Die deutschen Gasspeicher sind zu 55,93 Prozent gefüllt – deutlich weniger als in den Vorjahren. Vor einem Jahr waren es um diese Zeit bereits 74 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht momentan keine Gasmangellage und keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe im kommenden Winter. Nun soll Katherina Reiche Ausschreibungen planen, um die Gasspeicher zu füllen.
picture alliance / Marco Bader | Marco Bader
Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur beteuern: Es gebe keine Gasmangellage. Die Haushalte könnten sich auf die Verträge, Pipeline-Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden sowie auf LNG-Lieferungen verlassen. Gleichzeitig hat Ministerin Katherina Reiche (CDU) aber hinter den Kulissen den Staatskonzern SEFE angewiesen, Gas zu kaufen – möglichst „in kleinen Schritten“, damit der Markt nicht aufschreckt. Das Ziel: mehr als 70 Prozent Füllstand. Uniper, ebenfalls weitgehend in Bundeshand, soll dabei mithelfen. Der größte Speicher Rehden gilt als besonders schwach, die Uniper-Anlagen seien besser gefüllt. Auf dieser Website sind die aktuellen Befüllstände der Speicher aller europäischen Nationen immer abzurufen.
Nun will Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offenbar doch etwas unternehmen. Sie plant, die Gasspeicherfüllstände über Ausschreibungen sogenannter Long Term Options (LTO) abzusichern. Das berichtet der Newsletter „Energie und Klima“ des „Politico“ unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen. Eine für den Herbst angedachte Ausschreibung soll demnach so um eine noch zu bestimmende Gasmenge erhöht werden. Im Hintergrund sollen dazu bereits Abstimmungen mit den relevanten Stellen laufen.
Wintervorsorge bleibe Aufgabe des Marktes
Das Prinzip der angedachten Maßnahme: Über die ausgeschriebenen Optionen reserviert der Erdgas-Marktmanager Trading Hub Europe (THE) Gaslieferungen bei Händlern und zahlt ihnen dafür eine Gebühr. Die Händler müssen die Gasmengen in ihren Speichern für einen bestimmten Zeitraum vorhalten und gegebenenfalls zukaufen. Zieht THE die Option, müssen die Händler liefern und bekommen einen garantierten Höchstpreis.
Im Bundeswirtschaftsministerium geht man auf die konkreten Pläne zu den Ausschreibungen nicht weiter ein. Eine Sprecherin erklärt auf Anfrage des „Politico“ lediglich, dass sich das Ministerium unabhängig von konkreten Themen mit allen Marktteilnehmern der Gasbranche in einem kontinuierlichen Austausch befinde. Man beobachte die Lage genau und stelle sicher, dass der Staat handlungsfähig sei. Zeitgleich verweist die Sprecherin darauf, dass die Wintervorsorge Aufgabe des Marktes bleibe.
Die Initiative Energien Speichern (INES) hatte Anfang September den niedrigsten September-Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gemeldet. Technisch seien bis zum 1. November noch 77 Prozent möglich – aber nur, wenn in den verbleibenden Wochen mehr Gas eingelagert wird als in den drei Monaten zuvor zusammen. Bei einem normalen Winter reiche das; bei extremer Kälte wie 2010 drohten im Januar Unterdeckungen.
Preiserhöhungen bis zu 20 Prozent erwartet
Hohe Gas-Preise nach dem Iran-Krieg und aufgrund der Hormus-Situation haben den klassischen Handel – im Sommer billig kaufen, im Winter teuer verkaufen – massiv gestört. Und 2025 hatte die Regierung die Füllstandsvorgaben gelockert, dazu entfiel die Gasspeicherumlage 2026. Gesetzlich gelten zum 1. November 80 Prozent für die meisten Anlagen, 45 Prozent für langsame Speicher wie Rehden. Unterm Strich ergibt das ein Gesamtziel von etwa 70 Prozent. Noch bleiben knapp sieben Wochen: Reiche hat staatliche Eingriffe lange abgelehnt, um die Preise nicht weiter zu treiben. Die Botschaft der Regierung lautet weiter: Niemand soll sich Sorgen machen.




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Wer solche Parteien wählt, hat den Verstand verloren.
Ich schmeiss‘ heute Abend die Gastherme an; wird langsam schattig. Muss die Industrie eben Notabschaltungen hinnehmen.
„Plant Ausschreibungen…“
also bleibt untätig?
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Und weiter kein Druck von der Straße!