Internationale Erfahrung und Studien zeigen: Bei Omikron sind Klinikaufenthalte seltener

Die deutsche Corona-Politik blickt gebannt auf die neue Omikron-Variante, die auf Deutschland zukommen wird, wie niemand bezweifelt. Die Erfahrungen anderer Länder und nun auch Studien aus Großbritannien machen allerdings Hoffnung.

IMAGO / ZUMA Press
Intensivstation im King's College Hospital in London, 22.12.2021
Am härtesten betroffen von der Omikron-Variante ist in Europa Großbritannien. Das Land verzeichnet 106.122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag, davon sind knapp 74.000 die Omikron-Variante (Stand 22.12.2021). Die Regierungswebseite gov.uk gibt allein für England 195 Krankenhauseinweisungen und 19 Todesfälle an, was die Omikron-Variante betrifft. Zwar heißt es, die Omikron-Symptome verliefen milder als „Delta“, dennoch deuten die Daten darauf hin, dass die Übertragbarkeit der neuen Variante sehr hoch ist, was bedeuten könne, dass eine große Anzahl von Menschen immer noch im Krankenhaus landet.

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Doch die Aussagen sind widersprüchlich. Zwei neue britische Studien kommen zu dem Schluss: Das Risiko eines Klinikaufenthalts bei Omikron ist deutlich geringer als bei Delta. Konkret schätzt ein Forscher-Team vom Imperial College in London: Man muss nur noch mit einer um 20 bis 25 Prozent reduzierten Wahrscheinlichkeit rechnen, dass es zu einer Klinikeinweisung komme, mit einem um mindestens 40 Prozent geringeren Risiko, über Nacht aufgenommen zu werden. Allerdings gehen die Studienautoren davon aus, bei über 100.000 Neuansteckungen mit Covid im Allgemeinen könne das öffentliche, staatliche Gesundheitssystem NHS in England dennoch überrannt werden. Premier Boris Johnson verhängt über Großbritannien vor Weihnachten jedenfalls keine neuen Restriktionen, allerdings wurden große Silvesterfeiern in London abgesagt.

Eine Studie aus Schottland konstatiert, dass es ein zwischen 30 und 70 Prozent geringeres Risiko gibt, mit einem schweren Verlauf ins Krankenhaus zu müssen, als noch bei früheren Varianten. Einer Studienauswertung der Universität von Hongkong zufolge gelingt es Omikron zwar eindeutig leichter, Atemwege zu infizieren, doch das Virus dringt seltener in das Lungengewebe ein, wo es schwere Verläufe auslösen kann.

Südafrika, wo die neue Variante bekanntlich zuerst auftrat, meldet milde Verläufe. Eine Studie belegt, dass für Betroffene eine bis zu 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit besteht, zur Behandlung in eine Klinik zu müssen, wie BR24 berichtet. In der Studie wurden jene Daten untersucht, die bis Ende November vorlagen. Sie deuteten „stark auf eine geringere Schwere der Omikron-Infektionswelle hin“, so Cheryl Cohen von Südafrikas Nationalem Institut für übertragbare Krankheiten (NICD). Die Omikron-Welle scheine an Wucht zu verlieren. Wobei Südafrika eine sehr junge Bevölkerung hat, und derzeit der Sommer beginnt.

Aber Dänemark scheint aktuell zu kämpfen. Das Land hat neben Portugal und Spanien eine der höchsten Impfquoten in Europa, nämlich um die 80 Prozent doppelt Geimpfte. Dies reicht offenbar aber nicht aus, um Omikron-Infektionen einzudämmen. 10.000 Neuinfektionen pro Tag werden in Dänemark gezählt. Rund 20 Prozent davon betreffen offenbar Omikron-Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1.000. Offenbar wurden bis vergangenen Montag rund 23.000 Omikron-Fälle diagnostiziert. Deshalb verhängte Dänemark einen sogenannten Teil-Lockdown. Da in dem Land jeder Test umgehend sequenziert wird, sind die Zahlen valide.

Omikron-Variante
USA: Die Omikron-Variante tritt mehrfach bei "vollständig Geimpften" auf
In den USA macht Omikron inzwischen fast Dreiviertel aller Corona-Infektionen aus, wie die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC ausweist. Vor rund einer Woche waren es schätzungsweise lediglich knapp 13 Prozent. Inzwischen sollen in manchen Bundesstaaten Neuinfektionen mit Omikron für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich sein. In Texas wurde ein Todesfall nach einer Omikron-Infektion gemeldet, allerdings ohne dass Hintergründe wie Impfstatus oder Alter der Person bekannt wurden. Präsident Biden warnt vor allem Ungeimpfte vor einem Winter mit schweren Krankheitsverläufen. Ab Januar will Biden der Bevölkerung 500 Millionen kostenlose Schnelltests zur Verfügung stellen. Neue Einschränkungen soll es aber nicht geben.

Australiens Regierung hatte über eine lange Zeitspanne landesweite und regionale Lockdowns eingeführt. Über 90 Prozent der Australier über 16 Jahren sind zweifach geimpft. Premier Scott Morrison sagte unlängst, „wir werden das Leben der Menschen nicht mehr stilllegen“. Morrison schließt trotz Omikron weitere Lockdowns aus. Die Bürger müssten dem Virus „mit gesundem Menschenverstand und Verantwortungsbewusstsein“ begegnen. Es werde auch in Zukunft neue Varianten des Virus geben. Australien müsse die Menschen wieder wie Erwachsene behandeln.

Fazit: Hoffnung im Konzert der Mahner und Warner macht, dass laut einer britischen Laborstudie „Omikron aufgrund der vielen Mutationen im Spike-Protein zwar einer bestehenden Immunantwort teilweise entkommen könne, die Virusvariante aber Zellen nicht so gut infizieren und sich ausbreiten könne“. Inwieweit die Ergebnisse auf das reale Leben übertragbar sind, müsse jedoch noch abgewartet werden.

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Kommentare ( 12 )

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Deutscher
29 Tage her

Man merkt den Apokalyptikern richtig an, wie sie auf glühenden Kohlen sitzen und denken: „Oh nein! Harmlos! Das darf doch nicht wahr sein!“

Hummi
29 Tage her

Wie sagte die WHO : Ohne Boosterimpfung wäre die Pandemie beendet .Da die reichen Länder schon das dritte mal impfen und die Ärmeren Ländern somit der Impfstoff fehlt und kaum 30 % geimpft sind ! Dadurch entstehen da immer wieder neue Varianten die sich ausbreiten

Ob das stimmt , weiß ich nicht , ich bin mir aber sicher das diese Impfstoffe keinen Wert haben

justwatchit
29 Tage her

Bitte etwas mehr Drama – meine Biontechs sind gerade im Minus.

Winston S.
29 Tage her

„Gute Nachrichten“ passen nicht in die „Agenda“ (das ist übrigens ein sozialistischer Kampfbegriff!)!
Schon gar nicht in die Agenda eines Lauterbach oder eines Söder, der unglücklicherweise mein Ministerpräsident ist.
Da verbreitet man doch lieber die Mär von einem „Tsunamie“ oder einer „Wand“, die vor uns aufragt. Damit man weiterhin mit quasi diktatorischen Vollmachten aufgrund eines grundgesetzwidrigen Infektionsschutzgesetzes mal so nach Herzenslust „durchregieren“ kann und jedem, der anderer Meinung ist, so richtig die (Nazi) Keule des hiesigen „Rechts“-Systems um die Ohren hauen kann!
Spazierengehen? Ohne Erlaubnis? Ohne Söder-FFP-Maske? Nazi! Systemfeind! Terrorist! Reichsbürger! etc., etc.

Fritz Wunderlich
29 Tage her

Dazu brauchte man keine Studien. Jeder Mensch mit Hirn konnte an den allgemein zugänglichen COVID19 Statistiken erkennen, dass Omikron harmloser ist. Nur die Politiker, Arztdarsteller und Medien stellten sich wie gehabt hinterfotzig dumm und faselten von einer Megakatastrophe.

Holsteiner Jung
29 Tage her

Nachdenklich stimmt es, das es in DK trotz hoher Impfquote so viele
Neuerkrankungen gibt. Oder muß es nicht trotz, sondern wegen der
hohen Impfquote heißen. Wie sieht es Schweden aus??

Hannibal Murkle
29 Tage her
Antworten an  Holsteiner Jung

Laut WHO hat in jeder Saison 5-20% der Gesellschaft Grippe, jeder Gesellschaft weltweit – bisher haben die Zahlen keinen gekümmert.

Streeck sagt heute in der WELT, jeder müsse sich darauf einstellen, irgendwann mal Corona zu bekommen – in den nächsten Jahren. Es ist halt die neue Grippe.

Montesquieu
29 Tage her
Antworten an  Holsteiner Jung

In Schweden meldet sich seit Tagen keiner mehr.
Ps: Dänemark hat ca. 15 000 Neuinfektionen und 18 Todesfälle täglich. Wo ist das Problem?

Alexis de Tocqueville
29 Tage her

Wow, da werden täglich hunderttausende von Leuten infiziert, Millionen gar. Und ein paar hundert davon, die in der Regel sehr alt und vorerkrankt sind, landen im Krankenhaus. Ein paar Dutzend sterben sogar dran. Wahrlich, eine so schröckliche Seuche hats noch nie gegeben.

MisterX
29 Tage her

Das hört sich so an, als ob eine Impfung so gut wie nichts gegen Omicron bringt, weder was das Ansteckungsrisiko noch was den Verlauf angeht.
Aber unsere Politeliten werden schon irgendeine hanebüchene Ausrede finden, die Maßnahmen zu erhalten, die Impfpflicht durchzudrücken und damit der Pharmaindustrie einen konstanten Cashflow zu garantieren. In schweren Zeiten ist ein konstanter Cashflow eben wichtiger als Wachstum.

Montesquieu
29 Tage her

Jetzt gehts es hier auch schon mit der Inzidenz/Fallmasche los. Liest sich wie der „Panikporn“ von Herrn Gersemann. Schauen Sie sich doch die offiziellen Zahlen der Neu“infektionen“ (=positive Testergebnissse), stationären Aufnahmen und Todesfälle in GB an. Ganz leicht an mehreren Stellen im Netz zu recherchieren. Diese angeblich drohende Omicron-Apokalypse findet dort definitiv nicht statt. Ferguson hatte für Omicron ursprünglich 5000 Tote pro Tag vorausgesagt! Auf solchen irrwitzigen Modellierungen beruht die ganze Panikmache. Wenn man jetzt auch bei Tichy anfängt, Panik widrige Erkenntnisse zu relativieren (die jungen Südafrikaner unter der Sonne etc.) und hypothetische worst case Szenarien weiter zu verbreiten (die… Mehr

Endstadium0815
29 Tage her

Seit Jahrzenhnten müssen Menschen in der Grippesaison ins Krankenhaus. Ist hier auch nicht anders. Alle die Corona Massnahmen dienen nur einem Zweck, die Menschen sollen erniedrigt werden und ein neues System soll installiert werden, das den Reichsten der Reichen dient. Ich Schwurbler, Nazi, Reichsbürger, Querdenker und sonst was.