Ein Audi-Angestellter klagt gegen Ansprache als „Audianer_innen“

Ein Mitarbeiter des Auto-Herstellers Audi empfindet sich von der „gendersensiblen Sprache“ seines Arbeitgebers ausgegrenzt und klagt. Am Dienstag muss sich der Konzern vor Gericht verteidigen.

IMAGO / Kirchner-Media
Produktion von Elektrofahrzeugen der Marke Audi bei Volkswagen in Zwickau
Beim VW-Tochterunternehmen Audi gibt es ähnlich wie bei anderen Unternehmen einen Sprach-Leitfaden „für mehr Vielfalt“, in dem es eindeutig heißt: „Audi gendert“. Darin wird entsprechend festgelegt, dass Angestellte künftig als „Audianer_innen“ anzusprechen sind. Gegen dieses angebliche „Zeichen für Gleichberechtigung“, das seit dem 1. März 2021 gilt, setzt sich ein Mitarbeiter juristisch zur Wehr. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll es am Dienstag zur Verhandlung vor dem Landgericht Ingolstadt kommen. Dass das Gericht die Klage zulässt, kann man bereits als Schlappe für Audi werten.

„Es wird massiv in die freie Persönlichkeitsentfaltung eingegriffen“, so zitiert Bild den Kläger Dr. Alexander B.. Er sehe den „Schutz der geschlechtlichen Identität“ gefährdet, weil die Gender-Richtlinie unausgewogen und sogar männerfeindlich sei!

Eine Begründung der Anwälte des Klägers laut Bild: In den von Audi vorgegebenen Varianten „Ärzt_in“ oder „Anwält_in“ findet sich gar kein männlicher Wortstamm mehr – also „Arzt“ oder „Anwalt“. Bezeichnend für den Eifer von Audi ist übrigens auch, dass in der Pressemitteilung zur Einführung des Leitfadens von „Sabine Maaßen, Vorständin für Personal und Organisation der AUDI AG“ die Rede ist.

Finanziert wird die Klage des Alexander B. vom „Verein Deutsche Sprache„, wie dessen Präsident, der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer, mitteilte.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 58 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

58 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Peter Silie
19 Tage her

Audi no more.

RS
20 Tage her

Ich dachte immer, Audi wäre ein seriöser Autobauer und nicht ein Schwachsinnsgenerator. Naja, man lernt nie aus. Nun ist er halt ein Autobauer_innen (und möglicherweise sogar_außen?) und Schwachsinnsgenerator_iinnen mit Sabine_innen Maaßen_innen als „Vorständin“ (sic!) für Personal_innen und Organisation_innen. Also, liebe Audianer_innen, ich bin dann mal ein Kund_außen, denn ich brauche immer noch kein Auto_innen. Ich will einfach nur ein Auto. Und daß man, vor, währnd und nach dem Kauf normal mit mir spricht.

Papa
20 Tage her

Sie wollen uns in den Genderwahnsinn treiben!!!
Schon bei Orwell wurde mit Begrifflichkeiten gespielt, damit die Wahrheit in die Köpfe der Untertanen kommt.
Im den MSM wird nur noch gegendert, wie konnte man das so schnell umsetzen?
Wenn das so weiter geht, dann muss ich, um mich selbst zu schützen, diesen kaputten Staat verlassen.

mediainfo
20 Tage her

Ein Audi-Angestellter klagt gegen Ansprache als „Audianer_innen“ Das ist auch einfach albern, sich so dem Zeitgeist anzuwanzen als großes und traditionsreiches Unternehmen. Da würde man doch erwarten, dass da irgendwo eine Stimme der Vernunft ist, die an das Geschäftsziel des Unternehmens und daran erinnert, dass erstens die Kundschaft und auch die Belegschaft heterogen* sind, und es zweitens nicht gut für ein Unternehmen sein kann, sich zum Teil politischer Kontroversen zu machen. Aber man weiß ja, von welchem Milieu, welchem bessermenschlichen, oft weiblichen Typus, die Bereiche Kommunikation und Werbung in Unternehmen, heutzutage besiedelt sind. Ich vermute es gibt diese Stimmen der… Mehr

Last edited 20 Tage her by mediainfo
Johann Thiel
20 Tage her

Nicht klagen ist die Lösung, sondern richtig wählen. Bin überzeugt, die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache samt ihres Präsidenten wählen fleißig Altparteien wie CDU und FDP. Damit sind sie in der gleichen Situation wie der klagende Arbeitnehmer. Sie helfen denen von denen sie schlecht behandelt werden. Der Kampf gegen den Woke-Wahnsinn kann nur politisch gewonnen werden, nicht über das Rechtssystem, denn dieses spricht längst „wokes Recht“, nämlich gar keines, weil es selbst Teil der Woke-Bewegung geworden ist. Der Versuch über das Rechtssystem etwas zu erreichen zeugt somit von der gleichen Naivität wie immer die selben Parteien zu wählen und ein… Mehr

fatherted
20 Tage her

Bei der derzeitigen Personal-Lage stimmt man hier am Besten mit den Füssen ab. Einfach neuen Job suchen….bei nicht „* Inaern“….was allerdings schwierig sein könnte, bei dem derzeitigen Gender Wahn.

ersieesmussweg
20 Tage her

Ich hoffe, dass Audi sich eine Klatsche vor Gericht einfängt.
Wie kommt überhaupt ein Unternehmen wie Audi dazu so einen Blödsinn mitzumachen?

Wilhelm Roepke
20 Tage her

Dieser Konzern braucht dringend einen massiven Absatzeinbruch, da er noch viel zu viel Energie für Unfug aufzubringen in der Lage ist. Dem Kläger wünsche ich viel Erfolg und danke ihm für sein Engagement.

bani
20 Tage her

Das ist für mich ein Grund kein Produkt von dieser Firma zu kaufen. Füchterlich die Sprachverhunzung.

Sonny
20 Tage her

Die politische Wand, gegen die wir normalen Menschen ankämpfen müssen, wird täglich dicker und breiter. Es brennt an allen Ecken und Enden, oft weiß man gar nicht, gegen was man zuerst protestieren soll, während anderorts einfach Fakten geschaffen werden, die die Freiheit und das selbstbestimmte Leben angreifen. Ein sprachlicher Maulkorb ist sozusagen das i-Tüpfelchen auf die Bevormundung, die sich allüberall breit macht. Selbst einfache Menschen maßregeln mittlerweile ihr Gegenüber, wenn es den eigenen oder von der Politik vorgegebenen Moralansprüchen nicht entspricht. Zu erkennen, dass der einzelne Mensch hier verflüssigt und in eine der Politik genehme, beliebig austauschbare Zinnfigur gegossen werden… Mehr