Die Universität München beendet die Tätigkeit eines Wissenschaftlers, der vor allem wegen seiner Kritik an den Medien während Corona auffiel. Die Kampagne gegen ihn ist kein Einzelfall.
Das letzte große Forschungsprojekt, an dem der Münchner Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen mitarbeitete, trug den Titel: „Die Zukunft der Demokratie“. Die Geschichte des Professors illustriert, wohin sich staatliche Demokratievorstellungen mittlerweile entwickeln: Die Ludwig-Maximilians-Universität München versetzte den langjährigen Professor für Kommunikationswissenschaft zum 1. April in den Ruhestand. Damit endet eine lange Kampagne, die das bayerische Wissenschaftsministerium, die Universitätsleitung und einige Medien betrieben, um den Forscher von seinem Lehrstuhl zu verdrängen.
Sein Hauptvergehen besteht darin, dass er in seinem privat betriebenen Blog „Medienrealität“ ab 2020 die unkritische Übernahme der jeweiligen Regierungslinie zu den Coronamaßnahmen durch die meisten Medien und vor allem den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisierte.
Die Süddeutsche Zeitung verfasste im gleichen Jahr mehrere Artikel über den Hochschullehrer, und das von vornherein mit klarer Stoßrichtung. Einer davon trug die Überschrift: „Ein Blog, der Unmut auslöst“. Zeit Campus, ein Ableger der Zeit, skandalisierte ebenfalls Meyens Auseinandersetzung mit der Corona-Berichterstattung. „Doch Meyen tritt nicht nur als Wissenschaftler auf“, hieß es in diesem Text, „immer öfter äußert er sich politisch. Beim Nachlesen kann man das Gefühl bekommen, dass seine Thesen mit jedem Eintrag steiler werden. Er mokiert sich über den ZDF-Journalisten Claus Kleber, vergleicht die Tagesschau mit russischem Staatsfernsehen, schreibt von ‚Regierungs-PR‘.“
Ihren Text, eher ein Pamphlet, überschrieb Zeit Campus mit einer Zeile, die einer Aufforderung an seine Vorgesetzten glich: „Warum darf er immer noch lehren?“
Meyen verlor seine Funktion als Sprecher des Forschungsverbandes „Zukunft der Demokratie“, die Universität forderte eine Einschätzung des Wissenschaftlers durch den Verfassungsschutz an, die Landesanwaltschaft, eine Disziplinarbehörde der Regierung, setzte ein Disziplinarverfahren gegen ihn in Gang. Das ergab allerdings trotz langer Ermittlungen nicht viel, vor allem keinerlei Hinweis darauf, dass der Professor sich jemals im Hörsaal radikal oder gar verfassungsfeindlich geäußert hätte.
Am Ende blieb der Vorwurf, Meyen sei im Frühjahr 2023 – allerdings, wie er erklärt, zunächst ohne sein Wissen – als Mitherausgeber des Demokratischen Widerstands geführt. Das Blatt veröffentlichte während der Corona-Zeit regierungskritische Artikel, der Verfassungsschutz rechnet es dem Spektrum der „Staatsdelegitimierung“ zu.
Meyen trennte sich bald wieder von der Zeitschriftt. In den Texten selbst, die er dort veröffentlichte, fanden die Ermittler nichts, was sie beanstanden konnten. Sie hielten ihm allerdings vor, dass er 2019 der sehr weit links stehenden Organisation „Rote Hilfe“ einen Spendenbetrag übergeben hatte. In einer ersten Disziplinarverfügung erhielt Meyen 2024 für diese Vorwürfe eine Gehaltskürzung um zehn Prozent für 15 Monate. Ab September 2024 war Meyen krankgeschrieben, veröffentlichte aber in dieser Zeit Texte und Videos im Rahmen der von ihm gegründeten Freien Medienakademie. Das führte zu einem zweiten Disziplinarverfahren und einer zweiten Gehaltskürzung. Gegen beide Verfügungen klagt Meyen derzeit.
Michael Meyen, geboren 1967 auf Rügen, aufgewachsen in der DDR, passt eigentlich in kein Raster, auch nicht in die Rahmenkonstruktion ‚rechter Professor‘. Im Gegenteil, mit einigen Positionen stand er in der Vergangenheit sogar deutlich links, was damals seinen Arbeitgeber offenbar noch nicht störte.
Seit zwei Jahrzehnten bildet der verbeamtete Professor Journalistennachwuchs aus, von ihm stammen auch einige Fachbücher, darunter die von Kollegen positiv aufgenommene Monografie „Klassiker der Kommunikationswissenschaft“.
Meyen kommentierte den Schritt der Universität in einem Text mit dem Satz: „Die Entscheidung kommt nicht überraschend.“
Seine Verdrängung aus dem Wissenschaftsbetrieb ist kein Einzelfall. Der Politikwissenschaftler Stephan Maninger, Professor an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, in dem für die Ausbildung von Bundespolizisten zuständigen Bereich Lübeck, sieht sich einer ganz ähnlichen Kampagne ausgesetzt. Gegen ihn machen Medien wie der SPIEGEL, die Jusos und mehrere linke Aktivisten mit der Behauptung mobil, der Wissenschaftler verbreite rechtsradikale Thesen. Das Ziel der Aktion besteht darin, die Entfristung von Maningers Vertrag an der Hochschule zu verhindern, obwohl es dafür keine rechtlichen Grundlagen gibt.
Maninger rechnet sich selbst zum konservativen Lager. Den Vorwurf, er vertrete radikale Ansichten, weist er zurück. Gegen ihn gab es bereits ein umfangreiches Disziplinarverfahren wegen angeblich rechtsradikaler Äußerungen, das ihn allerdings vollständig entlastete. Das hält seine Gegner nicht davon ab, ihn weiter als Gefahr für die Studenten zu brandmarken.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Wundert mich nicht … die LMU ist bereit fest in der Hand der Wokeisten / Kommunisten …sponsored by Steuergeld
Wer gegen den Corona-Mainstream wettert, wird nicht widerlegt, sondern weggepensioniert.
Disziplinieren durch Ruhestand – die neue akademische Freiheit❗
Solchen Geschichten lassen bei mir immer wieder die persönlichen „Leiden“ während der Corona-Zeit in mir aufsteigen. Als Mitarbeiter einer (Gesundheits)Behörde habe ich mich von Beginn an immer sehr offen kritisch zu den ganzen Maßnahmen geäußert und habe alles ständig hinterfragt. Als „Impfverweigerer“ war es dann völlig vorbei. Viele Kollegen, mit denen ich jahrelang zusammengearbeitet habe, haben den Kontakt zu mir gemieden, weil sie nicht in eine Corona/Impfdebatte mit mir hineingezogen werden wollten. Erst da lernt man dann die wirklichen „Freunde“ kennen, die mich im Zweifelsfall auch beim Arbeitgeber in die Pfanne gehauen hätten. Das war für mich eine harte Zeit,… Mehr
Zeit Campus: (…) „Warum darf er immer noch lehren?“
Da diese Anfänger fragen:
Grundgesetz für die Bundesrepublik DeutschlandArt 5 (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Das paßt ja bestens zusammen mit der Lehrerin, die freiwillig ihren Beamtenstatus aufgegeben hat und mit ihren Erklärungen das benennt, wie es dort zugeht und die Freiheit der Lehre eine Farce ist und jeder nur eine persönliche Absicherung sucht um dann mit einer schönen Pension sein Leben zu beenden, was mehr als unterträglich ist, wenn man das Zusammenspiel kennt, wie es dort abläuft. Da wird alles im Keim erstickt wird, wenn es gegen die Vorstellung der Politik läuft, die sich rauszuhalten hat und allenfalls einen Rahmen setzen kann und was darüber hinausgeht ist auch dort Sozialismus pur und jedermann im… Mehr
„regierungskritische Artikel, der Verfassungsschutz rechnet es dem Spektrum der „Staatsdelegitimierung“ zu.“ Kritik an der Regierung ist also schon ein Verbrechen. Das bestätigt, was die Schönbohm Affäre schon vorher ans Licht brachte: Der Verfassungsschutz ist mit Sicherheit verfassungsfeindlich und gehört abgeschafft. Da die in ihm tätigen Beamten eigentlich Kündigungsschutz genießen, müssen ihre persönlichen Verfehlungen nachgewiesen werden um sie aus dem Beamtenverhältnis zu entlassen. Ist das nicht möglich, würde ich die Typen als Streife in Bahnhöfen, Zügen und Bussen einsetzen. Da können die dann Frauen vor Gewalt durch Messermänner (die es ja angeblich nicht gibt) schützen.
Warum sollte man hierzulande noch studieren, wenn man weiß, dass einem die wirklich fähigen Hochschullehrer vorenthalten werden und man sich mit dem durchschnittlichen Einheitsprofessor zufriedengeben muss. Was soll man denn von solchen lernen? So zu denken, wie der Staat es will? Betreutes Denken? Betreutes Forschen? Wissenschaft mit angezogener Handbremse? Was soll dabei anderes rauskommen als Durchschnitt, also Stillstand?
Der tiefe, links-grüne BRD-Staat erträgt kein abweichendes Denken mehr. Aktuell erfolgt die Gleichschaltung noch mit bürokratischen Mitteln und mit einer willfährigen Justiz. Kein Wunder, sind die Absolventen dieser Bildungsanstalten eingeschüchtert und verängstigt. Selbstbewußte und selbst denkende Staatsbürger werden das sicher nicht.
Der freundliche Professor Meyen wird mit 59 frühpensioniert. Wie schön dass einige doch weich fallen. Dann kann er ja wie schon andere sein Hobby fortführen. Ich meine ist ja schön, aber andere hätten gerne so eine Versetzung in den Ruhestand. Auch wenn die Gehaltskürzungen ihm natürlich einigen Verzicht bescheren werden, sollten sie Bestand haben.
Die „Zeit“ ist doch schon seit längerem aus der Zeit. Seit einigen Jahren absolut mainstream. Gut und lesenswert ist immer noch die Beilage „Zeitmagazin“.