Schwedt vor dem Engpass: Wie Merz Ostdeutschlands Versorgung riskiert

Ölhahn zu, Versorgung wackelt: Ostdeutschland steuert auf den nächsten Treibstoffschock zu. Schwedt droht der Engpass, weil politische Selbstüberschätzung Risiken bewusst in Kauf nahm und neue Abhängigkeiten geschaffen hat.

picture alliance / dts, dpa | Patrick Pleul - Collage: TE

Man kann davon ausgehen, dass der Sauerländer Merz kein Freund Ostdeutschlands ist, genauso kann man davon ausgehen, dass die Ostdeutschen im Herbst Friedrich Merz und der CDU die Quittung bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern präsentieren werden.

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Das Öl, das Gas und die deutsche Hauptstadt
Die Lage ist jedenfalls ernst, besonders für Berlin und Brandenburg, was die Versorgung mit Treibstoffen anbelangt. Rosneft Deutschland hat die Bundesnetzagentur unter dem Grünen Klaus Müller informiert, dass ab 1. Mai kein kasachisches Erdöl durch die Druschba weitergeleitet wird. Laut Reuters teilte Rosneft mit, dass „auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai 2026 kein kasachisches Rohöl mehr über die Druschba-Pipeline durch das Gebiet der Russischen Föderation zur PCK-Raffinerie transportiert werden darf“. Der kasachische Energieminister habe, laut der russischen Nachrichtenagentur TASS, wie die WELT berichtet, mitgeteilt, dass sein Land inoffizielle Informationen erhalten habe, wonach es im Mai nicht möglich sei, Öl durch die Druschba-Pipeline zu transportieren: „Im Mai haben wir über Atyrau–Samara in Richtung der Ölpipeline ‚Druschba‘ und weiter zum Werk in Schwedt keinen Transit.“

Jetzt spielt Putin mit Merz, was eine Reaktion auf die Gespräche zwischen Merz und Selenskyj sein könnte, denn die technischen Voraussetzungen für den Transport von kasachischem Öl seien plötzlich nicht mehr gegeben. Wann die technischen Voraussetzungen für den Transport von kasachischem Öl gegeben sind und wann nicht, entscheidet allein der Kreml. Möglich wäre, Öl über andere Routen, zum Beispiel über das Kaspische Pipeline-Konsortium (KPC) und dann via Schiff nach Schwedt zu transportieren. Nur dann ist Deutschland von Polen, vom polnischen Ölhafen Danzig abhängig – und das hat ja schon einmal nicht recht geklappt. Besorgt sollte allerdings stimmen, dass die Kasachen offensichtlich darüber nachdenken, dass die Öl-Lieferungen auch nach China umgeleitet werden könnten. Der Flughafen Berlin-Brandenburg ist vom PCK bezüglich Kerosins abhängig und 9 von 10 Autos fahren in Berlin und Brandenburg mit Benzin und Diesel vom PCK.

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Über die Gründe darf gerätselt werden. Doch ein Bundeskanzler, der keine Gelegenheit auslässt, sich gegen Russland zu positionieren, der Deutschland zum mit Abstand größten Financier Selenskyjs macht, ein Bundeskanzler, der anscheinend redet, ohne die Folgen seiner Worte zu bedenken, ein Augenblickskanzler, dem Geopolitik und systematisches Denken in Strategie und Taktik abzugehen scheinen, auch dieser Bundeskanzler muss doch damit rechnen, dass seine Worte Reaktionen hervorrufen. Die Berliner Zeitung vermutet, dass „sich der Kreml sehr über den Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj echauffiert“ habe. „Vor allem die Diskussion darüber, dass man gemeinsam in der Lage sei, Drohnen über tausend Kilometer tief nach Russland abzufeuern, soll das Fass zum Überlaufen gebracht haben.“

Als Annalena Baerbock in Riga im Frühjahr 2022 großspurig verkündete, dass Deutschland nie wieder russisches Erdöl, nie wieder russisches Erdgas haben wolle und in diesem Moment und auch später nicht wusste, woher der Ersatz kommen sollte, hat sie dem Kreml signalisiert, sich umzuorientieren. Als Habeck und Kellner die Anteile von Rosneft am PCK Schwedt im Herbst 2022 unter Treuhandverwaltung nahmen, geriet das PCK in eine schwere Krise. Habeck und Kellner schwadronierten darüber, dass die Notleitung, die von Rostock nach Schwedt führt, ertüchtigt wird, weil sie nur etwa 50 Prozent des Bedarfs des PCK decken konnte. Doch bis heute ist die Notleitung nicht ertüchtigt, auch weil Habeck davon träumte, aus der Erdölleitung eine Wasserstoffpipeline zu machen.

Hinzu kam, dass der Rostocker Hafen zu klein für die großen Tanker ist, die deshalb auf dem Meer entladen werden müssen von kleineren Tankern, was die Kosten in die Höhe treibt. Habeck, der gute alte Kinderbuchautor, schwadronierte darüber, dass im Danziger Erdölhafen auch Tanker für Deutschland entladen werden könnten, weil eine Pipeline von Danzig zur Druschba herunter führte. Die Polen hätten ihm das versprochen, meinte der gute alte Kinderbuchautor. Nur entluden dann die Polen die Schiffe Anfang 2023 nicht. Sie benötigten die Pipeline für ihr Erdöl für die Raffinerie Plock. Es war dann der Brandenburger Regierung zu verdanken, dass ein Abkommen mit Kasachstan über die Lieferung von Erdöl via Druschba geschlossen wurde.

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Baerbocks, Habecks und Kellners Politik kam und kommt die Bürger teuer zu stehen. Die Regierung Klingbeil-Merz setzt diese Politik fort. Während sich Olaf Scholz in seiner Rhetorik mäßigte und pragmatisch vorging, kennt Merz, der zu glauben scheint, dass große Worte ihn größer machen, diese kluge Zurückhaltung, den gezielten und strategisch und taktisch bedachten Einsatz der Sprache nicht.

Ganz gleich, welche Lösung nun gefunden wird, sie unterscheidet sich vor allem für die Bürger von Berlin und Brandenburg und Teile Mecklenburg-Vorpommerns nur darin, ob sie teuer oder noch teurer wird. Wenn das so ist, dürfen die Deutschen, besonders die Brandenburger und die Berliner, sich bei einem so weitsichtigen Staatsmann wie Friedrich Merz bedanken.

Schweigen spart manchmal nicht nur Worte, sondern auch Geld. Aber es ist ja nicht sein Geld. Nur das Geld der Ostdeutschen. Den Finanzminister dürfte es hingegen freuen. Noch mehr Einnahmen.

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Kommentare ( 118 )

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Privat
23 Tage her

Über 70 % der dummen wie naiven Wähler wollten die elendigen Altparteien in der Regierung haben.
Seit einigen Monaten bekommen die Wähler das Ergebnis ihrer persönlichen Wahl geliefert.
Selber schuld.

Nibelung
22 Tage her
Antworten an  Privat

Black Rock hat doch gute Arbeit geleistet im Sinne der alten Heimat Ukraine und der Neugründung im Palästina-Land, daß es zu verteidigen gilt, koste es was es wolle und wenn man dafür die Richtigen findet soll`s ja recht sein, aber nicht gerade bei uns, wo wir immer noch für die Gute Sache in Fortsetzung zahlen sollen und sich andere einen Dreck drum scheren und mit von der Partie sind, solange es von uns noch etwas zu holen gibt.

Turnvater
24 Tage her

Doch ein Bundeskanzler … muss doch damit rechnen, dass seine Worte Reaktionen hervorrufen. „

Zwei grundlegende Irrtümer werden in diesem Satz offenbar:

  1. Bundeskanzler mag er formell sein, handelt jedoch wie der Blackrock-Gebietsbeauftragte
  2. Er muß mit gar nichts rechnen, sondern nur nach Weisungen seines Arbeitgebers handeln.

An dieser Stelle einmal mehr mein Dank an alle TE-Leser und TE-Autoren, die auch beim letzten Mal unverdrossen die Blockparteien, vor allem die Union, wählten. Ohne euch wäre das alles nicht möglich.

Danke.

hoho
23 Tage her
Antworten an  Turnvater

Bei dem nächsten Gang zur BT-Wahl wird das weiter so sein. Das ist nichts zu ändern. Man muss den Krieg verlieren damit es sich was ändert

humerd
24 Tage her

Ölhahn zu,  – Ursula von der Leyen, Kaya Kallas, Agnes Strack-Zimmermann und Herrn Selenskyi freut es. Und die Mehrheit der Bürger von Berlin und Brandenburg und Teile Mecklenburg-Vorpommerns folgen doch gerne. Muss halt Bayern noch viel mehr in den LfA bezahlen. 

Wilhelm Rommel
24 Tage her

Was wäre diesem Land erspart geblieben, wenn man das meschuggene Großmaul aus der NRW-Provinz rechtzeitig in die Fußstapfen seines parteipolitisch ‚wendigen‘ Opas gestellt hätte: Bürgermeister der glitzernden Lichterstadt Brilon für mehrer Legislaturen, dann vielleicht noch langjähriger Landrat im Hochsauerlandkreis, Ehrenvorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins sowie des Arbeitskreises zur Rettung des vom Aussterben bedrohten ‚Sauerländer Hanghuhns‘, Aufsichtsrat bei der Sparkasse Hochsauerland, Syndikus sowohl der kölnisch-westfälischen Ritterschaft als auch Ehrenpräsident der ‚Arbeitsgemeinschaft Windenergie HSK‘ (als notorischer ‚Windmacher‘ wäre er wahrlich prädestiniert), behängt mit sämtlichen verfügbaren Schützenvereins- und Karnevalsorden seiner Heimat – um nur die wenigsten potentiellen Glanzlichter zu nennen. Aber womit straft uns… Mehr

Last edited 24 Tage her by Wilhelm Rommel
Juergen P. Schneider
24 Tage her
Antworten an  Wilhelm Rommel

Junge, Junge, lieber Herr Rommel, Sie haben wohl einen neuen Bademantel, den Sie gerne mal vorführen wollen. Sie wissen doch sicher wie sensibel unser baumlanger Fritz auf überspitzte Kritik reagiert. Ich beglückwünsche Sie dennoch zu Ihrem Mut.

Wilhelm Rommel
23 Tage her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Sachte, sachte, verehrter Herr Schneider: Als 1/10 Altmärker zitiere ich gern mal Friedrich-Wilhelm I. von Preußen, der 1733 an den ‚Alten Dessauer‘ schwärzlich-humoresk schrieb, es gäbe Zeiten, „da man aus dem Fenster nit sehen kann ohne Sturmhaube: Dazu gebe Gott Glück…“.
Und wer gedankenlos auf Land und Leuten herumtrampelt, der sollte auch einstecken können…

hoho
23 Tage her
Antworten an  Wilhelm Rommel

Man sollte eigentlich weinen aber so schön geschrieben da muss man lachen.
Ich denke ich trinke jetzt eins auf Sie, sonst kann man hier so oder so nichts mehr tun.

A.G.
24 Tage her

und wisst ihr was? Das gefällt dem linksgrünversifftem Einheitsblock der Kartellparteien!!! Warum? Kein ÖL und Gas = genau das was linksgrünversifft möchte…..sollen die Leute doch auf Elektro umsteigen oder am besten ganz auf Mobilität verzichten!!! 15Minuten Städte—-AGENDA 2030!!!!

Und mich würde NICHT wundern, wenn diese Abschaltung der Druschba gar nicht freiwillg von Putin gekommen ist, sondern gewisse NGO´s und die deutsche Regierung aktiv da mitgewirkt haben!!!

Peterson82
24 Tage her
Antworten an  A.G.

ich finde es völlig in Ordnung wenn es Menschen gibt die das so möchten. Aber dann bitte mit dem eigenen Geldbeutel. Ich habe volles Verständnis dafür dass manche Menschen Biofleisch möchten, kann man selbst entscheiden und holen. Und auch beim Strom kann sich jeder einen Öko Tarif holen wenn er will. Aber dann sollte man auch so ehrlich sein und sagen, tja, das Gas was du verfeuerst soll Bio sein? Dann kostet es eben doppelt so viel wie das klassische Erdgas. Du möchtest Biosprit? Kein Problem, 2,70€ der Liter an der Tanke. Ich bin mal gespannt wo der typische Grüne… Mehr

Kraichgau
23 Tage her
Antworten an  Peterson82

und im Endeffekt wird durch zwei Angebote jedes einzelne für den Nutzer teurer….

hoho
23 Tage her
Antworten an  Peterson82

Ohne dass andere leiden, können diese armselige Pappnasen nicht ihr Leben genießen.

Rosalinde
24 Tage her

Die „Fachkräfte“ in Berlin mögen zwar unsere Bundesrepublik ruinieren, aber die Fachkraft für besondere Fälle in Washington ruiniert gleich den Westen. Der Kerl freut sich wie ein Kind über die gewaltige Ausdehnung der US Staatsverschuldung.
Allein die Rüstungsausgaben steigen um 50%. Was schlussfolgern daraus China, Russland und Indien?
Die schlussfolgern natürlich dass die eigenen Rüstungsausgaben viel zu niedrig sind. Ein neues Wettrüsten ist nun angesagt.

Last edited 24 Tage her by Rosalinde
JamesBond
24 Tage her

Lieber Herr Merz, jetzt wäre mal ein richtiges Krisenmanagement angesagt. Soll es früher (vor Merkel) in diesem Land gegeben haben. Ich bin Augenzeuge, aber Fachkräfte aus aller Welt, die Energiewende und nicht zuletzt die Gier dieses Staates zerstören alles, was Deutschland stark gemacht hat. Machen Sie weiter so, denn nur dann kriegen wir im Osten eine AfD-Regierung und auch der Westen merkt immer mehr, das Sie es nicht können. Was geht uns die Ukraine an? Warum hofieren Sie ein Land, das unsere Infrastruktur zerstört hat? Ach ich habs vergessen, Ihre Union zerstört unsere Kernkraftwerke … kein Unterschied zu Nordstream 2… Mehr

DDRforever
24 Tage her

Wir erwarten von den Westlappen ohnehin nichts anderes und was ist Merz schon anderes als ein Lappen.

Turnvater
24 Tage her
Antworten an  DDRforever

Wie schlau sind doch dagegen die Ost-Genies, die bislang in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in Treue fest vor allem SPD wählten und sich 2024 vom BSW am Nasenring durch die Manege führen ließen. Oder so pfiffig sind, und gar nicht erst zur Wahl gehen.

Ganz, ganz große Klasse.

jensberndt
24 Tage her
Antworten an  Turnvater

Aber zumindest wählt bei uns niemand einen grünen Türken zum Ministerpräsidenten. Und Berlin zählt nicht wirklich zum Osten, dort dominieren diejenigen, die sich vor dem Mauerfall nach Westberlin verpisst haben, um nicht zur Bundeswehr gehen zu müssen und die fleißig die schöne Subventzionitis abgegriffen haben.

Zum alten Fritz
24 Tage her

Nun werden Schritt für Schritt Gegen-Sanktionen der Russischen Föderation kommen und greifen. Viel Spass beim Energie Einkauf auf dem Spott-Markt. Zumindest können ja schon Mal leere Tanker angemietet werden. Dann stellt man diese zu einer Schatten Flotte zusammen und schippert dann heimlich in den persischen Golf.

jensberndt
24 Tage her
Antworten an  Zum alten Fritz

Ich bin für den Bau von Tank-U-Booten. Damit können wir unter dem Radar durchtauchen und die dummen Iraner merken das nicht…

Zum alten Fritz
23 Tage her
Antworten an  jensberndt

Wenn man davon ausgeht das Iraner dumm wären, könnte die Schattenflotte unter DDR Fahne schippern und im Iran günstig tanken. Aber die Iraner sind nun mal nicht dumm!

Kraichgau
23 Tage her
Antworten an  jensberndt

ganz wie der Kaiser annodazumal mit den Fracht-U-Booten gen USA.
Sie habens drauf,bitte gleich dem Kanzleramt vorlegen,vielleicht gibts ja in der Ukraine eine Werft mit freien Kapazitäten 🙂

Ceterum censeo Berolinem esse delendam
24 Tage her

Also, ick find das dufte, wenn in Bärlin der AMG keen Sprit mehr hat und der Hakan dann am Wochenende die Schnitten mit den uffjespritzten Schlauchbootlippen mit der Tram abschleppen muss. 😂