Der Finanzminister plant, 2,7 Milliarden Euro aus dem CO2-Zertifikateaufkommen in den Bundeshaushalt umzusteuern. Für die Wirtschaft, die fest mit diesen Subventionen rechnet, ist dies ein absoluter Skandal. Der Streit um die Steuermilliarden aus dem Klimageschäft markieren den Beginn einer Schuldenkrise.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
So war das nicht abgemacht. Der Bundesfinanzminister trägt sich mit dem Gedanken, 2,7 Milliarden Euro aus dem erwarteten CO2-Zertifikate-Zustrom in seinen Bundeshaushalt umzusteuern. Berlin rechnet mit einem Aufkommen aus dem CO2-Geschäft von etwa 22 Milliarden Euro in diesem Jahr und wäre eigentlich gesetzlich verpflichtet, dieses Geld in Gänze in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) umzuleiten. Dort warten nämlich händeringend die energieintensiven Betriebe auf die versprochenen Subventionen.
Doch in Berlin herrscht längst das Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Ursprünglich lautete der Kuhhandel zwischen Politik und Konzernwirtschaft folgendermaßen: Ihr zockt die Steuerzahler mit der Moralpeitsche des CO2-Kultes ab, wir kassieren für unser Schweigegelübde angesichts dieser fiskalischen Sauerei saftige Fördermittel ab.
Und was genau soll mit diesen Subventionen geschehen? Dekarbonisieren wollen sie Ihre Produktion, so zumindest lautet die öffentlichkeitskompatible Märchenerzählung. Das Weltklima wollen sie vor dem Popanz des Kohlenstoffdioxids retten. Weltrettung – darunter machen Sie es in Deutschland und in der EU nicht mehr. Gilt es, die Steuerpeitsche zu führen, wird moralisiert, dass sich die Balken biegen – dann scheut auch niemand mehr die Lächerlichkeit dieser voraufklärerischen Attitüde.
Klingbeil entzieht der Wirtschaft nicht einfach 2,7 Milliarden an zugesagten Subventionen. Der Minister würde tatsächlich vertragsbrüchig, sollte er seinen Plan umsetzen, da die Mittel als Gegenleistung für die steigenden CO2-Belastungen politisch versprochen waren. Es spielt dabei auch keine Rolle, wie sich der Vorgang aus der Sicht des Steuerzahlers darstellt – Wortbruch wird zur Regel. Und Regellosigkeit ist das zwangsläufige Resultat der Berliner Chaospolitik.
Letztlich kam es, wie es kommen musste: Klingbeils Entscheidung provozierte heftigste Kritik aus der Wirtschaft.
Ein Bündnis aus 16 Industrie- und Umweltverbänden forderte die Bundesregierung auf, die geplante Umschichtung der Milliarden zu stoppen. Eine interessante Allianz – der deutsche Kooperatismus stiftet inzwischen Frieden unter den einstigen Antagonisten. Was der Steuerzahler nicht alles zu leisten vermag, wenn er ungefragt zur Ader gelassen wird.
Die Kritik ist dennoch berechtigt: Die 2,7 Milliarden Euro aus dem Emissionshandel waren für die Industrie gedacht; Klingbeil müsste seinen Bundeshaushalt auf andere Weise konsolidieren. Oder wäre es möglich, dass der sonst so pathetisch für die Klimasache eintretende SPD-Politiker den CO₂-Hype am Ende gar nicht ernst nimmt?
Vielleicht sollte man dem Minister dankbar sein, dass er in den Reihen der Tiefgläubigen unter den CO₂-Anhängern ein wenig Zweifel an der Validität der These sät. Sei es, wie es sei, Konsolidierungsarbeiten am Haushalt wären nun gefragt. Haushaltsseriosität, eine Vokabel, die nicht so recht in den Sprachgebrauch der Koalition zu passen scheint.
Da Sparen angesichts der Vielzahl politischer Projekte wohl niemals mehr infrage kommt, müssen die Abgaben weiter steigen. Haushaltsumschichtungen sind unvermeidlich und hier und da kommt es zwangsläufig auch einmal zum Wortbruch – die zwingende Konsequenz des fiskalischen Expansionismus der Koalition.
Erwartbar ist auch die Kritik aus den Reihen der Grünen. Andreas Audretsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, wirft Merz und Klingbeil vor, sich an der Zukunft zu versündigen, zu täuschen und zu tricksen, um ihre Löcher im Haushalt zu stopfen. Dies alles ginge auf Kosten des Klimas, mitten in der Klimakrise.
Soweit bekannt, fehlen sowohl hinsichtlich des Haushaltschaos, das der Bundeskanzler angerichtet hat, als auch mit Blick auf die klimatologischen Analysen realistische Debattenbeiträge, die frei wären von moralischer Überladung.
In Deutschland ist also der erste aus reiner Haushaltsnot entbrannte Verteilungskonflikt zwischen Wirtschaft, Umweltverbänden und Politik entbrannt. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer.
Seit dem Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem steuerpolitischen Klimakartell ist es einsam geworden um die EU-Europäer. US-Präsident Donald Trump sah die günstige Gelegenheit gekommen, sich von Barack Obamas Klimapolitik zu lösen. Mit seiner antagonistischen Deregulierungspolitik im Energiebereich initiierte Trump einen Kapitalstrom zwischen der EU und den USA, der seitdem auch nicht mehr abreißt.
Ein Jahr ist seitdem vergangen. Seither wurden die Wettbewerbsnachteile für die europäische Industrie, aber auch für die Verbraucher nur noch weiter verschärft.
CO2 ist steuerpolitisches Gold – und der Esel, der es herankarrt, ist noch immer nicht an Erschöpfung verendet.
In Brüssel, Paris und Berlin warten sie händeringend auf die nächsten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und den Heilsbringer der Demokratischen Partei, der diese klaffende Wettbewerbslücke durch ein Bekenntnis zum CO2-Kult wieder schließen wird.
Allerdings macht Hoffen und Harren letztlich noch jeden zum Narren. Man müsste nun die Wende einleiten, eine Haushaltskonsolidierung wäre Gebot der Stunde. Mit Politikern wie Friedrich Merz oder Lars Klingbeil, den Schlangenölverkäufern der kreditfinanzierten Füllhornpolitik, ist dies undenkbar. Mit Verantwortungslosigkeit, Funktionärsschläue und Etatismus ist einfach kein Staat zu machen.
Letzten Endes werden auch die hektischen Reparaturarbeiten des Finanzministers an seinem entgrenzten Haushalt den Crashkurs mit dem Anleihenmarkt nicht mehr verhindern. Klingbeil wirkt wie jemand, der versucht, einen durchlöcherten und bis zur Oberkante gefüllten Staudamm mit Sandsäcken zu schließen. Den finalen Dammbruch wird er erst recht nicht mit dem Säckchen verhindern, das er mit dem Geschäft aus dem Klimaablass befüllt hat.


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War abzusehen! – Was macht eigentlich unsere kaiserliche Kriegsflotte? 🤨 [➔ Schaumweinsteuer]Heute haben wir den Klamiwundel™… https://www.unwoked.de/blogs/news
Na da kann man ja eigentlich nur froh sein, dass es nicht wie in der Vergangenheit üblich, aus der Rentenkasse erfolgt. Wie bei Kohl und seinen „blühenden Landschaften“.
Selenski hat die Milliarden die fehlen, das muss doch dieser sogenannte Politiker wissen.
Ich warte auf die beiden versprochenden Wirtschaftwunder (durch Energiewende und Massenmigration) heute noch! Und auf das Klimageld, und „links ist vorbei“, etc. pp. Diese Alt-Parteien haben uns seit Jahrzehnten nur verarscht und uns ausgeraubt. Es ist ein ekelhaftes System.
ach, dann noch zum Thema. Uns fehlt allen noch die zugesicherte Co2 Rückverteilung der Co2 Abgabe. Diese sollten wir alle mal dem Finanzministerium in Rechung stellen. Es hieß ja, die Co2 Abgabe ist keine Steuer, die in den Haushalt anonym fließen darf, sondern wegen dem „Klima“ nur umverteilt werden soll. Wer weniger verbraucht, hat Gewinn und wer viel verbraucht, zahlt drauf. Ich habe in DE bis heute noch keine Gutschrift der Co2 Abgabe gesehen? In anderen Ländern klappt das übrigens, nur in DE nicht. Außerdem heißt das nun nicht mehr Co2 Abgabe, sondern Co2 Steuer …. und Doppelbesteuerung ist untersagt.… Mehr
In unserem schönen Land wird soviel doppelt besteuert, Diesel und Benzin haben schon 3 Abgaben und Steuern vor der Mehrwertsteuer, Tabak und Alksteuer wird ebenfalls nochmals mit Mehrwertsteuer belegt selbiges bei Gas un Heizöl.
Solange die grüne Anna sich und allen anderen erklärt ,wie man mit gefrorenen Hähnchen heizt, warum Atomstrom die Leitungen verstopft, Kobolde durch unser Land ziehen, solange müssen Sie sich wohl an Habeck halten der sagt“ das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes“.
Der Staat lebt also noch stärker von den Steuern auf fossile Energieträger. Doch die sollten doch eigentlich zur Rettung des Weltklimas durch Energie aus Erneuerbaren ersetzt werden. Die wiederum subventioniert der Staat aber hoch. Also entweder Weltklima oder Haushalt retten. Beides gleichzeitig geht auf Dauer nicht. Das Gegenteil geht aber schon. Wenn alle in D auf die hoch subventionierten Erneuerbaren umgestiegen sind, fehlt dem Staat Geld aus den Steuern auf Öl, Gas, Kohle etc.. Und wenn die Industrie ihre Produktion ins Ausland verlagert hat, entsteht weiterhin CO2, nur eben in Polen etc. und die Welt geht dennoch unter. Spätestens dann… Mehr
Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Können wir mit solch einer „Umwidmung“ noch das Weltklima retten? Gerade aus dem Co2-Füllhorn soll die Zivilgesellschaft (NGOs) mit Milliarden-Subventionen gewogen gehalten werden. Bei einem Sondervermögen von rd. 1 Billion Euro spielen doch 3-5 Milliarden zusätzlich keine Rolle mehr. Scholz hätte einfach einen 3-fach-Wumms angekündigt, und die Sache wäre geritzt gewesen. Klingbeil fehlt es einfach an Kreativität. Das man über solche Peanuts noch öffentlich diskutiert, ist unverständlich.
Wir haben definitiv ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem. Und ja: er kann es nicht, der Klingbeil so wenig wie der Merz (das Bas).
„Für die Wirtschaft, die fest mit diesen Subventionen rechnet, ist dies ein absoluter Skandal.“
Für mich ist es ein Skandal, das die Firmen diese Subvention annehmen anstatt die CO2 Steuern abzuschaffen!
Die geplante Getränkesteuer (im PInnochio-Slang auch als „Zucksteuer“ euphemisiert) wird mich wohl überschlagsmäßig 60-100 Euro im Monat kosten. Zeit also, über kompensierende Gegenstrategien nachzudenken (Holland ist gottlob nur 20 Minuten entfernt, die Shoppingzentren in Venlo und Roermond sind bereits auf deutsche Kunden spezialisiert). Obwohl ich Einkaufsfahrten meide (s. u.), erlaube ich mir – in Verbindung mit Freizeit – diesen Spaß schon jetz zweimal im Monat. Die CO2-Steuer hingegen belastet mich aufgrund des Umstands, dass ich aufgrund des Benzinpreis- und Park/Abstrafwahns in unseren ohnehin zunehmend aussterbenden Innenstädten selbige meide, fast nur noch digital bei Jeff Bezos & Co.bestelle und den Winter… Mehr
„Für die Wirtschaft, die fest mit diesen Subventionen rechnet…“
Genau da beginnt doch schon der ganze Mist! Wirtschaft und Industrie funktionieren hierzulande aufgrund der pol. gesteuerten extrem hohen Energiekosten und den Kosten für die Zertifikate nur noch gepampert mit staatl. gepr. Subventionen. Also mit vorher abgepresster CO2-Steuer auf alle Energiepreise der Verbraucher. Oder neuerdings auch mit immer mehr generiertem Schuldenvermögen oderwieauchimmerdasgenanntwird.
Und das soll auf Dauer funktionieren?