Meldewahn: Strafanzeige für Hitler-Putin-Meme

Wegen einer Karikatur, auf der Wladimir Putin angeblich mit Adolf Hitler verglichen wird, drohen dem Publizisten und Unternehmer Rainer Zitelmann bis zu drei Jahre Haft. Tichys Einblick sprach mit dem Historiker, auch über sein neues Buch „Weltraumkapitalismus“, das unter anderem den Aufstieg der privatwirtschaftlichen Raumfahrt behandelt.

 

Hitlervergleiche – und auch das Benutzen verfassungswidriger Symbole dafür – sind mittlerweile Usus. Trump, Putin, aber auch AfD-Politiker werden von linker Seite ganz routiniert mit dem Diktator nicht nur verglichen, sondern sogar gleichgesetzt.

Der renommierte Buchautor Rainer Zitelmann hatte im Dezember 2025 eine Karikatur repostet, mit einer Sprechblase Hitlers: „Gebt mir die Tschechoslowakei und ich attackiere niemanden mehr.“ Ihm gegenüber steht Putin, der dasselbe sagt, nur über die Ukraine. Weil auf der Bildmontage Hitlers Hakenkreuzarmbinde zu sehen ist, verstößt Herr Zitelmann damit angeblich gegen § 86a StGB – „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“.

Zitelmann wollte durch das Reposten ausdrücken, dass man mit dem Vertrauen gegenüber Diktatoren sparsam umgehen sollte. Während der Spiegel jederzeit Hitler auf seinem Titelbild abbilden darf, wird ein Historiker, der ein Buch über Hitler veröffentlichte und sich zehn Jahre seines Lebens mit ihm beschäftigte, nun verfolgt. Außerdem spricht Rainer Zitelmann im Interview mit Tichys Einblick über sein neues Buch „Weltraumkapitalismus“, das unter anderem den Aufstieg der privatwirtschaftlichen Raumfahrt behandelt.


Unser Sponsor Benu Solutions klärt im kostenlosen Webinar über die wichtigsten Maßnahmen, Strategien und Tipps, auf, mit denen Sie körperlich, mental und finanziell stark durch die Krise kommen – und verhindern, dass Sie alles verlieren.
Mehr hier: https://vermoegensschutz-workshop.de/krisenvorsorge/kvp?pa=ty

Unterstützung
oder

Kommentare ( 46 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

46 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Peter Pascht
1 Monat her

„Wegen einer Karikatur, auf der Wladimir Putin angeblich mit Adolf Hitler verglichen wird, drohen dem Publizisten und Unternehmer Rainer Zitelmann bis zu drei Jahre Haft.“? – ist das jetzt Glosse?
Sonst müsste Hannah Arendt auch ins Gefängnis.
In ihrem epochalen Werk „Ursprünge und Element totalitärer Herrschaft stellt sie eine Gleichheit zwischen Hitler und Stalin fest.
Wer Putins Kriegsplanung von ihm verkündet, kennt, der muss feststellen dass er Stalins kriegzug von 1938-1941 zum Vorbild genommen hat, Eroberung der baltischen Staaten, der Ukraine und der Moldau(Bessarabien)
Putin ist die „Vergangenheit die nicht vergehen will.“

Turnvater
1 Monat her
Antworten an  Peter Pascht

Was für ein kompletter Unsinn.

flo
1 Monat her

Das Grundproblem ist, dass bei der Verfolgung der Verwendung von „extremistischen“ Symbolen, Slogans, Zeichen, Bildern nicht hinreichend berücksichtigt wird, dass es auf den Kontext, das, was der Betroffene sagen wollte und meinte, ankommt, nicht nur auf das real existierende Phänomen, die puren Wörter. Ironie und Sarkasmus sind ja eigentlich für den Außenstehenden meist gut zu erkennen, möchte man meinen, für Juristen offenbar weniger? Wobei manchmal ja durchaus überlegt wird, was derjenige, der sich äußert, sich dabei wohl gedacht haben könnte.  Das Demo-Plakat „AfDler töten.“ ist dank des Punktes statt Ausrufezeichens erlaubt, auch wenn ganz offensichtlich viele Außenstehende darin einen Aufruf… Mehr

Rainer Schweitzer
1 Monat her

Vorgänge wie dieser oder die inzwischen zahlreichen Hausdurchsuchungen gegen Kritiker von Regierung und Politkern halte ich für überaus gefährlich. Denn sie untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat systematisch immer weiter. Eines Rechtsstaates, der schon z. B. durch Personalien wie Habarth oder Kaufhold beim Bundesverfassungsgericht oder bei den Landesverfassungsgerichten (Barbara Borchardt, MV) Schaden genommen hat. Eines Rechtsstaats, der durch die „Corona-Maßnahmen“ noch viel schwerer beschädigt wurde. Eines Rechtsstaats, in dem in Ludwigshafen ein Landesbeamter von der Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt ausgeschlossen wurde, weil er verfassungsfeindliche Einstellungen entwickeln „könnte“, während er gleichzeitig im Beamtenverhältnis verbleibt. U.s.w. u.s.w. Es sind Politiker wie Merkel,… Mehr

Deutscher
1 Monat her

Naja. Herrn Zitelmanns Vergleich ist in der Sache dermaßen dämlich, dass er zumindest dafür eine Klatsche verdient hat.

ralf12
1 Monat her

Zitelmann wollte durch das Reposten ausdrücken, dass man mit dem Vertrauen gegenüber Diktatoren sparsam umgehen sollte.“ Was für Erkenntnis? Friedrich Merz ist mit Sicherheit kein Diktator. Wer ihm allerdings vertraut, muß mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein.

Buck Fiden
1 Monat her

Was wäre ein Bild von Hitler ohne Hakenkreuz? Das ist nun mal unsere Geschichte. Und genau wie damals hat die Justiz mit Urteilen oderHausdurchsuchungen und so weiter gearbeitet. Ist alles gefühlt wie damals, nur ohne Todesstrafe. Oder politisch- motivierte „Korrektur“ von Gerichtsurteilen gleich nach Verhandlung. Das erledigt man heute über Social Media. Und: Die SA von einst ist die Antifa von heut…
Mir ist es egal, ob Schicklgruber mit oder ohne Binde dargestellt wird. Das ist Geschichte. Das schaue ich mir an wie eine antike Vase.

Aber als Demokrat im Sinne des Grundgesetzes kann ich „Unseredemokratie“ klar einordnen.

Last edited 1 Monat her by Buck Fiden
Markus Gerle
1 Monat her

Hätte Herr Zitelmann nicht Besuch von der Polizei bekommen, hätte ich mir das Interview vielleicht gar nicht angesehen, da mich das Buch sowieso schon interessiert. Es ist aber noch nicht raus. Herr Zitelmann macht beiläufig einen Vorschlag, den ich für wichtig halte: Ja, wir brauchen anscheinend eine Meldestelle für Meldestellen-Geschädigte. Mich würde es durchaus interessieren, wie es Otto-Normalverbrauchern ergeht, die aufgrund missliebiger Meinungsäußerungen mit staatlichen Repressionen zu kämpfen haben. Ein beliebter Trick unseres dysfunktionalen Justizsystems sind ja immer die Kosten, die immer höher werden, wenn man sich wehrt. Somit können sich nur noch Leute mit sehr tiefen Taschen gegen den… Mehr

Lucius de Geer
1 Monat her

Eigentlich müsste doch gerade Zitelmann diese Mechanismen besonders gut kennen, denn: Rainer Zitelmann war laut eigener Aussage in seiner Jugend und während seines Studiums zunächst ein überzeugter Linksextremer: Als Schüler begeisterte er sich für Maoismus, träumte von einer Revolution und war später als Student Marxist. Hauptquelle ist seine Autobiografie: „Wenn du nicht mehr brennst, starte neu! Mein Leben als Historiker, Journalist, Immobilieninvestor und Autor“…

August Klose
1 Monat her
Antworten an  Lucius de Geer

Die Konvertiten sind oft die strammsten.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Woher sollen unsere Strafverfolgungsbehörden und ihre Büttel denn wissen, was Herr Zitelmann meint? Dafür müssten sie verstehen, was er geschrieben hat und sie müssten eine gewisse historische Bildung besitzen. Beides ist bei diesen Genies offenkundig nicht der Fall. Die Bildungskatastrophe in Deutschland ist eben kein abstraktes Problem, sondern leider sehr konkret. Den bei uns seit Jahren grassierenden Nazi-Wahn kann man wohl nur verstehen, wenn man in unserem verstörten Land aufgewachsen ist und hier sozialisiert wurde.

Dieter Blume
1 Monat her

Gestern kam eine Sendung im Staatsfernsehen über die Nazi-Zeit. Da konnte man ganz viele Hakenkreue sehen. Wann werden die öffentlich-rechtlichen Politkommissare endlich verhaftet?