Merz , Schmerz und dies und das

TE schaute nach, was es im rheinischen Karneval zur Lage der Tage zu sehen gab. Wie weit der noch frei ist oder schon Meinungs-gelenkter als früher? TE sah ein gemischtes Bild, aber kein hoffnungsloses.

Es gäbe sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Trump, nicht alle seien echt, aber doch sehr viele. Sagte ZDF-Dunja Hayali – und präsentierte ein KI-
gefälschtes Videos über Abschiebungen von Migranten.

Moderatorin Anne Gellinek gestand im heute journal gestern abend vor Millionen „handwerkliche Fehler“, die nicht den „hohen Standards“ entsprachen, ein und bat um Entschuldigung. Zuvor war die Sendung gelöscht und ohne die Fake-Sequenzen neu veröffentlicht worden. – Mehr zur Methode ZDF hier.

Andersrum enttarnte Sebastian Lege gestern abend im ZDF die ICE-Tomatensuppe als oft wiederaufwärmbaren Fertig-Fake mit vor allem viel Wasser und Zucker. Die Fakes „Oriental Falafel-Wrap“, Aufgewärmte Currywurst mit Pommes und Apfel-Streuselkuchen ohne Butter folgte.

Vom Werbemann der Deutschen Bahn erfuhr man, was die Classe Politique nur von ihrer Propaganda erträumt, aber nicht erreichen wird. Bei der Bahn im ICE, so der Mann, bekommen Sie zum Essen nicht, was Sie wollen, sondern Wollen Sie, was Sie bekommen.

TE sagt, was ist. Heute gibt der Beobachter wieder, was er im rheinischen Karneval zur Lage der Tage sah. Wie weit ist der noch frei oder schon Meinungs-gelenkter als früher? Ein gemischtes Bild, aber nicht hoffnungslos.

Im Kölner Rosenmontagszug führte die Persiflage- und Motivwagen ein weinender Konrad Adenauer an. Der einstige Kölner Oberbürgermeister und erste Kanzler vergießt als Engel im Himmel bittere Tränen: „Wat doot ihr all met Kölle?“ Kritik an Baustellen-Chaos, Dreck, Verwahrlosung, Drogenszene (Domspitzen als Spritzen dargestellt), Drogentourismus („Mer dun et för’n Spritztour“): Die Drogenszene aus dem Umland in Köln. Wohnungsnot, horrende Mieten: Ein Eichhörnchen vermietet sein letztes Loch für 900 Euro Kaltmiete ohne Strom.

Der Regierungs-Wagen als SM-Club („Happy Aua Club“): Kanzler Merz und Vize Klingbeil als Sadomaso-Duo, das sich quält. Koalition, die nur an sich selbst denkt und nichts zustande bringt. Merz als „Kanzler der Schmerzen“, versohlt von Klingbeil mit Bettelhut.

Ein AfD-Wagen blaue Schlange („Mer dun et, weil mer blauäugig sin“): Die AfD als hypnotisierende Würgeschlange (wie Kaa im Dschungelbuch), die den naiven deutschen Michel einlullt und würgt.

Olympiabewerbungs-Wagen („Köllympia“): Oberbürgermeister Burmester als Turner im Spagat zwischen olympischer Flamme und Ringen. Kritik am Streben, die Olympischen Spiele nach Köln zu holen, da die Stadt noch nicht „olympia-reif“ sei.

Wagen Wehrpflicht: Die Leute kaufen Rheinmetall-Aktien, lehnen aber die Wehrpflicht ab („Mer dun et – DAS CRAZY!“). Kritik an Doppelmoral besonders bei der „Handygeneration“.

Der Iran-Wagen als schockierendster („Mer dun et för den Gottesstaat“) mit dem Religionsführer Chamenei als blutrünstigem Monster, das sein Volk frisst, vor ihm eine Gruppe von Protestlern, die Freiheit fordern.

Wagen Trump mit nacktem Hintern („Mer dun et för de jode Geschmack“), voller Kussabdrücke von FIFA, NATO, EU, Merz, Macron, Starmer u. a. US-Zölle als guillotineartige Darstellung voll Blut. Grönland: USA, Russland und China übergehen die EU.

Wagen Überfordertes Drohnen-Abwehrzentrum: Überlastete Bundeswehr („Mer dun et nit mie lang“): Feuerwehr und Rettungskräfte riskieren ihr Leben, werden aber angegriffen. Kritik an Gewalt gegen Helfer und Forderung nach mehr Schutz.

Das Sessionsmotto „Alaaf – mer dun et för Kölle“ (Ehrenamt in Köln) zog sich als roter Faden durch viele Wagen.

Am besten gefiel dem Beobachter das für nächstes Jahr ausgegebene Motto: „Morje es, wat do drus mähst“

Vom Rosenmontag zum Aschermittwoch, an dem nach katholischer Tradition die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern – dieses Jahr am 5. April – beginnt, an die sich kaum wer hält.

Gegen eine Altersgrenze für die Nutzung von Online-Netzwerken spricht der ChaosComputerClub (RND): „Eine Altersgrenze schließt Jugendliche von einem Raum aus, in dem sie sich politisieren und überhaupt die Möglichkeit haben, einen politischen Impact zu haben.“ Der Club ist auch gegen die Zentralisierung durch Altersverifikationssysteme wie das EUDI-Wallet. Eine zentrale Stelle zur Personenfreigabe widerspreche der dezentralen Idee des Internets und sei der Grund, weswegen Internet-Shutdowns überhaupt möglich seien: „Je zentralisierter, desto leichter ist es für Regime, das Internet abzuschalten.“ – Das EUDI-Wallet droht für Ende 2026 oder 2027 und wäre ein digitaler Identitätsnachweis, der offizielle Dokumente wie Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte, aber auch Ausbildungszeugnisse speichern kann.

Opportunitäts-Barometer Söder (OPS) ist derzeit gegen den Vorschlag von Teilen der SPD und der CDU, den Social-Media-Zugang für Jugendliche zu beschränken: „Gerade die Freunde von der Sozialdemokratie sind oft ganz vorne dabei, wenn es um Verbote geht. Ich bin da zurückhaltend.“ Man könne über vieles reden, „aber im Moment ist das keine der zentralsten Fragen“. Wichtiger wäre eine Klarnamenpflicht im Internet: „Bei Demonstrationen auf der Straße gibt es auch aus guten Gründen ein Vermummungsverbot. Warum also nicht auch im Digitalen? Das würde vieles ändern (Mediengruppe Bayern). – Bei Söder nie anfangen zu hoffen, der Pferdefuß folgt wie das Amen.

OPS ist im Moment gegen eine verfassungsrechtliche Prüfung eines Verbots der AfD durch das Bundesverfassungsgericht. Er riet, die AfD, die sich immer weiter nach Rechtsaußen radikalisiere statt sich in die Mitte zu bewegen, weiter durch den Verfassungsschutz zu beobachten, aber „kein hysterisch-moralisches Verbot zu fordern“. – Der Beobachter ahnt, Söder riecht die Gefahr: Womit sich die ganze rotgrünschwarzrote Nomenklatura noch positionieren kann, ohne vor der AfD zu warnen.

Die polit-mediale Nomenklatura, der immer mehr Bürger nichts mehr glaubt, die Möglichkeiten zu nehmen, das öffentlich auszusprechen, werden überall scheitern, nicht nur in Deutschland, aber auch da. Wie bei der Tagesschau. – Wie im ZDF.

Der EU-Nomenklatura widmete Marco Rubio in Budapest im Auftrag von Donald Trump bei seiner demonstrativen Unterstützung des Wahlkamps von Orbán Viktor die Botschaft: „Wir stehen hinter Ungarn, wenn es mit finanziellen Schwierigkeiten oder anderen Kräften konfrontiert wird, die die Stabilität des Landes bedrohen.“

Kanzler Merz könnte es wissen, aber die üblichen Verdächtigen wie Macron und Co. werden es ihm nicht erlauben. Zwischen Donald Trump und Giorgia Meloni kann der EU-Kommissions-Clan nicht bestehen. Mit Italien bekommen die kleineren Staaten ein anderes Gewicht und das ermuntert mehr klenere, ob EUvdL will oder nicht.

Zum Iran im Moment nur so viel. Die Flugzeugträger-Kampfgruppe der USS Gerald R. Ford (CVN-78) fuhr an 17. Februar ins Mittelmeer ein und dürfte zum 20. Februar in der Golfregion eintreffen, wo die Flugzeugträger-Kampfgruppe der USS Abraham Lincoln (CVN-72) schon länger ist.

Die politische Fastenzeit gibt es in Deutschland schon lange und sie wird bis weit nach Ostern anhalten. Spötter könnten fragen, bis Ostern welchen Jahres. Das wird nicht von Merz und Co. abhängen.

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Kommentare ( 5 )

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Zum alten Fritz
30 Minuten her

Ein Protest aus den USA, über die vorsätzliche Verleumdung dortiger Maßnahmen auf Grund langer Versäumnisse in Sachen Migration durch hiesiges Staats-TV, wird vermisst.

Guzzi_Cali_2
35 Minuten her

Anstatt sich zu 100% auf die lokalen Defizite (von denen es wahrhaft mehr als genug gibt) zu konzentrieren, ist bei den Karnevalisten noch Weltpolitik und natürlich Trump-Bashing angesagt. Daran merkt man doch, wie vergrünt und verlinkt die Kölner Jecken sind. Aber kein Problem – mit dem bißchen Drogengedeale und migrantischer Kriminalität können die doch locker umgehen, schließlich „Et hätt noch emmer joot jejange“… Ob sie tief drinnen auch diesmal davon überzeugt sind?

Haba Orwell
50 Minuten her

> Zum Iran im Moment nur so viel. Die Flugzeugträger-Kampfgruppe der USS Gerald R. Ford (CVN-78) fuhr an 17. Februar ins Mittelmeer ein und dürfte zum 20. Februar in der Golfregion eintreffen, wo die Flugzeugträger-Kampfgruppe der USS Abraham Lincoln (CVN-72) schon länger ist. Pepe Escobar meint, mit einem IQ über 10 müsste man die Gefahr der Hormuz-Sperrung verstehen: https://uncutnews.ch/trump-in-panik-iran-entfesselt-die-ww3-strategie-von-russland-und-china/ > „… Iran würde die Straße nur als letztes Ass schließen, nach Konsultation mit Russland und China. China könnte ein paar Tage akzeptieren, mit Reserven und schnellem Gegenangriff. Ein längerer Konflikt würde das globale Finanzsystem kollabieren lassen: Öl bei 700 Dollar… Mehr

Haba Orwell
1 Stunde her

> Wagen Wehrpflicht: Die Leute kaufen Rheinmetall-Aktien, lehnen aber die Wehrpflicht ab („Mer dun et – DAS CRAZY!“). Kritik an Doppelmoral besonders bei der „Handygeneration“.

Aha – wenn man schon Rheinmetall-Aktien kauft, sollte man für die Wehrpflicht und Absatz-fördernde Kriege brennen? Welch karnevalistische Logik, die im Michelstan zur Staatsräson wurde.

humerd
1 Stunde her

Die Diskussion über ein social media Verbot für Kinder & Jugendliche wird begleitet von einem hübschen Narrativ „Schutz und Fürsorge“. In den letzten Tagen beginnt das Framing, dass auch die „Älteren“ unfähig sind mit sozialen Medien umzugehen und deshalb fürsorglich geschützt werden müssten. Die Zeit ist da ganz emsig „Kinder haften für ihre Eltern Debatte um Social-Media-Verbot: Krummes DingDie Welt diskutiert über ein Social-Media-Verbot für die Jugend. Aber was ist mit den Erwachsenen, sollen die weiter verblöden? Von Hanno Rauterberg“ https://www.zeit.de/feuilleton/2026-02/social-media-verbot-debatte-kinder-erwachsene Die Entmündigung der Ü60er hat ja unter Corona schon gut geklappt. Das Narrativ “ wir müssen die Älteren schützen“ gefiel… Mehr