„Das Wort Nationalismus wurde zu einem Schimpfwort. Also rissen wir unsere Denkmäler nieder und verurteilten unsere eigene Geschichte" - US-Außenminister Marco Rubio mahnt in Athen zu einer Rückbesinnung auf die Kraft der westlichen Ideale.
IMAGO / One Inch Productions
Der US-Außenminister stand auf dem Pnyx, dem Hügel über der Stadt, auf dem die Athener einst ihre Volksversammlung abhielten. Hinter ihm, im letzten Sonnenlicht des Abends, der Parthenon, fünfundzwanzig Jahrhunderte Geschichte. In seiner bereits auch auf den Social-Media-Plattformen tausendfach geteilten Rede erinnert Marco Rubio den Westen daran, dass er sich nicht nur von außen bedrohen lässt.
„Wir haben unsere Grenzen geöffnet, unsere Industrie ausgelagert und zugelassen, dass unsere Streitkräfte vernachlässigt werden“, sagte Rubio. Und: „Das Wort Nationalismus wurde zu einem Schimpfwort. Also rissen wir unsere Denkmäler nieder, verurteilten unsere eigene Geschichte, und an zu vielen Orten brachten wir unseren Kindern bei, sich der Länder zu schämen, die sie erben würden.“
Entscheidungen wurden Bürokratien überlassen
Mit jedem Jahr habe der Westen mehr Souveränität abgegeben und Entscheidungen an Bürokratien übertragen, weit jenseits seiner Kontrolle. Es sei Mode geworden zu glauben, aufgeklärte Außenpolitik heiße, die globale Gemeinschaft über das eigene Volk zu stellen. Die Männer des alten Griechenland hätten gewusst, dass an der Treue zur eigenen Nation nichts Selbstsüchtiges oder Falsches sei.
In Athen habe man, so Rubio, die erste volle Ausprägung dessen gefunden, was den Westen ausmache: wilde Individualität und unerbittlichen Ehrgeiz, dazu eine Sehnsucht nach Entdeckung, nach Abenteuer, Risiko und Ruhm.
Europa im „langen Schlaf“
Europa könne jetzt aus dem langen Schlaf erwachen und das Feuer neu entfachen, das hier gelegt worden sei, mahnte der US-Außenminister. Es gebe dazu bereits Zeichen.
Griechenland lobte Rubio als eine Quelle der Stabilität in einer instabilen Welt, und er kündigte eine Partnerschaft gegen den Terror an. Die Reise führt ihn in dieser Woche auch nach Island und Portugal, zu Verbündeten der Nato.
Die aktuellen Aussagen erinnern an die Rede in München, bei der Marco Rubio im Februar vor einer „zivilisatorischen Auslöschung“ gewarnt hatte.
Der Pnyx war der Ort, an dem Athens Bürger stritten und abstimmten, Rubio nutzte ihn nun als Bühne für einen Satz, den er schon vor wenigen Monaten in München gesagt hat: Der Westen habe sich nicht nur bedrohen lassen, er habe sich selbst entwaffnet.
Auf X folgten sofort zahlreiche positive Reaktionen auf diese Rede des US-Außenministers. So schrieb etwa die X-Userin Larissa Beck; „Ich wünschte, es wäre ein Europäer gewesen, der das gesagt hat. Es gibt aber keinen.“ Das Posting mit dem Video der Rede hat auch Elon Musk für seine 241 Millionen Follower geteilt.



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