Steuersatire: Fake‑Debatten zur Verschleierung des Raubzugs

Bis zum 1. Januar 2027 will die Bundesregierung ein Steuerkonzept vorlegen. Die anstehenden problematischen Landtagswahlen im Osten fest im Blick, fantasieren Union und SPD über Steuersenkungen für die arbeitende Bevölkerung.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Für Friedrich Nietzsche bemaß sich Freiheit anhand der Zeit, die einem Individuum zur eigenen Disposition zur Verfügung stand. Zwei Drittel des Tages sollten es schon sein, so der Philosoph, um sich berechtigterweise als freies Individuum fühlen zu können.

Sicherlich: Nietzsche lebte in einer anderen Epoche, unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen. Übertragen wir dieses Gedankenkonstrukt dennoch auf das gegenwärtige Verhältnis des Bürgers zu seinem Staat, so tritt die Erkrankung unserer Gesellschaft unmittelbar ins Auge: Erwerbstätige der freien Wirtschaft treten in der Regel mehr als die Hälfte ihres wirtschaftlichen Ertrags an den Staat, seine Bürokratie und das wahnwitzige Wohlfahrtssedativum ab, um eine wuchernde Struktur liquide zu halten, die immer dreister nach den Früchten der Erwerbs‑ und Lebenszeit der Bürger greift. Das heißt: Vater Staat raubt mehr als die Hälfte der Arbeitszeit und legt damit seinem steuerpflichtigen Untertan eine zwar unsichtbare, aber immer schwerere Kette um den Leib.

Dass wir im Falle der Bundesrepublik in einem Hochsteuerland leben, ist ja keine neue Erkenntnis. Und jedem Steuerzahler sollte klar sein, dass es sich bei den wiederkehrenden Steuersenkungs‑ und Bürokratieabbau‑Debatten um nichts anderes handelt als um medientaktische Schaumschlägerei von Politikern, die den nächsten Wahltermin fürchten.

Mit Blick auf die albtraumhaften Umfragewerte im Osten scheint es auch dem Finanzminister eiskalt den Rücken herunterzulaufen. Und so greift Lars Klingbeil reflexhaft zur letzten Wunderwaffe, die ihm als enttarnter Schuldenkönig und krachend gescheitertem Finanzminister noch bleibt: Er kündigt ein umfassendes Steuerkonzept an.

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Und Klingbeil wirkt dabei wie ein altgedienter SPD‑Klassenkämpfer, nicht länger wie ein woker Travestiekünstler. Umverteilung ist jetzt angesagt, jetzt schlägt die Stunde der roten Funktionäre, die sich mit den Arbeitern solidarisieren, deren Alltag für sie lediglich virtuelle Spekulation sein dürfte. Diejenigen, die jeden Tag den Laden am Laufen halten, müssen am Ende mehr in der Tasche haben, fordert der Sozialdemokrat und klingt beinahe ein wenig wie Oskar Lafontaine anno dazumal. Dann folgt der handelsübliche Ressentiment‑Quark: Spitzenverdiener mit sechsstelligen Gehältern müssen hierzu ihren Beitrag leisten, fordert der Umverteilungsspezialist.

Wem bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar ist, welchen Beitrag die unterschiedlichen Einkommensschichten zum Steueraufkommen leisten, sei dringend der Blick in diese Statistik empfohlen. Die oberen 10 Prozent der Einkommensteuerpflichtigen leisten etwa einen Beitrag von 55 Prozent zum Gesamtaufkommen, die obersten 1 Prozent tragen etwa 23 Prozent zum Steueraufkommen bei.

Klingbeils erbärmlicher Versuch einer Sozi‑Kampagne mit angeschlossenem Neidkomplex ist schnell enttarnt – als Angstkampagne vor dem Peitschenhieb, der auf die Sozialdemokraten in den kommenden Monaten bei den Landtagswahlen im Osten wartet.

Wie unrealistisch substanzielle Entlastungen der Steuerzahler sind, zeigt der Blick auf den Staatshaushalt: die Ausgaben des Vielfraßstaates steigen inzwischen mit einer Rate von bis zu 7 Prozent.

Wer angesichts einer Netto‑Neuverschuldung von 4,5 Prozent in diesem Jahr allen Ernstes mit Abgabensenkungen rechnet, sollte unbedingt die Spielekonsole wieder gegen die Realität eintauschen.

Meinten Sie es in der Politik tatsächlich ernst und würden den Staat, der mit einer Staatsquote von weit über 50 Prozent jenseits von Gut und Böse operiert, auf ein gesundes Maß stauchen wollen, müssten Sie zuallererst die Axt an den ideologischen Gravitationspunkt dieser Katastrophenpolitik ansetzen: an den Green Deal.

Klingbeil will mit einem sozialdemokratischen Geniestreich 95 Prozent der Bevölkerung entlasten und die starken Schultern stärker belasten. Wie gesagt: ein flüchtiger Blick in die Steuerstatistik entlarvt dieses Manöver als dreisten und ressentimentgeladenen strategischen Winkelzug des Finanzministers, der in seiner Not als Kapitän des schnell sinkenden Schiffes SPD die Rolle des Klassenkämpfers für sich entdeckt hat.

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Wohin die Reise mit der leckgeschlagenen MS Deutschland tatsächlich geht, können wir aus der fortlaufenden Steuerdebatte der Koalitionspartner ableiten. Der laue Steuersenkungsvorstoß einiger CDU‑Hinterbänkler ist längst Geschichte. Die lange mediale Startbahn für eine drastische Erbschaftssteuererhöhung, eine Vermögenssteuerdebatte sowie immer weiter steigende Beitragsbemessungsgrenzen sowie für das Aus des Ehegattensplittings dürfte ausreichen, die Mehrheit der Bürger zu demoralisieren. Berlin wird den Steuerzahlern nach den Wahlen in Ostdeutschland die größte Steuererhöhung seit Gründung der Bundesrepublik präsentieren. Darauf sollte sich jeder gefasst machen. Der fiskalische Druck steigt von Woche zu Woche, und Deutsch‑Wokistan weist jede Forderung nach einer Reform der Politik der offenen Grenzen oder der klimapolitischen Zerstörung vehement zurück.

Es ist medientaktisch genial, gemeinsam mit dem angeschlossenen Mediensektor die Bürger in Sicherheit zu wiegen, indem steigende Abgaben in einem Nebel der Steuersenkungsdebatten in eine emotionale Unschärfe getaucht werden. Die Realität jedoch stellt sich ganz anders dar: Seit 2024 stiegen zahlreiche Abgaben, wie die Hebesätze zur Grundsteuer und Gewerbesteuer im gesamten Land, die irrwitzigen CO2‑Abgaben, die Lkw‑Maut, die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung und zuletzt die Tabaksteuer. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da sich in Deutschland der Raubzug des Staates in sich überlagernden Mehrfachbesteuerungsstufen verbirgt. Allein die durch die Geldpolitik initiierte Inflation spült dem Staat über Verbrauchsteuern kontinuierlich ein heimliches, nicht deklariertes Zusatzeinkommen in die Kassen.

Ende vom Lied wird eine emotional tränenreiche Pressekonferenz sein, an der der Bundeskanzler möglicherweise mit seinem Finanzminister die solidarische Rettung des Gemeinwesens ausruft. Der ideologische Amoklauf der Klimaapokalyptiker, Zentralplaner und Ökosozialisten entwickelt sich zu einem zivilisatorischen Risspunkt. Was sie in Berlin jedoch unterschätzen, ist, dass sich in der Krise bereits die Saat einer bürgerlichen Umkehr fruchtbare Nischen gesucht hat, in denen sie im Kontrast zum Lächerlichen, Kruden und Wahnsinnigen der Politik unserer Zeit bestens gedeihen wird.

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Kommentare ( 7 )

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Bonzo der Grosse
35 Minuten her

Wenn schon keine Köpfe rollen, so müssen doch Handschellen klicken, bevor die schwarz-rot-grünen Konsorten sich geflissentlich ins Ausland abgesetzt haben. Baerbock kann man bereits nicht mehr belangen, ihre Rückkehr in das Land ihrer Zerstörungsphantasien ist nicht mehr zu erwarten. Lauterbach wird ebenfalls den Propeller anwerfen und sich zur WHO verdrücken. Viele andere mehr werden wir plötzlich nicht mehr wiedersehen, wenn es bergab geht – darunter auch den Blackrock-Fritz und den Antifa-Lars. Leute, vergesst nie auch bis hinunter in die Kommunen sorgen Politiker allerlei Parteien und politisch besetzte Verwaltungen für die Umsetzung grüner Ideologien und bevor die konservative Saat auch nur… Mehr

Juergen Schmidt
35 Minuten her

Nun ja, das Berliner Parteienregime führt für die Deutschen nichts Gutes im Schilde – ganz im Gegenteil. Damit diese nichts merken und nicht aufbegehren, werden sie eben permanent darüber getäuscht und belogen und abgelenkt.
Und es funktioniert ja. Die Deutschen glauben jede Lüge – JEDE, und laufen jeder Parole hinterher, die man ihnen gibt. Für solche falschen Parolen gehen sie am liebsten ihren Landsleuten an die Gurgel – und bemerken regelmäßig äußere Feinde nicht.

humerd
42 Minuten her

wenn die SPD der „arbeitenden“ Bevölkerung auch nur irgendwas verspricht, wird es teuer für die „Beschenkten“. Linke Tasche / rechte Tasche
Möglicherweise sinkt die Steuerbelastung um ein paar Cent, dafür wird die Kranken- und Pflegeversicherung teuer, steigen CO2 Preis+MWSt, Gebühren und Abgaben und was es sonst so zu plündern gibt.
Die SPD hat ein großes herz für Bürgergeldempfänger und ist erbarmungslos gegenüber Beitragszahlern zu den gesetzlichen Sozialkassen, Rentnern, untere Gehaltsstufen

jansobieski
44 Minuten her

Zunächst einmal glaubt man denen überhaupt nichts mehr, egal, was sie sagen. Dann stellt man sich zudem noch die Frage, warum die Problemverursacher, die Problemlöser sein sollen, gerade, weil sie ja niemals zugeben, die Fehler begangen zu haben und behaupten, keinesfalls dafür verantwortlich zu sein ?

Peter Klaus
53 Minuten her

Diejenigen, die den Karren sowieso schon seit eh und je durch den Dreck ziehen, bekommen also zusätzlich Bleigürtel angelegt, damit die, die auf dem Karren hocken, sich nicht die Schuhe dreckig machen müssen. Geniale Idee!

Punti
54 Minuten her

Der Grundgedanke ist doch vollkommen richtig. Leistungslose Einkommen stark besteuern, Leistungseinkommen wenig besteuern. Warum nur wehren sich Konservative und Liberale mit solcher Vehemenz gegen das Leistungsprinzip?

Deutsche
39 Minuten her
Antworten an  Punti

Beim Vererben haben die Verstorbenen „die Leistung“ erbracht und zwar für ihre Nachkommen. Und bei Spekulationen, Aktien, etc. tragen „die Leistungslosen“ das Risiko des Totalverlustes.
Was für Vorrechte haben die tatsächlich leistungslosen Begünstigten dieser Enteignungen?
Mal davon abgesehen, dass der links invadierte Staat inzwischen der größte Veruntreuer ist.