Krisenprofiteur Staat: Die Ausgabenparty geht weiter

Das deutsche Steueraufkommen ist im März deutlich gestiegen. Ganz gleich, wie schlecht die Wirtschaft läuft und wie sich die Krisen weltweit entwickeln: Der deutsche Fiskus bleibt vorerst Etappensieger.

IMAGO / Future Image

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kann aufatmen: Nach einem kurzzeitigen massiven Einbruch der Körperschaftsteuer zu Jahresbeginn entwickelt sich das Steueraufkommen sprunghaft nach oben. Bund und Länder, so das Bundesfinanzministerium, kassierten im März 89,27 Milliarden Euro von den Steuerzahlern – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das sind gute Nachrichten für die Berliner Transformationskoalition, schlechte Nachrichten für diejenigen, die im immer weiter wachsenden Staat die eigentliche Wurzel der Krise sehen: Die fröhliche Ausgabenparty der Sozialstaats‑ und Ökoingenieure erhält immer neuen Nachschub für das opulente Buffet.

Erhellend ist der Blick auf die Quellen, die dem Finanzminister eine frische Brise unter die zuletzt lahmen Flügel geweht haben. Die Grunderwerbsteuer erreichte ihren höchsten Stand seit 2022 – der angeblich aufkommensneutralen Steuerreform sei Dank. Auch die Arbeitnehmer leisten ihren Beitrag: Über die Lohnsteuer stiegen die Einnahmen um 4 Prozent und tragen damit zum Gelingen des großen deutschen Umbauprojekts bei. Für das erste Quartal ergibt sich unter dem Strich ein Plus von etwa 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abgabenstaat
Bundesrepublik Steuerhölle: Wie man den Bürger doppelt und dreifach schröpft
Dass der Fiskus von den gestiegenen Spritpreisen unmittelbar profitiert und im Zuge des niemals korrigierten sogenannten Mittelstandsbauchs zu den Inflationsgewinnern zählt – geschenkt. In Deutschland verschiebt sich das Grundverhältnis zwischen Staat und Steuerzahler schleichend, aber längst sichtbar: reicher Staat, armer Bürger. Private Vermögensbildung wird für immer größere Teile der Gesellschaft zur kaum noch überwindbaren Hürde, während der Staat an immer mehr Stellen mehrfach zugreift und sich zugleich zynischerweise immer neue Debatten über Steuererhöhungen erlaubt – etwa bei der Erbschaft‑ und Vermögensteuer, beim Ehegattensplitting oder bei der Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Es geht also künftig vor allem der bürgerlichen Familie an den Kragen, zumal der deutschen, da aller Voraussicht nach Gastarbeiterfamilien, für die noch das alte Vertragswerk von 1964 gilt, weiterhin von der Mitversicherung der Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung profitieren könnten. Das ist spalterisch, zynisch – und der nächste Angriff auf die einheimische Bevölkerung im Land, die wohl auch die Aushöhlung des steuerlichen Ehegattensplittings über sich ergehen lassen wird, ohne aufzumucken.

Der fiskalische Aderlass der Mitte unserer Gesellschaft ist bereits rekordverdächtig – und er wird weiter wachsen: Der Ukraine‑Krieg, geht es nach dem Willen der Berliner Brandmauerkoalition, muss unter allen Umständen fortgesetzt werden, der NGO‑Komplex, dieser woke‑enervierende Schutzschild der Berliner Öko‑Sozialisten, braucht ebenso Geld wie die massiv ausgebaute grüne Umverteilungsmaschine. Der Freiburger Ökonom Lars Feld rechnete in der vergangenen Woche vor: 321 Milliarden Euro an Subventionen – das entspricht präzise 7 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung, verteilt der Staat stellvertretend für den paralysierten Steuerzahler im Jahr an seine Günstlinge.

Diese werden die bestehende Machtarchitektur mit Händen und Füßen verteidigen – „UnsereDemokratie“ ist in erster Linie ein Anreizsystem, in dessen gravitativer Mitte der überfettete Staatsapparat die produktiven Quellen der Gesellschaft ansaugt. Man sollte den Staat als gewaltigen Umverteilungsmechanismus betrachten, als einen Selbstbedienungsladen des Parteiensystems, seiner NGOs, seiner Medienvertretungen und der Subventionsunternehmer.

Das System scheint komplex, doch es ist finanztechnisch überraschend simpel strukturiert: Am Ende zahlt stets der Steuerzahler die Zeche für den grün‑ideologischen Umbauwahn. Mit einer Neuverschuldung von rund 4,5 Prozent im laufenden Jahr, das Sondervermögen anteilsmäßig mit eingerechnet, wird deutlich, dass der deutsche Staat sich künftig verstärkt über den Anleihenmarkt seiner Mittel bedienen wird. Und erneut wird wieder der Steuerzahler herhalten – über höhere Abgaben in der Zukunft oder die kontinuierliche Inflation, die den Familien die Kaufkraft zerfrisst.

DIE HERREN DES RESSENTIMENTS
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Es passt ins Bild des bürgerfeindlichen Regierungszynismus, dass Bundeskanzler Friedrich Merz, ob gewollt oder nicht, zu Wochenbeginn einen weiteren Tiefschlag gegen die deutsche Bevölkerung landete. Beim Jubiläumsempfang des Deutschen Bankenverbandes, 75 Jahre treue Kooperation mit Vater Staat, warnte der Kanzler davor, dass die gesetzliche Rente künftig allenfalls noch als Basisabsicherung für das Alter dienen werde. Sie werde nicht ausreichen, so Merz, um auf Dauer den Lebensstandard zu sichern. Er sprach diese Worte nüchtern, fast emotionslos – und exekutierte damit im Effekt das gesamte deutsche Wohlfahrtsstaatsversprechen: Geld ist für alle da – es sei denn, Sie sind Deutscher und zudem noch Rentner.

Apropos „Geld ist für alle da“: Es wird die Vertreter der deutschen Industrie freuen, zu erfahren, dass die EU‑Kommission dem deutschen Industriestrompreis grünes Licht erteilt hat. Für die kommenden beiden Jahre fließen also Milliardensubventionen an energieintensive Betriebe. Das hilft dabei, das eiserne Schweigen der deutschen Wirtschaftselite angesichts ihres Niedergangs wenigstens für einige Quartale in die Zukunft zu schieben.

Der deutsche Staat schwimmt im Geld – und wir können sehen, weshalb: Er intensiviert den Raubzug durch die Geldbeutel der Mittelschicht, zernagt nun deren angesparte Substanz und scheut nicht davor zurück, den Aufbau einer ökosozialistischen Kommandowirtschaft mit starkem militärischem Sockel in aller Öffentlichkeit zu propagieren. Selbstverständlich wird auch die private Wirtschaft an diesem Aderlass weiter in die Knie gehen. Und es wird der Tag kommen, an dem das deutsche Steueraufkommen diese Entwicklung widerspiegelt. Doch bislang scheint der Transformationspfad stabil: Die Privatwirtschaft verabschiedet sich entweder in die Insolvenz, in schweigende Apathie oder ins Ausland – und so heißt es: „Herzlich willkommen beim wiederholten Versuch des Aufbaus eines deutschen Sozialismus.“

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Kommentare ( 23 )

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hansgunther
21 Minuten her

Auch andere wollen ihre Partys mit deutschem Geld unterlegen! Es wird nie enden, dank deutscher Dämlichkeit! Griechen lassen in Italien deutsches Staatsvermögen pfänden Ausland | 22. April 2026 | Autor: JF-Online |  https://assets.jungefreiheit.de/2019/07/Sprechblase.svg   9 Kommentare Italien und Deutschland legen 2022 den Streit um Entschädigungszahlungen wegen des Zweiten Weltkrieges bei. Ein Urteil aus Rom macht die Pfändung deutschen Vermögens in Italien nun wieder möglich. ROM. Der italienische Kassationsgerichtshof hat mehreren Griechen recht gegeben, die Vermögenswerte der Deutschen Bahn in Italien pfänden wollen. Nichtitaliener, die selbst Opfer von Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges wurden oder Nachfahren solcher seien, dürfen laut dem Urteil durch italienische Gerichtsvollzieher etwa Grundstücke, Bankguthaben oder Betriebsstätten… Mehr

Verzeihtnix
22 Minuten her

Der Senegal kauft mit deutschem Steuergeld Erdgasbusse in China. Aber natürlich nur mit dem Geld, das sich die korrupten Politiker im Senegal nicht in die eigenen Taschen gesteckt haben.

Heptamer
35 Minuten her

Die Mehrheit der Deutschen merkt den Niedergang erst, wenn sie in den Trümmern hocken und für mindestens ein Jahrzehnt Hunger und Elend selbst erleben. So war es nach den Kriegen und so wird es nach dem gesamtdeutschen neuen Ökosozialismus sein.

Ralph Martin
1 Stunde her

Deutsches Steuergeld ist für alle da, ausser für Deutsche Steuerzahler.
75% der Wähler sind damit einverstanden.

P. Pauquet
1 Stunde her

‚Das Steueraufkommen zieht an.‘ Ich bitte um Aufklärung. Wie kommen sie auf diese Feststellung/Aussage? Woher kommen die Zahlen? … Die Industrie und großes Gewerbe zieht ins Ausland, meldet Insolvenz bzw. Konkurs an, und die ehem. Arbeitnehmer werden arbeitslos. Es fehlt also in der Folge an den entsprechenden Steuereinnahmen! Die Ausgaben jedoch steigen horrend, das Geld wird buchstäblich irgendwohin verschenkt oder verbrannt. Im Land an/in dubiose/n Vereinen und Projekte. Im Ausland erübrigt sich jede Nennung und Aufzählung. … Für das Land bleibt nicht mehr viel, eher wenig bis Nichts. (Es gab einmal vor langer Zeit den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ als staatliche… Mehr

Deutscher
1 Stunde her

Nicht Konzerne und Kapitalisten sind die Ausbeuter, sondern Staat und Politik – je linker, um so stärker!

what be must must be
2 Stunden her

Tja – wenn Bargeld lacht, da lachen alle . . .

Klaus D
2 Stunden her

Er intensiviert den Raubzug durch die Geldbeutel der Mittelschicht…..durch wen den sonst! Zuerst wurde die unterschicht massiv übertorteilt und geplündert siehe agenda2010 und es war allen klar das danach die mittelschicht dran ist. Was viele nicht wahrhaben wollen ist das wir eine massive umverteilung nach oben haben.

Waehler 21
3 Stunden her

Der Kaufkraftverlust der Bürger schädigt massiv unseren Wirtschaftsraum und die Umwelt dieser unseren Erdkugel . Zum einen können sich die Bürger deutsche Produkte immer weniger leisten und weichen auf asiatische Billigimporte aus, was wiederum Arbeitsplätze in Deutschland kostet und zum anderen die Umwelt schädigt, da die Produktion dort ziemlich frei von Auflagen von statten geht.

Das ist keine neuen , bahnbrechenden Erkenntnise diese Fakten sind bekannt und dennoch wird so weitergemacht! Die einzige Erklärung die mir einfällt, ist die, dass unsere Politiker diese Gesellschaft zerstören wollen.

Last edited 3 Stunden her by Waehler 21
U.S.
1 Stunde her
Antworten an  Waehler 21

Beamte werden alimentiert, Politiker diätiert, arbeitende Bevölkerung ausgenommen wie eine Weihnachts-Gans und ausgebeutet wie eine Gold- oder Diamanten Mine.

Wenn man sich nur das Gegrinse der Politiker auf den Fotos ansieht

Waehler 21
31 Minuten her
Antworten an  U.S.

Jeder hat so seine Feindbilder. Aber wenn jeder seinen Job machen würde, hätten wir nicht die Probleme. Die Spitzen-Jobs sind alle mit Parteigängern besetzt worden, weil sie im BT nicht mehr unterzubringen gewesen sind. Für die, die es dann immer noch nicht geschafft haben, wurde ein NGO Job zugeschanzt. Und natürlich können sie den Job nicht, nur eben Kampagne! Alleine das Frau Baerbock die Qualifikation dermaßen abgesenkt hat, dass ihre Unterstützer einen tollen Job im Außenministerium/in erhielten, zeigt, dass VOR Funktionären nichts sicher ist. Und! Alle haben mitgemacht, wohl wissend , dass man dort tolle Dienstreisen in die Welt bezahlt… Mehr

rainer erich
4 Stunden her

Ich zitiere : Die Täter und ihre zahlreichen Günstlinge und Helfer werden die bestehende Machtarchitektur mit allen Mitteln verteidigen. Korrekt. Mit allen Mitteln sei betont. Ich bezweifle immer noch, dass die Westmichel begreifen, was das konkret bedeutet. Selbst bei den Aufgeklärteren darunter bin ich mir da nicht sicher. Natürlich geht diese “ Verteidigung“ weit über jede juristische oder moralische Grenze hinaus, was auch heute durchaus schon erkennbar ist. Sie werden zunächst mit dem Mittel des Legalismus arbeiten, nicht unbedingt in der Gesetzesform. Verordnungen im erklärten “ Ausnahmefall“ sind noch “ interessanter“. Ich wiederhole ( un)gern , aber entgegen eines fast… Mehr

Deutscher
1 Stunde her
Antworten an  rainer erich

Ja, schon klar! Ihr Ossis seid die Einzigen, die den Durchblick haben. Darum sitzt in 4 von euren 5 Landesparlamenten immer noch die alte SED drin und regiert schon auch mal.