Endgültig war die rote Linie überschritten, als China den Bezug auf die individuellen Menschenrechte in der Satzung des UN-Menschenrechts-Ausschusses einfach streichen und durch den allseits bekannten kommunistischen Terminus soziale und kollektive Rechte ersetzten ließ.
imago Images/ZUMA Wire
Wenn das Wetter mal nicht so ist, wie es die Vorhersage prophezeit hatte, waren früher meist irgendwelche unergründlichen wetteriologischen Vorgänge schuld. So richtig erklären konnte dies aber kaum einer. Wie schön ist es doch heute – natürlich ist am Regen der Buhmann der ganzen Welt schuld. Der Bösewicht sitzt im Weißen Haus in Washington und heißt Donald Trump. Was immer der Mann auch tut, es entspringt aus Sicht vieler entweder seiner vermeintlichen Dummheit oder – schlimmer noch, schäbigen Motiven.
Warum sollte es in den USA auch anders sein als hierzulande? Doch bleiben wir beim Thema China. Die USA sind aus einer ganzen Reihe von UNO-Ausschüssen ausgestiegen. Prompt lautete der Vorwurf: „Verantwortungsscheu und egoistisch.“ Was nicht gesagt wird, ist, dass Washington immerhin der größte Geldgeber der UNO, regelmäßig bei jedem Antrag in Sachen China oder gegen Israel überstimmt wird. Der Grund ist einfach: Ein Großteil der Länder ist mehr oder weniger von China abhängig und verhält sich dementsprechend. Endgültig war die rote Linie überschritten, als China den Bezug auf die individuellen Menschenrechte in der Satzung des UN-Menschenrechts-Ausschusses einfach streichen und durch den allseits bekannten kommunistischen Terminus soziale und kollektive Rechte ersetzten ließ. Darüber hat man hier zu Lande, weder bei ARD und ZDF noch in einer Zeitung gelesen. Normalerweise nennt man sowas Manipulation oder schlicht, Lügen durch Unterlassung.
Die flehentlichen Bittbriefe deutscher Ministerpräsidenten, keine US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, sprechen dafür, dass das besorgte Nachdenken schon begonnen hat.



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