Jeder dritte Euro aus dem Bürgergeld-Topf erreicht niemals einen Leistungsempfänger, sondern bleibt in der Bürokratie hängen. Die Verteilung des Sozialbudgets kostet so viel, dass immer weniger verteilt wird.
picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Um die 37 Milliarden Euro an Bürgergeld hat die Bundeskasse im vergangenen Jahr ausbezahlt. Wohnzuschüsse treiben die Gesamtsumme für den Staat auf über 45 Milliarden Euro, aber das lassen wir hier einmal beiseite.
Denn die Aufwendungen für den Bürgergeld-Topf sind in Wahrheit sogar noch ungleich höher. Das liegt an den explodierenden Verwaltungskosten. Die haben 2025 die Rekordmarke von sage und schreibe 7,97 Milliarden Euro erreicht.
Erstmals in der Geschichte der Sozialhilfe (oder wie auch immer sie zu verschiedenen Zeiten genannt wurde) liegt der Aufwand für die Verteilung der Staatsknete pro Empfänger über der Marke von 2.000 Euro – nämlich genau bei 2.046 Euro.
Dabei haben die Administrationskosten nach Berechnungen des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) unfassbare Steigerungsraten. Noch im Jahr 2015 lagen die Verwaltungsaufwendungen bei 5,64 Milliarden Euro. Jetzt sind es 41 Prozent mehr. Vor zehn Jahren wurden „nur“ 1.303 Euro pro Leistungsempfänger ausgegeben, jetzt sind es 57 Prozent mehr.
Im Bundeshaushalt 2025 waren für die Verwaltungsausgaben im Zusammenhang mit dem Bürgergeld zunächst 5,25 Milliarden Euro eingeplant. Tatsächlich hat Berlin dann gut 6,8 Milliarden Euro übernommen. Die verbleibenden Kosten trugen die Kommunen.
Um die tatsächlich angefallenen Ausgaben zu decken, wurden Mittel für „Leistungen zur Eingliederung in Arbeit“ umgeleitet. Im Ergebnis wurde also zum Beispiel bei Weiterbildung und Bewerbungsunterstützung gekürzt.
Der größte Geldfresser in der Verwaltung ist das Personal. Jeder dritte der etwa 100.000 Mitarbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit ist mit der Auszahlung von Bürgergeld, Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld befasst. Die enormen Tariferhöhungen der vergangenen Jahre treiben hier die Kosten in astronomische Höhen.
Der Staat sammelt über Steuern Geld ein, dass er umwälzt und wieder ausschüttet. Aber eben nur teilweise. Und der Teil, der wieder ausgeschüttet wird, wird immer kleiner – weil ein immer größeres Stück vom Kuchen in der gefräßigen Umwälzmaschine der Bürokratie hängenbleibt.
Im laufenden Haushaltsjahr 2026 sind bisher wieder nur 5,25 Milliarden Euro für die Verwaltung des Bürgergelds, das jetzt „Grundsicherung“ heißt, veranschlagt. Die Experten beim BIAJ können darüber nur den Kopf schütteln:
Dass die Jobcenter mit diesem Budget auskommen könnten, halten sie für, Zitat: „vollkommen unrealistisch“.


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Das eigentliche Bürgergeld, das einfach jeder bekommen würde, wäre wahrscheinlich sinnvoller, es bräuchte keine Überprüfungen, keinen Verwaltungsapparat, nur eine monatliche Überweisung, das wars.
Die, die es nicht bräuchten, hätten mehr zum ausgeben, was die Binnenwirtschaft fördern würde.
Ausgerechnet wurde das schon, aber da gibt’s eine Lobby, die das nicht will, die Neider.
Es könnte so einfach sein.