruppen. Bangladesch ist nur der jüngste Baustein. …“ Das Medium, welches es bringt, kann man wohl schlecht… Mehr

Karl Renschu
23 Tage her

Diese Regiering kommt nur durch zwei Dinge zu Fall:
1. Ein AfD-Verbot (dann kann Lars mit R2G ohne seinen Juniopartner regieren).
2. Neuwahlen (dann müssen die Grünen auch offiziell mit ins Boot).

Jerry
23 Tage her
Antworten an  Karl Renschu

In beiden Fällen dürfte damit der Nachbrenner für den Totalabsturz Deutschlands gezündet werden!

Peter Gramm
23 Tage her

die ehemalige Absolventin des Roten Klosters auf Zwangsgebührenspeed im 6 stelligen Bereich in Höchstform. 2 Ökonomen und zwei Politiker im Zerreden von Problemen. Hausfrauengerede im Zwangsgebührenfunk. Ach ja, Diätenerhöhungen hat es auch schon wieder gegeben. Man gönnst sich ja sonst nichts. Was würden diese Vögel wohl machen müßten sie in der freien Wirtschaft ihr Geld verdienen.