Der Westen steht unter wachsendem Druck – von außen durch autoritäre Mächte und neue geopolitische Konflikte, von innen durch einen schleichenden Verlust seiner kulturellen und politischen Grundlagen. Ferdinand Knauss analysiert in seinem Buch „Der gelähmte Westen“ die Ursachen dieser Entwicklung und warnt vor den Folgen für Freiheit, Wohlstand und Menschenrechte.
Der Epochenbruch, vor dem wir stehen, hat in der Menschheitsgeschichte kaum Vergleichbares. Aber gleichgültig, ob die Künstliche Intelligenz (KI) bald alle Gewissheiten über Macht und Menschheit über den Haufen wirft, ob Chaos und neue Kriege drohen, ob wir vor einem chinesischen, totalitären oder gar islamischen Jahrhundert stehen – keinen Zweifel gibt es an der Tatsache, dass der freie Westen sich derzeit äußerst bedrohlichen inneren und äußeren Herausforderungen stellen muss. Dabei befindet sich die westliche Welt in sehr prekärer Lage: als „der gelähmte Westen“ beschreibt der Publizist Ferdinand Knauss in dem gleichnamigen Buch überzeugend und erschreckend den Niedergang des Westens.
Bücher, in denen es um das „Ende“ oder den „Niedergang“ des Westens gehe, seien schon fast „ein eigenes Genre“ politischer Literatur, stellt der Autor zu Recht fest. Allerdings sieht er auch, dass weder diese Flut alarmierender Texte noch das Erstarken „populistischer“ Kräfte in vielen Ländern einen Kurswechsel im Westen bewirkt haben – zumindest nicht in Deutschland und Europa.
Das besondere Verdienst des Buches ist, dass er mit einer klaren Schuldzuweisung für die Turbulenzen im Westen auch den Grund aufzeigt, warum sich kaum etwas ändert. Denn die verantwortlichen Eliten, die weltfremd und kulturvergessen wesentlich für den westlichen Abstieg verantwortlich sind, sitzen teilweise noch an den Schalthebeln der Macht; zudem dominieren ihr letztendlich marxistisch geprägtes Weltbild noch immer den Zeitgeist in Kultur, Wissenschaft und Medien in der westlichen Welt.
Gefährliche Liebe zu Feinden und falschen Freunden
Die westliche Gesellschaft habe nur eine Chance, sich gegen ihre Feinde zu behaupten, Wohlstand, Freiheit und Stabilität zu bewahren, wenn sie aufhöre, aus „schlechtem Gewissen ihre offenen Feinde und falschen Freunde zu lieben“, die sie seit Jahrzehnten von innen schwächen würden.
Knauss beendet seine „Chronik einer Selbstaufgabe“ mit sympathischem Optimismus. Allerdings beschreibt er den Niedergang des Westens auf so vielen Feldern so eindrücklich, dass es nach der Lektüre schwer fällt, an ein „Happy End“ für die freie Welt zu glauben – das gilt insbesondere für Deutschland.
Vehement widerlegt Knauss die Behauptung von Medien und Politikern, der erratische, Europa-kritische US-Präsident Donald Trump sei verantwortlich für „die Zerstörung des Westens und seiner Werte“, so ein Beitrag des Deutschlandfunks. Die Bruchlinien im Westens hätten nichts mit Trump oder den „Wahlerfolgen von Marine Le Pen oder der AfD oder anderen ‚Populisten‘“ zu tun, betont der Autor.
Die Spaltung in fast allen Gesellschaften des Westens und auch zwischen Europa und den USA hat Knauss zufolge ihre Wurzeln in krassen politischen und kulturellen Fehlentwicklungen, die schon vor sechs Jahrzehnten begonnen hätten. Um aufzuzeigen, welch großen, verheerenden Einfluss die 68er-Generation auf die Verwerfungen im Westen habe, pickt sich Knauss beispielhaft den Lebensweg des Grünen-Politikers Joschka Fischer heraus. Er repräsentiere die politische Klasse, die fast im gesamten Westen den Grundlagen von Wohlstand, Freiheit und Sicherheit schweren Schaden zugefügt habe.
Trump als Sündenbock
Entlarvend sei, dass Fischer lautstark Trump die Schuld für die Krise des Westens zuschiebe, so der Autor. Der Grünen-Politiker sei der „ungekrönte König … diese ‚Trump-zerstört-den-Westen-Prosa‘“. Der US-Republikaner sei für die 68er ein bequemer Sündenbock, der von den wirklichen Ursachen für die Fehlentwicklungen im Westen ablenken soll, argumentiert Knauss.
Er verweist auf die gravierenden Unterschiede zwischen der Generation eines Helmut Kohl und die des 1948 geborenen Fischer. Die vom Schrecken zweier Weltkriege und der Nazi-Herrschaft tief geprägte, „skeptische“, pragmatische Generation Kohls hatte das säkularisierte, demokratische und marktwirtschaftliche Land mit klarer Einbindung in den Westen geschaffen.
Rebellen werden Extremisten
Diese rebellische Generation, in den 70er Jahren aufgesplittert in allerlei anarchistische und marxistische Gruppen, beflügelt oft von Idealen befreiter Sexualität und Emanzipation der Frauen, fühlte sich nicht dem Westen und der Demokratie, sondern den Revolutionären, Unterdrückten und Ausgebeuteten dieser Welt verpflichtet. Knauss sieht hier zu Recht die zentralen Wurzeln für die enormen Probleme westlicher Gesellschaften heute, den Grund für ein fehlendes, positives Selbstbild, den Mangel an kultureller und nationaler Identität, die es Wert wäre, verteidigt zu werden.
Fischer habe zwar, wie viele seiner militanten, radikalen Mitstreiter den Weg in eine bürgerlich-normale Partei gefunden; diese Generation habe aber keineswegs alle Elemente der früheren anti-westlichen, anti-kapitalistischen Weltsicht aufgegeben, betont Knauss.
Zudem habe diese Generation in der gesamten westlichen Welt einen Schuldkomplex für das „imperialistische“, kolonialistische Abendland, für Sklavenhandel und christliche Missionierung, kultiviert. Wobei für die Deutschen zu Recht und gravierend die Schuld am Zivilisationsbruch des Holocaust hinzukam – der aber von den 68ern, ganz im marxistischen Sinne, vor allem „den Rechten“, dem Bürgertum und dem Kapitalismus angelastet wurde.
Die 90er Jahre brachten die Wende
Das Abtreten der noch vom Krieg geprägten Generationen sei „vielleicht das eigentliche Enddatum des Westens“, schreibt der Autor. Die Bruchlinie seien die 1990er Jahre gewesen, als auch ehemalige Linksradikale wie Fischer oder Trittin sowie DDR-affine Politiker wie Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (SPD) und Ex-Kanzler Olav Scholz (SPD) wichtige Regierungsämter übernahmen.
Auch wenn sich diese Politiker im Laufe ihres Lebens sicher geändert hätten, seien sie „als vorbildhafte Verteidiger des Westens“ angesichts ihrer früheren „politisch-ideologischen Prägung nicht gerade überzeugend“, schreibt der Historiker. Insbesondere, „weil sie sich nie öffentlich und entschieden von ihren jugendlichen Überzeugungen losgesagt haben“.
Das aber gelte „grosso modo für die gesamte politische Elite dieser und der darauffolgenden Generation“, zumindest was Grüne, Sozialdemokraten und Linke angehe. Für viele gelte 1968 noch immer als Aufbruch in eine wirklich liberale Zeit und als „eigentlicher Gründungsakt der demokratischen Bundesrepublik“.
Geringschätzung von Christentum, Nation und Familie
Für die heute dominierenden Eliten bedeuteten die kulturelle Fundamente des Westens wie das christlich-abendländische Erbe, Vaterland, Familiensinn oder Strebsamkeit kaum noch etwas, ebenso wenig der „Zusammenhalt des Westens gegen seine erklärten Feinde im europäischen Osten oder globalen Süden“. Wehrhaftigkeit sei für diese linken und grünen Politiker kaum noch ein Ideal, das Militär sei ihnen bestenfalls gleichgültig, viele hätten nur Verachtung oder gar Ekel dafür übrig.
Knauss zeichnet ein düsteres Bild der Gegenwart, in der die Verteidiger westlicher Werte in der Defensive seien. Die Bedrohung des Westens ist aber sicher weit mehr als eine historische Machtverschiebung in der Welt. Denn der Rückzug des modernen Abendlandes geht einher mit der Bedrohung der Freiheit des Menschen und der Menschenrechte überhaupt.
Nur abschreckende Alternativen zum westlichen Weltbild
Keine der vorstellbaren Alternativen zur westlichen Kultur hat ein ähnliches Menschenbild wie das des Abendlandes. Kein ideologisches Angebot kann mit den kulturellen Grundlagen der jüdisch-christlich geprägten Welt konkurrieren, die auf dem Nährboden griechischer Philosophie, römischen Rechts und den Errungenschaften von Renaissance und Aufklärung den modernen Westen mit all seinen großartigen Errungenschaften – von der Technik über die Medizin bis hin zu Bekämpfung der Armut – ermöglichten. Nichts ist großartiger und faszinierender als das abendländische, westliche Ideal vom mündigen, verantwortlichen und mit individuellen Freiheitsrechten ausgestatten Menschen in einer demokratischen Gesellschaft.
Andere Systeme mögen eine nie gekannt Effizienz haben, wie es vielleicht die KI ermöglicht, eine andere Vorstellung von Zivilisation und Kultur anbieten, wie das die herrschende Ideologie in China suggeriert, von den Phantasien des mittelalterlichen Islam gar nicht zu sprechen – ihnen allen gemein ist aber der Mangel an den zentralen Errungenschaften des Abendlandes und der Aufklärung, die Verantwortlichkeit des Individuums in größtmöglicher Freiheit und die unveräußerlichen Menschenrechte. Dass all das in großer Gefahr ist, belegt das Buch von Ferdinand Knauss.
Ferdinand Knauss. Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe. Zu Klampen Verlag, Hardcover, 168 Seiten, 20,00 €





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Zur Generation der ’68er‘ mag man in Westdeutschland ca. 8 Mio. Bürger zählen, die zwischen 1940-1950 geboren wurden.
Der davon wiederum kleine Teil [ca. 400000) studierte in diesen 68er Jahren [Theo Waigel, O. Lafontaine …]. Davon gehörten zu den protestierenden Studenten ein wieder kleiner Teil.
Wer sich vom letzteren Teil einen ‚Joschka Fischer‘ herausgreift, greift ins Klo. Der Name Rudi Dutschke ist bspw. in dieser Rezension nicht zu lesen.
Akademische Marxisten waren Horkheimer, Adorno oder sind Wolfgang Fritz Haug.
Man mag auf Personen gucken, die Steigbügelhalter des Hrn. Fischer waren: H. Börner und G. Schröder.
Geringschätzung von Christentum, Nation und FamilieGut, Volltreffer. Alle Christennationen, die einander bis aufs Blut bekämpften, bis 1945, sind die Protagonisten dieser Geringschätzung, ja – gegenseitiger – Verachtung. Evangelion, Bergpredigt und Jesulein hin oder her. Derzeit sind es die Moskau-Russen, die nichts Besseres wissen als die Kiew-Russen zu drangsalieren, bloß weil die nicht mehr mit ihnen spielen wollen. Schlechte Erfahrungen, Stichwort Golodomor, gucksu wiki. Der Fluch der bösen Taten.
Von wegen „fürchtet euch nicht“ – doch, fürchtet euch voreinander; der Muslime feixt und macht sich ans Leichenfleddern. Schon gemerkt? Nicht, nein? Gut, dann werdet ihr eben erledigt. Mir doch egal.
Die Bedrohung des Westens ist die Bedrohung der Freiheit und der Menschenrechte. Absolut, denn der Grund, warum sie dennoch alle zu uns rennen wie die Vergifteten, so Ayaan Hirsi Ali: „Die westliche Kultur mit ihrer Entdeckung der Freiheit ist allen anderen Kulturen überlegen, in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart. Sie hat es zustande gebracht, die Unterdrückung der Frau, den Feudalismus und das Stammesdenken zu überwinden. Sie hat gesellschaftliche Offenheit, politische Freiheit, technische Innovation und wirtschaftlichen Wohlstand geschaffen. Ich leugne nicht, dass andere Kulturen ebenfalls ihr Besonderes und Wertvolles haben – aber die Freiheit der westlichen Kultur ist für… Mehr
Dass keine/r zustimmt zeigt: Sie sind des Westens nicht würdig, geht zum Muslimen, zum Russ, oder gleich zum Geißheimer. Dem Süß-Sauren.
Wir lassen uns unverändert alles unter dem Sichwort „Menschenrechte“ verkaufen. Dabei brauchen Menschenrechte immer eine Definition. Bei uns in D steht sie im GrundG. D steht unter Druck, weil wir uns über die SPD und Grüne „Menschenrechte“ ins GrundG drücken lassen, die dort nichts zu suchen haben. Daher steht jetzt Klima im GrundG. Gerne sollen noch Kinderrechte, Gender und Rechte von Steinen hinzukommen. Und man darf nicht vergessen, dass es nach dem WK II eine heftige Diskussion darüber gab, ob Planwirtschaft oder soziale freie Marktwirtschaft in D regieren solle. Glücklicherweise hat sich Herr Erhard durchgesetzt. Sonst wäre es WestD nicht… Mehr
Der Westen steht unter wachsendem Druck, teilweise von aussen, aber ganz besonders durch die Rückfälle ins Autoritäre von innen – nicht nur von rechts, sondern auch von links – und die vom Westen begründeten, jahreland ungelösten, und dann auch vom Westen selbst eskalierten geopolitischen Konflikte. Mindestens 3/4 aller Konflikte sind vom Westen gemacht, der seit 1950 weite Teile der Welt dominiert hat und heute vor mehreren selbst angerichteten Scherbenhaufen steht. Seit 1990 gab es kurze Zeit eine unipolare Welt – die kurzfristig zum Irrtum an ein “ Ende der Geschichte “ glauben ließ. Mittlerweile ist eine Multipolarität entstanden, deren Funktionsweise… Mehr
Der Westen wird von innen heraus zerstört und die Schuld tragen die eigenen Politiker und alles um uns herum trägt am wenigsten dazu bei, daß wir uns in dieser fatalen Lage befinden und ist nur eine dümmliche Ausrede um vom eigenen Versagen abzulenken. Sicherlich haben wir zusammen in den letzten 70 Jahren viel geschaffen, was die Politik im grenzenlosen Überschwang verballert hat und der Schuldenberg sich trotz guter Einkünfte stets vergrößert hat und nun stehen wir vor einem unlösbaren Problem, indem andere versuchen sich an unseren Resten zu bereichern, damit wir zum Schluß gemeinsam baden gehen, denn aus dieser Nummer… Mehr
Schuld trägt die unausrottbare Vorstellung, dass Gleichheit und Gerechtigkeit alles besser machen. Lieder endet das in demokratischemSozialismus. Und der wird auch im Westen nicht anders enden als in der DDR, in Kuba oder Venezuela: In Gleichheit in Armut – ausgenommen sind die Weintrinker, die es immer gibt – und Gerechtigkeit durch fehlende Wahlrechte.
Aber die Bedrohung , kommt nicht aus dem Osten.
Der Westen geht vor allem neuer, falscher Goetter wegen zugrunde. Die wurden immer lauter gerufen, seit weit entfernt von den alten, jenseits des Ozeans, Werte entstanden, die man besser Unwerte nennt. Eine kurze Zeit lang konnten sie sich dort unbehelligt entfalten und wurden im alten Europa eher belaechelt. Aber nach den Weltkriegen schlugen sie wie Blitze aus einem Gewitter in unvorbereitete Gesellschaften ein und zerstoerten die bewaehrten Tugenden. Das angerichtete, von rein materialistischem Denken gepraegte Chaos beobachten wir heute, und seine Exponenten, wie die derzeitige amerikanische „Fuehrung“ laesst die Wenigen, die den noetigen Abstand wahren konnten, unglaeubig die Koepfe schuetteln.
Die Bedrohung der Freiheit und der Menschenrechte geht allerdings AUSSCHLIEßLICH von Innen aus. Alles andere, wie bspw. Russland, China und das Trump USA sind nur vorgeschoben, um die Bedrohung von Innen heraus zu verschleiern.
Eine frühere Freundin sagte mal, hast du solche Freunde, brauchst du keine Feinde. Das gilt hier uneingeschränkt im übertragenen Sinne.
Vor allem ist man sich nicht einig, weil zuviele Einzelinteressen vorhanden sind, man ist sich ja nicht mal mit hin und Herschieberei von „Geflüchteten“ die früher mal Wirtschaftsflüchtlinge hießen, einig. Deutsche NGOs befördern Wirtschaftsflüchtlinge übers Mittelmeer, für die der italienische Steuerzahler dann aufkommen soll. Deshalb kann man auch nicht mit einer Stimme sprechen und Putin mal genau so auf die Füsse treten wie Selenski um mal diesen Krieg zu beenden, der nur Verlierer kennt. In der Ukraine sind schon soviele Billionen Euro an Vermögenswerten und Infrastruktur zerstört worden, das man dazu lieber gar nichts sagt. Putin wird sich einen feuchten… Mehr