Der Fernsehrat des ZDF hat Intendant Norbert Himmler trotz Kritik und KI-Panne klar im Amt bestätigt. Mit großer Mehrheit wurde seine Amtszeit vorzeitig bis 2032 verlängert – ohne echten Gegenkandidaten.
IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie in der Politik gilt heute offenbar die Regel: Wer in der Verantwortung steht, darf bleiben – Skandal hin oder her. Der Fernsehrat des ZDF hat Intendant Norbert Himmler mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. 48 von 53 abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn – Gegenkandidaten gab es praktisch nicht.
Damit kann Himmler den Sender nun bis 2032 führen. Seine erste Amtszeit hätte ohnehin noch bis März 2027 gedauert; nun erhielt er bereits ein Jahr vor Ablauf eine fünfjährige Verlängerung. Formal hatte es zwar mehrere Bewerbungen gegeben, doch zur Wahl vorgeschlagen wurden am Ende nur Himmler und die Journalistin Floria Fee Fassihi. Fassihi zog ihre Kandidatur allerdings zurück – übrig blieb der Amtsinhaber.
Die Wiederwahl erfolgte trotz deutlicher Kritik aus dem Fernsehrat. Hintergrund ist ein jüngster Vorfall im Nachrichtenmagazin heute‑journal, in dem ein KI-generiertes Video gezeigt worden war, das einen Polizeieinsatz in den USA darstellen sollte. Der Vorfall nährte erneut Zweifel an der redaktionellen Sorgfalt des Senders.
Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) formulierte die Kritik ungewöhnlich deutlich: „Bilder, wenn wir sie nicht authentisch im Original haben, gehören nicht in die Nachrichtensendung.“
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten bedauerte lediglich, dass der Vorfall „Futter gibt für all die Kritiker, die uns genau das unterstellen wollen“. Und weiter: „Es wäre so leicht zu vermeiden gewesen und deshalb ist es so wahnsinnig ärgerlich und wir müssen da einfach ran, dass so etwas nicht wieder passiert.“
Konsequenzen für die Führungsebene hatte der Vorfall dennoch nicht. Stattdessen stellte die Senderleitung einen „Maßnahmenkatalog“ vor. Demnach soll die Chefredaktion ihr Wissen zu Künstlicher Intelligenz im redaktionellen Zusammenhang „systematisch und nachhaltig“ stärken und Kompetenzen zur Verifikation von Bildmaterial in den Redaktionen ausbauen. „Fremdmaterial“ soll „nur im Rahmen einer verbindlichen Quellenhierarchie zur Ausstrahlung“ kommen. Die „Abnahmeprozesse“ sollen „an die Herausforderungen des Digitalen angepasst“ werden. Außerdem will das ZDF eine „Fehlerkultur“ stärken, in der „Fehler transparent benannt, konsequent aufgearbeitet und korrigiert werden“.
Intendant Himmler selbst betonte die besondere Verantwortung eines öffentlich-rechtlichen Senders. „Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine besondere redaktionelle und publizistische Verantwortung.“ Gerade deshalb, so seine Botschaft, müsse man aus Fehlern lernen.
Der Fernsehrat scheint überzeugt zu sein, dass genau dies am besten unter der bisherigen Leitung geschieht. Kritiker dürften darin vor allem eines sehen: die bemerkenswerte Stabilität eines Systems, das seine Spitzenposten weitgehend aus sich selbst heraus bestätigt.



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Da Herr Himmler gut lachen. Seine Betrügerclique hat ihn wiedergewählt. Wen auch sonst. Ga ja keinen anderen. Die massiven Fehler und er damit einhergehende massive Vertrauensverlust bei den Zwangsgebührenzahler spielt keine Rolle. Wer sich die Zusammensetzung des Fernsehrates anschaut, weiß warum. Die eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus. Amigos und Pfründe unter sich. Was freue ich mich auf den Tag, an dem diesem gesamte ÖRF Moloch der Geldhahn abgedreht wird. Himmler wird dann immer noch lachen und viele der fetten Granden im ÖRF auch. Den die Kohle für ein sorgenfreies Leben ist längst von den Zwangsgebührenzahlern abgepresst.… Mehr
Chapeau, eine Mehrheit von „nur“ 90,56 Prozent ist im Vergleich zu den Volkskammerwahlen ja fast schon eine Revolution im System.
Mehr dazu bei (beck-aktuell HEUTE IM RECHT)BGH bremst Rundfunkvollstreckungsbeschluss vom25.Februar aus. AZVIIZB29/24.Elektronische Signatur eines Vollstreckungsersuchens ist nicht rechtens. Wohl an, der erste Stein wackelt.
> Hintergrund ist ein jüngster Vorfall im Nachrichtenmagazin heute‑journal, in dem ein KI-generiertes Video gezeigt worden war, das einen Polizeieinsatz in den USA darstellen sollte. Der Vorfall nährte erneut Zweifel an der redaktionellen Sorgfalt des Senders.
Nicht gut genug KI-generiert? Demnächst sollte ÖRR vielleicht Inhalte in den USA und in Israel bestellen, wo man mit den Technologien weit mehr Erfahrung hat.
Ansonsten – es wird doch jene Wahrheit gezeigt, welche das Wahrheitsministerium absegnet (halb privatisierte „Faktenchecker“, bei den sich der Souverän, Regierende Oligarchen, direkt einbringen kann.)
wozu auch Folgen / Konsequenzen? Ein Bauernopfer wurde gefunden.
Und jetzt hat die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten dem Fernsehrat auch noch einen hübschen 5 Punkte Plan präsentiert. Alles ist gut beim ZDF.